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Lernen I

Lernen II

Bildung I

Bildung II

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Moderne Bildungsprozesse

Die modernen Bildungsprozesse sind…

    nach Jörissen:
    … auf Medien angewiesen; im Sinne des Allgemeinbildungskonzepts Klafkis. Es geht dabei aber nicht nur um die Orientierung in der Welt mittels der medialen Informationen, sondern vielmehr stellt die Orientierung in medialen Sphären selbst heute eine wichtige Aufgabe dar. Selbst- und Weltbezüge sind also prinzipiell medial vermittelt.

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Allgemeinbildung

Allgemeine Bildung bedeutet…

nach Klafki:

  1. … den Anspruch aller Menschen auf Bildung. Es kommt darauf an, konsequent gesellschaftliche Chancengleichheit für alle sozialen Schichten zu realisieren.
  2. … soviel wie Ganzheit, Allseitigkeit und Vielseitigkeit der menschlichen Entwicklung. Dabei geht es um kognitive und emotionale Komponenten, um Fragen der Persönlichkeitsentwicklung und um politisch-moralische Kompetenzen.
  3. ‚ÄûAllgemein« bedeutet die Beschäftigung mit dem, was allgemein für Menschen gelte, insofern sie soziale Wesen sind. Diese Beschäftigung geschieht exemplarisch mit gesellschaftlichen Schlüsselproblemen.

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Flexibilität der Bildung

Die Flexibilität des Selbst- und Weltbezuges gewinnt der sich bildende Mensch dadurch, dass er sich (über Sprachen) andere Kulturen, Sinn- und Bedeutungshorizonte erschließt und auf diese Weise in die Lage versetzt wird, sich selbst auf Distanz zu seinen eigenen kulturell vermittelten Wertorientierungen zu bringen.

(nach Wilhelm von Humboldt, 1767-1835)

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Bildung

Bildung bedeutet…

in der privaten Alltagssprache:

… umfassende Belesenheit und solides geschichtliches Wissen.

nach Schwanitz:

    … das Marschgepäck der Regeln, nach denen man unter Gebildeten kommuniziert. Bildung ist also das Ergebnis des Aneignens eines normierten/kanonisierten Wissensvorrats.

nach v. Humboldt:

    … andere Perspektiven kennen lernen. Denn nur wenn man erfährt, dass andere Kulturen die Welt anders sehen – und dabei zugleich bemerkt, dass sich diese andere Weltsicht nicht auf die eigene reduzieren lässt und sie völlig eigene Sinnzusammenhänge herstellt – nur dann wird die Erfahrung möglich, dass die eigene Weltsicht nicht die einzige, sondern nur eine unter anderen, möglicherweise gleichwertigen, ist. Durch solch eine Einsicht wird die eigene Weltsicht flexibel.

nach Klafki:

    … ein differenziertes gesellschaftliches Problembewusstsein zu erlangen, das – wenn es gelingt – zu einer Flexibilisierung des Selbst- und Weltbezuges führt.
    Zentrale Fähigkeiten, die Bildung ausmachen sind
  • „Die Fähigkeit zur Selbstbestimmung über die eigenen, persönlichen Lebensbeziehungen und Sinndeutungen zwischenmenschlicher, beruflicher, ethischer, religiöser Art«
  • „Die Mitbestimmungsfähigkeit, insofern jeder Anspruch, Möglichkeit und Verantwortung für die Gestaltung unserer gemeinsamen gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse hat«
  • „Die Solidaritätsfähigkeit, insofern der eigene Anspruch auf Selbst- und Mitbestimmung nur gerechtfertigt werden kann, wenn er nicht nur mit der Anerkennung, sondern mit dem Einsatz für diejenigen verbunden ist, denen sich solche Selbst- und Mitbestimmungsmöglichkeiten auf Grund gesellschaftlicher Verhältnisse, Unterprivilegierung, politischer Einschränkungen oder Unterdrückungen vorenthalten oder begrenzt werden.«

nach Hans Margolius:

… nicht Wissen, sondern das Interesse am Wissen.

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Ausbildung

Ausbildung bedeutet…

in der öffentlicher Diskussion:

… die Erzeugung bestimmter beruflicher Fähigkeiten und Kompetenzen.

aus erziehungswissenschaftlicher Sicht:

… wissensbezogenes oder auch praktisches, auf Können abzielendes Lernen.

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Viabilität

Der Begriff der

Viabilität

    entstammt dem radikalen Konstruktivismus und bedeutet zunächst gangbar, passend, brauchbar, funktional.
    An Stelle des Begriffs der Wahrheit von wissenschaftlichen oder objektiven Theorien setzt v. Glasersfeld die Viabilität, welche die Gangbarkeit oder Brauchbarkeit eines Weges zur Lösung eines selbst gewählten Problems bezeichnet, man sich dabei aber bewusst ist, dass es auch viele andere brauchbare, gangbare Wege gibt.

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Verständnisse von Erkenntnis und Wissen

Der Skeptiker

(gr. skeptikós Ausschau haltender, Untersuchender)

    glaubt, dass niemand je im Stande sein wird, die eigene Wahrnehmung zu verifizieren, da der ontologische Gegenstand eben immer durch die Sinne des Wahrnehmenden selbst bestimmt wird und somit nicht von dem ontischen Gegenstand zu trennen ist.
    Einzige Aufgabe des Menschen kann daher nur sein, sich durch Erkenntnis und Forschung der ‚ÄûWahrheit« möglichst weit anzunähern.

Ich weiß nur, dass ich nichts weiß!

Der Solipsist

(lat. solus allein, ipse selbst: nur ich selbst oder das Selbst allein)

    löst dieses Dilemma indem er glaubt, dass nur das eigene Ich wirklich existiert, während die Außenwelt und andere fremde “Ichs” keine eigene Existenz darstellen, also nur in seiner Vorstellung existieren.

Nur ich weiß!

Der Realist

    meint, dass die Welt ‚Äûwirklich erkennbar« ist, also unsere Erkenntnisse prinzipiell mit ontischen Objekten zu tun haben können in einer für alle Beobachter identischen Welt.

Ist es für mich und andere real, dann wissen wir wohl!

Der Instrumentalist

    kümmert sich nicht um die Frage nach der Existenz der ontischen Welt. Er vertritt die Auffassung, wissenschaftliche Theorien seien nichts weiter als Werkzeuge. Die ontologische Welt reicht ihm.

Kann ich, dann weiß ich!

Der Konstruktivist

    konstruiert sich seine, zu vielen anderen parallel existierende, Wirklichkeit aus seinen Erfahrungen mithilfe der heuristischen Methode des ‚ÄûTrial and Error« (altgr. heuriskein (auf-)finden, entdecken).

Kann ich etwas, dann weiß ich etwas mehr!

Der radikale Konstruktivist

    (v. Glasersfeld) unterscheidet sich in seiner Sicht von anderen Konstruktivisten deutlich.
    Die Kernaussage des radikalen Konstruktivismus ist, dass eine Wahrnehmung niemals ein Abbild der Realität liefert, sondern immer eine Konstruktion aus Sinnesreizen und Gedächtnisleistung eines Individuums ist.
    Deshalb ist Objektivität im Sinne einer Übereinstimmung von wahrgenommenem (konstruiertem) Bild und Realität unmöglich. Ausnahmslos jede Wahrnehmung ist subjektiv. Darin besteht die Radikalität.

Das Wissen gibt es nicht, sondern nur viabiles Wissen!

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Ontik vs. Ontologie

(gr. on Wesen, logos Lehre)

Die ontische Ebene ist die des phänomenalen Seins an sich,

die ontologische Ebene ist die der Untersuchung des Seins.

(nach Heidegger)

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