Die Frage ob Medien eine Rolle beim Sozialisationsprozess eines Menschen spielen, scheint in unsere heutigen Gesellschaft mehr als überflüssig.Aber wer denkt, dass dieses Thema erst jetzt an Relevanz gewonnen hat, der irrt sich. Diese Diskution findet seit ein paar Jahrhunderten statt, aber erst jetzt im Zeitalter des Internets ist es präsenter denn je.
Der Text von Stefan Aufenanger spricht die Problematik ”Mediensozialisation” ohne eine negative Konnotation zu definieren an und welchen Einfluss Medien in diesem Prozess der Vergesellschaftung haben. Dieses wird in drei verschiedene Ansätze klassifiziert:
1. Medien wirken auf Menschen: Hier haben die Medien grossen Einfluss auf die Menschen. Dies wird aber in einem negativen Kontext gesehen.
2. Menschen sind Medienkompetent und selektieren das Angebot: In diesen Fall wird der Mensch als aktiver Nutzer gesehen, der sich bewusst ist, was er konsumiert und wird dadurch nicht zum Opfer der Medien.
3. Menschen und Medien interagieren miteinander und Einflüsse müssen in diesem Wirkgefüge gesehen werden: In diesen Fall wird der Einfluss der Medien als positiv angesehen dadurch das Menschen sich mit manchen Charakteren identifizieren (z.B. Figuren aus Fernsehprogrammen) und so ihre Probleme Lösen können.
Der letzte Ansatz, ist der weiterführende Gedanke der Mediensozialisation und wird als Medienkompetenz bezeichnet. Die Medienkompetenz ist somit die Fähigkeit, dass sich Menschen in einer aktiven und verantwortungsvollen Art und Weise mit der Nutzung von Medien auseinandersetzen.
Weiterhin unterteilt er den Begriff der Mediensozialisation wie folgt:
- Die ‘Wirkungsperspektive’ die sich mit dem Einfluss des Fernsehens auf Kinder beschäftigt.
- Der ‘medienökologische Ansatz’, der besonders den Umgang der Familie des Kindes mit den Medien fokussiert.
- Der ‘aneignungstheoretische Ansatz’, der davon ausgeht, dass Medieninhalte durch die aktive Auseinandersetzung mit diesen in das eigene Leben integriert werden.
- ‘Die Strukturanalytische Rezeptionsforschung’, die sich mit der Medienrezeption im familiären Alltag beschäftigt und die
- Selbstsozialisation mit berücksichtigt, bei der die Jugendlichen Medien nicht passiv sonder aktiv nutzen.
Das Problem bleibt die große Vielfältigkeit der Medien, die es verhindert, eine allgemein gültige Theorie zu entwickeln und damit in der Praxis zu einseitigen Ansichten führt. Dieses stellt für Aufenanger einen wichtigen Kritikpunkt dar. Weiterhin bemängelt er, dass die medienpädagogischen Forschung sich nur unzureichend mit der Mediensozialisation beschäftigt hat obwohl diese einen wichtigen Bestandteil der Medienpädagogik darstellt.