Reflexion 3

So, nach langer Arbeit steht das Konzept.

Während der Konzepterarbeitung habe ich versucht an möglichst viel Faktoren der Portfolioarbeit zu denken. Einige anfängliche Überlegungen, wie das klein Anfangen mit der Portfolioarbeit, habe ich verworfen. Das Problem in der Beziehung ist für mich, dass bei einem kleinen und kurzen Portfolioprpjekt kaum ein Portfolio entstehen kann. Jedenfalls nicht in Zusammenhang mit Lernumgebungen.

In der Arbeit am Konzept und in der Unterhaltung mit meiner Freundin entstanden immer wieder Fragen, die noch nicht beantwortet waren. Daher gehe ich davon aus, dass auch jetzt noch viele Fragen zu klären sind, bevor man das Konzept in der Schule ausprobieren kann. Viele dieser Fragen werden auch erst in der Organisation des Projektes entstehen. Ein Grundgerüst ist aber geschaffen.

Meinen kritischen Anmerkungen zum Thema Portfolio konnte ich aus Zeitgründen nicht nachgehen. Deren Behandlung halte ich aber noch immer für sinnvoll um nicht mit einer Idealvorstellung von Portfolioarbeit in die Schule zu gehen. Auch den Abgleich mit den contraPunkten konnte ich noch nicht realisieren.

Insgesamt habe ich dennoch sehr viel für mich mitgenommen und die richtigen Quellen kennengelernt um die Methode Portfolio anleiten zu können.

Wochenplan (Entwurf)

Name Monatg Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag
Das habe ich heute geschafft
Folgende Inhalte kommen in mein Portfolio

Arbeitsplan 3

Arbeitsplan Portfoliostunde KW 43 Portfoliostunde KW 44 Portfoliostunde KW 45 Portfoliostunde KW 46 Portfoliostunde KW 47
Thema: Lernumgebungen zur Geometrie Lernumgebungen zur Geometrie Lernumgebungen zur Geometrie Lernumgebungen zur Geometrie Lernumgebungen zur Geometrie
Das habe ich heute geschafft:          
Fortbildung 1/2/3/4 besucht?          
Heute habe ich präsentiert.          
Ich habe heute ein Entwicklungsgespräch geführt?          
Folgende Inhalte kommen in mein Portfolio          
           

Arbeitsplan 2

Arbeitsplan Portfoliostunde KW 36 Portfoliostunde KW 37 Portfoliostunde KW 38 Portfoliostunde KW 39 Portfoliostunde KW 42
Thema: Lernumgebungen zum Sachrechnen Lernumgebungen zum Sachrechnen Lernumgebungen zum Sachrechnen Lernumgebungen zum Sachrechnen Lernumgebungen zum Sachrechnen
Das habe ich heute geschafft:          
Fortbildung 1/2/3/4 besucht?          
Heute habe ich präsentiert.          
Ich habe heute ein Entwicklungsgespräch geführt?          
Folgende Inhalte kommen in mein Portfolio          
           

Arbeitsplan 1

Arbeitsplan Portfoliostunde KW 31 Portfoliostunde KW 32 Portfoliostunde KW 33 Portfoliostunde KW 34 Portfoliostunde KW 35
Thema: Lernumgebungen zur Arithmetik Lernumgebungen zur Arithmetik Lernumgebungen zur Arithmetik Lernumgebungen zur Arithmetik Lernumgebungen zur Arithmetik
Das habe ich heute geschafft:
Fortbildung 1/2/3/4 besucht?
Heute habe ich präsentiert.
Ich habe heute ein Entwicklungsgespräch geführt?
Folgende Inhalte kommen in mein Portfolio

Das Konzept

Portfoliokonzept – Lernumgebungen

– Portfolio und Lernumgebungen im Mathematikunterricht –

1 Warum sich Lernumgebungen besonders für Portfolioarbeit eignen

In vielen didaktischen und pädagogischen Grundlagen weisen die Arbeit mit Lernumgebungen und die mit Portfolios Ähnlichkeiten auf. Sie sollen an dieser Stelle nur in kurzen Sätzen oder Stichpunkten benannt werden.

Beiden Konzepten liegt eine konstruktivistische Grundposition zugrunde. Das bedeutet, dass sowohl bei der Arbeit mit Portfolios, als auch bei der Arbeit mit Lernumgebungen aktiv-entdeckendes Lernen, soziales Lernen und selbstbestimmtes Lernen gefordert und gefördert wird. Auch die Rolle der Lehrkraft ist in beiden Unterrichtskonzepten dieselbe. Der Lehrer braucht eine hinreichende Diagnosekompetenz um die Arbeiten der Schüler entsprechend erkennen und würdigen zu können und die Schüler in Gesprächen zu weiteren Lernfortschritten zu bringen. In beiden Konzepten besteht außerdem die Notwendigkeit einer Balance zwischen eigenverantwortlich organisiertem und lehrergeleiteten Phasen des Lernens. Es müssen in „Schülerfortbildungen“ zunächst die Grundlagen gelegt werden, damit selbstständiges Lernen in der Folge erst stattfinden kann. Dazu muss die Lehrkraft beiden Lernphasen Raum geben und über eine fundierte Kenntnis der jeweiligen Sachlage verfügen. In weiteren Punkten ist die Ähnlichkeit zwischen beiden Konzepten ebenfalls zu sehen. Die Gemeinsamkeiten werden nun Stichwortartig benannt.

  • Anerkennungskultur: Schülerleistungen positiv bewerten und als konstruktive Beiträge nutzen
  • Öffnung des Unterrichts: Beide Konzepte setzten auf natürliche Differenzierung und auf Kompetenzerwerb

→ Was läge da näher, als der Versuch der Integration von Lernumgebungen in ein Portfolioprojekt.

2 Das Konzept

2.1 Die Rahmenbedingungen

2.1.1 Die Schule und das Kollegium

Die Schule in der die Portfolioarbeit stattfinden soll, ist eine gewöhnliche staatliche Grundschule, ohne besondere Extraausstattung. Sie befindet sich in Hamburg Altona. Der Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund beträgt etwa 50 %. Die Lehrerschaft ist in zwei größere Gruppen gespalten. Die eine Gruppe besteht aus Lehrern, die sehr traditionell arbeiten und sich von neuen Methoden nicht irritieren lassen. Diese Gruppe besteht aus älteren Lehrkräften, es gibt aber auch einige jüngere unter ihnen.

Die zweite Gruppe besteht vorwiegend aus jüngeren Lehrkräften und wenigen sehr engagierten älteren Lehrern. Diese Gruppe ist an Portfolioarbeit interessiert und will diese Methode im kommenden Schuljahr begleitend zum Unterricht einführen.

2.1.2 Der Plan

Eine Lehrkraft hat sich im Vorfeld intensiv mit dem Thema vertraut gemacht und den anderen in einer eigens dafür angesetzten Konferenz davon berichtet und Literatur zur Einarbeitung verteilt. Da die Konferenz freiwillig war, ist nur der engagierte Teil des Kollegiums erschienen.

Damit die Lehrkräfte sowohl fachspezifische als auch allgemeine Themen der Portfolioarbeit mit anderen Kollegen besprechen können, teilen sich immer drei Lehrkräfte einem Fach zu. Die insgesamt neun Lehrkräfte teilen sich in drei Gruppen ein. Jede Gruppe möchte versuchen im kommenden Schuljahr in einem Fach begleitend zum Unterricht, Portfolioarbeit zu organisieren. Eine Gruppe einigt sich auf das Thema Mathematik. Andere dreier Gruppen versuchen sich an anderen Fächern. In diesem Beitrag soll nun die Mathe-Gruppe näher betrachtet werden.

2.1.3 Raumordnung für Portfoliostunden

Die Lehrergruppe hat für die Portfoliostunden zwei nebeneinander liegende Klassenräume zur Verfügung. Diese Klassenräume sind über einen zwischen liegenden, kleineren Raum miteinander verbunden. Das bedeutet, dass effektiv drei Räume unterschiedlicher Größe für die Arbeit zur Verfügung stehen. Da ein Teil der Arbeit auch außerhalb der Räume stattfinden soll, können die einzelnen Räume jeweils für bestimmte Arbeitsschritte genutzt werden. So dient der kleine zwischen liegende Raum, indem weitestgehend Ruhe herrscht, der Einzelarbeit. Das vom Flur aus gesehen links liegende Klassenzimmer ist für Gruppenarbeiten gedacht und wird dementsprechend mit unterstützenden Utensilien ausgestattet. Zwischenpräsentationen und Klassenkonferenzen werden ebenfalls im Gruppenarbeitsraum durchgeführt. Das rechts liegende Klassenzimmer dient den Entwicklungsgesprächen, welche in dem Schuljahr jeder Schüler regelmäßig mit Lehrkräften oder anderen Schülern führen soll. Die Entwicklungsgespräche finden in der Sofaecke statt. Der Rest des Klassenraums dient der Arbeit an den individuellen Portfolios. Es befinden sich demnach sowohl Computer als auch Bastelmaterial für die Schüler in dem Raum.

2.1.4 Organisationsform

Das übergeordnete Thema der Portfolioarbeit ist die Mathematik der vierten Klasse. Hierzu werden wöchentlich 3 Mathematik-Doppelstunden im Unterricht verschiedene Lernumgebungen nach Ueli Hirt/Beat Wälti (2008),  Hengartner/Hirt/wälti (2010), Nührenörger/Pust (2006) bearbeitet. Die Lernumgebungen enthalten eine Fülle verschiedener Aufgabenstellungen, aus denen die Schüler zu einem vorgegebenen Überthema, ihren eigenen Interessen nach wählen können. Außerdem gibt es einen Arbeitsplan. Dieser regelt die Häufigkeit in denen die Schüler Fortbildungen besuchen, Entwicklungsgespräche mit einer Lehrkraft führen und Ergebnisse präsentieren. Verpflichtend müssen alle Schüler über das Halbjahr vier Fortbildungen besuchen, 3 Entwicklungsgespräche führen und zu jedem Überthema eine Zwischen- und eine Endpräsentation halten. Im Arbeitsplan werden diese Leistungen von den Lehrern eingetragen. Des Weiteren gibt es einen Wochenplan, welcher die Inhalte und Ergebnisse jedes einzelnen Tages dokumentiert.

2.2 Portfolioarbeit

2.2.1 Die Einführung

Da die beiden vierten Klassen die Arbeit mit Lernumgebungen bereits kennen, finden Schülerfortbildungen lediglich zum Thema Portfolioarbeit statt.

Ablauf: Die Fortbildungen verlaufen in der Regel nach dem Prinzip, dass über gezielte Fragen der Lehrpersonen, die Kinder auf Möglichkeiten kommen sollen, wie ein Problem behandelt werden könnte. Im Anschluss ergänzen die Lehrkräfte die Schülersammlungen um weitere Ideen und lassen diese von Schülerseite kommentieren. Alle Lösungsmöglichkeiten werden dann auf Plakaten zusammengefasst und für die Schüler jederzeit einsehbar im Gruppenraum aufgehängt. Die erste Fortbildung behandelt die Frage: Auf welche Weise können wir die Arbeitsergebnisse aus unseren Lernumgebungen sammeln und aufbewahren? Hierüber sollen die Kinder auf mögliche Formen von Portfolioprodukten nachdenken. In weiteren Fragen wird behandelt, welche Inhalte in der Sammlung sein sollten und wozu so eine Sammlung eigentlich gut sein kann. Außerdem wird der Umgang mit dem Arbeitsplan erklärt.

2.2.2 Fortbildungen und Entwicklungsgespräche

Fortbildungen finden immer in Gruppen mit höchstens zehn Personen statt, damit intensives und konzentriertes Arbeiten leichter fällt. In einer Woche werden so mehrere Fortbildungen zum selben Thema angeboten, damit alle Schüler diese wahrnehmen können.

Weitere Fortbildungen, welche über das Halbjahr verteilt stattfinden behandeln Themen wie:

Fortbildung 2 (regelmäßig): Zu Beginn von jedem neuen Überthema werden die zur Wahl stehenden Lernumgebungen in Sechsergruppen erklärt, ausgiebig besprochen und die Aufgaben auf Plakaten festgehalten. Je sechs Kinder kennen sich dann in einer Lernumgebung aus und werden zu Experten. In einem anschließenden Gruppenpuzzle finden sich jeweils zwei Kinder einer Gruppe mit weiteren zwei Kindern einer anderen Gruppe zusammen und präsentieren sich gegenseitig ihre Lernumgebungen. Dies geschieht insgesamt zwei Mal, so dass alle Schüler drei Lernumgebungen kennen lernen. Damit jeder Schüler die Möglichkeit bekommt, sich jeder Lernumgebung widmen zu können, kann er sich im Laufe der fünf Wochen eines Themas über die Plakate informieren und an die dort genannten Experten wenden.

Fortbildung 3: Wie präsentiere ich Ergebnisse mit Hilfe meiner Sammlung? Wie gebe ich Rückmeldung/Feedback zu präsentierten Ergebnissen?

Der individuellen Beratung dienen die Entwicklungsgespräche, welche die Schüler mit den Lehrern führen sollen. Hier werden speziell die Portfolios besprochen, die die Kinder anfertigen.

2.2.3 Präsentationen

Am Ende jeder Woche stehen Präsentationen an. Diese werden in den zwei Klassenräumen getrennt gehalten. Hierbei wird darauf geachtet, dass die Gruppenzusammensetzung Lerninhalte aus möglichst vielen verschiedenen Lernumgebungen beinhaltet. Dies soll dazu dienen, bei Schülern das Interesse an einer Lernumgebung zu wecken, welche er oder sie noch nicht kennt. Hilfreich kann hierbei für viele Schüler die Fortbildung „Präsentieren“ sein. Am Ende des Schuljahres findet eine Ausstellung statt, welche von den Eltern besucht wird. Die Ausstellung beinhaltet die fertigen Portfolios, Fotos von den Arbeiten an den Portfolios und Basteleien, die im Zuge der Arbeit an den Lernumgebungen entstanden sind. Des Weiteren dürfen die Portfolios entweder mit nach Hause genommen werden (Ende 4. Schuljahr) oder sie werden der Schulbibliothek zur Verfügung gestellt.

2.2.4 Klassenkonferenzen

Jeden Mittwoch dient eine dreiviertel Stunde der Klassenkonferenz. Hier werden angefallene Probleme diskutiert und Raum für Schüleranregungen gegeben.

2.2.5 Arbeitsformen

Die Arbeitsformen sind vielfältig. Je nach Lernumgebung wird gebastelt, gerätselt, gerechnet und so weiter. Dazu haben die Schüler die Möglichkeit sich für einzelne Aufgaben in Gruppen, mit einem Partner oder allein zu arbeiten. Die Wahl des Arbeitsortes bestimmt sich durch die Art der Aufgabe. Einige Lernumgebungen erfordern es den Klassenraum zu verlassen und Daten außerhalb der Klasse zu erheben. Dies kann das Schulgebäude selbst sein, oder bestimmte Räume, wie die Bibliothek, der Schulhof oder ein Computerraum. Es liegt an den Lehrpersonen Lernumgebungen auszusuchen, die die Arbeit außerhalb des Klassenraumes erfordern.

2.2.6 Bewertung

Da das Portfolio ein Prozessportfolio ist geschieht die Bewertung des Portfolios indirekt. Es gibt zu jedem Block eine Abschlussarbeit, welche von allen Schülern geschrieben wird. Die Arbeit setzt sich aus verschiedenen Aufgaben zusammen, welche eine große Nähe zu Aufgaben aus den bearbeiteten Lernumgebungen aufweisen. Die Schüler können dann aus einer Auswahl von Aufgaben diejenigen heraussuchen und bearbeiten, die ihnen gut liegen. In den Arbeiten dürfen die eigenen Portfolios zur Unterstützung genutzt werden. Für die Klausuren werden 1,5 Zeitstunden angesetzt. Sie sollen aber für maximal 45 Minuten konzipiert sein. Hierdurch können langsamere Schüler in ihrem Tempo arbeiten. Diese Form der Lernkontrolle hat den Vorteil, dass die Lernsituation klar abgegrenzt wird von der Prüfungssituation. Hierdurch können die Kinder innerhalb der Lernphasen bedenkenlos Fehler machen und Hilfe einfordern. Sie müssen nie das Gefühl haben unter kritischer Beobachtung zu stehen.

3 Lehrerorganisation

Die drei Lehrer haben folgende Aufgaben (ungeordnet):

  • Lernumgebungen organisieren und Schülergerecht aufbereiten
  • einen ständigen Überblick über die Arbeit der einzelnen Schüler behalten. Über den Arbeitsplan und den Wochenplan
  • Vertrauen in die Schüler haben und sie arbeiten lassen
  • Klassenarbeiten organisieren, die in großer Ähnlichkeit zu den Lernumgebungen stehen und jede Lernumgebung mit einbeziehen.
  • Fortbildungen organisieren: Jeder Lehrer übernimmt eine oder zwei, so muss nicht jeder alles können.
  • die Einteilung der Entwicklungsgespräche organisieren. Jeder Lehrer am besten ein Gespräch mit jedem Schüler
  • Viele Dinge mit den Schülern aushandeln und die Ergebnisse im Klassenraum sichtbar machen (Transparenz)

 

 

Reflexion 2

Nur kurz:

Die Relexion 1 hat mir soeben geholfen meine Gedanken zu ordnen um jetzt mit der Arbeit fortzufahren. Vorher wusste ich nicht so richtig weiter.

Na wer sagts denn…

Ne Pause mach ich trotzdem vorher!

Reflexion 1

So, es ist Zeit für eine erste Reflexion.

            1. zu Anfang habe ich über eigenes Nachdenken eine Definition zu „Portfolio“ geschrieben, die, wie ich finde, gar nicht so schlecht ist. Dennoch wusste ich zudem Zeitpunkt nicht, was alles dazu gehört, wenn man Portfolioarbeit plant. Bedeutet also, dass ich glaubte zu wissen, was „Portfolio“ ist, effektiv aber keine Ahnung hatte was dazu gehört.
            2. In der Folge habe ich die Seminartexte gelesen um mir ein genaueres Bild vom Thema „Portfolio“ zu machen. Dazu zählen besonders die Text von Häcker und Winter zu den verschiedenen  Arten von Portfolios.
            3. in den Seminarsitzungen habe ich die Kommentare und Beiträge, die mir sinnvoll erschienen, gasammelt und in meinem Blog veröffentlicht. Besonders der Artikel „contra“, welcher die Gefahren von Portfolioarbeit aufzeigt, soll mir als Abgleich für mein eigenes Konzept dienen. Anhand der aufgeführten Punkte hoffe ich zu sehen, welche Chancen auf Erfolg ich für mein Konzept erwarten darf.
            4. Meine ersten Gedanken zu einem Konzept entstanden daraufhin. Ob es bei diesem Konzept bleibt ist bis jetzt fraglich, da ich noch nicht weiter darüber nachgedacht habe. Eine Frage, die ich mir selbst immer wieder stellte, formulierte ich im selben Artikel. Nämlich: Wie realistisch sind die Beispiele, die wir in den Texten, im Internet usw. zu sehen bekommen und welche überhöhten Vorstellungen von Portfolioarbeit resultieren daraus bei mir. Denn, alle Beispiele sind ausnahmslos von guten Schülern und stellen daher nur einen vesrchwindend geringen Anteil von Portfolios dar. Kann ja auch sein, dass der ganze Rest eher Mist ist… Deshalb kam mir die Idee, anhand von empirischen Studien, dieser Frage nachzugehen. Ob ich noch dazu komme, weiß ich nicht.
            5. In einer Sitzung habe ich einen Fragenkatalog aus verschiedenen Hinweisen aus dem Seminar zusammengestellt. Dieser soll mir bei der Konzeptentwicklung und Konzeptüberprüfung helfen.
            6. Später habe ich den Text von Inglin gelesen. Dieser Text habt mir insofern weitergeholfen, als dass ich versuchen werde durch ihn eine Struktur in mein Portfoliokonzept zu bringen.
            7. Der Plan für die nächsten Tage wird sein, dass ich eine Entscheidung treffe bezüglich des Unterrichtsfaches, des Inhalts um dann anhand der beschriebenen Texte eine vernünftige Struktur aufzubauen. Des Weiteren werde ich versuchen über die zehn Fragen von Brunner den Inhalt zu organisieren. Damit das Konzept eine gute Chance hat, in der Schule zu bestehen, werde ich, wie angesprochen, das fertige Konzept an den beschriebenen Materailien prüfen.

                Rahmenbedingungen und Modelle nach Oswald Inglin

                Weisheiten

                • Überstürzt eingeführte Portfolioarbeit geht schief. Es führt dazu, dass das Modell abschreckend wirkt und in Ungnade fällt
                • Portfolioarbeit braucht ein günstiges, weitgehend vorbereitetes Umfeld sowie ein sorgfältiges Ressourcenmanagement für die Lehrkraft

                Rahmenbedingungen

                Das Rahmenmodell für Portfolioarbeit; von außen nach innen:

                • Curriculare Voraussetzungen —> Differenzierter Lehrplan mit definierten Methodenkompetenzen vom Kollegium gelebt// alle ziehen am selben Strang
                • Organisationsform —> Bildung von Lektionenpoolsund Projektgefäßen/Wochenplan// offene Lernphasen, vuiel Zeit zum selbstständigen Lernen geben, ABsprache mit Kollegen
                • Raumordnung —> Portfolio-Zimmer/ Schreib- und Lesezentren/ Lernateliers/ Mediothek// Arbeit über den Klassenraum hinaus in Mediotheken, Bibliotheken, Portfolioräumen
                • Lehrkräfte —> Präsenszeitmodell/ Lehrer-Tandems/ Expertentum (externe Fachleute)// Lehreranwesenheit organisieren
                • Portfolio (Wertschätzung und Bewerteung) —> reflexive Praxis ist bewertungsrelevant (muss aber von allen gemeinsam entwickelt und festgelegt sein)// keine Note für das ganze Portfolio vergeben, vielmehr das Portfolio als Grundlage und Hilfsmittel für Klassenarbeiten, Vorträge und andere Leistungsnachweise nutzen lassen
                • Präsentation —> Portfolio muss einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Gerade für Arbeitgeber, weiterführende Schulen also potentielle Abnehmer der Schüler ist ein Portfolio interessant.

                Konsequenzen für den Unterricht

                Wie wird die Portfolioarbeit in den Unterricht integriert?

                Zentrifugalmodell, Zentripetalmodell nach Oswald Inglin

                Quelle: http://edublog.me/andrea/files/2011/09/Modelle.jpg //Entnommen am 23.12.2011;18:23

                • Parallelmodell kommt ausökonomischen Gründen nicht in Frage
                • Das Einheitsmodell könnte aus stringenten Lehrplanvorgaben nicht überall problemlos durchgeführt werden
                • Das Zentrifugalmodell hat sich als ideal erwiesen und kann mit Elementen des Zentripetalmodells ergänzt werden: Beispielhaft wird ein Thema im Regelunterricht behandelt. Alle Methoden der Themenbearbeitung werden hierbei ausführlich geübt und den Schülern an die Hand gegeben. Mit diesem Handwerkszeug können die Schüler in ihren Portfolios nun weitere Themen erarbeiten und selbstständig vertiefen. Der Lehrer bestimmt hierbei den Umfang und die Abgrenzung der zu wählenden Themen. Die Konzeptentwicklung übernimmt der Schüler, spricht sie aber mit dem Lehrer ab.

                10 Punkte zur Konzeptentwicklung (nach Ilse Brunner)

                1. Der Zeitraum (klein anfangen)

                • beim ersten Versuch von Portfolioarbeit sollte ein übersichtlicher Zeitraum und eine klar begrenzte Aufgabe gewählt werden
                • die Schüler wählen eigenständig eine Forschungsfrage als Kern eines vorgegebenen Themas
                • auf Beurteilung durch Noten verzichten und viele Freiräume lassen = wirkt Motivationsfördernd
                • bei späteren Portfolioarbeiten  kann der Zeitraum beliebig vergrößert werden

                2. Vier Möglichkeiten der Integration des Portfolios in den Unterricht

                • arbeiten die Schüler in verschiedenen Wissensbereichen selbstständig vertiefend oder erweiternd, dann kann das Portfolio parallel zum Unterricht die Lernfortschritte der Schüler dokumentieren
                • in punktuellen Portfoliostunden können die Schüler ARbeiten vorstellen, sich Rückmeldung dazu abholen, die Arbeiten verbessern und überarbeiten, mit Selbstreflexionen versehen und in das Portfolioeingliedern
                • zum Kompetenztraining können Portfolios von allen nach der selben Methode aber zu individuellen, persönlich relevanten Themen gestaltet werden.
                • das Portfolio dokumentiert den Erwerb von im Lehrplan vorgegebenen Kompetenzen. Der ganze Unterricht orientiert sich dann an der Erstellung und AUswertung der Portfolios
                • Anmerkung: Eine Abwechslung der Einbettung in den Unterricht könnte sinnvoll sein.

                3. Ziele der Portfolioarbeit

                • Denk- und Lernprozesse exemplarisch belegen
                • Lernfortschritte, Erwerb von Kompetenzen und Erreichen von Standards dokumentieren
                • Schüler machen sich Gedanken über die Qualität ihrer Lernprodukte. Reflexion für ein tieferes Verständnis.
                • Bewusstmachung der eigenen Stärkenund Talente. Systematische Weiterentwicklung dessen.
                • Portfolio als Leistungsdarstellung , Basis für Diagnose und Prüfung, alternative Leistungsbeurteilung

                4. Grundhaltung bei Portfolioarbeit

                • Grundvertrauen entgegen bringen, jeder einzelne ist lernfähig. Schüler sollen ihren eigenen Fähigkeiten vertrauen. Über Unsicherheiten sprechen.
                • Mit Wahlmöglichkeiten verantwortlich umgehen. Lernziele gemeinsam erarbeiten. Hilfestellung zur Selbstständigen Arbeit geben.
                • Auf eigene Stärken aufbauen. Begabungen bewusst werden lassen und nutzen.
                • Über das eigene Lernen reflektieren. Zeit für Reflexion einplanen und das reflektieren üben. Nutzt der Transformation des Wissens
                • Qualität der eigenen Arbeit einschätzen.  Qualitätskriterien entwickeln lassen und transparent halten. Eigene Arbeit bewerten, um stolz drauf sein zu können.

                5. Gestaltung des Unterrichts

                • Grundvoraussetzung für Portfolioareit ist der regelmäßige Einsatz von offenen Lernformen
                • Unterricht in großen Themenbereichen für jeweils einige Wochen (wesentliche Kernziele des Lehrplans, Themenbereiche weit abstecken, dass jeder Schüler persönlichen Bezug dazu findet )in einer groben Jahresplanung festhalten
                • Jahresplanung ab der 3.Klasse nit den Schülern auf Basis des Lehrnplans gemeinsam entwicklen. Dazu zählen Themenbereiche, Lernziele (Grobziele) und Lernprodukte, die zu erstellen sein werden.
                • Eine Liste von Ressourcen erstellen, die die Schüler während der Arbeit nutzen können.

                6. Benotung der Porfolios

                • Alle Kriterien in einem Qualitätsraster (gut, mittel, schlecht) mit den Schülern vorher festlegen.
                • Portfolios können jederzeit überarbeitet und zur Durchsicht abegegeben werden. Erst ein letzter vereinbarter Abgabetermin beendet die Arbeit.

                7. Kollegen, Schüler und Eltern auf Portfolioarbeit vorbereiten

                • Im Kollegium bei erwarteter gegenwehr die Portfolioarbeit erst vorstellen, wenn bereits Ergebnisse vorliegen, die vorzeigbar sind. Wenn möglich eine Gruppe zusammenbekommen
                • Schüler: Selbstständiges Arbeiten, Selbstreflexion (alle Grundfertigkeiten) müssen Trainings geübt und in Gesprächen thematisiert werden.
                • Eltern: Vor Beginn der Arbeit, den Eltern per Brief oder an einem Elternabend die Theorie der Portfolioarbeit vorstellen und mit Beispielen belegen. Kollegen zur Unterstützung einladen.

                8. Wie sehen Portfolios aus, wie sind sie untergebracht?

                • Es gibt keine feste Regel für das Aussehen von Portfolios.
                • Es eignen sich Ordner (Oberstufe), Kästen (bei Bastelein), große Mappen, je nach größe des Inhalts.
                • Die Portfolios sollten in der Schule aufbewahrt sein, damit die Schüler in Freizeiten immer schnell an das Material kommen = kein ungewollter Leerlauf

                9. Portfoliogespräche planen

                • Portfolios werden nur so gut, wie die Gespräche, die darüber geführt werden.
                • Gespräche zwischen Schülerinnen und Schülern initiieren. Aber auch zwischen Schülern und Eltern und Schüler und Lehrer.
                • Gespräche geben neuen Input im Sinne von Meinungen, Überzeugungen. Das führt zu Selbstreflexion
                • Unterstützend können Formblätter zur Selbsteinschätzung und Rückmeldung sein
                • Zweck der Gespräche muss klar sein und und der Zweck sollte das Vorgehen im Gespräch leiten.

                10. Begeisterung halten

                • Positives Akzentuieren, Begabungen und Talente ansprechen, Wahlmöglichkeiten bieten, Refexionsphasen einbauen, Leistungen anerkennen und zur Austellung/Präsentation bringen
                • private und individuelle Anerkennung organisieren. Liste führen, möglichst viele Entwicklungen wahrnehmen und loben, niemanden auslassen

                 

                 

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