•• Powerplay 2009

Multilayered and situated Identities – Abbau von religiösen und ethnischen Stereotypen

In Kooperation mit der Arbeitsstelle Interkulturelle Bildung / Uni Hamburg
Gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung, Hamburg

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HASAN & HUSAIN ESSOP

WORKSHOP UND AUSSTELLUNG
21 – 29 NOV 2009

Hasan und Husain Essop, Pit Bull fight, Athlone, 2009

„They are making very important commentaries on and putting into question
youth sub-cultures; they are cutting into obsessions and anxieties about
aspects of religious practice, and at the same time they point
to a contemporary faith in consumption.“
Prof. Shamil Jeppie / Universität Kapstadt

Die Ausstellung der Exponate Hasan und Husain Essops wurde am 20. November in der Galerie 102 in der Marktstraße 102 eröffnet. Der Ausstellungsabend  begann mit Eröffnungsreden von Hasan und Husain Essop, sowie Prof. Dr. Gordon Mitchell (Universität Hamburg) und Prof. Dr. Abdulkader Tayob (Universität Kapstadt). Die gelungene Atmosphäre ermöglichte einen regen Austausch über die Exponate, der zu vielen neuen Ideen anregte und allen Beteiligten einen angenehmen Abend bereitete. Nicht nur das Publikum des Eröffnungsabends, sondern auch die weiteren Ausstellungsbesucher der nächsten Tage kamen aus den unterschiedlichsten Bereichen.

*Powerplay WORKSHOP mit Hasan und Husain Essop

Für junge Kreative mit mehreren Ichs

21./22.11. und 28./29.11.2009 in Hamburg

Ein kreativer Workshop für all diejenigen, die eigene Erfahrungen mit dem Leben in mehreren Ländern, Sprachen und Kulturen haben! Wie jongliert IHR kreativ mit EUREN doppelten und dreifachen Identitäten? Wie können wir mit negativen Stereotypen umgehen und sie möglicherweise verändern?

An 4 Tagen mit den Künstlern Hasan und Husain Essop sich selbst oder andere fotografisch inszenieren und Bilder bearbeiten. Ihr solltet Lust am Fotografieren haben und euch auf diese Art über euer Leben zwischen mehreren Stühlen ausdrücken wollen. The main language will be English.

Ergebnisse der Workshops

Bei dem Workshop nahmen 18 Jugendliche und junge Erwachsene aus Hamburg mit unterschiedlichen kulturellen und sozialen Hintergründen teil (Studierende der Universität Hamburg, Studierende der Gebärdensprache, Performer von Hajusom e.V.). An zwei Wochenenden stiegen sie in die Thematik der fotografischen Inszenierung und dem Spiel der eigenen multiplen Identitäten ein. Das Konzept des Workshops basierte nicht auf ontologischen Festschreibungen, sondern berücksichtigte die Prozesshaftigkeit pluraler Erscheinungsformen. Der Workshop ging Fragestellungen auf den Grund, auf welche Art und Weise Jugendliche in der Eigenproduktion von Fotografien mit ihren Selbstbildern und mit der Verwendung von stereotypen Sichtweisen innerhalb einer kulturell und religiös dynamischen Gesellschaft jonglieren. Indem die Jugendlichen und jungen Erwachsenen sich gestalterisch mit ihren eigenen und fremden Vorurteilen und Stereotypen auseinandersetzten, wurde ein Beitrag zum Vorurteilsabbau geleistet. Das Projekt unterstützt die Wahrnehmung und Darstellung kultureller Widersprüchlichkeiten und trägt dazu bei, dass in der gestalteten Auseinandersetzung mit Stereotypen neue Sichtweisen entwickelt werden.

Workshop Teil 1: Nach einer Einführung in die Methode des “Powerplays” (fotografisches Inszenieren und spätere Bildbearbeitung nach der Methode der multilayered pictures and identities) arbeiteten die TeilnehmerInnen unter fachkundiger und unterstützender Beratung ihre individuellen Konzepte aus, bevor diese im Anschluss daran in Form von Fotos an ausgewählten Orten umgesetzt wurden.

Workshop Teil 2:  Nachdem jeder Teilnehmer eine Vielzahl von Fotos zur Verfügung hatte, begann die Arbeit an den Notebooks mit Photoshop im Studio.

Ebenfalls ein Höhepunkt des Programms war ein Expertenworkshop am 27. November 2009 (17-23.00 Uhr, über 30 TeilnehmerInnen im  Seminarraum, Werkstatt 3 in Altona). Redner waren an diesem Abend u.a. Hasan und Husain Essop, Claude Jansen (Hajusom e.V.), Prof. Dr. Gordon Mitchell. Das Venue dieses ebenfalls überaus gelungenen Abends wurde vom Hamburg-Fokus-Südafrika organisiert.
Der Prozess des Workshops wurde gefilmt und steht als Dokumentarfilm „Images in Place – Working with Hasan and Husain Essop“ (Dorothea Griessbach) zur Verfügung. Eine Präsentation des Films im Rahmen einer Ausstellung, in der die Fotos der TeilnehmerInnen des Powerplay Workshops vorgestellt werden, wurde mit Eröffnung am 23. August 2010 in der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg/ Infoladen gezeigt.

Images in Place_Flyer

Methode: Von Ästhetischer Bildung zur Politischen Bildung

Hasan und Husain Essop haben sich als exzellente Seminarleiter bewiesen. Mit unglaublichem didaktischen Knowhow  führten sie in die Methode des “Powerplays” ein und leiteten die TeilnehmerInnen gekonnt dazu an, mit Selbstbildern, Stereotypen und Vorurteilen zu spielen. Stereotypenbildung in Selbst- und Fremdwahrnehmung ist ein weit verbreitetes gesellschaftliches Phänomen und führt oft zu rassistischen Tendenzen und gesellschaftlichen Konflikten. Die Auseinandersetzung mit globalisierten und essentialistischen Darstellungen religiöser Identitäten ist ein außerordentlich wichtiger Beitrag zur politischen Bildung. Die Kunst von Hasan und Husain Essop provoziert eine direkte Auseinandersetzung mit diesen Fragen.
Die Methode des Selbstfotogafierens und der anschließenden Bildverarbeitung hat sich an dieser Stelle als außerordentlich wertvoll bewiesen: zum Ausdruck kamen Themen wie Gender, Migration, religiöser und kultureller Pluralismus, Behinderung sowie Bildungschancen.  Ähnlich dem Anti-Bias-Ansatz wurde durch eine ausdrucksstarke Methode die Möglichkeit des Selbstempowerments und der Selbstbildung geschaffen.
Als Schauplätze dieses Geschehens wählten die TeilnehmerInnen Orte der Exklusion und Inklusion: der Hafen, das Hauptgebäude der Universität, die Landungsbrücken und das Gefängnis sind nur einige Beispiele.
In den Bildern sind deutlich Schritte des Selbstempowerments zu spüren. In ihnen finden sich die Selbst- und Fremdwahrnehmungen der TeilnehmerInnen wieder.

Das Jonglieren mit Selbstbildern, Vorurteilen und Stereotypen kommt in allen Bildern zum Ausdruck. Komplexe Identitätsbegriffe werden in den Bildern deutlich, es handelt sich überall um einen überaus interaktiven Prozess, der sich durch ein aktives Selbstgestalten der Identitätsfacetten auszeichnet. Alle TeilnehmerInnen haben ihr Bild nicht nur gut durchdacht, sondern auch im Laufe des Bewegens und Handelns vor der Kamera noch weitere Aspekte mit in den Blick genommen, die sie bewusst ausdrücken wollten.

Gruppenfoto: Workshop Teilnehmer in der Galerie 102
 
 

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