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Erfahrungsbasiertes Lernen

LernzyklusAPAELKE2Wir lernen aus Erfahrung. Dieser Weisheit wird kaum jemand widersprechen. Aber wie geschieht dies genau? David Kolb (1984) hat hierzu wissenschaftliche Erkenntnisse zusammengetragen und den Experiential Learning Cycle (Zyklus erfahrungsbasierten Lernens) entwickelt. In diesem Lernzyklus fließen Erkenntnisse aus Pädagogik (Piaget, Aebli, Korthagen) und Arbeitspsychologie (Hacker, Volpert) zusammen. Die für Schüler in der Ausbildungsvorbereitung entwickelte Arbeitsplatzanalyse ELKE©  folgt diesem Lernzyklus. Dies ermöglicht die systematische Auswertung und Reflexion von Praktikumserfahrungen.  Die Tätigkeitanalyse dient der detaillierten Beschreibung der Erfahrung und dient als Reflexionsgrundlage für die anschließende Analyse und Bewertung in der Anforderungsanalyse. Die wesentlichen Erkenntnisse aus der Analyse werden erfahrungsübergreifend abstrahiert zu einem beruflichen Profil. Dieses dient wiederum als Reflexionsgrundlage für weitere Lernschritte, welche zu neuen Erfahrungen führen.

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Arbeitsplatzanalyse ELKE©: Mein berufliches Profil

ELKE steht für Erfahrungsbasiertes Lernen und Kompetenzentwicklung

Link zum Anwendungsbeispiel: Mein berufliches Profil – Anwendungsbeispiel

In der Mindmap werden die wichtigsten Stärken, Entwicklungsfelder, Vorlieben und Abneigungen zusammen gefasst. Ebenso werden Lebensziele und Interessen priorisiert und in Hinblick auf den Praktikumsplatz bewertet. So gewinnt der/die Praktikant/in einen Gesamtüberblick über die zentralen Erkenntnisse der betriebspraktischen Erfahrung. Dieses Profil kann eine wichtige Hilfe für Bewerbungen sein. Sie stellt aber auch die Grundlage dar, um über weitere sinnvolle Schritte im Berufsorientierungsprozess zu entscheiden. Mit neuen einzuleitenden Erfahrungen beginnt der Erfahrungsbasierte Lernzyklus der Arbeitsplatzanalyse ELKE© wieder von vorn.

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Arbeitsplatzanalyse ELKE©: Anforderungsanalyse WOLLEN

Link zum Anwendungsbeispiel:

Was ich für diese Arbeit wollen muss – Anwendungsbeispiel (2)

In der Anforderungsanalyse WOLLEN geht es nun darum, was der/die Praktikant/in sich bezüglich des Arbeitsplatzes/Berufes wünscht. Hier geht es also um die Frage: Passt der Beruf zum/r Praktikanten/in?

Die Bedingungen am Arbeitsplatz werden detailliert erfasst und subjektiv bewertet – getrennt nach Arbeitsplatz, Betrieb und Beruf. Wahrgenommene Gefühle sind dabei ein wichtiger Indikator für die Bewertung. Es ist also Achtsamkeit gefragt. Wie geht es mir bei der Arbeit?  So können Ursachen für Schwierigkeiten genau identifiziert und lokalisiert werden. Sie stellen Ansatzpunkte für Lernzielvereinbarungen und Gespräche mit den zuständigen Anleitern bzw. Ausbildern dar. Die eigenen Bewertungen können aber auch dahingehend hinterfragt werden, ob die Situation nicht auch anders gedeutet werden kann.

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Arbeitsplatzanalyse ELKE©: Anforderungsanalyse KÖNNEN

ELKE steht für Erfahrungsbasiertes Lernen und Kompetenzentwicklung

Link zum Anwendungsbeispiel:

Was ich für diese Arbeit können muss-Anwendungsbeispiel

Die Anforderungsanalyse KÖNNEN enthält Fähigkeiten, die der Arbeitsplatz bzw. Beruf an den/die Praktikanten/in stellt. Die Zweige des Mindmaps sind nach physischen, kognitiven, sozialen und personalen Kompetenzen gegliedert und in einer zielgruppengerechten Sprache gehalten. Die SchülerInnen markieren mit Icons, welche Fähigkeiten erforderlich sind und ob sie sie bereits beherrschen.

Das Mindmap lässt sich sowohl in Papierform als auch direkt am Computer nutzen. Um Komplexität zu reduzieren, können Schritt für Schritt auch nur einzelne Zweige genutzt werden. Der Einsatz ist sowohl vor dem Praktikum als Rechercheauftrag und als auch nach dem Praktikum als Reflexionsauftrag sinnvoll. Ein Vorher-Nachher-Vergleich zeigt, inwiefern Erwartungen eingetroffen sind. Die Schüler sollen abschließend gezielt einige Fähigkeiten auswählen, die sie gezielt weiterentwickeln möchten.

Der Einsatz im Feld hat gezeigt, dass durch die Nutzung des Leitfadens Gespräche und Reflexionen wesentlich gehaltvoller wurden. Während ohne Reflexionsleitfaden oft nur Pauschalurteile gefällt werden, erhielten Schüler und Lehrer durch das Mindmap einen genauen Überblick, was gut geklappt hat und was nicht. Dies ist für weitere Lernzielvereinbarungen unentbehrlich.

Die Mindmap wurde mit dem Tool Mindmanager erstellt (https://www.mindjet.com/mindmanager/). Hierfür wird eine kostenpflichtige Lizenz benötigt. Es gibt aber auch kostenlose Mindmap-Tools.

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Arbeitsplatzanalyse ELKE©: Tätigkeitsanalyse

ELKE steht für Erfahrungsbasiertes Lernen und Kompetenzentwicklung

Zum Formular Tätigkeitsanalyse: Tätigkeitsanalyse-blanko

Beispiele:

Tätigkeitsanalyse-Beispiel-Werbeagentur

 Tätigkeitsanalyse-Beispiel-Friseur

Die Tätigkeitsanalyse dient dazu, die konkreten Erfahrungen rückblickend wertfrei zu beschreiben. Durch die Reaktivierung der Wahrnehmungen, Gedanken und Empfindungen dient sie als Impulsgeber für die anschließende Reflexion. Ausgehend vom Arbeitsauftrag werden die einzelnen Schritte des Arbeitsprozesses bis zur Fertigstellung des Handlungsproduktes dargestellt. Durch die Rolle der Kollegen und Arbeitsmittel im Arbeitsprozess, wird die Einbindung des/r Praktikanten/in im System Betrieb deutlich.

Die Tätigkeitsanalyse ist eine sinnvolle Vorarbeit für die Betriebliche Lernaufgabe (vgl. http://www.hamburg.de/contentblob/2037630/data/bebela.pdf  ) oder den Praktikumsbericht. Sie fördert das Verständnis für die betrieblichen Abläufe und ist die Basis für die anschließenden Reflexionsschritte.

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Das didaktische Potenzial von Arbeitsplatzanalysen als Instrument zur Reflexion betriebspraktischer Erfahrungen

Im Rahmen einer Lehrveranstaltung des Lehramtsstudiums für berufliche Schulen haben Studierende in der Ausbildungsvorbereitung (AV Dual http://www.ausbildungsvorbereitung-hamburg.de/)  der Beruflichen Schule für Wirtschaft und Steuern (heute Berufliche Schule für Wirtschaft Hamburg-Eimsbüttel http://bsw-hamburg.de/ ) eine schon bestehende Arbeitsplatzanalyse dahingehend weiterentwickelt, dass sie als Reflexionsinstrument zur Nachbereitung betriebspraktischer Erfahrungen oder auch als Gesprächsleitfaden für Mentorengespräche genutzt werden kann.

Verschiedene Studien kommen unabhängig voneinander zu der Erkenntnis, dass Betriebspraktika aus Sicht der SchülerInnen eines der wichtigsten Instrumente für die Berufsorientierung darstellen. Andererseits wird aber konstatiert, dass eine fehlende Vor- und Nachbereitung in vielen Fällen dazu führt, dass das Potenzial von Betriebspraktika ungenutzt bleibt.

Im Leitfaden für das Schülerpraktikum an Stadtteilschulen in Hamburg wird daher  die Bedeutung der Reflexion von Praktikumserfahrungen herausgestellt (S. 12f.). Hierfür sieht das Berufsorientierungskonzept ausdrücklich Lernzeiten vor. http://li.hamburg.de/contentblob/4145790/data/pdf-zsw-leitfaden-sts-lehrer.pdf

Das in der AV Dual  entwickelte Reflexionskonzept kann meines Erachtens daher auch für die verantwortlichen Lehrkräfte an Stadtteilschulen,  Haupt- oder Realschulen eine nützliche, theoretisch fundierte  didaktische Hilfestellung sein.

Mehr Informationen zur Arbeitsplatzanalyse und zum Projekt erhalten Sie unter: christiane.thole@uni-hamburg.de.