Reflexion meines Portfoliokonzepts

Nachdem ich mein Konzept im Seminar vorgestellt habe, sind in der Diskussion noch viele spannende Aspekte herausgestellt worden, die in meinem Konzept noch überdacht und ausgebaut werden sollten. Zuerst ist zu bemerken, dass mein Portfoliokonzept noch nicht vollständig ist und weiterer Bearbeitung bedarf, auch nach der folgenden Reflexion. Es sollte sich immer weiter im Wandeln befinden. Beispielsweise sollte der Inhalte der Portfolios genauer vorgeben werden, damit die SuS nicht überfordert werden. Hier bietet es sich an mit Pflicht- und Wahlaufgaben zu arbeiten und eine Struktur (Deckblatt, Inhaltsverzeichnis, …) vorzugeben bzw. auf den Aspekt im Unterricht einzugehen. Weiterhin müssten die Inhalte der Fortbildungen detailierter erarbeitet werden, damit das Konzept umgesetzt werden kann. Auch die Präsentation am Ende der Arbeitszeit sollte inhaltlich genauer bestimmt werden. Inwiefern wird der Prozess und inwiefern das Produkt bewertet? Zu guter Letzt sollten auch die Lernziele hinsichtlich ihrer fachlichen und überfachlichen Kompetenzen ausdifferenziert werden.

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Letzte Seminarsitzung

Heute haben im Seminar alle Studenten ihr Portfoliokonzept vorgestellt. Es sind viele interessante Konzepte entstanden, die sich inhaltlich unterscheiden und auf unterschiedliche Fächer ausgerichtet sind. Beispielsweise sind Konzepte für die Fächer Sport, Musik, Theater, Deutsch, Englisch, Arbeitslehre und Technik entstanden, die auf den jeweiligen blogs der Studenten nachzulesen sind.

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Mein Portfoliokonzept

1. Einleitung

Im Rahmen des Seminars zum Thema „E-Portfolio“ ist es, nach einigen gemeinsamen Sitzungen, nun meine Aufgabe ein eigenes Portfoliokonzept zu erstellen. Hierbei orientiere ich mich an meinen zuvor geschrieben Beiträgen, in denen ich theoretische Überlegungen anstellte, ein Planungraster zur Erstellung von Portfoliokonzepten geschrieben und das schon vorhandene Portfoliokonzept „Meine Traumwohnung“ analysiert und bewertet habe. Meine Idee zum Portfoliokonzept baut auf dem Konzept „Meine Traumwohnung“ auf. Allerdings habe ich zusätzlich das Konzept von Ansgar herangezogen, um weitere Anregungen zu erhalten und um schlussendlich mein eigenes zu kreieren.

Wohnung

Abb. 1: Wohnung

Aus dem Konzept „Meine Traumwohnung“ nehme ich in erster Linie mit,
dass Gutachten zu erstellen eine gute Methode der Feedbackgabe ist, da es ein wenig förmlicher und höherwertiger scheint als ein einfacher Zettel mit Rückmeldungen. Allerdings ist das Konzept noch relativ geschlossen und lässt wenig eigene Entscheidungen von den SuS (Abkürzung für Schüler und Schülerinnen) zu, was ich in meinem Konzept ändern möchte.

Das Konzept von Ansgar weist einige gute Aspekte auf. Er veranstaltet vor Beginn der Portfolioarbeit einen Elternabend, sodass die Eltern über das Vorgehen um Unterricht informiert werden. Weiterhin finde ich die Idee gut, regelmäßig sogenannte Fortbildungen anzubieten, die verpflichtend von den SuS absolviert werden müssen. Allerdings halte ich es für etwas unrealistisch ein und die gleiche Fortbildungen mehrmals wöchentlich anzubieten, da eine einzige Lehrperson dies wahrscheinlich organisatorisch nicht hinbekommen würde. Wie in seinem Konzept könnte es gelingen, wenn man die gleiche Portfolioarbeit in zwei Klassen zusammen durchführt. Zudem finde ich gut, dass am Ende jeder Woche die SuS ihre bisherigen Ergebnisse präsentieren. Aufgrund solcher Präsentationen können die SuS sich untereinander Feedback geben. Auch die Klassenkonferenzen, die einmal wöchentlich für max. 45 angesetzt sind, erachte ich als hilfreich, um eine arbeitsangemessene Arbeitsatmosphäre zu schaffen und Probleme untereinander zu klären.

2. Gründe für Portfolioarbeit

Was spricht für die Methode der Portfolioarbeit? Der Lernende setzt sich aktiv mit dem Lerngegenstand auseinander und arbeitet nach seinen Interessen, wodurch der SuS eine größere Motivation erlangen und Wissen länger behalten kann. Zudem kann durch die Portfolioarbeit der Prozess mit dem Produkt verbunden werden, wodurch eine veränderte Leistungsbewertung im Prinzip mit einhergeht. Weiterhin geht es bei der Portfolioarbeit um die Kompetenzdarstellung und eine Veränderung in der Feedbackkultur. Nicht nur die Lehrperson alleine gibt den Kindern Rückmeldungen und beurteilt sie, sondern auch die SuS unter einander und die Kinder selbst reflektieren ihre Lernprozesse und die Produkte. Außerdem wird bei der Portfolioarbeit dem Anspruch nach selbstbestimmtem und selbstverantwortlichem Lernen nachgegangen. Nicht nur der Lehrer bestimmt, was die SuS machen müssen, sondern die SuS tragen selbst (zumindest in dem von Lehrer vorgegeben Maße) die Entscheidungen und Verantwortung, was mit dem Ziel, den SuS zum demokratischen und selbstbestimmten Menschen zu erziehen, in großen Teilen übereinstimmt. Aus diesen Veränderungen bezogen auf die SuS, ändert sich auch die Lehrerrolle. Die Lehrperson ist nicht mehr rein Instrukteur und Notengeber, sondern er wird zum Lernbegleiter der Kinder. Diese Veränderungen und Charakteristika im Lehr-Lern-Prozess entsprechen den neuen Forschungsergebnissen zum Thema Lernen und Erziehung.

3. Rahmenbedingungen

Ich erstelle ein Portfoliokonzept für eine fünfte oder sechste Klasse im Fach Mathematik, da ich Lehramt Primar- und Sekundarstufe 1 mit dem Fach Mathematik studiere. Da ich mein Kernpraktikum im Jahr 2015 an einer Gemeinschaftsschule in Schleswig-Holstein mache, halte ich es für eine gute Idee, diese als Beispielschule für mein Konzept zu nehmen. In der Schule gehen alle SuS aller ehemaligen Schulformen zusammen in eine Klasse, pro Klasse ist im Regelfall ein Lehrer am unterrichten und es steht ein Klassenraum zur Verfügung. Zusätzlich gibt es eine Bibliothek, in der die SuS arbeiten können und in der Mensa stehen Tische und Stühle zum Arbeiten zur Verfügung. Ich nehme an, dass die SuS schon erste Erfahrungen mit offenen Lernmethoden haben und auch in anderen Fächern so arbeiten. Allerdings sind die Methoden noch nicht gänzlich offen, weshalb ich einen Zeitrahmen von circa 2 Monaten für angemessen halte. Er ist nicht zu lang, sodass die SuS bzgl. offener Unterrichtsmethoden nicht überfordert werden. Aber er ist auch nicht zu kurz, sodass es sich lohnt ein Portfolio anzupacken.

4. Vorbereitung

Lehrerkonferenz

Abb. 2: Konferenz

Bevor die Portfolioarbeit in der Klasse beginnen kann, sollte das Lehrerkollegium und die Eltern darüber informiert werden. Da in der Schule einmal jährlich eine Projektwoche stattfindet und die SuS der 9. Klasse ein Projekt entwickeln, das als Portfolioarbeit angelegt ist, ist das Kollegium mit Portfolioarbeit im Wesentlichen vertraut. Allerdings halte ich es für angemessen, die Lehrerkollegen der Klassen, in der die Portfolioarbeit durchführt wird, darüber zu informieren. Dieses würde ich auf einer Lehrerkonferenz machen. Ebenso ist es sinnvoll, mit den Mathekollegen der Jahrgangsstufe in Kontakt zu treten, um sie zu informieren. Wenn die Kollegen motiviert sind, könnte man ein solches Vorhaben auch in den anderen Klassen durchführen. Diese Portfolioarbeit wird aber nur für eine Klasse konzipiert, da nach meinen Erfahrungen Lehrer einem solchen Vorgehen nicht immer offen gegenüber stehen und auch der Regelunterricht an der Schule nicht auf diese Weise stattfindet.

Weiterhin sollten die Eltern darüber informiert werden, dass die SuS in den folgenden 2 Monaten ein Portfolio erstellen, damit sie sich nicht übergangen fühlen. Entweder können die Eltern auf einem Elternabend oder mit einem Elternbrief informiert werden. Weil sich eine solche Methode noch nicht vollständig an der Schule etabliert hat, halte ich einen Elternabend für die bessere Wahl.

5. Grundsätzliche Entscheidungen

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Abb. 3: Entscheidungen

Das Ziel der Portfolioarbeit besteht in der Dokumentation der Lernfortschritte (Entwicklung und Lernwege) und deren Reflexion, weil die Kinder lernen sollen, ihr Lernen zu reflektieren und eigenverantwortlich zu lernen. Die SuS sollen ein Entwicklungsportfolio erstellen. Somit sollen folgende Kompetenzen durch die Portfolioarbeit gefördert werden:

  • SuS sollen lernen, selbstständig zu arbeiten
  • SuS sollen lernen, ihren eigenen Lernweg zu reflektieren
  • SuS sollen lernen, sich mit anderen Projekten kritisch auseinanderzusetzen.
  • SuS sollen lernen, eine sachliche Beurteilung über ein anderes Projekt zu erstellen.
  • SuS erarbeiten (selbstständig) mathematische Inhalte.
  • SuS sollen lernen mit Medien umzugehen.

Als nächstes stellt sich die Frage, wie das Portfolio angelegt und auf welchem Medium es verfasst werden soll. Das Portfolio wird vorrangig als papierbasiertes Portfolio geführt, da ich es in dem Alter der Kinder noch nicht für angemessen erachte, ständig am PC zu sitzen und im Internet zu sein. Zudem sehe ich bei einem reinen ePortfolio nicht den Mehrwert. Es wirkt für mich eher etwas künstlich beispielsweise mit blogs zu arbeiten. Somit wird allerdings die Medienkompetenz auch nicht so stark angesprochen. Ich möchte diese aber nicht völlig außer Acht lassen. Gerade bei Zeichnungen könnte man mit einer Software arbeiten, wodurch die Arbeit sich visuell ansprechender und effektiver gestalten lässt. Deshalb wird den SuS auf den PCs ein Ordner mit verwendbarem Material zur Verfügung stehen, wo unter anderem Tutorials zum Arbeiten mit Word, Excel und dem Zeichnen-Softwareprogramm vorhanden sind. Inwieweit sich letztendlich Texte mit Word etc. erstellen, ist ihnen freigestellt.

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Abb. 4: Portfolio

Was soll in das Portfolio? Grundsätzlich steht den SuS frei, was sie in die Mappe packen. Da sie die Mappe zur Vorstellung am Ende der Arbeitszeit verwenden dürfen, bietet es sich an, alles zu sammeln, was anfällt (Dokumentation des Lernfortschritts, Dokumentation der Arbeiten zur Fragestellung, Reflexionsbögen). Ich habe mich für die freie Form der Sammlung entschieden, da ich die SuS dieses eigenständig zutraue und sie somit dafür eigenverantwortlich sind. In einer Klasse, die bis jetzt wenig eigenverantwortlich gearbeitet hat, sollte man den Inhalt vorgeben. Bei diesem Aspekt kann ich gut an einen weiteren zu entscheidenden Punkt anschließen.

Wie viel sollen die SuS selbst entscheiden und handelt es sich um selbstbestimmtes oder selbstgesteuertes Lernen? Da die SuS zwar schon erste Erfahrungen mit offenen Unterrichtsmethoden gemacht haben, aber dies noch nicht routiniert abläuft, sollten die Themengebiete vorgegeben werden. Anderenfalls kann dies zu einer völligen Überforderung der SuS kommen. Die Entscheidungsfreiheit haben die SuS allerdings innerhalb dieses Themengebietes, weil sie nach ihren Interessen eine Leitfrage wählen können. Das Ziel ist nur grob vorgegeben, da dies je nach Forschungsfrage leicht unterschiedlich sein kann. Bezüglich des Mediums können die SuS selbst entscheiden, da sie die Texte sowohl mit dem PC als auch handschriftlich verfassen können. Die Sozialform kann eigentlich nicht frei gewählt werden, da die Portfolioarbeit auf Einzelarbeit ausgelegt ist. Die Zeit ist einerseits durch die Unterrichtsstunden vorgegeben, andererseits ist ihnen freigestellt, wie viel sie zu Hause arbeiten (müssen). Aus den genannten Gründen kann man höchstens von selbstgesteuertem Lernen sprechen, wobei die SuS nicht alles selbst steuern können. Selbst bestimmtes lernen, wo alles frei entschieden werden kann, erachte ich in der Schule als schwierig umsetzbar, da die Institution Schule und auch die Rahmen- und Bildungspläne vieles vorschreiben.

Modelle

Abb. 5: Modelle

Wie soll die Portfolioarbeit in den Unterricht integriert werden? Wie im Beitrag zum Thema Rahmenmodelle schon erwähnt, gibt es vier Modell für die Integration der Portfolioarbeit in den Unterricht. Ich entscheide mich bei meinem Konzept für eine Mischung aus dem Zentripetal- und dem Zentrifugal-Modell, da meiner Meinung nach der Aufwand zu groß ist, um den SuS dies einzig und alleine zu Hause bearbeiten zu lassen, aber auch nicht der gesamte Unterricht darauf ausgerichtet sein sollte. Es wird gemeinsame Sitzungen geben, aber auch Zeit für die eigenständige Arbeit am Portfolio.

Was soll beurteilt werden? In der Schule müssen in irgendeiner Weise Noten gegeben werden, weshalb es nicht ausbleibt auch diese Arbeit der SuS zu benoten. Weil die Portfolioarbeit einen relativ großen Zeitraum einnimmt und mit viel Arbeit verbunden ist, wäre es demzufolge auch unfair sie nicht zu benoten. Was soll aber bewertet und benotet werden? Der Fokus der Arbeit liegt auf dem Lernprozess und nicht auf dem Ergebnis, deshalb wäre es falsch, nur das Ergebnis zu bewerten. Das Ergebnis außer Acht zu lassen, halte ich auch für unangemessen, da meist gute SuS keine so große Entwicklung aufweisen (können), auch wenn das Ergebnis eventuell deutlich über den SuS liegt, die einen guten Lernfortschritt machen. Die Lehrperson sollte in das Portfolio und damit in die Dokumentation des Lernfortschritts der SuS nicht komplett einsehen können/müssen, damit die SuS in ihrer Dokumentation über die Lernentwicklung nicht eingeschränkt sind. Oftmals neigen SuS dazu, Fehler als Schwächen anzusehen und sie somit dem Lehrer nicht preisgeben zu wollen, was sich negativ auf den Lernprozess auswirken könnte. Somit komme ich zu dem Entschluss, dass der Weg zum Produkt und damit das Ergebnis begründet präsentiert werden soll. Um die Transparenz bei der Beurteilung zu schaffen, sollen gemeinsam mit den SuS Bewertungskriterien und Indikatoren erarbeitet werden. Hierfür eignet sich eine gemeinsame Sitzung.

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Abb. 6: Feedback

Wie, wann und von wem wird Feedback gegeben? Feedback soll sowohl durch die Lehrperson als auch durch die SuS erfolgen. In der letzten Mathestunde in der Woche, allerdings nicht jede Woche, sollen die SuS sich gegenseitig Feedback geben (schriftliches Feedback (Gutachten) durch einen Mitschüler; Feedback in Kleingruppen mit den Kindern, die die gleich Aufgabe gerechnet haben; Feedback in Kleingruppen mit Kindern, die die andere Aufgabe berechnet haben). Der Sinn besteht darin, dass die SuS lernen andere kritisch zu reflektieren, aber auch selbst ihr Lernen kritisch zu hinterfragen.

Soll das Feedback anonym gegeben werden? Dieses würde ich von der Klasse abhängig machen. Herrscht eine gute Klassenatmosphäre, so würde ich beispielsweise das Gutachten mit Namen erstellen lassen. Dieses hat den Vorteil, dass derjenigen, der es erstellt, sich eventuell mehr Mühe gibt. Ist die Klassenatmosphäre eher angespannt, so erachte ich die Anonymität als die bessere Wahl. Hierdurch haben insbesondere ruhige und zurückhaltende SuS die Möglichkeit sich zu äußern, ohne direkt von den SuS, der das Gutachten erhält, kontaktiert zu werden. Ich persönlich entscheide mich für die Variante mit Namen, da in der Klasse eine gute Atmosphäre herrscht und die SuS für ihr Feedback einstehen sollen und so ggf. auch Rückfragen beantworten können.

Feedback durch die Lehrperson wird anhand von Entwicklungsgesprächen durchgeführt, die während der gesamten Zeit insgesamt zweimal geführt werden. Wenn die Lehrkraft bei der Portfolioarbeit wenig unterstützend zur Seite stehen muss, genug Zeit ist oder sie es für hilfreich erachtet mit bestimmten SuS nochmals ein Entwicklungsgespräche zu führen, kann es auch noch einen dritten Durchgang geben. Durch Entwicklungsgespräche kann zum einen die Motivation der SuS gesteigert werden und zum andern können auch offene Entwicklungslinien aufgezeigt werden. Die Entwicklungsgespräche werden in Arbeitsphasen geführt, damit kein Leerlauf im Unterricht entsteht.

Neben dem Fremdfeedback sollen die SuS sich regelmäßig selbstreflektieren. Dies geschieht täglich anhand eines kurzen vorgefertigten Reflexionsbogens, der auch dem Strukturieren des Arbeitsprozesses dient (Was habe ich heute geschafft? Was habe ich heute gelernt? Was muss ich als nächstes machen? – Selbstreflexion). Da die SuS auch lernen sollen frei (ohne Vorgaben) sich selbst einzuschätzen, sollen die SuS auch Selbstreflexionsberichte schreiben.

“Motivation” Road Sign with dramatic clouds and sky.

Abb. 7: Motivation

Wie schafft man es die SuS zu motivieren, Feedback zu schreiben, sich selbst zu reflektieren und anständig zu arbeiten? Eine Motivation kann in der Präsentation und damit einer guten Note liegen. Da dies aber nicht das Ziel von Portfolioarbeit ist, sollte durch die Grundhaltung eine Bereitschaft bei den SuS erzeugt werden.

 

6. Vorgehen

In der ersten Unterrichtsstunde sollte zunächst durch die Lehrperson im Plenum eine Einführung in die Portfolioarbeit inklusive der Grundhaltung gegeben werden, damit die SuS wissen, was sie erwartet. Den SuS sollte dabei erklärt werden, um was für ein Portfolio es sich handelt (Entwicklungsportfolio) und was beurteilt bzw. benotet wird. Wenn es noch keine Klassenregeln gibt, sollten Regeln für die Arbeit eingeführt werden, sodass das Arbeitsklima für alle angenehm ist. Zusätzlich sollte einmal wöchentlich in sogenannten Klassenkonferenzen (wenn es gut läuft, kann die Zeitspanne auch erweitert werden) das Arbeitsklima reflektiert und eventuelle Probleme in der Klasse besprochen werden.

Danach werden den SuS die vier Themengebiete (Renovierung deines Zimmers, Bauen eines Baumhauses, Planen einer Reise, Planen eines Klassenausflugs) vorgestellt und deren Aufgabe ist es nun, sich eine Fragestellung zu dem Themengebiet zu überlegen, an der sie die Rest der Zeit arbeiten. Die Arbeitszeit beginnt. Ob die SuS sich alleine eine Fragestellung überlegen oder diese mit einem Mitschüler besprechen, ist ihnen selbst überlassen. Wichtig ist nur, dass die Lehrperson einen Blick auf die Fragestellung hat, damit die Arbeit nicht völlig in die Hose geht. Während der gesamten Arbeitszeit gibt es gemeinsame Sitzungen im Plenum. Nach einer kurzen Einarbeitungszeit sollten zum einen die Kriterien für die Beurteilung und Indikatoren festgelegt werden. Zudem muss vor dem ersten Mal Feedbackgeben, gemeinsam geklärt werden, wie man Feedback gibt und was dabei zu beachten ist. Eine weitere Sitzung wird außerdem kurz vor den Präsentationen sein, wo die SuS nochmal lernen, wie man präsentiert und welche Medien sich anbieten. Zudem gibt es einmal wöchentlich eine Unterrichtsstunde (wenn es gut läuft auch kürzer) die Klassenkonferenzen und insgesamt sechs Mal gibt es an vorgegeben Tagen Austauschtage. Am Ende der Portfolioarbeitszeit werden alle Portfolios des SuS präsentiert. Damit die Zeitspanne nicht zu lang wird, sollen die Präsentationen nur ca. 10 Minuten dauern. Zusätzlich kann aus den Portfolios, die als Thema einen Klassenausflug planen, einer von der Klasse ausgewählt und durchgeführt werden. Damit alle die Portfolios noch weiter publiziert werden, wird auf einem Klassenfest, welches kurz vor den Sommerferien stattfindet, alle Portfolios bzw. die Präsentation dazu ausgestellt.

7. Bildquellen

Abb. 1.: http://www.breuer-info.de/wp-content/uploads/2011/08/Wohnung2011.jpg [16.01.2015]

Abb. 2: http://www.schulleitung-intern.de/wp-content/themes/wpremix3/images/lehrerkonferenz.jpg  [16.01.2015]

Abb. 3: http://www.examicus.de/e-book/203338/e-portfolio-blog-co-web-2-0-technologien-in-der-grundschule [16.01.2015]

Abb. 4: http://wikis.zum.de/zum/Portfolio [16.01.2015]

Abb. 5: Inglin, Oswald (2006): Rahmenbedingungen und Modelle der Portfolioarbeit. Welche Konsequenzen ergeben sich für den Unterricht? In: I. Brunner; Th. Häcker, ; F. Winter (Hg.): Das Handbuch Portfolioarbeit. Seelze-Velber. 85.

Abb. 6: http://blog.synergita.com/wp-content/uploads/2013/02/employee-feedback.jpg [16.01.2015]

Abb. 7: http://www.musterlebenslauf.net/wp-content/uploads/2013/07/Motivation-Bewerbung.jpg  [16.01.2015]

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Entwicklung des Portfoliokonzepts

Heute im Seminar hatte ich die Möglichkeit meine ersten Gedanken zu meinem Portfoliokonzept vorzustellen. Dabei sind mir noch weitere Gedankenanstöße gegeben worden.

  • Welche Kompetenzen sollen bei den SuS gefördert werden?
  • Wie schafft man es, die SuS zu motivieren, ihre Selbstreflexion und ihren Lernweg zu dokumentieren?
  • Wie viel ePortfolio soll es sein?
  • Wie schafft man es, die Selbstreflexion bei den SuS anzukurbeln? (Wo gab es Probleme und warum?)
  • Wie kann man Computerprogramme ins Konzept integrieren?
  • Gutachten zu erstellen ist gut. Aber anonym oder nicht?
  • Wann kann man die Portfolioarbeit zeitlich ins Schuljahr integrieren?
  • Selbstbestimmung und Selbststeuerung?
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Ideensammlung zum eigenen Portfoliokonzept: Tag 2

2. Tag der Ideensammlung

  • Vorgehensweise: Die SuS haben die Möglichkeit aus drei vorgegebenen Aufgaben, eine zu wählen, die während der gesamten Portfolioarbeitszeit bearbeitet wird. Am Ende soll das Produkt vor der Klasse präsentiert und anhand der zusammen erarbeiteten Kriterien bewertet werden.
  • Feedback: In der letzten Mathestunde in der Woche sollen die SuS sich gegenseitig Feedback geben (schriftliches Feedback durch einen Mitschüler; Feedback in Kleingruppen mit den Kindern, die die gleich Aufgabe gerechnet haben; Feedback in Kleingruppen mit Kindern, die die andere Aufgabe berechnet haben; beim ePortfolio: „Austauschtag“). Feedback durch die Lehrperson wird in der gesamten Zeit anhand von Entwicklungsgesprächen durchgeführt, die während der gesamten Zeit insgesamt (mindestens) 2mal geführt werden. Die Entwicklungsgespräche werden in Arbeitsphasen geführt. Nach den Feedbacks sollen die SuS eine Selbsteinschätzung vornehmen (reflektieren), um anschließend ihre bis dahin erstellten Werke überarbeiten zu können.
  • Inhalt: Dokumentation der Arbeit (Das habe ich heute geschafft; Das habe ich heute gelernt; Daran will ich als nächstes arbeiten)
  • Einführung der SuS in die Portfolioarbeit: Was ist überhaupt ein Portfolio? Warum machen wir ein Portfolio?
  • gemeinsame Sitzungen: a) Einführung in die Portfolioarbeit; b) Feedback; c) Produkt darstellen und präsentieren; d) Medienkompetenz
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Ideensammlung zum eigenen Portfoliokonzept: Tag 1

1. Tag der Ideensammlung

  • Vorbereitung: Elternabend und Lehrerkonferenz (Kollegium ist sehr aufgeschlossen und hat schon Erfahrungen mit offenen Lernmethoden), den SuS sind erste offene Lernmethoden vertraut, allerdings sind sie noch nicht ganz sicher im Umgang
  • Fach: Mathematik
  • Schulform: Gesamtschule (SH), Sek. 1
  • Klassenstufe: 6. Klasse (5.-7. Klasse)
  • Zeitrahmen: 2 Monate, 4 Stunden pro Woche
  • strukturelle Organisation: Ich gehe davon aus, dass mir zu meinen Stunden immer ein Klassenraum zur Verfügung steht. Zudem haben die SuS die Möglichkeit in der Schülerbücherei zu arbeiten. PCs sind für jeden SuS vorhanden.
  • Integration in den Unterricht: Ich möchte die Portfolioarbeit punktuell in den Unterricht integrieren und zudem in einzelnen Stunden den SuS Instrumentarien mit an die Hand geben
  • Inhalt: Aufgabenmöglichkeiten: Zimmer renovieren; Klassenausflug planen, z.B. in den Zoo; Baumhaus (eigene Höhle) bauen; Haustier anschaffen
  • Form: Es wird ein ePortfolio, welches ich
  • Entwicklungsportfolio
  • Feedback: regelmäßige Entwicklungsgespräche durch den Lehrer (alle 2 Wochen) in den Phasen, in denen alle SuS in der Schule am Portfolio arbeiten; Feedback durch die SuS immer freitags („Feedbackaustauschtag“)
  • Vorgehensweise: Die SuS werden zunächst als Einführung in das Thema bestimmte Aufgabe zu erledigen haben. Nach ca. einem Monat möchte ich die SuS aber alleine einer Forschungsfrage nachgehen lassen. –> Steigerung der Entscheidungsfreiheit
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Planungsraster

Welche Entscheidungen muss ich bei der Planung von ePortfolios treffen?

Portfolioarbeit braucht ein vorbereitetes Umfeld, damit sie gelingen kann und vor allem zielführend ist. Ich habe hierfür aus meinen zuvor geschriebenen Beiträgen die wichtigsten Beiträge für die Planung einer Portfolioarbeit zusammengestellt. Zum einen verweise ich auf die Rahmenbedingungen und zum anderen auf die zehn Fragen, die beim Erstellen eines Portfolios beachtet werden sollten. Weiterhin sollten Aspekte in Bezug auf die Medienkompetenz aufgegriffen werden. Aus all diesen Beiträgen habe ich zusammenfassend eine Art Checkliste aufgestellt, die unter diesem Link einzusehen ist (Checkliste).

Da wir ein ePortfoliokonzept erstellen sollen, haben wir uns in der Seminargruppe die Frage gestellt, welche Möglichkeiten man diesbezüglich hat. Dabei sind wir auf folgende gekommen: Es besteht die Möglichkeit mit blogs zu arbeiten. Zum einen könnte ein blog erstellt werden, der für die ganze Klasse ist und zum anderen könnte für jeden einzelnen Schüler einer erstellt werden. Diese funktioniert zum Beispiel mit wordpress. Man könnte die ePortfolios aber auch mit einem Schreibprogramm erstellen (z.B. MicrosoftWord) und diese Dokumente beispielsweise über Dropbox austauschen. Evernote war auch im Gespräch.

Nachdem wir ein Planungsraster erstellt haben, machten wir uns in der Gruppe Gedanken, wie Portfolios in welchem Fach eingesetzt werden können. So versuchten wir den Begriff des Portfolios für uns greifbarer zu machen.

  • Deutsch:unterschiedliche Textsorten, Lesetagebuch, unterschiedliche Bücher
  • Mathe: Modellierungsaufgaben (unterschiedliche zur Wahl stellen) –> Modellierungskompetenz weiterentwickeln; 1×1 erlernen
  • Biologie:fächerübergreifende Projekte wie Umwelterziehung; Verdauung
  • Kunst: Portfolio zu einem Künstler; Sammeln von allen selbst erstellten Werken (ggf. Wahlfreiheit bzgl. der Werke, die bewertet werden sollen)
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Analyse des Portfoliokonzepts „Meine Traumwohnung“

Bei dem Portfoliokonzept im Mathematikunterricht wurden folgende Fragen berücksichtigt und Entscheidungen getroffen:

  1. Welche Vorbereitungen mussten in Bezug auf das Kollegium getroffen werden? Da alle Kollegen mit Portfolios arbeiten bzw. diese einführen wollen, haben sich sich zuvor diesbezüglich auseinandergesetzt.
  2. Welche Vorerfahrungen bringen die SuS in Bezug Erstellen von Kriterien und der Reflexionskompetenz mit? Seit der GS arbeiten sie demokratisch und erlernten diese Lernkultur/Vorgehensweise nach und nach.
  3. Welchen Inhalt hat das Portfolio? Im Portfolio sollen die SuS eine eigene
    Traumwohnung entwerfen und diese einrichten. Hierbei werden fachliche Kompetenzen wie das Erstellen eines Grundrisses, Fächen- und Umfangsberechnung erworben (Geometrie).Übersicht Inhalt, Meine Traumwohnung
  4. Wie wird bei der Erstellung des Portfolios vorgegangen? Die Lehrperson hat eine klare Struktur mit genauen Inhaltsvorgaben gemacht, die von den SuS geleistet werden müssen. Hierbei konnten die SuS nicht mitbestimmen.
  5. Wie hoch ist der Freiheitsgrad der SuS? In Bezug auf die Aufgaben haben die SuS keine Freiheiten. Ihre einzige Freiheit liegt im Prinzip in der Erstellung der Traumwohnung.
  6. Was ist der Zweck dieses Portfolios? Es handelt sich vorrangig um ein Leistungsportfolio, da die SuS aufgefordert sind, Kompetenzen zu zeigen und das Produkt mehr im Vordergrund steht als der Prozess. Ob dieses anschließend benotet werden, wird aus dem Text nicht eindeutig.
  7. Wie wird die Portfolioarbeit in den Unterricht integriert? Am Portfolio wird ausschließlich im Unterricht gearbeitet (Einheits-Modell). Zudem ist es häufig so strukturiert, dass die SuS zunächst gemeinsam mit der Lehrperson das Instrumentarium erlernen (Flächen berechnen) und dieses anschließend auf ihre eigene Wohnung anwenden.
  8. Wie werden die SuS zur Portfolioarbeit motiviert? Der Motivationsaspekt liegt in der Aufgabenstellung selbst. Für SuS ist Zukunft ein spannendes Thema. Es hat eine spätere Relevanz für sie und einen Lebensbezug.
  9. Welche Ziele werden mit der Portfolioarbeit verfolgt? Mit der Portfolioarbeit sollen die SuS Kompetenzen demonstrieren bzw. erwerben (z.B. Grundriss selber lesen und zeichnen; nach bestimmten Kriterien ein Gutachten erstellen).
  10. Welcher Zeitrahmen ist vorgesehen? Es soll über 2 Monate 3 Stunden pro Woche an dem Portfolio gearbeitet werden.
  11. Wo werden die Portfolios aufbewahrt? Die Portfolios werden in einer Mappe, die ein Fach umfasst, gesammelt. Dieser Ordner wird in der Schule in einem verschließbarem Schrank aufbewahrt. Zu bestimmten Anlässen darf das Portfolio mit nach Hause genommen werden.
  12. Wie, wann und durch wen wird Feedback gegeben? Feedback wird zum einen durch einen anderen Schüler oder durch die ganze Klasse gegeben. Anschließend bewertet der Lernende sich selbst und erhält eine Beurteilung durch die Lehrperson. Das Feedback wird anhand von vorher gemeinsam erarbeiteten Kriterien auf einem vorgefertigten Arbeitsbogen gegeben.

    Schlussbewertung

    Schlussbewertung

    Portfolio-Bewertungsbogen

    Portfolio-Bewertungsbogen

    Gutachten

    Gutachten

  13. Inwiefern ist eine Differenzierung möglich? Die Differenzierung findet aufgrund der Komplexität der Gestaltung der Wohnung statt. Wobei die Lehrperson bei schwächeren SuS darauf aufpassen soll, dass diese sich nicht selbst überschätzen.

 

Beurteilung des Portfoliokonzepts

Meiner Meinung nach entspricht das Portfoliokonzept nur in Teilen dem Grundgedanken von Portfolioarbeit. Alle SuS haben die Möglichkeit alles zu geben und individuell ihre Traumwohnung zu erstellen. Allerdings sind sie in ihrer Wahlfreiheit in Bezug auf die Aufgaben stark eingeschränkt. Auch um ihren Interessen nachzugehen und auf ihre Stärken aufzubauen, haben sie nur in einem ganz geringen Maße die Chance, nämlich in der Wohnungsgestaltung. Auch lernen die SuS bei diesem Portfoliokonzept kaum mit Wahlmöglichkeiten verantwortungsvoll umzugehen, da sie kaum Wahlmöglichkeiten haben.

Der Auffassung, dass Portfolios eine alternative Methode der Leistungsbeurteilung sind, kann man bei diesem Konzept zustimmen. Allerdings entspricht dieses der engeren Fassung des Portfoliobegriffs.

Weiterhin wird bei diesem Konzept nicht deutlich, was nun genau bewertet wird. Das ganze Portfolio? Nur die fachlichen Kompetenzen? Dieses sollte zumindest vor Beginn der Portfolioarbeit den SuS offengelegt werden.

Dadurch, dass die SuS der Lehrperson das ganze Portfolio zeigen müssen, könnte die Ehrlichkeit der SuS bei der Reflexion stark eingeschränkt sein und diese behindern. Hinzu kommt noch, dass den SuS nicht bewusst ist, ob auch die Reflexionskompetenz bewertet wird oder nicht.

Warum am Portfolio nur im Unterricht gearbeitet werden darf, finde ich ein wenig merkwürdig. Insgesamt passt es aber zu der Auffassung der Konzeptverfasserin. Denn die SuS sollen nicht all zu viel Entscheidungsfreiheit haben und die Lehrperson will die Kontrolle über die SuS nicht verlieren. In sehr regelmäßigen Abständen erarbeiten die SuS gemeinsam Inhalte, was dazu dient, dass die Lehrperson die SuS bei ihrer Entfaltung immer wieder einfängt. Insgesamt ist dieses Portfoliokonzept sehr stark an den „normalen“ Unterricht in Schule angelegt.

 

Quelle: Schwarz, Johanna; Volkwein, Karin; Winter, Felix (Hrsg.) (2008): Portfolioarbeit im Unterricht, Seelze-Velber: Klett/Kallmeyer.

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So planen Sie Portfolioarbeit

Text: So planen Sie Portfolioarbeit Zehn Fragen, die weiterhelfen von Ilse Brunner

  1. Für welchen Zeitraum soll das Portfolio angelegt werden?
  2. Wie soll das Portfolio in den Unterricht integriert werden?
  3. Welche Ziele können mit der Portfolioarbeit verbunden werden?
  4. Mit welchen Grundhaltungen wird die Portfolioarbeit unterstützt?
  5. Wie sollte der Unterricht gestaltet sein?
  6. Wie können Portfolios mit Noten beurteilt werden?
  7. Wie können Kolleginnen, Schüler und Eltern auf die Arbeit mit Portfolios vorbereitet werden?
  8. Wie sollen die Portfolios aussehen und wo werden sie untergebracht?
  9. Wie werden Portfoliogespräche geplant?
  10. Wie kann die anfängliche Portfoliobegeisterung der Schüler erhalten bleiben?

 

Ergänzungen zu den zehn Fragen:

zu 1 – Für welchen Zeitraum soll das Portfolio angelegt werden?:

Beim ersten Mal Portfolioarbeit empfielt sich ein kurzer Zeitraum mit klar begrenzten Aufgaben an, z.B. eine selbstgewählte Forschungsfrage zu einem vorgegeben Thema

zu 2 – Wie soll das Portfolio in den Unterricht integriert werden?: 

  • Wie viel Portfolioarbeit soll im Unterricht stattfinden?
  • parallel zum Unterricht?, punktuelle Integration in den Unterricht?, ganzer Unterricht?

zu 3 – Welche Ziele können mit der Portfolioarbeit verbunden werden?: 

  • Denk- und Lernprozesse
  • Dokumentation der Lernfortschritte
  • Dokumentation des Erwerbs von Kompetenzen
  • Dokumentation des Erreichens von Standard
  • Gedanken machen über die Qualität der Lernprodukte
  • Bewusst werden der eigenen Stärken und Talente
  • Portfolios können auch zur Leistungsdarstellung und als Basis für Diagnosen und Prüfungen dienen
  • Portfolios können Grundlage für alternative Lesitungsbeurteilungen verwendet werden
  • Anfang der Portfolioarbeit: viel Freiheit in der persönlichen Zielsetzung für den Lernprozess und für die Gestaltung des Portfolios
  • persönlicher Zugang und Transparenz der Ziele kann Interesse und Lernlust erwecken

zu 4 – Mit welchen Grundhaltungen wird die Portfolioarbeit unterstützt?: 

  • ein Portfolio soll allen SuS die Möglichkeit bieten, alles zu geben
  • folgende Grundprinzipien sollten berücksichtigt und thematisiert werden
  1. den eigenen Fähigkeiten vertrauen: alle Menschen sind lernfähig; wir sind zum Lernen geboren
  2. mit Wahlmöglichkeiten verantwortlich umgehen: SuS zur Selbstverantwortung führen
  3. auf die eigenen Stärken aufbauen
  4. über das eigene Lernen reflektieren
  5. die Qualität der eigenen Arbeit einschätzen: Raster mit Qualitätskriterien und -indikatoren entwickeln

zu 5 – Wie sollte der Unterricht gestaltet werden?:

  • Einsatz von offenen Lernformen ist Grundvoraussetzung
  • Unterricht in großen Themenbereichen für einige Wochen planen aufgrund einer groben Jahresplanung
  • Jahresplanung gemeinsam mit Kindern vornehmen
  • mittelfristige Planung: Ziele, grobe Zeitstruktur und die Kriterien für die Selbstbewertung der Portfolioarbeit erarbeiten;  beschreiben von verbindlich zu erreichenden Zielen

zu 6 – Wie können Portfolios mit Noten beurteilt werden?:

  • Portfolio kann spezifische Form der Leistungsfeststellungen sein
  • bei Benotung: Qualitätsraster erstellen mit Kriterien und Niveaustufen

zu 7 – Wie können Kolleginnen, Schüler und Eltern auf die Arbeit mit Portfolios vorbereitet werden?:

  • Kollegium: Portfoliokonzept vor der Portfolioarbeit kurz vorstellen oder Vorstellung nach der Portfolioarbeit und Vorstellen einiger positiven Ergebnisse (abhängig vom Lehrerkollegium)
  • SuS: vor der Portfolioarbeit Gespräche über die Grundhaltung bei der Portfolioarbeit führen
  • Eltern: Brief schreiben oder Elternabend (abhängig von Elternschaft)

zu 8 – Wie sollen die Portfolios aussehen und wo werden sie untergebracht?: 

  • Portfolioarbeit wird von den SuS gemacht und hat seinen Platz in der Schule
  • Platzierung zum Beispiel in Ordnern
  • Portfolios sollten nur über einen kurzen Zeitraum mit nach Hause genommen werden, damit kein Leerlauf in der Schule entsteht

zu 9 – Wie werden Portfoliogespräche geplant?:

  • Gespräche mit MitschülerInnen: Zweck der Gespräche und Vorgehensweise thematisieren
  • Gespräche mit der Lehrperson: in Arbeitsphasen mit SuS sprechen
  • Gespräche mit den Eltern: periodische Planung; sollten von den SuS zu Hause geführt werden

zu 10 – Wie kann die anfängliche Portfoliobegeisterung der Schüler erhalten bleiben?:

  • Leistungen der SuS anerkennen
  • einmal im Jahr mit den SuS feiern –> Portfoliofest
  • nach positiven Entwicklungen beim Kind suchen

 

Quelle: Brunner, Ilse, Thomas Häcker und Felix Winter (Hrsg.) (2006): Handbuch für Portfolioarbeit, Seelze-Velber: Klett/Kallmeyer.

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Rahmenbedingungen und Modelle der Portfolioarbeit

Text: Rahmenbedingungen und Modelle der Portfolioarbeit Welche Konsequenzen ergeben sich für den Unterricht? von Oswald Inglin

  • Portfolioarbeit braucht ein vorbereitetes Umfeld

Rahmenbedingungen für Portfolioarbeit an einer Schule

  1. Curriculare Voraussetzungen
  • Portfolio eignet sich zur differenzierten Förderung und Beurteilung von Fähigkeiten von SuS

2. Organisationsformen

  • Lektionenpools und Projektgefäße sind gute Voraussetzungen für gute Portfolioarbeit
  • längere Unterrichtsperiode
  • alle Mitglieder eines Kollegiums sich diesem Stundenplan-Regime unterordnen

3. Raumordnung

  • man braucht Orte und Räume außerhalb des Klassenzimmers (Recherchearbeiten, …)
  • am besten: gut ausgebaute Mediothek mit Schülerarbeitsplätzen und Internetzugängen

4. Lehrkräfte

  • Portfolioarbeit sprengt das übliche Wochen-Unterrichtsstunden-Arbeitszeitmodell der Lehrkräfte
  • Lösung: Präsenzzeitmodelle
  • fächerübergreifender Unterricht: Lehrer geben Stunden in einen Pool

5. Portfolio

  • erfordert Wertschätzung und Bewertung
  • Bewertung durch Ziffernnote ist Verrat an der Idee schlechthin
  • heikle Beurteilung der reflexiven Leistung muss durch alle Beteiligten geregelt werden

6. Präsentation und die beiden Pfeile?

  • Portfolios sind da, um gezeigt zu werden
  • brauchen Rahmen größerer und offener Anlässe und sollten einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden

7. Portfolioarbeit: Konsequenzen für den Unterricht

  • Frage, ob und wenn ja, wie Portfolios in den Unterricht integriert werden
  • wenn Portfolios parallel zum Unterricht erstellt werden, bedeutet dies viel Arbeit an Zusatz-Korrekturarbeit
  • Portfolioarbeit sollte Teil des Regelunterrichts sein und der Regelunterricht Teil der Portfolioarbeit

8. Modelle

Modelle

Quelle: http://edublog.me/andrea/files/2011/09/Modelle.jpg

(a) Parallel Modell: SuS erstellen Portfolios thematisch und zeitlich unabhängig im Unterricht unter Coaching durch die Lehrkraft

(b) Zentripetal-Modell: Lehrkraft integriert Elemente der Schüler-Portfolios punktuell in den Unterricht (Fixpunkte „Portfolio-Lektionen“ und „Work-in-Progress“ Sitzungen) –> SuS arbeiten zu Hause und in der Schule gibt es regelmäßige Präsentationen (Werkstattgespräche); es kann auch „Showcase“-Lektionen geben

(c) Zentrifugal-Modell: SuS behandeln aufgrund exemplarischer Unterrichtsinputs ihre eigenen Themen methodisch gleich oder ähnlich in ihren Portfolios –> SuS lernen in der Schule das Instrumentarium (exemplarisch) und wenden dies zu Hause an. Es gibt inhaltliche Vorgaben, was in das Portfolio muss.

(d) Einheits-Modell: Der ganze Unterricht dient der Erstellung und Auswertung der Schüler-Portfolios

 

Quelle: Brunner, Ilse, Thomas Häcker und Felix Winter (Hrsg.) (2006): Handbuch für Portfolioarbeit, Seelze-Velber: Klett/Kallmeyer.

 

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