Björns ISP-Blog

Juni 15, 2013
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Abschließende Betrachtung meiner ersten praktischen Erfahrungen im Rahmen des Lehramtstudiums

 

Die vier Wochen waren wirklich sehr interessant. Es waren nicht meine ersten Erfahrungen als Lehrperson in Schulklassen, jedoch war ich zum ersten Mal für Planung und Durchführung des Unterrichts an einem Gymnasium zuständig. Zuvor habe ich zwar Kurse in Grundschulen geleitet und (bereits konzipierte) Führungen im Tierpark durchgeführt, doch nun eigenverantwortlich den Unterricht vorzubereiten und anschließend Gespräche mit Lehrern darüber zu führen, wie sie den Unterricht gesehen haben, fand ich sehr spannend und bereichernd. Was mir auf jeden Fall geholfen hat, war es, dass ich mir vor der Vorbereitung auf die Stunde, konkrete Unterrichtsziele setzte, die mir halfen, den roten Faden nicht zu verlieren.

Anstrengend fand ich hingegen, dass wenn ich eine für mich in sich schlüssige Stunde konzipiert hatte, es (inhaltliche) Wünsche von den Lehrern gab, die meine ganze Planung „über den Haufen“ warfen.

 

Mein Beobachtungsschwerpunkt (Lehreraktionen, die die Aufmerksamkeit der Schüler generieren/aufrecht erhalten) empfand ich im Nachhinein ungünstig gewählt, da er so viele Komponenten enthält, die man kaum alle Erfassen kann. Letztlich kann man fast alle Aktionen des Lehrers während des Unterrichts damit begründen, dass er die Aufmerksamkeit hoch halten will. Diese Menge zu erfassen ist sehr schwierig für mich gewesen. Um alle Aktionen erfassen zu können, die ein Lehrer macht, müsste man bereits bei der Planung dabei sein, da dort schon die wesentliche Vorarbeit geleistet wird,  um die Schüler „bei der Stange zu halten.“ Warum ich mich für diesen Beobachtungsschwerpunkt entschied, liegt darin begründet, dass es für mich, wie für viele andere wahrscheinlich auch, die Horrorvorstellung ist, dass die Schüler einem überhaupt nicht folgen und machen was sie wollen. Dabei haben sich in der Praktikumszeit hauptsächlich folgende „Maßnahmen“ herauskristallisiert, mit denen versucht wurde dagegen zu steuern:

1)   Respektvolle Unterrichtsatmosphäre schaffen. (Respektvoll agieren, aber auch Respekt einfordern)

2)   Adressatengerechte Methoden und Inhalte (unterschiedliche Dimensionen wurden geöffnet)

3)   „Stimme als Werkzeug“, Begeisterung vermitteln, Auftreten

4)   Androhen von Sanktionen (Androhung den Ausflug zu streichen)

5)   Sanktionierung (Habe ich nicht beobachtet.)

 

Natürlich ist diese Liste weder vollständig noch stellt sie ein Ranking dar. Erreicht man jedoch vor allem den ersten Punkt, ist bereits viel erreicht und es macht einem die Unterrichtsgestaltung sehr viel einfacher, da man weiß, dass Schülern wie Lehrern kleinere Fehler auch verziehen werden. Vor allem für mich als Unerfahrenen war dies sehr wertvoll.

 

Letztlich muss ich sagen, dass mir der Umgang mit den Schülern Spaß gemacht hat, auch wenn es gerade in der 7. und 8. Stunde etwas unruhiger wurde. Sie sind mir nicht auf der „Nase herumgetanzt“ und der Lehrer lobte, dass ich trotz handwerklicher Mängel eine „angenehme Arbeitsatmosphäre“ schuf. Solche Einschätzungen geben mir auf jeden Fall Hoffnung. Jedoch muss ich sagen, dass mir der Weg zum Beruf „Lehrer“ noch sehr lang vorkommt. Während des Praktikums hatte ich auch die Gelegenheit bei Kernpraktikanten zu hospitieren. Meines Erachtens hat man den Unterschied zu uns ISP-Praktikanten deutlich gespürt, wenn sie vor der Klasse standen und vor allem die Planung und anschließende Auswertung war deutlich professioneller als bei uns. Dies stimmt mich zuversichtlich, dass das Masterstudium etwas praktischer und „handfester“ gestaltet ist, als das Bachelorstudium.

Februar 27, 2013
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Beschreibung und Reflexion einer eigenen Unterrichtsstunde

 

Ab der zweiten Woche hatte ich bereits die Möglichkeit selber Unterricht zu gestalten. Eine Sportstunde (90min) möchte ich nun im Folgenden beschreiben.

 

Ausgangspunkt für meine Überlegungen waren meine Beobachtungen des Unterrichts der Lehrbeauftragten, die ich in dem Blogeintrag „Sammlung aus Sportunterrichtshospitationen“ beschrieb. Die Schüler sollten in meiner Stunde ein bisschen mehr über das nachdenken, was sie tun.

In der Fachausbildung Handball wurde uns Studenten damals eine sehr interessante Möglichkeit vorgestellt, wie man neue Spiele einführen kann. Dazu  wurde der Kurs in vier Mannschaften eingeteilt und es wurden nur folgende Regeln festgelegt: Der Ball muss ins gegnerische Tor und man solle sich nicht die „Köppe einhauen.“ Die Mannschaften, die nicht spielten, sollten das Spiel beobachten und sagen, was ihnen an dem Spiel nicht gefällt und sich zwei Regeln ausdenken, die das Spiel attraktiver machen sollen.

Dieses Spiel fand ich sehr gut, da wir die Regeln vom Handball so spielerisch lernten und erfuhren, wozu sie eigentlich gut sind. Vor allem jüngeren Schülern kann der Sinn von Regeln so deutlich gemacht werden und diese werden dann eher eingehalten als welche, die „von oben“ vorgegeben werden. Die Tatsache, dass es quasi die eigenen Regeln sind verstärkt diesen Effekt zusätzlich.

Die Schüler sind also gezwungen über den Sportunterricht nachzudenken und können ihn aktiv mitgestalten. In der Regelfestlegungsphase werden alle Mannschaften zusammengeholt und die Nicht-Aktiven sollen erzählen, was sie beobachteten und sagen, was sie für Regeln einführen. Der Lehrer sollte die Regeln nicht kommentieren. Die Schüler müssen bei diesem Spiel auch lernen, die Meinungen anderer zu respektieren, auch wenn sie die Regeln „doof“ fanden. Ich finde dieses Spiel also auch im Rahmen des „demokratisierenden Sportunterrichts“ wertvoll. Risiken sehe ich darin, dass manche Schüler zu dominant auftreten und manche resignieren. Hier stellt sich die Frage, wann der Lehrer moderierend eingreift.

 

Für wollte also diese Spiel-Form einführen. Ich entschied mich dazu es zu einem Endzonenspiel umzugestalten und gab dies durch abgesteckte Endzonen vor. Als Spielgerät wählte ich die Frisbee. Dieses Spiel stellte den Abschluss der Stunde dar.

 

Um das Werfen mit der Frisbee zu üben überlegte ich mir, dass ein lockeres Ausprobieren verschiedenster Techniken sinnvoll wäre. Anschließend wollte ich einen kleinen Wettbewerb schaffen, bei dem die Schüler unter Zeit- und Präzisiondruck (vgl. Neumaier, 2002) stehen sollten. Es ergab sich dann also folgender Ablauf (in Klammern: Fragen und Anweisungen an die Schüler)

 

1)   Ausprobieren (Versucht die Frisbee auf verschiedenste Art und Weise so zu werfen, dass sie sicher beim Partner ankommt!)

2)   Reflexionsphase, Demonstration von Techniken durch einzelne Schüler (Was für Techniken habt ihr entdeckt? Welche klappt bei euch am besten?)

3)   Wettbewerb (Aufteilung (durch Abzählen) in vier Mannschaften: Jede Gruppe bildet eine Schlange, der erste steht auf der Grundlinie! Versucht die Frisbee in die Ringe zu werfen. Der nächste Ring gibt 1 Punkt, der mittlere 2 und der weiteste 3 Punkte! Einer pro Mannschaft ist der Zähler!)

4)   Abschlussspiel (siehe oben)

Beim Ausprobieren wählte ich Schaumstoff-Frisbees, da auf dem begrenztem Raum viel Betrieb war und es leicht passieren konnte, dass jemand eine gegen den Kopf bekommt. Beim Wettbewerb und beim Abschlussspiel konnte man jedoch das „richtige“ Sportgerät verwenden. Ich empfand, dass die Schüler während der Erprobungsphase viel ausprobierten und eine gewisse Kontrolle über das Gerät bekamen. Ich konnte keinen Schüler beobachten, der sich dem verweigerte. Die erste Phase fand ich dementsprechend gelungen.

Beim Wettbewerb der 4 Gruppen waren die Gruppen sehr ehrgeizig. Gute Werfer wurden in der Gruppe dazu ermutigt öfter zu werfen, als diejenigen, die es nicht so beherrschten. Nach der ersten Runde wurde dies bemängelt und die Regel gemeinsam verabschiedet, dass man nur der Reihe nach werfen durfte. Dies hätte ich bei der Spielerläuterung im Vorfeld erklären können, jedoch habe ich vorher nicht mit diesem „Schummeln“ gerechnet. Ansonsten lief auch dieses Spiel ganz erfolgreich. Die Schüler wurden in großen Teilen sicherer im Umgang mit dem Gerät und die Würfe wurden präziser.

Auch das letzte Spiel lief wie erwartet: Einzelne Schüler versuchten einfach mit der Frisbee in die Endzone durchzurennen. Schnell machte sich bei den anderen Schülern Missstimmung breit. Die Beobachter einigten sich zunächst auf eine Schrittregel. Man durfte nur noch drei Schritte mit der Frisbee in der Hand machen. Das Spiel lief nun deutlich besser, jedoch wurden die Schüler so umzingelt, dass sie nicht mehr werfen konnten. Statt eine Abstandsregel einzuführen, wurde z.B. versucht die Schrittregel wieder aufzuheben, was ich jedoch verweigerte. Es stellt sich mir hier die Frage, wann ich bei so einer Form eingreife und wann nicht. Der Idee ist eigentlich die, dass ich mich als Lehrer fast komplett zurückziehe und die Schüler gewähren lasse. In Anbetracht der Zeit entschied ich mich aber dafür hier einzugreifen, sodass am Ende noch ein vernünftiges Spiel zusammen kommen sollte. Andere Regeln der Schüler wie eine Zeitbegrenzung beeinflussten das Spiel zwar durchaus positiv, doch entwickelte sich kein flüssiges Spiel, da die Würfe zu unpräzise waren und die Schüler so immer sofort umstellt und geblockt wurden. Das Spiel lässt sich meines Erachtens nur durchführen, wenn die Schüler schon länger mit dem Gerät vertraut sind. So waren die Schüler noch mit der Behandlung des Movendums überfordert, dass gar kein Spiel hätte zu Stande kommen können. Für dieses Spiel und die Fähigkeiten der Schüler wäre also ein Ball besser geeignet gewesen. Trotzdem wurden die Schüler auch in sozialer und kognitiver Hinsicht gefordert, was ich ja erreichen wollte. Jedoch gingen die Schüler nicht so zufrieden in die Pause, da das Spiel nicht so lief, wie ich es mir auch vorgestellt hatte.

 

 

Neumaier (2002): URL: http://www.uni-bielefeld.de/

sportunterricht/tipps/tennis/folien.pdf

Februar 18, 2013
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Hospitation im Biologie-Unterricht

 

Zum Abschluss meines Berichts über Hospitationsstunden möchte ich noch auf einige beobachtete Situationen im Biologie-Unterricht kommen.

 

In der 8c, die ich später hauptsächlich unterrichten sollte, fiel mir sofort eine hohe Beteiligung und eine beeindruckende Atmosphäre auf. Der Lehrer strahlte eine Gelassenheit und Ruhe aus und „lächelte“ kleine Störungen einfach weg. Er vermittelte durch seine Stimme und Mimik eine Begeisterung für das Thema, die sich sogar auf die hospitierenden Studenten übertrug. Seine Stimme benutzte er wirklich als Werkzeug. Die Stunden bei ihm waren sicherlich die, die mich am meisten geprägt haben in der Praktikumszeit. Beachtlich fand ich die hohe Zahl an Meldungen. Zwischenzeitlich zählte ich elf Meldungen. Vor allem für eine 8. Klasse fand ich diese Anzahl beachtlich.

Im Gespräch nach der Stunde fragte ich den Lehrer, wie er dies erreichte. Wichtig seiner Auffassung nach sei einfach – so trivial es klingen mag – dass die Schüler die Wertschätzung und Respekt des Lehrers spürten. Selbst und gerade bei Maßregelungen achte er darauf, den Schüler es immer spüren zu lassen, dass es nichts Persönliches ist.

Für die Aufmerksamkeit der Schüler ist also der gegenseitige Respekt von entscheidender Bedeutung. Wenn man es mit den Schülern gemeinsam schafft eine solche Atmosphäre zu kreieren, ist schon viel gewonnen.

 

Phrasen, die in seinem Unterricht auch immer gefallen sind, waren z.B. „Bitte alle Augen zu mir.“ Sowas kann man im Gegensatz zu dem oben erwähntem leicht in seinen Unterricht verwenden.

Februar 15, 2013
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Sammlung aus Sport-Unterrichts-Hospitationen

 

Ab dem dritten Tag haben wir selbstständig Lehrer angesprochen, um ihren Unterricht zu beobachten. Ich entschied Kurse des Profils „Sport, Gesundheit und Nachhaltige Entwicklung“ zu beobachten, da dort meine beiden Unterrichtsfächer (Biologie und Sport) profilgebende Fächer darstellen.

 

Gerade in der Sporthalle finde ich es interessant, wie der Lehrer schnell und schonend die Aufmerksamkeit der Schüler gewinnen kann. Die Halle der Schule war drei-geteilt. Dementsprechend laut konnte es während der Bewegungsphasen, aber auch in den Reflexionsphasen werden. Es besteht also gerade hier eine große Herausforderung für den Lehrer die Schüler darauf zu fokussieren, worauf es ankommt. Zudem bietet eine Sporthalle mit Bällen etc. natürlich noch vielfältige Ablenkungsmöglichkeiten.

In der Sportstunde fiel mir auf, dass sämtliche Übungen und Spiele von Musik begleitet wurden. Der Lehrer redete entweder gegen die Lautstärke an oder ließ die Anlage kurz pausieren, wenn sich ein Gespräch entwickeln sollte. Die „Banksitzer“ waren letztlich für die Musik zuständig. Immer wenn die Musik ausging, wussten die Schüler schon, dass sie zusammen kommen sollten. Durch dieses Ritual bekommt der Sportlehrer schnell die Aufmerksamkeit der Schüler, ohne seine Stimme bei der schlechten Akustik der Halle beanspruchen zu müssen. Andere Möglichkeiten, die ich bei anderen Kollegen beobachten konnte, sind zum Beispiel auch das Pfeifen. Eine sehr interessante Methode ist zudem auch den Arm zu heben und stumm mit den Fingern herunter zu zählen. In einer 6. Klasse konnte ich dies beobachten. Die Lehrerin ging in die Mitte und als sie merkte, dass sie von einem gewissen Anteil der Klasse beachtet wurde, zählte sie herunter. Wer bei Null nicht da war, ging von alleine herunter und machte zehn Liegestützen. Einige Schüler machten da teilweise ein Spiel draus und versuchten erst auf dem aller letzten Drücker in den Kreis zu stoßen. Nichtsdestotrotz finde ich diese Methode gerade bei den unteren Jahrgangsstufen sehr interessant.

 

Welche große Rolle Rituale gerade im Sportunterricht spielen, konnte ich dann bei einer anderen Klasse beobachten. Eine Lehrbeauftragte für den Sportunterricht in einer 7. Klasse hatte, bis auf den Kreis am Anfang kaum erkennbare Rituale. Sie rief die Schüler ab und zu zusammen um neue Aufgaben zu erklären. Dabei fing sie jedoch bereits zu erklären an, als noch gar nicht alle Kinder zusammen gekommen waren. Diese wussten anschließend nicht genau was zu tun war und suchten dann andere Beschäftigung in der Halle, bis die Lehrbeauftragte gezwungen war zu intervenieren.

 

Auffällig war an ihrem Unterricht auch, dass die Schüler nicht dazu angeregt wurden über die gelernten Handlungen zu reflektieren. Dies ist in modernem Sportunterricht jedoch ein wesentlicher Bestandteil. Dem „Doppelauftrages des Erziehenden Sportunterrichts“ (vgl. Prohl) kann so gar nicht Rechnung getragen werden. Prohl verlangt vom „erziehendem Sportunterricht“, dass er zwei gleichberechtigte Grundgedanken verfolgt: „Erziehung im Sport“ und „Erziehung durch Sport.“ Diese beiden haben eine Schnittmenge im Kompetenzerwerb im zweierlei Sinnen: Allgemeinbildung (Selbstbestimmung, Teamfähigkeit) und Bewegungsbildung (Lernzuwachs, Erfahrungsqualität) (vgl. ebd.) Diese Grundgedanken können nur in einem Sportunterricht stattfinden, in dem man gemeinsam reflektiert und gemeinsam Entscheidungen trifft. Da in diesem Sportunterricht jedoch kaum geredet wurde, sondern nur Übungen angesagt wurden, werden diese Ziele offensichtlich nicht verfolgt.

 

Eingangs dieses Eintrages wurden die vielfältigen Ablenkungsmöglichkeiten thematisiert. Dem wurde teilweise entgegengewirkt, indem die Lehrperson anordnete Bälle etc. in das Tor zu legen, bevor man sich sammelte um zu diskutieren. Gerade in unteren Klassen ist dies sehr, sehr sinnvoll, da man sonst ständig unterbrochen wird.

 

Eine zentrale Maßnahme um den Fokus der Schüler aufrecht zu erhalten ist, die Ansagen und Arbeitsanweisungen so deutlich und knapp wie möglich zu formulieren.

 

Eine Herausforderung, die auf uns Praktikanten zu kam ist, dass wir keine Namen kannten. Dementsprechend schwer war es in der Sporthalle Schüler aufzurufen, die einen gerade nicht beachteten. In Fachräumen konnten einem noch Sitzpläne helfen. In der Sporthalle war dies natürlich nicht möglich. Im Nachhinein, hätte ich es mir gewünscht, wenn ich bei zumindest bei den von mir geleiteten Stunden, Aufkleber mit den Namen hätte anfertigen lassen. Es war so kaum möglich Schüler zu loben, aufzurufen, zu ermahnen. Außerdem weiß der Schüler sicherlich um seine Anonymität und fühlt weniger Verbindlichkeit in seinem Handeln.

 

Prohl, R. (2012): Der Doppelauftrag des Erziehenden Sportunterrichts. In: Scheid, Volker (Hrsg.); Prohl, Robert (Hrsg.): Sportdidaktik. Grundlagen – Vermittlungsformen – Bewegungsfelder. Wiebelsheim: Limpert (2012) S. 70-91

Februar 5, 2013
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Tag II – Beobachtungen in der 7. Klasse

Tag 2 begann genau wie der erste um 8.00 morgens. Wegen meiner langen Anreise hieß es für mich aufstehen morgens um 5… Beobachtungsschwerpunkt dieses Tages war, dass die ISP-Praktikanten eine Klasse während des ganzen Tages begleiten, um herauszufinden, wie sich die Schüler bei anderen Lehrern und anderen Tageszeiten verhalten.

 

1. Block: Biologie.

Thema in der 7. Klasse ist unter anderem Suchtprävention. Dazu wird in den Fächern Kunst und Biologie fächerübergreifend gearbeitet.

Aufgrund des Halbjahreswechsels wurde auch dies als neues Thema eingeführt. Dazu musste zunächst der Raum gewechselt werden, um Videos zeigen zu können. Es wurde ein relativ kleiner Raum aufgesucht, in dem ein smart-Board montiert war. Der Rechner war jedoch mit den Videos zunächst überfordert, sodass der Lehrer erst die identischen Videos mit geringerer Qualität heraussuchen musste. Dadurch kam natürlich Unruhe auf. Die Kounin-Dimension (vgl. Kounin, J., 1976) „Reibungslosigkeit“ ist dementsprechend zum einen durch den Raumwechsel, zum anderen durch die überforderte Technik deutlich verletzt. Jedoch hat der Lehrer schnell wieder die Aufmerksamkeit der Schüler bekommen, sobald er die Videos zum laufen gebracht hat. Durch einleitende Worte, die er unterbrach, bis die Schüler wirklich alle „bei ihm waren.“ Eine der wichtigsten Maßnahmen ist sicherlich auch die, dass man Pausen macht, wenn man merkt, dass man in Unruhe hineinredet. Das fiel mir bei meinem ersten Unterrichtserfahrungen (ich arbeite in der Li-Zooschule bei Hagenbeck) zunächst schwer, da ich in der Aufregung nicht das Selbstvertrauen hatte zu warten.

 

Nach dem Einstieg ging es wieder in den Bio-Raum. Dort standen sechs Themengruppen an der Tafel. Die Schüler hatten kurz Zeit um sich in Dreier-Gruppen für ein Thema zu entscheiden. Zunächst konnten sich die Schüler das Thema wählen. Gruppen die sich nicht entschieden hatten wurden Themen zugeteilt. Schülern Wahlmöglichkeiten zu bieten und Mitbestimmen zu lassen, womit sie sich befassen (müssen) erhöht laut Deci & Ryan (1993) die Motivation der Schüler; könnte so also auch die Aufmerksamkeit der Schüler auf das Unterrichtsgeschehen positiv beeinflussen.

Die Schüler sollten zu der ihnen zugeteilten Droge ein Plakat entwerfen und bekamen vom Lehrer Materialien zur Information sowie zum Dekorieren der Plakate hineingereicht. Es wurde jedoch ausdrücklich gewünscht, das Plakat auch mit Material von zu Hause zu erweitern. Zeitvorgabe war die verbleibende Zeit (60min) und nochmals 45 min der nächsten Stunde.

Um die Lautstärke auch während der Gruppen-Arbeit auf angenehmem Level zu halten, wurde immer wenn es zu laut wurde, ein Galgen an der Tafel weitergeführt. Obwohl der Lehrer nichts weiter unternahm, als das Anzeichnen (kein Räuspern oder Ähnliches) wurde es zumindest für die nächste Zeit merklich ruhiger.

 

2. Block: Vertretung Spanisch

In der nächsten Stunde wurde der Spanisch-Kurs vertreten. Neu für mich war, dass die Lehrerin, die wegen Krankheit vertreten wurde, Aufgaben hineingereicht hat, die erledigt werden sollten. In meiner Schulzeit wurde dann meisten etwas ganz anderes gemacht. Interessant war es deshalb, weil die Vertretungslehrerin die Schüler nicht kannte. Ich habe sie dort sehr viel strenger empfunden, als in ihren eigenen Klassen. Sie machte von Anfang an deutlich, dass sie einen Plan habe, den sie zu erfüllen gedenkt, ansonsten würde sie dies an ihre Kollegin weitergeben. Das Drohen kann also auch als eine Form der Aufmerksamkeits-Beschaffung.

 

Ein weiteres, für mich neues Mittel um die Gesprächslautstärke in Gruppenphasen zu dosieren ist, dass man die Anweisung gibt, dass die Schüler ihre 30-cm-Stimme nutzen sollen.

 

3. Block: Mathe

Jeden zweiten Dienstag hat die Klasse „früh“ (13.30) Schluss. In den letzten beiden Stunden des Tages fand Mathematik-Unterricht bei ihrem Klassenlehrer statt. Dieser berichtete, dass die Klasse mit Disziplin-Problemen zu kämpfen hätte. Er hätte aus diesem Grund einen Strafkatalog erstellt. Vergehen wurden in unterschiedliche Kategorien (Störung, Verschmutzungen, Hausaufgaben vergessen, etc.) eingeteilt und mit Punkten versehen, je nachdem wie schwer dieses Vergehen war. Dann wurde sich im Klassenrat pro Kategorie auf eine Punktzahl geeinigt, die unterschritten werden sollte. Wird diese Disziplin von den Schülern erbracht, werden sie mit einem Ausflugstag belohnt. Diese Methode finde ich persönlich sehr interessant, da gemeinsam mit den Schülern Verbindlichkeiten herausgearbeitet wurden und diese so auch leichter nachzuvollziehen sind. Die Schüler haben eine Belohnung vor Augen, statt einer Bestrafung, wie es sonst oft der Fall ist. Um wieder im Fokus der Schüler zu sein zählt der Lehrer ab 10 rückwärts. Wer dann noch schreibt bekommt einen Strich in die Spalte der Kategorie „Störungen.“ Auch dieses Herunterzählen ist ein Werkzeug, das man sich sicherlich gut bei manchen Gruppen eignet. In dieser Klasse war es so, dass es ein, zwei Schüler gab, die zu sehr die Aufmerksamkeit des Lehrers benötigten. Kaum hatten sie eine Aufgabe gelöst, sind sie zum Lehrer gegangen und haben das Ergebnis kontrollieren lassen. Der Lehrer wies freundlich darauf, dass sie selber am Platz Möglichkeiten haben, dieses Ergebnis zu kontrollieren.

Auffällig in dieser Klasse war zudem, dass pro Tischgruppe (L-förmige Anordnung) zwei Mädchen und zwei Jungen saßen. In dieser Stunde lief hauptsächlich Stillarbeit ab. Es wurde auch ein Schrank aufgeschlossen, aus dem sich die Schüler Baustellen-Kopfhörer nehmen konnten, falls es ihnen doch zu laut war, um sich konzentrieren zu können.

 

Kounin, J. (1976): Techniken der Klassenführung. Bern: Huber

Deci, E., Ryan, R. (1993): URL: http://www.selfdeterminationtheory.org/SDT/documents/1993_DeciRyan_DieSelbstbestimmungstheoriederMotivation-German.pdf [Stand:20.02.2013]

Februar 4, 2013
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Tag I – Beobachtungen.

Idee des ersten Tages war es, einen Lehrer im Umgang mit verschiedenen Klassen zu beobachten. Ich wurde einer Kunstlehrerin zugeteilt, was zunächst befremdlich für mich war, da ich seit der 9. Klasse keinen Kunstunterricht mehr besucht habe. An diesem Tag beobachtete ich dann sechs Stunden Kunstunterricht.

 

In den ersten beiden Stunden beobachtete ich einen Oberstufen-Kurs der S4. Für die Schüler war es das erste Mal, das sie sich nach den schriftlichen Abiturprüfungen im offiziellem Rahmen wiedersahen. Es herrschte eine „entspannte“ Atmosphäre. Die Lehrerin begann ihren Unterricht mit dem Erkundigen nach dem Wohlbefinden der Klasse und wollte wissen, wie sie die Prüfungen empfanden.

Der Einstieg in das neue Thema gestaltete sie mit einem kurzen Vortrag. Anschließend wurden an den Gruppentischen erste Ideen gesammelt. Eine Gruppe von Schülerin zeigte sich enttäuscht über das neue Thema, da ihnen im letzten Semester ein anderes versprochen wurde. Die Lehrerin entschied, dass die Schüler sich individuell entscheiden könnten, welches Thema sie bearbeiten wollen und worüber sie die Klausur schreiben wollen. Peschel (2002) befasst sich mit Dimensionen von Unterricht. Bezogen auf diese beschriebene Situation kann man von einem hohen Maß an „sozialer und persönlicher Offenheit schließen (vgl. ebd.) Die Schüler können den Unterrichtsablauf mit gestalten und es wird durch diese ein gewisses Maß an Gleichberechtigung erreicht. Die Lehrerin stellte es den frei welche Medien sie für ihr jeweiliges Thema verwenden. Fotos, Zeichnungen, Malereien oder Installationen. Zur Verfügung stand den Schülern auch ein smart-Board, an dem sie sich im Internet Inspirationen holen konnten und auch berühmte Kunstwerke des jeweiligen Themas analysierten. Dementsprechend war auch die Dimension „Methodische Offenheit“ weit geöffnet. Sie zeichneten z.B. den goldenen Schnitt in die Gemälde oder markierten wichtige Punkte im Bild. Nach dem Input zog sich die Lehrerin sehr zurück und gab nur vereinzelt Hinweise und Anregungen.

 

Nach einer halbstündigen Pause, die wie bereits erwähnt, von der Schulleitung genutzt wurde sich uns vorzustellen, ging es weiter an meinem „Kunst-Tag.“

Bei der 5. Klasse fiel mir auf, dass sehr viel weniger Input gegeben wurde, als in S4. Zudem waren den Schülern viele Dimensionen nicht geöffnet, wie in S4: Die Inhaltsdimension, die zuvor noch die Wahl zwischen zwei Themen einschloss, war in der 5. sehr eingeschränkt. Auch die methodische Offenheit war begrenzt. So wurden nur Bleistift-Zeichnungen angefertigt. Die Schüler durften nicht den Raum verlassen, um sich im PC-Pool Ideen zu holen, wie es die angehenden Abiturienten durften. Die Schüler durften leise Musik mit Kopfhörern hören, um nicht von anderen abgelenkt zu werden. Lediglich die Dimension „Persönliche Offenheit“ weitestgehend geöffnet. Es fand nur Einzelarbeit statt.

 

Was mir ebenfalls auffiel ist, was für eine wichtige Rolle Marken im Alter von 5-Klässlern ist. In fast allen Bildern, die von Jungs gezeichnet wurden, fanden sich Namen oder Werbeslogans wieder. Von diesem Ausmaß war ich irgendwie überrascht.

 

An meinem ersten Tag hatte ich noch keinen Beobachtungsschwerpunkt festgelegt. In den nächsten Tagen sollte sich dieser erst herauskristallisieren. Ich entschied mich dafür, Lehrerhandlungen, –maßnahmen und -vorkehrungen zu beobachten, mit denen die Lehrer die Aufmerksamkeit der Schüler erlangen. Aufgrund der vielfältigen Arten der Maßnahmen entschied ich mich für einen formlosen Beobachtungsbogen.

In den ersten Stunden im Kunstraum fiel mir auf, dass es keine klare Ausrichtung der Tischanordnung in irgendeine Richtung des Raumes gab. Obwohl smart-Board vorhanden war und an der Stirnseite des Raumes war, saßen auch Schüler zunächst mit dem Rücken dort hin und drehten sich nur, wenn es dort gerade einen Input der Lehrerin gab. Des Weiteren wurden Pinnwände an anderen Wänden genutzt um Werke von Schülern zu demonstrieren. Inwieweit diese Sitzordnung der Aufmerksamkeit dem Lehrer gegenüber dienlich ist, ist schwer zu beurteilen. Diese Sitzordnung ist sicherlich vorteilhaft bei Gruppenprozessen etc. jedoch ist kann durch ein eingeschränkte Sicht und Gruppendynamiken zu mehr Unruhe kommen. Bei lehrerorientierten Phasen müsste dies eventuell durch eine stärkere Lehrerpräsenz ausgeglichen werden.

 

In der danach beobachteten 7. Klasse waren diese Dimensionen ähnlich offen/geschlossen wie in der 5. Klasse. Jedoch bemerkte man, dass die Autorität der Lehrerin schwächer wahrgenommen wurde.

 

Peschel (2002): URL: http://methodenpool.uni-koeln.de/unterricht/darstellung.html [Stand: 12.02.2013]

Februar 4, 2013
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Erste Eindrücke

 

 

Pünktlich um 7.45 trafen wir ISP-Praktikanten uns im Lehrerzimmer. Dort wurden wir zügig den Lehrern vorgestellt, die wir den Tag begleiten sollten. Von der Mentorin waren die ersten beiden Tage des Praktikums so geplant, dass wir am ersten Tag beobachten können, wie unterschiedlich ein Lehrer sich bei verschiedenen Klassen verhält. Am zweiten Tag ging es darum eine Klasse während eines gesamten Schultages zu begleiten, um so beobachten zu können, wie sich die Schüler bei anderen Lehrern verhalten. Nach den ersten beiden Stunden, die ich im Kunstunterricht hospitieren durfte, trafen sich wieder alle Praktikanten und wurden von der Schulleitung begrüßt. Zu meinem Schrecken musste ich feststellen, dass meine ehemalige Klassenlehrerin Schulleiterin meiner ISP-Schule geworden ist. Sie zählte wirklich nicht zu meinen „Lieblingslehrerinnen“, aber letztendlich hatten wir kaum Berührungspunkte…

 

Neben Infomaterial wie „Verhaltenscodex“ und Lageplan erhielten wir auch Zugriff auf das iServ-Portal (http://iserv.eu) der Schule. So konnten wir Inhalte (.docs, etc.) teilen, erhielten Nachrichten und konnten – was für uns Studenten am wichtigsten war – Stundenpläne der einzelnen Klassen und Lehrer nachvollziehen sowie Raumbelegungen checken. Das ganze funktionierte sogar vom privaten PC zu Hause. Auch wurden wir auf der Startseite des Portals über Konferenzen und Schulwettbewerbe informiert und wurden eingeladen ihnen beizuwohnen. Jeder Schüler hat ebenfalls so einen Account, jedoch besitzen sie natürlich andere Zugriffsrechte, als das Kollegium. Leider habe ich es versäumt mir dieses Portal aus Schülersicht anzusehen, was im Nachhinein – gerade in Betracht dieses Online-Seminars – ärgerlich war. Wir erhielten zudem die Software für die smart-Boards, die in vielen Räumen der Schule vorhanden waren.

 

Die Schule hat eine 90-Minuten-Taktung. Es gibt demzufolge keine Einzelstunden mehr. Bei eigentlich 3-stündigen Fächern wie Biologie ist es dann so, dass beispielsweise in geraden Wochen zwei mal 90 Minuten unterrichtet werden und in ungeraden nur einmal. Umso wichtiger war für uns das iServ-Portal, da die Stundenpläne sich teilweise deutlich von einander unterschieden.

 

Das Kollegium wirkte zunächst sehr freundlich und offen. Diese Einschätzung sollte sich im Laufe der vier Wochen bestätigen.

Januar 21, 2013
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Topsch: Beobachten im Praktikum – wie geht das?

Beobachtung ist ein zentraler Aspekt wissenschaftlichen Arbeitens. Jedoch sollte man sich –  gerade bei der Beobachtung von Mitmenschen – immer darüber im Klaren sein, dass eine Beobachtung nie objektiv sein kann. Um gültige Aussagen generieren zu können müsse „man die subjektiven Momente der Beobachtung“ reduzieren (Topsch, 2002, S.2). Daher sollte man vorab klären (vgl. ebd.):

  • Wer beobachtet (Fremdbeobachtung oder Selbstbeobachtung)
  • unter welchen Bedingungen (teilnehmend oder nicht teilnehmend)
  • wie lange, in welchen Zeitstrukturen (fortlaufend oder Intervalle)
  • Um welche Objekte (Personen, Aktionen, Konstellationen) geht es?
  • Welche Protokollform (formlos, teilformatisiert, formatisiert) soll verwendet werden?

Während des Unterrichts passiert vieles gleichzeitig, dabei entgehen einem viele interessante Aspekte. Die Gefahr besteht, dass man den Unterricht so nur oberflächlich betrachtet. Daher empfiehlt es sich einzelne Aspekte als Schwerpunkte zu wählen. Mögliche Beobachtungsschwerpunkte wären laut Topsch (Auszug):

Lehrer:

–       Lernsteuerung (Impulse)

–       gewählte Methoden

–       Umgang mit Störungen

Schüler:

–       Mitarbeit

–       Kooperation

–       Störungen

Protokollformen:

–       Wortprotokolle: Nur sinnvoll bei Vertiefungsschwerpunkt, oder bei konkreten Fragen wie: „Mit welchen Worten ruft der Lehrer zur Ruhe etc auf?“

–       Zusammenfassende Protokolle: Fassen Unterrichtsphasen zusammen, hohe Gefahr der Subjektivität

–       Teilformatisierte Protokolle: Es empfehlen sich Spalten für Zeit, Beschreibung und eigenen Bemerkungen.

–       Formatisierte Protokolle: z.B. Strichlisten. Setzen genauen Plan voraus welche Verhaltensformen untersucht werden sollen.

 

Topsch fügt seinem Aufsatz noch eine Checkliste zur Unterrichtsbeobachtung bei (S.10):

1)   Beobachtungsbereich festlegen

2)   Unstrukturierte Beobachtung durchführen

3)   Einengung auf eine bestimmte Ausdrucksform vornehmen

4)   Aufschlüsselung der gewählten Kategorie in konkrete Verhaltensformen mit Klassenlehrer oder Mitpraktikant vereinbaren.

5)   Ggf. Einengung auf bestimmte Schüler

6)   Deskriptionsform festlegen. Wertungen vermeiden.

7)   Auswertung vornehmen.

8)   Schlussfolgerungen/Konsequenzen für späteren eigenen Unterricht bedenken.

 

Aus: Topsch, W.:  Grundwissen: Schulpraktikum und Unterricht. Neuwied/Kriftel, 2002

Januar 7, 2013
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Unterrichtsplanung

Im folgenden möchte ich unterscheiden in Planung einer Unterrichtseinheit und Planung einer Unterrichtsstunde:

Planung einer Unterrichtseinheit:

Bei der Planung der Unterrichtseinheit sollte zunächst geklärt werden, inwieweit sich das Thema mit dem Rahmenplan vereinbart werden kann und wie viel Spielraum dieser bietet. Eine zentrale Überlegung, die man anstellen sollte ist, ob man seine Unterrichtseinheit kompetenzorientiert oder lernzielorientiert durchführen will.

Kompetenzorientierung Lernzielorientierung
– Erwerb von Fähigkeiten und Fertigkeiten – Erwerb von Faktenwissen
– langfristiger Könnenserwerb – Faktenwissen oft nicht anwendbar
– individuelle Voraussetzungen können leicht berücksichtigt werden – häufige Lernmisserfolge aufgrund unterschiedlicher Voraussetzungen
– Fokus liegt auf dem „Wie“ Fokus liegt auf dem „Was“
-> Output orientiert -> Input orientiert

Ein wichtiger Faktor, der bei der Entscheidung zwischen diesen beiden Orientierung eine Rolle spielt ist sicherlich auch die zur Verfügung stehende Zeit. Hat man für die Unterrichtseinheit nur wenige Stunden zur Verfügung, ist es eventuell sinnvoller den Fokus auf die Lernziele zu richten. Hat man etwas mehr Zeit überwiegen die Vorteile der Kompetenzorientierung deutlich, wie ich finde. Ein wichtiger Punkt beim Planen der Einheit ist aber auch die Einführungsstunde. In ihr könnte man eventuelle Erfahrungen und Vorstellungen der Schüler erfassen und diese dann in die Planung der nächsten Stunden einfließen lassen.

Planung einer Unterrichtsstunde:

Für den Einstieg in eine Unterrichtsstunde kann es für die Lehrkraft nützlich sein einen Impuls (Frage, Gegenstand etc.) zu geben, der die Schüler motiviert sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Auch kann man den Schülern darlegen, welche Lernziele die Schüler am Ende der Stunde erreicht haben sollen.

Für die Erarbeitungsphase sollte der Lehrer wichtige Aspekte des Inhaltes vorbereiten und eine  geeignete Sozialform finden, diese den Schülern zu vermitteln. Gerade hier ist es möglich im Verlauf eines Schuljahres auf eine Methodenvielfalt zu achten.

Beim Konsolidieren geht es um die Sicherung des Erarbeiteten. Bei der Planung sollte sich der Lehrer Gedanken machen, wie er das Erlernte festhalten will.

Bei der Anwendung  geht es um die Verwendung des Neuerworbenen. Der Lehrer muss sich entscheiden, welche Transferaufgaben er den Schülern abverlangt.

Für die erneute Konsolidierung kann der Lehrer sinnvolle Hausaufgaben entwickeln, die die Lernziele wiederholen und somit festigen.

 

Dezember 17, 2012
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Ein Wiki zur Vorbereitung auf die Abiturprüfung

Das Fach Biologie ist sicherlich eines, bei dem viele Begriffe gelernt werden müssen. Ich könnte mir vorstellen, dass es den Schülern eine Hilfe sein könnte ein Wiki anzulegen, das als Nachschlagewerk für die Abitur-Vorbereitung dienen könnte. Neben komplexen Sachen wie dem aeroben Stoffwechsel könnten von den Schülern auch die Begriffe geklärt werden, die sie benötigen, um diesen zu verstehen. Wichtige Begriffe wie Citratzyklus und Glykolyse müssten dann von den Schülern hinzugefügt werden, um das übergeordnete Thema zu erfassen und zu begreifen.

Um sicher zu stellen, dass zentrale Begriffe fallen, könnte der Lehrer Artikel erstellen mit den Namen der Begriffe, die die Schüler dann erläutern müssen. Diese Artikel kann man auch in dem dazugehörigen Oberthema verlinken, sodass die Schüler auch eine Vorstellung haben, wie detailliert sie das Thema bearbeiten sollen und wie die ganzen Fremdworte zusammenhängen.

Entscheidet man sich für diese Arbeit macht es meines Erachtens nur Sinn, wenn man bis zur Prüfung konsequent durchführt, da das Produkt nur so verwendbar ist zur Vorbereitung auf die Prüfungen. Um eine angemessene Form zu bekommen, könnte ich mir vorstellen, Moderatoren zu ernennen, die ständig wechseln, sodass jeder mal moderiert und für ein Themenblock zuständig ist. Ob und wie ich diese Arbeit beurteilen würde ist mir nicht klar. Ich stelle es mir hier sehr schwer vor, gerechte Noten zu vergeben und würde es den Schülern am Anfang deutlich machen, welchen Nutzen sie aus dieser Arbeit ziehen können.

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