Resümee und Vorbereitung für mein Essay

Zu Beginn des Seminars beschäftigten wir uns mit der Frage, inwiefern das wissenschaftliche Studium für die pädagogische Praxis, auf die wir alle hinarbeiten, relevant ist. Grundlage für eine gute Durchführung genau dieser, sind pädagogische Grundkenntnisse, sowie gewisse Kenntnisse über Theorien, Methoden und Modelle der Pädagogik. Das wissenschaftliche Studium und somit genau dieses Seminar setzt dort an und ist somit hilfreich und nötig.

Im Weiteren beschäftigten wir uns mit zentralen Begriffen wie Sozialisation, Erziehung und Lernen. Im Fokus dabei standen für uns immer jeweils die Theorien, die zu diesen zentralen Begriffen verfasst wurden und etabliert sind. So zeigt sich, dass jeder Begriff, besonders der des Mediums sehr strittig sind und keinesfalls eindeutig.

Wichtig erscheint mir der Zusammenhang zwischen den neuen Medien, insbesondere den der Massenmedien und dem Medium, also dem Menschen. Hier zeigt sich der besondere Wandel und die Weite des Begriffs, den er mit sich bringt.

Wie anfangs schon erwähnt, ist dieses Seminar der Einstieg für mein wissenschaftliches Studium. Der Umgang mit den Theorien hilft einem die eigene Sicht auf Probleme zu entwickeln, auf die man in der Praxis unweigerlich stoßen wird. Das ist natürlich sehr hilfreich. Weiterhin muss man aber unweigerlich bedenken, dass es in der pädagogischen Praxis, keine universellen Lösungen gibt, die man einfach in einem Buch oder ähnlichem nachschlägt und sofort danach handeln kann. Pädagogisches Arbeiten bedeutet abzuwägen, welche Vorgehensweise am besten bei einem gewissen Problem helfen könnte und was dann im Gegenzug eher nicht förderlich wäre. Hier setzt das Seminar an.

Exzerpt: Erziehung

Dieses Exzerpt bezieht sich auf die Seiten 136 – 145 des Textes von W. Marotzki (siehe Literaturverzeichnis).

Erzieherische Handlungen sind überwiegend sprachliche Handlungen. Das Zeigen ist aber auch eine elementare Operation der Erziehung und soll zur Nachahmung bzw zur Selbsttätigkeit führen.

Erziehung als Form direkter Einwirkung

Erziehung ist hier als „herstellendes Machen“ zu verstehen. Dies funktioniert auf einer Basis von Befehl und Gehorsam. Also formen die Erziehenden die zu Erziehenden (affirmative Pädagogik).

Erziehung als Sich-Entwickeln

In dieser Form der Erziehung versucht der Erziehende schädliche Einwirkung der Umwelt zu verhindern und zusätzlich hier und da geschickt Dinge und Umweltreize für den zu Erziehenden zu „arrangieren“. Hier wird auf eine direkte Einwirkung des Erziehenden gerade verzichtet.

Warum erziehen ?

Bei der Notwendigkeit des Erziehens gibt es viele verschiedene Ansichten:

1. Immanuel Kant: Erziehung bedeutet die Regeln des Gemeinwesens zu folgen und hilft zur Personentwicklung. Kritik hierbei: Mensch wird dabei erst als richtiger Mensch bezeichnet mit Erreichen der Mündigkeit.

2. Prange: Durch die Erziehung wird das anfänglich ungleiche Machtverhältnis ausgeglichen.

3. Friedrich Schleiermann: Weitergabe von Wissen und Erfahrung an die jüngere Generation ist die Notwendigkeit von Erziehung. Diese Abhängigkeit wird immer geringer.

Die Grundstruktur von Erziehung

Wer soll erziehen ?

  • Eltern und pädagogisches Personal sollen erziehen.

Wer soll erzogen werden ?

  • Kinder und Heranwachsende sollen erzogen werden.

Wie soll erzogen werden ?

  • Generell gibt es dafür keine Liste mit Methoden, die man einfach so abarbeiten kann
  • Bekannte Erziehungsstile sind dabei aber: Autorität, Kooperativität, „laisser-faire“

Welche Absichten und Ziele werden durch Erziehung verfolgt ?

  • Durch Erziehung soll intentionalisiertes und auf Intentionen zurechenbares Handeln gefördert werden.

Wozu soll erzogen werden ?

  • Zu Erziehende sollen fähige Urteilskraft entwickeln und Wertorientierungen und moralische Überzeugung davon haben, was erstrebenswet ist.

Exzerpt: Was ist ein Medium?

Dieses Exzerpt bezieht sich auf den Text von T. Mock. (siehe Literaturverzeichnis)

Was ist ein Medium?

Ein Medium ist generell ein Gegenstand, mit dem sich Kommunikation „herstellen“ lässt. Der Begriff selbst ist jedoch sehr unpräzise und mehrdeutig; er ist vielmehr ein Beziehungs- bzw. Funktionsbegriff. Das Wort „Medium“ kommt aus dem lateinischen und lässt sich mit „in der Mitte von“ oder „vermittelnd“ übersetzen.  Medien trennen aber Menschen ab, da sie sie ja erst verbinden!
Im Alltag wird der Begriff mit verschiedenen Bedeutungen verwendet, jedoch verschwimmen die Grenzen dazu sehr stark. So wird der Medien-Begriff im alltäglichen Sprachgebrauch unter anderem als Kommunikationsmittel, Hilfsmittel, vermittelndes Element, Versuchsperson oder physikalischer Stoff gebraucht.

Im Text von T. Mock. soll allerdings keine Festlegung des Medienbegriffes stattfinden, sondern eher eine Unterscheidung und Vergleich verschiedener Ansätze und Begriffsverständnisse.

 

In vier Disziplinen wird der Begriff nicht nur als bloße Bezeichnung zu verstehen, sondern als Ausdruck von theoretisch reflektierten Vorstellungen:

1) in der Informationstheorie werden Medien als Transport von Informationen von einem Sender zu einem Empfänger verstanden

2) in der Kommunikationswissenschaft bezeichnen „Medien“ die Massenmedien

3) in der Medienwissenschaft werden Medien wie in der Kommunikationswissenschaft gesehen, jedoch gibt es in dieser Disziplin andere Forschungsinteressen

4) in der Soziologie / Systemtheorie werden Medien als Tausch- und Interaktionsplattform gesehen

 

Es gibt vier grobe Abgrenzungen vom Grundverständnis in der Kommunikations- und medienwissenschaflichen Forschung zum Begriff des Mediums:

1) Medium als Mittel der Wahrnehmung – physikalische Medien (Beispiele: Luft, elektromagnetische Felder etc.)

  • Wahrnehmung über die 5 klassischen Sinne
  • Wahrnehmung läuft oft über mehrere Kanäle gleichzeitig ab
  • Medium als physikalische und technische Grundlage

2) Medium als Mittel der Verständigung – semiotische Medien (Beispiele: Sprache, Schrift, Geräusche, Gestik, Mimik etc.)

  • Medien sind hier die Grundlage für Transfer und Austausch
  • Sprache bringt viele unterbewusste Informationen mit sich
  • unterliegt Konventionen
  • moderne Form: Smileys etc.

3) Medium als Mittel der Verbreitung – technische Medien (Beispiele: Papier, Telefon, Fernseher, Computer, Internet, CDs etc.)

  • Übermittlung von kommunikativen Äußerungen über räumliche und zeitliche Grenzen hinweg
  • technische Medien sind das Werkzeug zur Überwindung dieser Grenzen
  • hier also auch Speicherung und Festhaltung möglich

4) Medium als Form von Kommunikation (Beispiele: Brief, Theater, Telefon, E-Mail, Fernsehen, Hörfunk etc.)

  • Verschmelzung und noch mehr von den ersten drei Grundverständnissen
  • dieses Grundverständnis spricht von „sozialen Phänomenen“, wobei der Begriff hier neben dem einzelnen Gegenstand auch die beteiligten Akteure, sowie institutionelle und organisatorische Aspekte umfasst
  • hier meint man also auch Technik, Akteure, Produktion, Organsiation und alles was mit dem Begriff im Zusammnhang steht ! 
  • hier gibt es natürlich auch verbindliche Rgeln und verbindliche Normen  

Mindmap: Mediensozialisation

MEDIENSOZIALISATION

medienzentrierte Perspektive:

  • Wirkungsperspektive:  Fernseher und ähnliche Medien beeinflussen Menschen (besonders Kinder)

rezipientenzentrierte Perspektive:

  • Selbstsozialisation: aktive Nutzung von Medieninhalten für das Verständnis der Welt
  • medienökologischer Ansatz: Umgang mit Medien hängt von den kognitiven, sozialen und moralischen Fähigkeiten der Empfänger ab

interaktionistische Perspektive:

  • aneignungstheoretischer Ansatz: aktive Auseinandersetzung mit Medienangebot und Einbindung von Medien in Situationen des Lebensalltags
  • strukturanalytische Rezeptionsforschung: Bedeutung der Medien für die Lebensbewältigung und Identitätsbildung und beleuchtet die Rolle der Medien im Alltag von Familien
  • Theorie von Sutter: enthält drei Dimensionen: Medienkommunikation, Rezeption und Anschlusskommunikation

Exzerpt: Die Mediensozialisation

Die Mediensozialisation

Der 2008 erschienende Text zur Mediensozialisation von S. Aufenanger (siehe Literaturverzeichnis) beschäftigt sich mit der Diskussion, inwiefern die Medien für spezifische Sozialisationseffekte verantwortlich gemacht werden können.

Mediensozialisation ist ein sehr komplexer Prozess, der mit der Entstehung der Medien einhergeht. Dabei gibt es verschiedene Perspektiven, mit denen man auf diesen Sozialisationseffekt schauen kann. Da wäre auf der einen Seite die medienzentrierte Perspektive, bei der die Medien im Mittelpunkt stehen und deren Effekt auf die Menschen, und auf der anderen Seite die rezipientenzentrierten Perspektive, bei der die Menschen im Mittelpunkt stehen mit deren Effekt auf die Medien. Dies sind somit zwei komplett verschiedene Ansätze in dieser für die Medienpädagogik grundlegenden Forschung.

In der modernen Sichtweise von Sozialisation verschmelzen diese beiden Grundperspektiven miteinander und so werden die Medien und die Menschen als interaktives Wirkungsgefüge gesehen. Die Menschen und die Medien nehmen positiven und negativen Einfluss aufeinander. Dabei werden die Wirkungen nur unter bestimmten Bedingungen direkt abgeleitet. Aktives Agieren, Interpretieren und Auseinandersetzen in einem mediengeprägten Alltag ist die Thematik, mit der sich die aktuelle Sozialisationsforschung befasst.

Ferner gibt es – wie schon erwähnt – sehr viele Ansätze in der mediensozialisationstheoretischen Forschung, bei denen jedoch der Anspruch fehlt, die Gesamtheit von allen Medien und Altersgruppen zu erfassen. So werden gerade Kinder und Jugendliche als beeinflussbare Subjekte gesehen, die in Interaktion mit Medien besonders reagieren und bestimmte Medien werden dabei noch vernachlässigt. Weiterhin sind auch die fehlenden theoretischen Arbeiten bei diesen Ansätzen ein Problem.

Sozialisation nach K. Mannheims: Die Milieutheorie

Sozialisation ist nach W. Marotzki der Prozess der Entstehung und Entwicklung der Persönlichkeit in wechselseitiger Abhängigkeit von der gesellschaftlich vermittelten sozialen und materiellen Umwelt.

Sozialisation ist somit ein andauernder Prozess, der nach der Milieutheorie nicht nur in direkter Interaktion stattfindet, sondern der auch durch die Milieuzugehörigkeit beeinflusst wird. Die Zugehörigkeit zu einem Milieu ist notwendig und immer vorhanden. Diese Theorie wurde von Karl Mannheims und Ralf Bohnsack entwickelt.

So beeinflussen und prägen regionale, milieutypische Sitten, Bräuche und Angewohnheiten das Individuum, wenn auch meist unbewusst. Diese Gebräuchlichkeiten müssen zwangsläufig nicht überall verstanden werden, sondern sind meist nur in dem selbigen Milieu verständlich.

Eine Milieuzugehörigkeit kann durch sehr viele Faktoren gegeben sein. Dies nennt man Mehrdimensionalität. So können Alter, Religion, Herkunft, Geschlecht, Besitztümer, Erfahrungen etc. für eine Milieuzugehörigkeit entscheidend sein. Auch mehrere nebeneinander stehende Faktoren sind möglich.

In der heutigen Zeit entstehen immer neue Milieus durch Verschmelzungen und neuer Freiheitspotenziale. Diese Entwicklung, die durch das Internet extrem beschleunigt wird, kann positiv – wie auch negativ – gesehen werden.

(Bezugstext: siehe Literaturverzeichnis)

 

Gruppenarbeit vom 26.04.2012

Eine wissenschaftliche Denkweise zu entwickeln bedeutet…

…kritisches Hinterfragen und Bereitschaft zu haben, Bestehendes zu verändern.

…sich Literatur und fachspezifisches Wissen anzueignen.

…seine eigene Meinung zu entwickeln und diese argumentativ zu belegen.

Um wissenschaftlich arbeiten zu können, muss ich…

…das Fach beherrschen können.

…frei von Vorurteilen sein und objektiv denken.

…wissen, worauf ich hinaus will. (Fragestellung!)

Kernaussagen des Textes von C. Koller

Die Kernaussagen des Textes von C. Koller zur Auseinandersetzung mit Grundbegriffen, Theorien und Methoden der Erziehungswissenschaftes (vgl. Literaturverzeichnis) führe im Folgenden auf:

  • Es ist keine mechanische Anwendung von „Listen“ bei Erziehung möglich. (Seite 11)
  • Es können viele verschiedene Ansichten richtig sein. (Seite 11)
  • Man sollte lieber selbst durch Abwägen zu einem Urteil gelangen. (Seite 11)
  • Bezug von allgemeinen Theorien zu speziellem Fall ist zu schaffen. (Seite 12)
  • Eine kreative Weiterentwicklung der erziehungswissenschaftlichen Theorien ist nötig. (Seite 13)
  • Man muss sich die Frage stellen, inwieweit die Theorie in der Praxis überhaupt möglich ist. (Seite 15)

 

 

Gruppenarbeit vom 19.04.2012

In unserer Gruppenarbeit zur Relevanz des wissenschaftlichen Studiums sind wir zu einigen wichtigen Erkenntnissen gelangt.  Als erstes haben wir festgestellt, dass die Kenntnis der Vielfalt der Theorien sehr wichtig für unsere spätere pädagogische Praxis ist. Die Erziehungswissenschaft ist im ständigen Wandel und die alten Methoden sind schnell überholt. Um darauf zu reagieren ist kritisches, differenziertes und kreatives Denken notwendig und dies ist nur mit der Kenntnis der wissenschaftlichen Theorien möglich, um dann letztendlich das Transferieren auf Alltagssituationen möglich zu machen.

Negativ am wissenschaftlichen Studium ist der geringe Praxisanteil.

Vgl.  dazu mein Essay vom 10.04.2012

 

Relevanz des wissenschaftlichen Studiums für die pädagogische Praxis

Mit meinem erziehungswissenschaftlichen Studium strebe ich den klassischen Lehrerberuf an. Dies beinhaltet für mich neben dem allseits bekanntem Lehrauftrag auch die pädagogische Verantwortung, die dieser Beruf mit sich bringt. So sollte eine Lehrkraft neben gewissen pädagogischen Grundkenntnissen auch darüber hinaus weitere Theorien und Methoden der pädagogischen Theorie kennenlernen und in der Praxis schließlich anwenden können. Dies setzt für mich jedoch Interesse an der pädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen voraus.

Ein wissenschaftliches Studium setzt unter anderem genau dort an und macht dies somit so wichtig für angehende Lehrer. Um für die Praxis gewappnet zu sein, ist immer ein gewisser Kenntnisgrad der Theorie vonnöten. Der Umgang mit den Theorien hilft dem Studenten die eigene Sicht auf Probleme zu entwickeln, auf die man in der Praxis unweigerlich stoßen wird. Das ist natürlich sehr hilfreich.

Eine wissenschaftliche Ausbildung birgt aber natürlich auch einen Nachteil. Wenn man die Praxis in seiner ganzen Ausbildung nicht kennenlernt, weiß man vielleicht nicht, auf was man sich eingelassen beziehungsweise ob dies das richtige Berufsfeld für einen selber ist, wenn man sich für die pädagogische Praxis entscheidet. So sollte ein wissenschaftliches Studium immer einen gewissen Anteil an praxisorientierter Arbeit gewährleisten und bieten, damit man diesen Fall ausschließen kann. Weiterhin muss man aber unweigerlich bedenken, dass es in der pädagogischen Praxis, keine universellen Lösungen gibt, die man einfach in einem Buch oder ähnlichem nachschlägt und sofort danach handeln kann. Pädagogisches Arbeiten bedeutet abzuwägen, welche Vorgehensweise am besten bei einem gewissen Problem helfen könnte und was dann im Gegenzug eher nicht förderlich wäre.

Deshalb ist gerade ein theoriebasiertes, wissenschaftliches Studium für die pädagogische Praxis so wichtig!

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