Lehre Wintersemester 2010/11

Vorlesung: EinfĂĽhrung in geographiedidaktische Grundfragen
(Mirka Dickel, Zeit: Di 8-10)

In der Veranstaltung geht es einerseits um grundsätzliche Konzepte, Methoden, Inhalte, Themen und Bezugstheorien eines zeitgemäßen Geographieunterrichts. Andererseits geht es darum, die in diesen Theorien verhandelten Kategorien wie “Raum”, “Zeit”, “Kultur” sowie “Medialität” und “Bildung” zu fokussieren. Denn die angesprochenen Kategorien sind nur auf den ersten Blick offensichtlich, unhinterfragt und zeitlos gĂĽltig sowie in einfaches Rezeptwissen zum “guten” Geographieunterricht zu transformieren. Bezugskategorien, -theorien und -konzepte sind jedoch nie voraussetzungslos, auch wenn dies in der unmittelbaren und zumeist unkritischen Anwendung so erscheinen mag. In der Vorlesung geht es darum, die unausgesprochenen Vorannahmen, die durch die geographiedidaktischen Konzepten hindurch wirken, aufzudecken, zur Sprache zu bringen und auf ihre Relevanz im Hinblick auf unterschiedliche Konzeptionalisierungen geographischer Bildung zu diskutieren.

EinfĂĽhrung: Wozu Geographieunterricht?
(Sabina Welling; Zeit vgl. Vorlesungsverzeichnis)

Schlagworte wie Klimawandel, Globalisierung, Menschenrechtsverletzungen, die Forderung nach Nachhaltigkeit bestimmen zunehmend unseren Alltag. Daraus scheint sich wie selbstverständlich eine Rechtfertigung des Geographieunterrichts in der Schule abzuleiten, dessen Ziel es sein soll, die jungen Menschen in die Lage zu versetzen, mit den vielfältigen Problemen in Zukunft zurecht zu kommen. Hierbei stellen sich zwei grundlegende didaktische Fragen: Zum einen muss geklärt werden, ob die Wichtigkeit der Geographie für den Bildungsauftrag der Schule nicht grundsätzlicher formuliert und weniger aus historischen Bedingungen ableitbar sein müsste. Zum anderen muss darüber nachgedacht werden, wie denn welche Ziele des Geographieunterrichts zu erreichen sind, also: Wie muss der Unterricht aussehen, dass er tatsächlich einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung und Zukunftssicherung leisten kann?
Lernziel:
Ziele sind das Kennenlernen und kritische Reflektieren didaktischer Konzepte und Methoden des Geographieunterrichts. Auf dieser Grundlage sollen konkrete Unterrichtsvorhaben geplant werden.
Vorgehen:
Der Ablauf des Seminars orientiert sich am Planungsprozess einer Unterrichtsstunde. Dabei werden u.a. die folgenden Themen behandelt: didaktische Konzeptionen, Vorgaben und Ziele fĂĽr Geographieunterricht, Methoden und Sozialformen und Phasen des Unterrichts. Zu diesen Themen wird es jeweils einen thematischen Input bzw. praktische Ăśbungen geben, wovon ausgehend in Gruppen sukzessive eine konkrete Unterrichtsstunde geplant werden soll.
In Absprache mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sind Unterrichtsbesuche an einem Gymnasium möglich.
Literatur:
Literatur wird im Seminar bekannt gegeben.
Zusätzliche Hinweise zu Prüfungen:
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Teilnahme (Scheinerwerb) sind die regelmäßige aktive Teilnahme am Seminar und das Führen eines Portfolios, in dem auch der eigene Unterrichtsplanungspozess dargestellt, analysiert und reflektiert werden soll.

EinfĂĽhrung: Wozu Geographieunterricht?
(Julia Weiland, Zeit vgl. Vorlesungsverzeichnis)

Schlagworte wie Klimawandel, Globalisierung, Menschenrechtsverletzungen, die Forderung nach Nachhaltigkeit bestimmen zunehmend unseren Alltag. Daraus scheint sich wie selbstverständlich eine Rechtfertigung des Geographieunterrichts in der Schule abzuleiten, dessen Ziel es sein soll, die jungen Menschen in die Lage zu versetzen, mit den vielfältigen Problemen in Zukunft zurecht zu kommen. Hierbei stellen sich zwei grundlegende didaktische Fragen: Zum einen muss geklärt werden, ob die Wichtigkeit der Geographie für den Bildungsauftrag der Schule nicht grundsätzlicher formuliert und weniger aus historischen Bedingungen ableitbar sein müsste. Zum anderen muss darüber nachgedacht werden, wie denn welche Ziele des Geographieunterrichts zu erreichen sind, also: Wie muss der Unterricht aussehen, dass er tatsächlich einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung und Zukunftssicherung leisten kann?
Lernziel:
Ziele sind das Kennenlernen und kritische Reflektieren didaktischer Konzepte und Methoden des Geographieunterrichts. Auf dieser Grundlage sollen konkrete Unterrichtsvorhaben geplant werden.
Vorgehen:
Der Ablauf des Seminars orientiert sich am Planungsprozess einer Unterrichtsstunde. Dabei werden u.a. die folgenden Themen behandelt: didaktische Konzeptionen, Vorgaben und Ziele fĂĽr Geographieunterricht, Methoden und Sozialformen und Phasen des Unterrichts. Zu diesen Themen wird es jeweils einen thematischen Input bzw. praktische Ăśbungen geben, wovon ausgehend in Gruppen sukzessive eine konkrete Unterrichtsstunde geplant werden soll.
In Absprache mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sind Unterrichtsbesuche an einem Gymnasium möglich.
Literatur:
Literatur wird im Seminar bekannt gegeben.
Zusätzliche Hinweise zu Prüfungen:
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Teilnahme (Scheinerwerb) sind die regelmäßige aktive Teilnahme am Seminar und das Führen eines Portfolios, in dem auch der eigene Unterrichtsplanungspozess dargestellt, analysiert und reflektiert werden soll.

ISP Vorbereitung:
Schüleraktivierender Geographieunterricht – Einführung in die Unterrichtsplanung
(Julia Weiland, Do 14-16 Uhr)

„Die Schule soll durch die Vermittlung von Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten die Entfaltung der Person und die Selbstständigkeit ihrer Entscheidungen und Handlungen so fördern, dass die Schülerinnen und Schüler aktiv am sozialen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, beruflichen und politischen Leben teilhaben können“ (HmbSG §2(4)).
Wie ist dieses im Hamburger Schulgesetz formulierte Ziel umzusetzen? Wie kann Geographieunterricht aussehen, bei dem nicht nur einzelne Schülerinnen und Schüler am Unterrichtsgeschehen teilnehmen? Wie kann verhindert werden, dass sich viele mit anderen Dingen beschäftigen, kein Interesse zeigen und nur passiv am Unterrichtsgeschehen teilhaben? Jenseits der Fragen von Motivation, Interesse oder Leistungsbereitschaft können Ursachen für geringe Beteiligung auch in der Struktur des Unterrichts liegen. Vor diesem Hintergrund sollen im Seminar neben der Thematisierung zentraler Aspekte der Lehrerrolle und grundlegender Modelle zur Unterrichtsgestaltung, Methoden und Vorgehensweisen für einen schüleraktivierenden Geographieunterricht erarbeitet, erprobt und reflektiert werden. Die persönliche Reflexion und Weiterentwicklung steht im Vordergrund.
Lernziele:
Im Seminar sollen grundlegende Planungs- und Analysekompetenzen für eigenen und beobachteten Unterricht erlangt werden sowie die Fähigkeit, Lernumgebungen erfolgreich und schülerorientiert zu gestalten und kompetenzorientiert zu unterrichten. Durch das Seminar und das Praktikum soll eine erste Orientierung im und Auseinandersetzung mit dem Berufsfeld erfolgen.
Literatur:
Zur Vorbereitung empfohlen:
BrĂĽning, Ludger; Saum, Tobias: Erfolgreich unterrichten durch Kooperatives Lernen. Strategien zur SchĂĽleraktivierung. 3. ĂĽberarbeitete Auflage, Essen 2007.
Mattes, Wolfgang: Routiniert planen – effizient unterrichten. Ein Ratgeber. Braunschweig 2006.
Weitere Literatur wird im Seminar bekannt gegeben.
Zusätzliche Hinweise zu Prüfungen:
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Teilnahme (Scheinerwerb) sind die regelmäßige aktive Teilnahme am Seminar (auch Mitgestaltung einer Seminarsitzung bzw. Kurzreferat) und das Führen eines Portfolios.

Hauptseminar: Natur im Kopf und anderswo.
(Mirka Dickel, Zeit: Do 8-11Uhr)

In unserer Gesellschaft gibt es einen weitgehenden Konsens: Umweltfragen gehören zu den vordringlichen Themen der Zeit. Auch dass die Schule in der Umweltbildung eine wichtige Rolle spielt, gilt als unumstritten.
Schwierig allerdings ist dieses Ziel in die unterrichtspaktische Realität zu ĂĽberfĂĽhren. Denn ein nicht unbeträchtlicher Teil der Umweltbildung beschränkt sich auf Umwelterziehung im Sinne eines “umweltgerechten Verhaltens”. Dies setzt allerdings voraus, dass wir (in diesem Falle der Lehrende) eine genaue Kenntnis darĂĽber besitzt, welches Verhalten richtig und falsch ist.
Weiter gehen Ansätze der Umweltforschung insbesondere der Humanökologie. Hier wird betont, dass Umweltbildung nicht auf die rezeptartige Vermittlung von Umweltverhalten reduziert werden kann. Vielmehr geht es um eine Reformulierung des Mensch-Natur-Verhältnisses. Dies ist ein Prozess, wofĂĽr aber keine definitiven Lösungen vorliegen. Konzepte wie “Nachhaltigkeit” sind eher als vorläufige Ansätze auf diesem Weg zu verstehen, den es aktiv zu gestalten und weiterentwickeln gilt.Aus didaktischer Sicht geht es darum, SchĂĽlerinnen und SchĂĽler zu befähigen, ein Bewusstsein dafĂĽr zu entwickeln, dass „Natur“ eine vom Menschen gestaltete Beziehung ist. Diese Beziehung wird dann als sozial, emotional und rational konstituiert verstehbar und als veränderbar kenntlich. In diesem emanzipatorischen Anliegen sollen SchĂĽlerinnen und SchĂĽler befähigt werden, diese Beziehung aktiv auch neu oder anders zu gestalten.
Ziele des Seminars sind
- die Differenziertheit der Mensch-Natur-Beziehungen zwischen Naturwissenschaft, Umweltethik, Ästhetik und unterschiedlichsten Praktiken des Naturschutzes, der Planung etc. zu fokussieren
- die Rolle des Lehrenden zu klären in einem Feld, in dem auch der Lehrende nicht die “Lösung” kennt
- unterrichtspraktische Gestaltungsvorschläge zu entwickeln, die Schülerinnen und Schüler befähigen, Mensch-Natur-Beziehungen als gestaltet und gestaltbar zu erfahren.

Erwartet wird die Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit im Seminar, die LektĂĽre von Fachliteratur vor- bzw. nachbereitend zu den Sitzungen sowie das Anfertigen einer didaktischen Hausarbeit.

Hauptseminar: Natur im Kopf und anderswo.
(Mirka Dickel, Zeit: Fr 8-11Uhr)

In unserer Gesellschaft gibt es einen weitgehenden Konsens: Umweltfragen gehören zu den vordringlichen Themen der Zeit. Auch dass die Schule in der Umweltbildung eine wichtige Rolle spielt, gilt als unumstritten.
Schwierig allerdings ist dieses Ziel in die unterrichtspaktische Realität zu ĂĽberfĂĽhren. Denn ein nicht unbeträchtlicher Teil der Umweltbildung beschränkt sich auf Umwelterziehung im Sinne eines “umweltgerechten Verhaltens”. Dies setzt allerdings voraus, dass wir (in diesem Falle der Lehrende) eine genaue Kenntnis darĂĽber besitzt, welches Verhalten richtig und falsch ist.
Weiter gehen Ansätze der Umweltforschung insbesondere der Humanökologie. Hier wird betont, dass Umweltbildung nicht auf die rezeptartige Vermittlung von Umweltverhalten reduziert werden kann. Vielmehr geht es um eine Reformulierung des Mensch-Natur-Verhältnisses. Dies ist ein Prozess, wofĂĽr aber keine definitiven Lösungen vorliegen. Konzepte wie “Nachhaltigkeit” sind eher als vorläufige Ansätze auf diesem Weg zu verstehen, den es aktiv zu gestalten und weiterentwickeln gilt.Aus didaktischer Sicht geht es darum, SchĂĽlerinnen und SchĂĽler zu befähigen, ein Bewusstsein dafĂĽr zu entwickeln, dass „Natur“ eine vom Menschen gestaltete Beziehung ist. Diese Beziehung wird dann als sozial, emotional und rational konstituiert verstehbar und als veränderbar kenntlich. In diesem emanzipatorischen Anliegen sollen SchĂĽlerinnen und SchĂĽler befähigt werden, diese Beziehung aktiv auch neu oder anders zu gestalten.
Ziele des Seminars sind
- die Differenziertheit der Mensch-Natur-Beziehungen zwischen Naturwissenschaft, Umweltethik, Ästhetik und unterschiedlichsten Praktiken des Naturschutzes, der Planung etc. zu fokussieren
- die Rolle des Lehrenden zu klären in einem Feld, in dem auch der Lehrende nicht die “Lösung” kennt
- unterrichtspraktische Gestaltungsvorschläge zu entwickeln, die Schülerinnen und Schüler befähigen, Mensch-Natur-Beziehungen als gestaltet und gestaltbar zu erfahren.

Erwartet wird die Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit im Seminar, die LektĂĽre von Fachliteratur vor- bzw. nachbereitend zu den Sitzungen sowie das Anfertigen einer didaktischen Hausarbeit.

Hauptseminar: Natur im Kopf und anderswo.
(Martin Scharvogel, Zeit: Blocktermine: Sa 20.11.2010 (9-18 Uhr), Do 6.1.2011 (16-20 Uhr), Fr 7.1.2011 (9-18 Uhr), Sa 8.1.2011 (9-18 Uhr)

In unserer Gesellschaft gibt es einen weitgehenden Konsens: Umweltfragen gehören zu den vordringlichen Themen der Zeit. Auch dass die Schule in der Umweltbildung eine wichtige Rolle spielt, gilt als unumstritten.
Schwierig allerdings ist dieses Ziel in die unterrichtspaktische Realität zu ĂĽberfĂĽhren. Denn ein nicht unbeträchtlicher Teil der Umweltbildung beschränkt sich auf Umwelterziehung im Sinne eines “umweltgerechten Verhaltens”. Dies setzt allerdings voraus, dass wir (in diesem Falle der Lehrende) eine genaue Kenntnis darĂĽber besitzt, welches Verhalten richtig und falsch ist.
Weiter gehen Ansätze der Umweltforschung insbesondere der Humanökologie. Hier wird betont, dass Umweltbildung nicht auf die rezeptartige Vermittlung von Umweltverhalten reduziert werden kann. Vielmehr geht es um eine Reformulierung des Mensch-Natur-Verhältnisses. Dies ist ein Prozess, wofĂĽr aber keine definitiven Lösungen vorliegen. Konzepte wie “Nachhaltigkeit” sind eher als vorläufige Ansätze auf diesem Weg zu verstehen, den es aktiv zu gestalten und weiterentwickeln gilt.Aus didaktischer Sicht geht es darum, SchĂĽlerinnen und SchĂĽler zu befähigen, ein Bewusstsein dafĂĽr zu entwickeln, dass „Natur“ eine vom Menschen gestaltete Beziehung ist. Diese Beziehung wird dann als sozial, emotional und rational konstituiert verstehbar und als veränderbar kenntlich. In diesem emanzipatorischen Anliegen sollen SchĂĽlerinnen und SchĂĽler befähigt werden, diese Beziehung aktiv auch neu oder anders zu gestalten.
Ziele des Seminars sind
- die Differenziertheit der Mensch-Natur-Beziehungen zwischen Naturwissenschaft, Umweltethik, Ästhetik und unterschiedlichsten Praktiken des Naturschutzes, der Planung etc. zu fokussieren
- die Rolle des Lehrenden zu klären in einem Feld, in dem auch der Lehrende nicht die “Lösung” kennt
- unterrichtspraktische Gestaltungsvorschläge zu entwickeln, die Schülerinnen und Schüler befähigen, Mensch-Natur-Beziehungen als gestaltet und gestaltbar zu erfahren.
Erwartet wird die Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit im Seminar, die LektĂĽre von Fachliteratur vor- bzw. nachbereitend zu den Sitzungen sowie das Anfertigen einer didaktischen Hausarbeit.

Hauptseminar: Denken im Geographieunterricht – vernetzt oder verhext?
(Dieter Skolaster, Zeit vgl. Vorlesungsverzeichnis)

Immer wenn es um die Legitimierung des Schulfaches Geographie geht, wird das Denken in Zusammenhängen, das vernetzte Denken, als zentrales Argument für das Fach angeführt. Geographie beinhalte doch bereits mehrere Fächer und fächerübergreifendes bzw. fächerverbindendes Lernen sei doch bereits integraler Bestandteil des Faches Geographie, schallt es da aus vielen Mündern!
Vernetztes Denken sei ein Zauberwort mit Januskopf, meint Rhode-JĂĽchtern (siehe Literatur) :
„Vernetzendes Denken ist eine Denkweise, die in komplexen Zusammenhängen nach Prinzipien der Natur sucht. Die Natur wird dabei als Vorbild für „vernünftiges“, weil bio-kybernetisches Funktionieren von Systemen angesehen. Diese Denkweise ist prinzipiell und notwendig, sie hat aber zwei Haken. Zum einen ist der Begriff von Ordnung, Gleichgewicht und Entwicklung in der Natur demjenigen der (modernen, westlichen) Menschen gerade entgegengesetzt: Chaos (oder Entropie = maximale Durchmischung) lautet das Muster, nicht (durch Gesetze, Normen oder Erziehung) künstlich hergestellte/erzwungene Ordnung. Und zweitens:
‚Alles durchschauen’ heißt vielleicht auch ‚alles wollen’, aber noch längst nicht ‚alles können’.“
Was leistet das Fach Geographie tatsächlich hinsichtlich des Denkens in Zusammenhängen?
Welche neurodidaktischen Aspekte spielen dabei eine Rolle?
Welche Themen und welche Materialien eignen sich fĂĽr dieses Anliegen?
Wie mĂĽssen Aufgaben gestellt werden, damit es zum vernetzenden Denken auf SchĂĽlerseite kommt?
Diesen Fragen u.a. soll in diesem Seminar nachgegangen werden.
Lernziel:
Sie lernen Kriterien für „guten Unterricht“ kennen und kritisch zu reflektieren.
Sie lernen einige grundlegende Elemente der Unterrichtsplanung kennen und anwenden.
Sie lernen vernetztes Denken als zu erwerbende Kompetenz im Geographieunterricht zu planen, indem Sie gezielte Aufgabenformulierungen und Materialien erstellen sowie geeignete Methoden anwenden.
Vorgehen:
In einer ersten, inputorientierten Anfangsphase (5-6 Sitzungen) wird „Guter Unterricht“ thematisiert, wobei moderne didaktische Ansätze und Aspekte (Raumkonzepte, moderater Konstruktivismus, Neurodidaktik u.a.) anhand aktueller Literatur erarbeitet werden.
In der zweiten Seminarhälfte planen, erproben und reflektieren Sie in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit Ideen und Methoden für die didaktische Umsetzung des vernetzten Denkens an einem frei gewählten Unterrichtsthema aus den Hamburger Rahmenplänen für Geographie Ihrer zukünftigen Schulform.
In Absprache sind freiwillige Unterrichtsbesuche an einem Gymnasium möglich.

Literatur:
Literatur (allgemein):
Haubrich, H. (Hrsg.): Geographie unterrichten lernen. MĂĽnchen 2006.
Rempfler, A.: Moderater Konstruktivismus im Geographieunterricht. In: Geographie und Schule, H. 168, 2007, S. 29-35.
Rinschede, G.: Geographiedidaktik. Paderborn 2007.
Tulodziecki, Gerhard, Bardo Herzig und Sigrid Blömecke: Gestaltung von Unterricht. Eine Einführung in die Didaktik. Bad Heilbrunn 2004.
Wardenga, Ute: Räume der Geographie – zu Raumbegriffen im Geographieunterricht. Auf: http://homepage.univie.ac.at/Christian.Sitte/FD/artikel/ute_wardenga_raeume.htm (eine gekürzte und anders gegliederte Version ist erschienen in: geographie heute, Themenheft „Geographie aktuell“ 23.Jg., H. 200, Mai 2002, S.8-11).

Literatur (speziell):
Cassel-Ginz, M. und Bahr, M.: Syndrome globalen Wandels. In: Praxis Geographie, H. 6, 2008, S. 4-9.
Herrmann, U. (Hrsg.): Neurodidaktik. Weinheim und Basel 2006.
Köck, H.: Typen vernetzenden Denkens im Geographieunterricht. In:
Geographie und Schule, H. 132, 2001, S. 9-14.
Rhode-Jüchtern, T.: Vernetztes Denken – Zauberwort mit Januskopf. In:
Geographie und Schule, H. 132, 2001, S. 3-8.
Vankan, L. (Hrsg.), Rohwer, G, Schuler, S.: Diercke Methoden. Denken lernen mit Geographie. Braunschweig 2007.
Wilhelmi, V.: Vernetzung auf der Spur: Erdkundeunterricht im Wald: In:
Geographie und Schule, H. 132, 2001, S. 24-30.

Zusätzliche Hinweise zu Prüfungen:
1.) Sie beteiligen sich in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit an der Erstellung und
Präsentation einer geographischen Unterrichtssequenz, die vernetztes Denken an
einem Thema darstellt.
2.) Sie fertigen eine Hausarbeit (10-12 S.) an: Entweder
zu einem geographie-didaktischen Themenbereich, der im Seminar eine Rolle spielte
oder zu Ihrer Unterrichtssequenz, die Sie im Seminar präsentierten.

Vertiefungsseminar: Von Orten und Räumen – Denkfiguren und Ordnungsmuster fĂĽr geographische Bildung
(Mirka Dickel, Di 18-20 Uhr)

“Wo ist er hin, der Raum, wenn seine komplette Durchmessung mit dem Flugzeug in vierundzwanzig Stunden, mit elektronischen Signalen in Sekunden gelingt und finanzielle Transaktionen ĂĽber einen Ozean hinweg mit derselben Geschwindigkeit erfolgen, wie ein Schreck sich im Körper alös erhöhte Pulsfrequenz ausbreitet? Man telefoniert mit einem Hotel in Australien und zoomt sich zugleich mit Google Earth dessen Standort so nah herbei, dass man den Schatten sehen kann, den die KĂĽbelpflanzen vor dem Eingang auf den Kies werfen. Raum scheint, insofern er Aufschub war, vollkommen getilgt.” (SĂĽddeutsche Zeitung 2.8.2010,9)

Diese Beschreibung alltäglicher Erfahrungen mit “Raum” macht auf die Notwendigkeit aufmerksam, die einige Geographen seit schon seit längerem umtreibt, sich darĂĽber klar zu werden, wie Raum heutzutage sinnvoll konzeptionalisiert werden kann. FĂĽr die Didaktik der Geographie muss diese Frage erweitert werden. Es geht auch darum, das Verhältnis zwischen “Raum” und geograhischer Bildung zu klären. In dem Vertiefungsseminar sollen ausgewählte Ansätze aus der gegenwärtigen Raumdebatte mit kulturwissenschaftlichem Schwerpunkt gelesen und diskutiert und ihr Potential fĂĽr geographiedidaktisches Handeln ausgelotet werden.
Literaturhinweis:
Günzel, Stefan (Hrsg.): Raum. Ein interdisziplinäres Handbuch. Stuttgart 2010.

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