06.05.2009 Gewaltwirkungsforschung
Literatur zur Sitzung:
Brad J. Bushman und Rowell Huesmann
“Short-term and Long-term Effects of Violent Media on Aggression in Children and Adults” In: Archives of Pediatrics and Adolescent Medicine, Vol. 160, 2006, 348-352. (Website)
“In this article, we describe what we believe are the major psychological processes that account for the relationship between children’s exposure to different kinds of violence in their world and the increase in the risk for violence and aggression that this exposure produces. We then use meta-analyses to show that, on the whole, the available empirical data show the patterns one would expect from this theory. Although the focus of this article is on exposure to media violence, the theoretical premise is that the same processes operate when children are exposed to media violence as when they are exposed to violence on the street, in the home, or among their peers…”
Ullrich Dittler – Michael Hoyer
Aufwachsen in virtuellen Medienwelten. Chancen und Gefahren digitaler Medien aus medienpsychologischer Perspektive. München 2008. (Material nur für Seminarteilnehmer in EduCommsy).
Verlagsinformation zum Buch:
“Kinder und Jugendliche führen heute ein anderes Leben als die Generationen vor ihnen. Interaktive und digitale Medien, kurzlebige Medieninhalte und künstliche Stars sowie andere Kunstprodukte der Pop-Kultur sind wesentliche Bestandteile der kindlichen und jugendlichen Lebenswelt.¬â€
Während den vergangenen Generationen noch Radio und Fernsehen mit ihrem – aus heutiger Sicht – relativ beschränkten Unterhaltungs- und Informationsangebot als Leitmedium diente, ist aktuell ein Wechsel zu verzeichnen: denn Radio und Fernsehen verlieren für die heutigen Kids ständig an Bedeutung, während interaktive Unterhaltungs-, Informations- und Kommunikationsmedien, wie Handys, Computer und Spielkonsolen, immer selbstverständlicher werden. Dieser Wandel des gesellschaftlichen Leitmediums ist ein in der Mediengeschichte bisher beispielloser Vorgang. Er beinhaltet Chancen aber auch Gefahren.¬â€
Der vorliegende Sammelband greift die öffentliche Diskussion auf und stellt die aktuelle Forschung dar. Durch die Zusammenführung von aktuellen Forschungsergebnissen und Theorieansätzen können wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse der Mediennutzung und Medienwirkung präsentiert werden. Im Rahmen dieses Buches werden jedoch nicht nur aktuelle Forschungsergebnisse vorgestellt und verschiedene Ansätze diskutiert, sondern auch Handlungsempfehlungen von kompetenter Seite gegeben.”
Thomas Feibel¬â€
“Killerspiele im Kinderzimmer. Zwischen Faszination und Wirkung“. Düsseldorf – Zürich 2004. (Beispiel-Kapitel von www.mediaculture-online.de, pdf)
Auszug:
“Die Faszination, die Computerspiele auf Kinder und Jugendliche ausüben, ist schnell erklärt. In Computerspielen dürfen sie all das machen, was sie in der Realität nicht tun können oder dürfen: Sie fahren waghalsige Autorennen durch tiefen Schlamm, rasen mit quietschenden und rauchenden Reifen durch die Innenstadt, tauchen viele Meter unter dem Meer, steuern mit großer Präzision Flugzeuge und Helikopter, (…) finden das Serum gegen ein tödliches Virus, das die gesamte Menschheit bedroht, bedienen ein umfangreiches Waffenarsenal von der Steinschleuder bis zum Snipergewehr und und und …
Kurz: sie retten die Welt. Und das Tag für Tag. Ohne Zweifel hätten uns Erwachsene solche Spiele und ihre Aufgaben in unserer eigenen Kindheit auch gereizt. Überwiegend haben wir auch Öhnliches gespielt. Nur eben ohne Computer, sondern in der Fantasie und in Tagträumen…”
C.Ferguson – J.Kilburn
The Public Health Risks of Media Violence: A Meta-Analytic Review. In: The Journal of Pediatrics, May 2009, 759-763. (Material nur für Seminarteilnehmer in EduCommsy)
W.H.Hopf – G.L. Huber – R.H. Wei߬â€
Media Violence and Youth Violence. A 2-Year Longitudinal Study. Journal of Media Psychology, 3/08, Seite 79-96. (Material nur für Seminarteilnehmer über EduCommsy)
Abstract der Autoren:
“The frequency of exposure to media violence and eight additional risk factors were path-analyzed in a 2-year longitudinal study. The exposure to media violence (total score) affected student’ later violence and later violent delinquency more strongly than other risk factors. Direct effects were also caused by risk factors assessed at Time 1, which in turn were reinforced by the remaining risk factors on the second or third stratum of analyseis. Of particular importance are findings that (1) playing violent electronic games is the strongest risk factor of violent criminality and (2) both media-stimulatated adn real experiences of aggressive emotions associated with the motive of revenge are core risk factors of violence in school and violent criminality. The results of our study show that the more frequently children view horror and violence films during childhood and the more frequently they plat violent electronic games at the beginning of adolescence the higher will these student’s violence and delinquency be at the age of 14.”¬â€
von Astrid Kristen
Aggressive Jungen und gewalthaltige Computerspiele. Eine Längsschnittstudie zu der Frage wer wen beeinflusst. Dissertation Fu Berlin. Berlin 2005. (Download vom Archivserver der Deutschen Nationalbiblithek)
In dieser Dissertation aus dem Fachbereich Psychologie untersucht Kristen den Zusammenhang von Gewaltdarstellungen in Computerspielen, bei denen es sich überwiegend um kriegerische oder kampfbetonte Auseinandersetzungen handelt, mit real auftretenden körperlichen Aggressionen bei Jungen.¬â€
Michael Kunczik
Medien und Gewalt. Der aktuelle Forschungsstand. In: Ullrich Dittler – Manfred Hoyer (Hrsg.): Aufwachsen in virtuellen Medienwelten. Chancen und Gefahren digitaler Medien aus medienpsychologischer und medienpädagogischer Perspektive. München 2008. 163-185. (Material nur für Seminarteilnehmer in EduCommsy)
Kunczik bietet hier eine Übersicht über die Vielfalt der Forschungsarbeiten zum Thema Medien und Gewalt.
Klaus Mathiak – René Weber
Bilderwelten aus der Sicht der Hirnforschung. In: Helga Theunert (Hrsg.): Bilderwelten im Kopf. München 2006.¬†53-68. (Material nur für Seminarteilnehmer über EduCommsy)
“Die Durchdringung von Gesellschaft mit computerisierter Visualisierungstechnik intensiviert die Alltäglichkeit von visuellen Medien. Wir hypothetisieren, dass diese Veränderung in der Medialität zugleich einen Paradigmenwechsel in der Wissenschaft befördert und die Hirnforschung hierbei eine besondere Rolle einnimmt. Die funktionelle Bildgebung trägt einerseits zur Verbildlichung der Wissenschaft bei und andererseits untersucht sie Wirkungen von multimodalen Medien auf den Menschen. Diese Hypothese der doppelten rolle der Hirnforschung werden wir in diesem Beitrag untermauern, indem wir zunächst die paradigmatische Wirkung von Bildern diskutieren. Nach einem Überblick über hinrphysiologische Befunde zu Sozialverhalten werden wir eine Studie zu präsentieren, die die Verarbeitung von virtuellen Bilderwelten im Gehirn von Jugendlichen untersucht. (…)” ¬â€
von Ingrid Möller
Mediengewalt und Aggression. Eine längsschnittliche Betrachtung des Zusammenhangs am Beispiel des Konsums gewalthaltiger Bildschirmspiele. Potsdam 2006. (pdf)
Weitere Literatur
Wolfgang Fehr – Jürgen Fritz
Zum Problem virtueller Gewalt. Von der Wirkungsforschung zur Normen- und Werteentscheidung. In: Medien praktisch, 21/1997, 39-41.¬â€
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