Schritt 3: Das Portfolio zum Buch “Der Vorleser”

Die Konzeption der Portfolioarbeit im Überblick

  • Der zeitliche Rahmen der Portfolioarbeit ist auf fünf Wochen angelegt.
  • Das Portfolio soll von den Schülern ausschließlich zu Hause angefertigt werden; aus diesem Grund erhalten die Schüler während der gesamten Arbeitsphase an ihrem Portfolio ein geringes Maß an anderen Aufgaben für die Bearbeitung zu Hause.
  • In begleitenden Unterrichtsstunden besprechen die Schüler zentrale Themen der Lektüre.
  • Auf einem Selbstbeobachtungsblatt notieren die Schüler wie sie mit dem Selbssbtändigen Lernen und Arbeiten zu ihrem Portfolio zurechtkommen.
  • Die Schüler formulieren vor Beginn der Protfolioarbeit eigene Lernziele.
  • Am Ende der Portfolioarbeit soll ein Feedback (Feedbackbogen) durchgeführt werden, in dem die Schüler über das eigene Arbeitsverhalten reflektieren und ihre eigene Arbeit für eine Bewertung einschätzen.

 

Ziele der Portfolioarbeit sind:

  • Die Schüler sollen aus Detailinformationen Fantasien zum Buch entwickeln
  • Die Schüler sollen persönliche Erfahrungen textlich umsetzen
  • Die Schüler sollen ein Plädoyer verfassen
  • Die Schüler sollen selbstständig Informationen suchen
  • Die Schüler sollen Informationen zu einem Text verarbeiten
  • Die Schüler sollen Beziehungen grafisch darstellen
  • Die Schüler sollen Bücher richtig zitieren können
  • Die Schüler sollen Zeitmanagement erlernen
  • Die Schüler sollen lernen formale Vorgaben einzuhalten (wie Titelseite, Inhaltsverzeichnis, Überschriften, etc.)
  • Die Schüler sollen über ihr eigenes Arbeitsverhalten reflektieren
  • Die Schüler sollen über das Erreichen ihrer Lernziele reflektieren

Verbindliche Inhalte bzw. Aufgabenstellungen für das Portfolio sind:

  • Das Portfolio soll übersichtlich gestaltet sein (Überschriften, Absätze, Textstrukturierung)
  • Das Portfolio soll grafische Ausführungen zu den Aufgabenstellungen Personenkonstellation und Brainstorming zum Begriff “Schuld” enthalten
  • Die Arbeit mit dem Computer ist erwünscht aber nicht Bedningung.
  • Die Schüler sollem während des Leseprozess mindestens zehn Textstellen herausschreiben, die nach ihrer subjektiven Empfindung über das Buch hinaus bedeutsam sind. Die Textstellen sollen korrekt zitiert werden.
  • Als Vorarbeit für die Figurenkonstellationen muss eine Figurenliste erstellt werden.
  • Für die Kurzinformationen über den Autor muss im Internet recherchiert werden.

Begleitende Unterrichtsstunden:

  • Im Unterricht befassen sich die Schüler mit Analphabetismus.
  • Die Schüler lernen das Verfassen eigener SAchtexte exemplarisch an einem Sachtext passend zu diesem Thema.
  • Die Schüler sollen im Unterricht über ihre eigenen Leseerfahrungen reflektieren, in diesem Zusammenhang organisieren und gestalten die Schüler eine Vorlesestunde.


 

 

 

 

 

 

 

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Schritt 2: Das Lesetagebuch als Gruppenarbeit

Die Arbeit mit dem Lesetagebuch als Gruppenarbeit im Überblick:

  • Die Arbeit erstreckt sich über einen Zeitraum von fünf Wochen
  • Eine Stunde der Unterrichtszeit pro Woche ist für Gruppenarbeit vorgesehen
  • Die Schüler entwickeln eigenständig und Selbstständig Fragestellungen für die gemeinsame Arbeit an ihrem Lesetagebuch
  • Die Schüler diskutieren in ihrer Gruppe mögliche Herangehensweisen an die Lesetagebucharbeit
  • Die Schüler erarbeiten eine Präsentation zu ihrem Lesetagebuch.
  • Die Schüler geben sich gegenseitig Feedback über ihre Gruppenarbeit; das Feedback wird durch die Lehrperson angeleitet.
  • Das Lesetagebuch der Schüler wird als Einzelleistung von der Lehrerin beurteilt. Die jeweilige Note setzt sich zusammen aus jeweils einer Einzelbewertung, die sich aus den Einzelleistungen (Anteil an Lesetagebuch und Präsentation des Schülers) sowie der Gesamtleistung der Gruppe zusammensetzt.

Ziele der Lesetagbucharbeit als Gruppenarbeit sind:

  • Ideen für die Gestaltung eines Lesetagebuches sammeln
  • Einen Arbeitsplan erstellen und einhalten
  • In der Gruppe die Arbeitsteilung diskutieren und ausführen
  • Das Lesetagebuch erstellen und ausführen
  • Das Lesetagebuch als Referat in der Klasse präsentieren
  • Feedback über die Zusammenarbeit geben
  • Über die eigene Leistung reflektieren

Vorgegebene Arbeitsaufträge für die Gruppe sind:

  • Einen Gruppennamen finden
  • Ideen für das Lesetagebuch sammeln
  • Ideen auswählen (mindestens dreizehn Aufgabenstellungen als Vorgabe)
  • Einen Arbeitsplan erstellen (Wer macht was bis wann?)

Im zweiten Schritt entwickelt Plamenig ihre Idee des Lesetagebuches für Schüler der Mittelstufe weiter. Sie gestaltet eine Unterrichtseinheit für den Deutschunterricht mit dem Lesetagbuch als Gruppenarbeit. Frau Plamenig bindet nun die Schüler stärker in ihre Unterrichtsplanung ein; die Schüler sollen selbst Ideen für die Gestaltung ihres Lesetagebuches in den Unterricht einbringen können. Plamenig legt hier einen Schwerpunkt auf Gruppenarbeit, in der die Schüler gemeinsam ihre Arbeit planen sollen. Die Schüler sammeln in ihrer jeweiligen Kleingruppe eigene Ideen für Aufgabenstellungen, die in dem Lesetagebuch bzw. Portfolio gesammelt werden sollen, das zu ihrem jeweiligen literarischen Werk entstehen soll. Dabei ergibt sich, dass die Schüler bereits bewährte Formen der Aufgabenstellung aufgreifen und nur zum Teil ergänzen oder ganz neue Ideen entwickeln, wie beispielsweise das Entwerfen eines Brettspiels, der Entwurf eines Drehbuches oder das Umsetzen eines Videos zu „Herr der Ringe“ von I.R.R. Tolkien.

Ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Erweiterung dieser Lesetagebucharbeit hin zu Arbeit mit dem Portfolio ist das Feedback in Bezug auf das Gelingen der Gruppenarbeit. Die Schüler erhalten Feedbackbögen, deren Fragestellungen zunächst gemeinsam besprochen werden. Im Anschluss daran, erhalten die Schüler Gelegenheit, in Einzelarbeit die eigenen Beobachtungen über die Zusammenarbeit in der Gruppe schriftlich niederzulegen. Jeder Schüler stellt dann seine Aufzeichnungen innerhalb seiner Gruppe vor; diese werden dann miteinander verglichen. Plamenig beschreibt, dass unterschiedliche Wahrnehmungen Raum für interessante aber auch hitzige Diskussionen liefern können.  Ein wichtiger Punkt des Feedbacks ist das Besprechen von Verbesserungsvorschlägen für die nächste Gruppenarbeit.

Der Schritt von Lesetagebucharbeit in Richtung Portfolioarbeit der Schüler besteht meines Erachtens darin, dass die Schüler nun stärker in inhaltliche und formale Planung und Organisation der Lesetagebucharbeit einbezogen sind. Eine weitere Komponente dieser Unterrichtsplanung, die wesentlich für Portfolioarbeit ist, ist das Reflektieren der Schüler über ihre eigene Leistung bzw. über ihre Leistung für die Gruppenarbeit. Die Schüler erhalten durch die Rückmeldung ihrer Mitschüler bzw. ihrer Gruppenmitglieder eine Rückmeldung zu ihrem Beitrag für das Gelingen der Gruppenarbeit. Diese Rückmeldung kann für Schüler, die noch unerfahren mit dem Einschätzen ihrer Leistung sind, hilfreich sein. Frau Plamenigs Idee, dass die Schüler jeweils einen kurzen Text über ihre Gruppenarbeit anfertigen und wichtige Punkte dann in ihrer Gruppe präsentieren, halte ich für sinnvoll. Ich denke,  dass Schüler sich mit diesem Arbeitsauftrag ernst auseinandersetzen und sich eigene Gedanken und ehrliche konstruktive Einschätzungen zu den Leistungen ihrer Mitschüler geben. Meines Erachtens könnte zudem angedacht werden, die Schüler den von Frau Plamenig angefertigten Feedbackbogen zu ergänzen oder zu überarbeiten.

 

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Inwiefern bereitet Lesetagebucharbeit (Grund)Schüler auf das Selbstständige Lernen mit dem Portfolio vor?

Bereitet Plamenigs Konzeption von Lesetagebucharbeit Schüler auf Portfolioarbeit vor?

Die inhaltlichen bzw. thematischen Vorschläge die Frau Plamenig in ihrem Themenhaft zur Lesetagebucharbeit vorstellt, möchte ich zunächst außer Acht lassen, da der Schwerpunkt meiner Auseinandersetzung auf ihrer Konzeption als solcher beruht. Ich stelle mir zunächst die Frage, inwiefern das oben vorgestellte Konzept Schüler zu Selbstständigem und Eigenverantwortlichen Lernen heranführen kann. Meines Erachtens führt Frau Plamenig die Schüler mit ihrem Konzept behutsam an Selbstständiges Lernen heran. Ich halte es für sinnvoll, Schüler, die bisher noch keinerlei Erfahrungen mit dem Selbstständigem Lernen und Arbeiten gemacht haben, Aufgabenstellungen vorzugeben und ggf. von den Schülern ergänzen zu lassen bzw. die Arbeitsaufträge in Blöcken an die Schüler zu vermitteln. Das Selbstständige Organisieren, Planen und Abschließen von einzelnen Arbeitsaufträgen bzw. des gesamten Portfolios oder Lesetagebuches ist eines der zentralen Themen bzw. Problematiken während unserer Seminarsitzungen im Plenum gewesen. Wie Schüler hier behutsam an eigenständiges Arbeiten und Organisieren von Arbeitsabläufen herangeführt werden, war einer der zentralsten Aspekte der Diskussionen im Plenum. Meines Erachtens hat Frau Plamenig eine akzeptable Lösung gefunden, da sie den Schülern einen Teil der Verantwortung über das Organisieren von Selbstständigem Lernen und Arbeiten abnimmt. Auf der anderen Seite übergibt Frau Plamenig den Schülern Verantwortung, da diese eigene Ideen und Vorschläge zur Diskussion einbringen können. Allerdings kann ich jetzt noch nicht sicher sagen, ob ich diesen Punkt von Frau Plamenigs Konzeption jederzeit auf diese Weise in meinem Unterricht umsetzen würde, denn das würde ich jeweils in Abhängigkeit von dem Entwicklungs-, Wissens- und Erfahrungsstand meiner jeweiligen Klasse entscheiden. Für eine ganz und gar unerfahrene Klasse ist Frau Plamenigs Idee auf jeden Fall sinnvoll. Als weiteren positiven Aspekt der Planung erachte ich, dass Frau Plamenig die Arbeit mit dem Lesetagebuch als Zentrifugal-Modell geplant hat. Ich denke, dass die Schüler bei der Einführung von Portfolioarbeit erheblich unterstützt werden dadurch, dass diese Inhalte und Methoden während des Unterrichts vermittelt bekommen, verstehen können und zu Hause aber auch im Unterricht in eigenständiger und selbstständiger Arbeit, an ihrem Lesetagebuch anwenden können. An dieser Stelle würde ich allerdings eine kleine Ergänzung an Frau Plamenigs Konzept vornehmen, denn ich denke, dass davon ausgegangen werden kann, dass nicht alle Schüler ohne weitere Probleme den Unterrichtsstoff auf ihr eigenes Lesetagebuch übertragen können. Aus diesem Grund würde ich für meinen Unterricht einplanen, dass die Schüler sich ggf. untereinander über ihre Lesetagebücher austauschen und Probleme miteinander besprechen können. Es wäre denkbar für die Schüler jeweils einen Teil bzw. eine ganze Unterrichtsstunde dazu zu reservieren, Probleme bei der Bearbeitung von Themen und Arbeitsaufträgen entweder miteinander zu besprechen und zu klären oder im gesamten Klassenverband vorzutragen, um diese dann gemeinsam zu besprechen. Weitere Möglichkeiten bzw. Anregungen des Portfoliogesprächs die Ilse Brunner vorschlägt, sind beispielsweise Formblätter, die von der Lehrperson angefertigt werden. Die Formblätter können die Schüler für die Reflexion und Einschätzung ihrer eigenen sowie der Lesetagebücher bzw. Portfolios ihrer Mitschüler zur Orientierung nutzen, um diesen eine Rückmeldung über die bisher geleistete Arbeit und Qualität zu geben.1 Ich denke, dass bereits Grundschüler daran herangeführt werden können ihre eigenen Arbeiten bzw. die Arbeiten ihrer Mitschüler einzuschätzen und diesen ein angemessenes und konstruktives Feedback auf die Arbeiten zu geben. Für meinen eigenen Unterricht mit einem Lesetagebuch bzw. einem Portfolio würde ich ein Formblatt entwickeln, auf dem die wesentlichen Aspekte, die das Portfolio beinhalten soll, zusammengefasst wären. Die Schüler würde ich in Zweier- bis Dreiergruppen einteilen. Die Gruppen könnten sich über ihre Portfolios austauschen und auf die wesentlichen Merkmale überprüfen und abgleichen. Dabei könnten die Schüler zudem die Möglichkeit erhalten etwaige Probleme zu thematisieren und miteinander zu besprechen. Zusätzlich würde ich eine weitere Anregung Ilse Brunners bzw. Plamenigs aufgreifen. Bevor die Schüler ihr Beurteilungsportfolio zur Bewertung einreichen, möchte ich den Schülern Gelegenheit geben, ihr Portfolio zu überarbeiten. Dazu würde ich die Portfolios zunächst einsammeln und auf die vorgegeben Aspekte des Formblattes überprüfen. Im Anschluss daran erhalten die Schüler ihr Portfolio mit meinem schriftlichen Feedback zurück und haben einige Tage Zeit meine Anmerkungen in ihrem Portfolio ggf. umzusetzen und anschließend zur Benotung einzureichen.

Inwiefern ich die Schüler dazu anregen wollen würde, sich ihr eigenes Lernen bewusst zu machen, kann ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht endgültig einschätzen. Ich finde es wichtig und richtig, wenn Schüler selbst Feedback über ihre Arbeit erhalten und ihren Mitschülern geben. Ich denke, dass Schüler auf diese Weise eigene Stärken und Schwächen bewusster werden können und sie sich in einigen Aspekten verbessern und/oder steigern können. Ich würde von Schülern, die ihr erstes Portfolio schreiben oder von Grundschülern eher weniger verlangen, dass diese eine regelmäßige Reflexion über ihr Lernen zusätzlich in ihrem Portfolio betreiben. Allerdings würde ich die Schüler einen Vergleich im Sinne von „Vorher“ „Nachher“ anstellen lassen oder diese dazu veranlassen, sich auf Entwicklungen in verschiedenen Teilbereichen des Lernens zu konzentrieren bzw. diese zu beobachten und zu beschreiben. Ich gehe davon aus dass die Schüler bereits vor Beginn der Portfolioarbeit in etwa einschätzen können, da sie über Erfahrungen im Umgang mit Literatur und dem Texte schreiben aus dem Unterricht verfügen, wo ihre vermeintlichen Stärken und Schwächen in der anschließenden Portfolioarbeit liegen könnten. Aus diesem Grund würde ich es für sinnvoll halten, wenn die Schüler einen kurzen Text über sich und ihre Kompetenzen in Bezug auf den Umgang mit Literatur und dem Schreiben von Texten verfassen. In diesem Text können die Schüler formulieren in welchen Bereichen sie sich verbessern wollen; so könnte ich mich in meiner Betrachtung und Einschätzung ihrer Portfolios auf deren genannte Schwerpunkte beziehen. Am Ende der Portfolioarbeit formulieren die Schüler dann einen Text darüber, ob sie denken, dass sie das angestrebte Ziel erreicht haben bzw. ob die Arbeit mit dem Portfolio für sie und ihr Lernen für einen bestimmten Bereich erfolgreich war.

Ein weiterer Aspekt auf den ich in meinem Portfolio eingehen möchte, ist die Festlegung des zeitlichen Rahmens der Portfolio- bzw. der Lesetagebucharbeit. Frau Plamenigs Konzeption befindet sich, meines Erachtens, mit ihrer auf fünf Wochen veranschlagten Dauer in einem dem Arbeitsaufwand angemessenen sowie überschaubaren Rahmen. Wenn ich solch ein Konzept als Lehrerin in der Schule durchführen würde, würde ich solch eine Arbeitsphase vermutlich zunächst auf fünf Wochen ansetzen und ggf. um einige Tage oder bis zu einer Woche verlängern. Gerade wenn Lehrer und Schüler mit dieser Arbeitsform noch nicht so sehr vertraut sind, ist es besser, einen Puffer einzuplanen um am Ende nicht in Stress zu geraten. Zudem kann es sinnvoll sein, den Schülern weitere Zeit für die Überarbeitung ihrer Lesetagebücher bzw. Portfolios zuzugestehen; vor allem wenn die Schüler an einem Beurteilungsportfolio arbeiten.

 

 


[1]Brunner, Ilse: So planen Sie Portfolioarbeit  Zehn Fragen, die weiterhelfen In: Ebd. 2011, S.94

  1. Brunner, Ilse: So planen Sie Portfolioarbeit  Zehn Fragen, die weiterhelfen In: Ebd. 2011, S.94 []
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Schritt 1: Das Lesetagebuch bei individueller Literaturauswahl

Das Lesetagebuch im Deutschunterricht der Grunschule (Klassenstufe drei) im Überblick

  • Der zeitliche Rahmen der Lesetagebucharbeit soll fünf Wochen betragen
  • Das Lesetagebuch soll im Unterricht sowie zu Hause bearbeitet werden
  • Aufgaben werden für alle verbindlich vorgegeben; freiwillige Ergänzungen der Aufgaben durch die Schüler sind möglich
  • Das Lesetagebuch wird parallel zum Unterricht geführt
  • Aufgabenstellungen und Lernziele sind auf einen bestimmten Unterrichtszeitraum festgelegt und laufen parallel zu den Unterrichtsstunden
  • Insgesamt entspricht das Portfolio dem Zentrifugal-Modell von Arbeit mit dem Portfolio (Die Schüler arbeiten an ihrem Portfolio mit Hilfe von exemplarischen Inputs aus dem Unterricht und übertragen die hier erlernten Inhalte und Methoden auf die Arbeit an ihrem jeweiligen Portfolio)
  • Die Aufgabenstellungen werden in Blöcken bekanntgegeben
  • Für jeden Block gibt es einen eigenen Fertigstellungstermin (ähnlich der Wochenplanarbeit)

 

Ziele der Lesetagebucharbeit sind:

  • Die Schüler sollen schrittweise an eigenständiges und selbstständiges Lernen     herangeführt werden.
  • Die Schüler sollen thematische Inhalte des Unterrichts zu Hause bei ihrer Arbeit am Lesetagebuch auf dieses transferieren.
  • Die Schüler lernen verschiedene Aufgaben, Fragestellungen und Themenschwerpunkte bzw. Umgangsweisen mit dem Lesetagebuch kennen.
  • Die Schüler schreiben und überarbeiten ihre Texte eigenständig.

Einzelne Themenschwerpunkte der Lesetagebucharbeit sind:

  • Unterrichtsstunde: Angaben zu einem Buch und Arbeiten mit dem Titel
  • Unterrichtsstunde: Personenbeschreibungstunde: Briefe schreiben
  • Unterrichtsstunde: Buchbewertung
  • Unterrichtsstunde: Zeitungsbericht
  • Unterrichtsstunde: Lageplan
  • Unterrichtsstunde: Inhaltsangabe
  • Unterrichtsstunde: Inhaltsverzeichnis

Weiterhin nennt Frau Plamenig verschiedene Aufgabenstellungen, die für ein Lesetagebuch bearbeitet werden können:

  • Notieren, was man wann gelesen hat
  • Über das Gelesene nachdenken und reflektieren
  • Einzelne Kapitel kurz zusammenfassen oder nacherzählen
  • Buchfiguren darstellen und dokumentieren
  • Entscheiden, welche Buchstellen entscheidend sind
  • Wertungen bezüglich des Buches bzw. bestimmter Buchstellungen dokumentieren
  • Einzelne Buchstellen kopieren und in das Lesetagebuch einkleben
  • Sich in das Buch einmischen
  • Sich eine eigene Meinung über das Buch bilden
  • Fragen zu besonderen Textstellen finden und formulieren
  • Zu einzelnen Kapiteln etwas schreiben oder zeichnen
  • Aufschreiben, was man beim Lesen gedacht oder gefühlt hat
  • Textstellen aufschreiben, die man besonders lustig, spannend, traurig….gefunden hat
  • An geeigneten Stellen im Buch den Text verändern oder weiterschreiben
  • Aussagen über eine Person aus dem Buch sammeln
  • Personen des Buches zeichnen oder Steckbriefe für sie entwerfen
  • An eine Person des Buches eines Brief schreiben
  • Aus der Sicht einer Person des Buches einen Tagebucheintrag oder einen Brief entwerfen
  • Aus einzelnen Textstellen eines Bildergeschichte oder einen Comic entwickeln
  • Eine wichtige Seite abschreiben oder fotokopieren, einkleben und kommentieren
  • Aufschreiben, was gut oder weniger gut gefällt

Frau Plamenigs Konzept der Lesetagebucharbeit soll den Schülern einen ersten Schritt in Richtung Portfolioarbeit ermöglichen. Jeder Schüler soll ein Beurteilungsportfolio führen. In einem Beurteilungsportfolio kann jeder Schüler zeigen was er gelernt hat, denn in diesem Portfolio sammelt der Schüler seine Lernprodukte, um diese zu präsentieren. Das Portfolio des Schülers wird dann von der Lehrperson bewertet. Frau Plamenig hat sich dazu entschieden, den Schülern für einzelne verbindliche Aspekte des Lesetagebuches Punkte zu geben; aus der jeweils erreichten Punkteanzahl ergibt sich dann die Note für die Arbeit des Schülers.[1]

Um einer Überforderung der Schüler entgegenzuwirken, legt Frau Plamenig den Rahmen der Lesetagebucharbeit auf fünf Wochen fest. Zudem gibt sie die Arbeitsaufträge an die Schüler in Blöcken mit je einzelnen Abgabeterminen heraus. Indem Plamenig diese Einteilung vornimmt, sollen die Schüler sich auf das Arbeiten an ihrem jeweiligen Lesetagebuch konzentrieren können und sich nicht durch das eigenständige Organisieren von Arbeitszeiten bzw. das eigenständige Einteilen von Arbeitszeit und Arbeitsaufträgen überfordert fühlen. Eine weitere Unterstützung bietet Plamenig den Schülern dadurch, dass diese das Lesetagebuch parallel zum Unterricht führen. Frau Plamenigs Planung von Portfolio-Arbeit entspricht damit dem Zentrifugal-Modell von Oswald Inglin.[2] Die Schüler erhalten im Unterricht einen Input, den sie auf eine Aufgabenstellung beziehen, die im Unterricht bearbeitet und besprochen wird. Als Hausaufgabe und bei Bedarf zum Teil auch im Unterricht, arbeiten die Schüler dann für sich am eigenen Lesetagebuch und übertragen ihr Wissen und ihre Erfahrungen aus dem Unterricht auf ihre eigene Arbeit.

 


[1] Im Folgenden möchte ich die Diskussion um die Bewertung bzw. Benotung von Portfolios oder Lesetagbüchern nicht aufnehmen da ich denke, dass wir die Vor- und Nachteile bereits während des Seminars ausführlich besprochen haben. Ich halte eine Benotung der Arbeiten in der Regel für wichtig und richtig. Von Bedeutung ist dabei allerdings, dass die Schüler eine genaue Vorstellung von den Anforderungen haben, die an sie gestellt werden, also Transparenz in Bezug auf die erwartet Leistung der Schüler.

[2] Inglin, Oswald: Rahmenbedingungen und Modelle der Portfolioarbeit In: Brunner, Ilse/Häcker, Thomas/Winter, Felix (Hrsg.): Das Handbuch Portfolioarbeit Konzepte, Anregungen, Erfahrungen aus Schule und Lehrerbildung, Klett/Kallmeyer Verlag, Seelze, 2011, S.85

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In drei Schritten vom Lesetagebuch zum Portfolio

In drei Schritten vom Lesetagebuch zum Portfolio

Plamenigs Konzeptionen zu Portfolio- und Lesetagebucharbeit geben zu erkennen, dass beide Konzepte nicht ganz klar voneinander abgegrenzt werden können. Das Lesetagebuch soll Schülern vorrangig dazu dienen, sich vertiefend mit dem Lernstoff auseinanderzusetzen. Die Schüler dokumentieren in ihrem Lesetagebuch ihre Leseeindrücke und Gedanken zu dem Gelesenen. Das Lesetagebuch kann Schüler dabei unterstützen, sich in die Gedankenwelt der Figuren, in die Welt des Erzählten einzulassen. Ein Portfolio hingegen orientiert sich zwar auch an den Inhalten einer bestimmten Thematik im Unterricht, der Schwerpunkt liegt allerdings stärker darauf, dem Schüler seinen Lernprozess bewusst zu machen und diesen bei seinem Lernen zu begleiten. Wichtige Bezugspunkte von Portfolioarbeit sind die Lernziele eines Schülers; in einem Portfolio reflektiert der Schüler darüber, ob und wie die eigenen Lernziele erreicht wurden.[1]

Plamenig führt ihre Unterrichtskonzeption für das Lesetagebuchs mit einer dritten Klasse in der Grundschule durch. Die Schüler sollen durch die Arbeit mit dem Lesetagebuch mit selbständigen und eigenständigen Lernen vertraut gemacht werden. Um die Schüler nicht zu überfordern, beinhaltet Plamenigs Planung der Arbeit mit dem Lesetagebuch zum Teil feste Vorgaben, die von den Schülern nicht verändert aber dennoch ergänzt werden können. Im Wesentlichen bestehen diese Vorgaben zunächst darin, dass die Schüler ihr Lesetagebuch parallel zum Unterricht führen und ihre Arbeitsaufträge blockweise von der Lehrerin erhalten. Jeder Block muss zu einem einzelnen Termin bearbeitet und fertig gestellt sein. Im Folgenden möchte ich Plamenigs Konzeption erläutern und unter oben genannter Fragestellung betrachten.


[1]Plamenig, Beatrix: Vom Lesetagebuch zum Portfolio Ein Baustein für das Eigenverantwortliche Arbeiten und Lernen, Schriftenreihe Heft 7, Pädagogisches Institut des Bundes in Stiermark, Graz, 2001, S.8

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Portfolios auch für den Deutschunterricht der Grundschule?

Ich habe mich nun daoch dazu entschieden, mich mit Portfolios für den Deutschunterricht der Grundschule zu beschäftigen. Die Leitfrage meines Blogs  bzw. Porfolios lautet von daher nun:

Wie führe ich Schüler an Portfolioarbeit heran?

Um mir diese Frage beantworten zu können, habe ich mir die Ideen zu einem Portfolio bzw. Lesetagebuch für den Deutschunterricht einer Lehrerin aus Österreich, unter Bezug auf meine Fragestellung angeschaut.

Die Grundlage meines Portfoliokonzepts und warum ich dieses ausgewählt habe

Als Grundlage für mein Portfolio habe ich das Themenheft von der Lehrerin Beatrix Plamenig ausgewählt. Beatrix Plamenig stellt in ihrem Themenheft drei mögliche Unterrichtskonzepte für den Deutschunterricht von der Primar- bis zur Sekundarstufe vor, die drei Unterrichtskonzeptionen beziehen sich auf den Umgang mit Schullektüre und bauen in ihrer Folge aufeinander auf. Plamenig führt die Schüler mit dem Lesetagebuch an selbstständiges Arbeiten und Lernen heran und entwickelt dieses Konzept zunehmend in Richtung Portfolioarbeit. Plamenigs Ideen entstanden, da sie zunächst für ihre dritte Klasse eine gemeinsame Klassenlektüre plante. Dabei stand sie vor dem Problem, dass die Wünsche und Interessen der Schüler so verschieden waren, dass das verbindende Glied der gemeinsamen Lektüre, das Buch jedes einzelnen Schülers zu sein schienen. Frau Plamenig wollte zudem Literatur- und Schreibunterricht miteinander verbinden, um die Textschreibkompetenzen der Kinder besser einschätzen zu können und den Schülern Möglichkeiten zu geben, diese weiter zu entwickeln. Da die Schüler motiviert und engagiert an ihren Lesetagebüchern gearbeitet haben, äußerten diese auch in den folgenden Schuljahren den Wunsch, den Literaturunterricht in methodisch ähnlicher Weise fortfahren zu können. Mit der Zeit sammelten die Schüler Erfahrungen und entwickelten Kompetenzen im Umgang mit dem selbstständigen und eigenverantwortlichen Arbeiten, so dass Plamenigs Unterrichtskonzepte den Schülern stetig mehr Freiheit und Verantwortung zugestehen.

Ich habe gerade dieses Themenheft ausgewählt, da Plamenig hier nachzeichnet, wie Portfolioarbeit in der Grundschule für das Fach Deutsch bzw. den Literaturunterricht eingesetzt werden kann bzw. weil Plamenig aufzeigt, in welcher Weise sie Portfolioarbeit in Form von Lesetagebucharbeit in ihrem eigenen Unterricht angebahnt und eingeführt hat, um den Schülern schrittweise mehr Eigenverantwortung und Selbständigkeit für ihr eigenes Lernen zu übergeben. Da ich mich vorrangig dafür interessiere, wie Portfolioarbeit in der Grundschule bzw. in einer Schulklasse eingeführt werden könnte, beziehe ich mich vorrangig auf das erste Konzept des Lesetagebuches und unterziehe es einer „theoretischen Überprüfung“ darauf, inwieweit dieses Konzept Schülern Möglichkeiten zum selbstständigen Lernen bietet und etwaigen Problemen der Überforderung von Schülern sowie Lehrern entgegenwirkt.

 

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Erste Idee für mein Portfolio-Konzept

Portfoliokonzept für den Deutschunterricht

Da ich Deutsch unterrichten werde, habe ich mir die Portfolios für den Deutschunterricht angeschaut. Das Unterrichtsbeispiel für Portfolioarbeit im Deutschunterricht von Karin Volkwein für die Klassenstufe 9 – 13 „Schreiben, reflektieren, überarbeiten“ möchte ich zunächst als Grundlage für mein Portfolio-Konzept nutzen.

In diesem Unterrichtsbeispiel werden (fachlicher) Kompetenzzuwachs und das Bewusstmachen von Lernstrategien gleichermaßen berücksichtigt bzw. gefördert. Zudem besteht ein wesentliches Ziel der Portfolioarbeit darin, alle Schüler individuell zu fördern. Das Portfolio dient in diesem Sinne als Medium der Reflexion und Kommunikation über das Lernen; der jeweilige Lernprozess wird über das Portfolio dokumentiert. (Subjektive Einschätzung)

Volkwein führt die Portfolioarbeit mit einem Eingangsbrief ein. In diesem führt Volkwein kurz aus, was die Schüler während der Portfolioarbeit erwartet bzw. was das Ergebnis des Portfolios sein soll.

Zu Beginn der Arbeit verfassen die Schüler einen Reflexionstext, in dem diese sich mit persönlichen Erfahrungen mit literarischen Texten und eigenen Lernvoraussetzungen auseinandersetzen, die Schüler formulieren eigene Lernziele.

Volkwein stellt den Schülern einen Orientierungsrahmen (Was die Arbeit mit literarischen Texten beinhalten kann) bereit. Dieser vermittelt den Schülern „einfach und handlungsorientiert“ die fachlichen Inhalte, die es im Verlauf der Portfolioarbeit von den Schülern zu erwerben gilt. Sie empfiehlt, dass nicht alle Ziele gleichermaßen berücksichtigt werden sollten. Stattdessen sollten die Schüler eigene Schwerpunkte für den eigenen Lernprozess setzen.

Mit einem Sample von Texten und Aufgaben möchte Volkwein den Schülern individuelle Wege ermöglichen. Die Schüler können aus diesem Sample (In Form eines Readers) Aufgaben und Texte auswählen, die sie zur Erreichung ihrer Lernziele bearbeiten möchten. (Erzählungen, Romane, Gedichte; verschiedene Komplexitätsgrade; ansteigende Komplexität)

Während der nächsten sechs Unterrichtsstunden bearbeiten die Schüler zwei inhaltsbezogene Aufgaben. Eine davon soll einer Überarbeitung unterzogen werden. Damit die Schüler sich ihrer Strategien zum Umgang mit Texten bewusst werden, erhalten sie von Volkwein einen „Leitfaden“. Anhand des Leitfadens sollen die Schüler sich selbst einschätzen.

Volkwein erhält die Arbeiten der Schüler (Texte und bearbeiteter Leitfaden). Sie betrachtet die Arbeiten der Schüler und analysiert deren Fähigkeiten bzw. überprüft deren Fähigkeiten und Kompetenzen auf anschließende Entwicklungsmöglichkeiten.

Fragestellungen:

  • Was ist gelungen/misslungen und warum ist es gelungen/misslungen?
  • Welche Ressourcen und Strategien der Schüler werden sichtbar?
  • Welche kurzfristigen Ziele können mit welchen Schritten erreicht werden?
  • Welche langfristigen  Ziele werden deutlich und können erreicht werden?

Sie schreibt allen Schülern ein Feedback, sie gibt den Schülern Rückmeldung zu ihrer Selbsteinschätzung und macht den Schülern Vorschläge zur Textüberarbeitung.

 

Analyse und Interpretation

Volkwein stellt den Schülern mögliche Untersuchungs- und Interpretationsaspekte zu eine, literarischen Werk vor. Die Schüler wählen einen Aspekt aus, zu dem sie einen ersten Entwurf bzw. einen Reflexionstext anfertigen. Dann lässt sie die Schüler ihre Ergebnisse und Erfahrungen in Kleingruppen besprechen und Arbeitsstrategien zur Bewältigung der Aufgabe formulieren. Die Schüler halten eine Schreibkonferenz ab. Sie geben sich gegenseitig Feedback auf ihre Texte, übertragen ihre eigenen Einsichten auf die Ergebnisse des Mitschülers und regen Überarbeitungsmöglichkeiten an.

Am Ende der Einheit wählen die Schüler die Texte aus, die sie zur Bewertung einreichen möchten. Es muss mindestens ein Text in seinem gesamten Entstehungsprozess vorgelegt werden. Zudem fertigen die Schüler mit Hilfe des „Orientierungsrahmen“ ein Inhaltsverzeichnis an.

Ich denke, dass das persönliche Feedback dass die Schüler auf ihre Arbeiten von der Lehrperson erhalten haben, für diese sehr nützlich war. Auch die Zugaben bzw. Orientierungshilfen die Volkwein für ihre Schüler bereitgestellt habe, haben einigen Schülern dabei geholfen, einen Schwerpunkt für ihr eigenes Lernen zu setzen. Schade finde ich allerdings, dass die Schüler bei der Themenwahl sowie bei der Aufstellung von Prinzipien der Portfolioarbeit nicht beteiligt gewesen sind.

 

Idee für ein Portfoliokenzept für den Deutschunterricht in der Grundschule

Ich würde dieses Konzept gerne als Anregung für ein Portfolio-Konzept für literarisches Lernen in der Grundschule nutzen. Herausforderungen sehe ich hier in der Einführung der Portfolioarbeit; als Voraussetzung für Portfolioarbeit gilt schließlich, dass die Schüler offene Unterrichtsformen gewohnt sind. Ich kann mir vorstellen, dass einige Schüler mit Offenheit und Eigenverantwortung zunächst überfordert sind, andere hingegen würden sich sehr übermehr Ofenheit und Entfaltungsmöglichkeiten freuen.

Die Schüler sollen sich mit einer Geschichte, einer Erzählung oder einem Bilderbuch nach Wahl beschäftigen. Sie können auch gerne in Gruppen zusammenarbeiten (maximal zu dritt). Das Portfolio soll parallel zum Unterricht geführt werden bzw. während des Unterrichts entstehen. Insgesamt soll die Arbeit an dem Portfolio nicht länger als drei Wochen in Anspruch nehmen. Das Portfolio der Schüler kann frei gestaltet werden, ich möchte allerdings einige verbindliche Inhalte vorgeben, die möglichst alle für ihr Portfolio erarbeiten. Darüberhinaus können bzw. sollen die Schüler verschiedene Medien nutzen, ihr Portfolio frei gestalten können. (Sie können sich intensiv mit einer einzigen Geschichte oder Figur auseinandersetzen oder mit einer bestimmten Thematik, Gattung; wie Märchenbücher und-geschichten oder Abenteuer, Vampire, Zauberei.)

Zum einen möchte ich die Schüler durch diese Vorgaben unterstützen, ich möchte sie aber auch nicht zu sehr einschränken. Außerdem möchte ich, dass die Schüler sich auch gegenseitig Rückmeldungen, Anregungen und Feedback geben.

 

 

 

 

 

 

 

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Das Portfolio als Instrument zur Leistungbeurteilung

In einem Kurs-Portfolio zeigen Schüler zwar auch ihren jeweils erreichten Leistungsstand an, es geht hier aber vielmehr darum, dass Schüler durch das Führen eines Portfolios lernen, ihren eigenen Lernprozess zu steuern bzw. Selbststeuerung zu erlernen. Dennoch, auch aus einem Kurs-Portfolio kann eine Leistungsmappe oder ein Beurteilungsportfolio hervorgehen. Diese enthält dann ausgewählte und überarbeitete Dokumente die bewertet werden. In jedem Fall ist es so, dass ein Portfolio individuell bewertet werden muss,  denn

Das Anfertigen eines Portfolios unterscheidet sich erheblich von den in der Schule sonst üblichen Formen der Leistungsbeurteilung wie Klausur oder Test. Für die Leistungsbeurteilung eines Kurs-Portfolios ist der gesamte Entstehungsprozess relevant, da dieser den Lernprozess eines Schülers wiederspiegelt bzw. dokumentiert. Da vor allem in einem Kurs-Portfolio der Schwerpunkt darin liegt, die Entwicklung eines Schülers aufzuzeigen, kann ich mir als zukünftige Lehrerin nicht vorstellen, solch ein Portfolio zu beurteilen bzw. zu benoten. Ich kann mir eher vorstellen, dass ich solch ein Portfolio dazu nutze, die Leistungen eines Schülers einschätzen zu können, dessen Stärken und Schwächen ausfindig zu machen und diesem ein Feedback zu geben; zu schauen, wie und wodurch der jeweilige Schüler weiterhin gefördert werden könnte bzw. sollte. Zudem regt Felix Winter an, dass die Arbeiten der Schüler öffentlich gemacht werden können. Die Schüler können ihre Portfolios innerhalb der Klasse präsentieren und vorstellen. Der Klassenverband kann in die Einschätzung der Schülerleistungen einbezogen werden, indem die Schüler sich gegenseitig Feedback geben oder gemeinsam Qualitätsmerkmale von Portfolios besprochen werden. Ich selbst habe mit solchen Formen der offenen Leistungsbeurteilung in meiner Schulzeit aber auch während meines ISP gute Erfahrungen gemacht. Von daher gehe ich davon aus, dass solche partizipatorischen und offenen Formen von Schülern, Lehrern und Eltern gut geheißen werden, kann mir allerdings auch vorstellen, dass Schüler, Eltern und auch Lehrer mit diesen Formen Probleme und Vorbehalte haben können. Winter regt weiter an, die Arbeiten der Schüler auch einer breiteren Öffentlichkeit wie Eltern, Schülern und Lehrern zugänglich zu machen, in Form von gesonderten Veranstaltungen oder Präsentationen der verschiedenen Portfolios in der Schule am Nachmittag oder Abend. Je größer die Öffentlichkeit ist, vor der die Schüler ihre Arbeiten präsentieren, desto stärker sind sie in die Pflicht genommen, zu ihrer Arbeit zu stehen. Aus diesem Grund denke ich, dass es wichtig ist, dass die Schüler selbst darüber bestimmen können, inwieweit sie ihre Arbeiten einer Öffentlichkeit zugänglich machen wollen.

Ich denke, dass die Arbeit  mit Portfolios an sich, nicht nur in Form von Kurs-Portfolios für Schüler aber auch für Lehrer aufwendig und zeitintensiv ist. Dennoch kann sich ein engagierter Einsatz für Schüler und Lehrer lohnen. Die schlichte Benotung eines Tests oder einer Klausur ist für den Lehrer schneller erledigt als die Analyse eines Portfolios, eine Note zeigt  dem Schüler kurz und knapp, in welchem Bereich die eigene Leistung anzusiedeln ist. Allerdings sind Portfolio und Feedback darauf wesentlich aussagekräftiger als es ein Test und dessen Benotung sein können.

 

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Was und wozu ist ein Portfolio?

“Portfolio” bedeutet, wörtlich übersetzt, “eine Mappe, in der Blätter aufbewahrt werden können.” Ursprünglich wurden Portfolios im künstlerischen Bereich angefertigt; Künstler zeigten in Portfolios nicht nur ihr Können, sondern auch den Verlauf ihrer Entwicklung als Künstler. Portfolios, die im Bildungsbereich eingesetzt werden,  sollen von Lernenden aber nicht lediglich dazu genutzt werden eigene Ergebnisse, Dokumente, Artikel, Aufsätze oder auch Bilder und Darstellungen zu sammeln. Im Portfolio soll darüber hinaus auch das eigene Lernen, die eigene Entwcklung festgehaltetn, dokumentiert, nachvollzogen und reflektiert werden. Die Lernenden sollen sich anhand ihres Portfolios ihrer Lernstrategie(n) bewusst werden und diesen Gegenstand selbst im Portfolio thematisieren.

Zentral für die Idee der Methode des Portfolio sind ein pragmatischer und konstruktivistischer Ansatz für den Wissenserwerb und Lernen: Der oder die Lernende erwirbt Wissen bzw. konstruiert Wissen in einem aktiven Handlungszusammenhang. Das Portfolio gilt in diesem Prozess von Welt- und Wissensaneignung als eigener Versuch von Weltaneignung des Lernenden, als dessen Dokumentation “verschiedener Versionen von Wirklichkeit”. Der Lernende soll in seinem bzw. ihrem Portfolio “eigene Wege gehen und diese darstellen.” In diesem Sinne ist das Portfolio selbst das Ziel. Dennoch, geht es bei Portfolioarbeit in Bildungsbereich auch um die Inhalte und Fragestellungen, mit denen der Lernende sich im eigenen Portfolio befasst hat. Der Lernende kann sein Portfolio selbst gestaltetn, selbst wählen, wie er sein Können im Portfolio  präsentiert.

Im Verlauf des Seminars würde ich mich gerne mit Konzepten und Methoden befassen, wie Portfolioarbeit im Unterricht umgesetzt werden kann. Hier interessiert mich vor allem, wie Portfolios im Unterricht der Grundschule eingesetzt werden können. Wie können lernstarke und lernschwache Kinder durch Portolioarbeit in ihrem Lernen unterstützt werden? Wie begleite ich als Lehrperson Portfolioarbeit?

 

Quellen:

methodenpool.uni-koeln.de/portfolio/frameset_portfolio.html

Seite „Portfolio“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 14. Oktober 2011, 13:43 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Portfolio&oldid=94771218 (Abgerufen: 25. Oktober 2011, 05:39 UTC)

 

 

 

 

 

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