Portfoliokonzept für den Deutschunterricht
Da ich Deutsch unterrichten werde, habe ich mir die Portfolios für den Deutschunterricht angeschaut. Das Unterrichtsbeispiel für Portfolioarbeit im Deutschunterricht von Karin Volkwein für die Klassenstufe 9 – 13 „Schreiben, reflektieren, überarbeiten“ möchte ich zunächst als Grundlage für mein Portfolio-Konzept nutzen.
In diesem Unterrichtsbeispiel werden (fachlicher) Kompetenzzuwachs und das Bewusstmachen von Lernstrategien gleichermaßen berücksichtigt bzw. gefördert. Zudem besteht ein wesentliches Ziel der Portfolioarbeit darin, alle Schüler individuell zu fördern. Das Portfolio dient in diesem Sinne als Medium der Reflexion und Kommunikation über das Lernen; der jeweilige Lernprozess wird über das Portfolio dokumentiert. (Subjektive Einschätzung)
Volkwein führt die Portfolioarbeit mit einem Eingangsbrief ein. In diesem führt Volkwein kurz aus, was die Schüler während der Portfolioarbeit erwartet bzw. was das Ergebnis des Portfolios sein soll.
Zu Beginn der Arbeit verfassen die Schüler einen Reflexionstext, in dem diese sich mit persönlichen Erfahrungen mit literarischen Texten und eigenen Lernvoraussetzungen auseinandersetzen, die Schüler formulieren eigene Lernziele.
Volkwein stellt den Schülern einen Orientierungsrahmen (Was die Arbeit mit literarischen Texten beinhalten kann) bereit. Dieser vermittelt den Schülern „einfach und handlungsorientiert“ die fachlichen Inhalte, die es im Verlauf der Portfolioarbeit von den Schülern zu erwerben gilt. Sie empfiehlt, dass nicht alle Ziele gleichermaßen berücksichtigt werden sollten. Stattdessen sollten die Schüler eigene Schwerpunkte für den eigenen Lernprozess setzen.
Mit einem Sample von Texten und Aufgaben möchte Volkwein den Schülern individuelle Wege ermöglichen. Die Schüler können aus diesem Sample (In Form eines Readers) Aufgaben und Texte auswählen, die sie zur Erreichung ihrer Lernziele bearbeiten möchten. (Erzählungen, Romane, Gedichte; verschiedene Komplexitätsgrade; ansteigende Komplexität)
Während der nächsten sechs Unterrichtsstunden bearbeiten die Schüler zwei inhaltsbezogene Aufgaben. Eine davon soll einer Überarbeitung unterzogen werden. Damit die Schüler sich ihrer Strategien zum Umgang mit Texten bewusst werden, erhalten sie von Volkwein einen „Leitfaden“. Anhand des Leitfadens sollen die Schüler sich selbst einschätzen.
Volkwein erhält die Arbeiten der Schüler (Texte und bearbeiteter Leitfaden). Sie betrachtet die Arbeiten der Schüler und analysiert deren Fähigkeiten bzw. überprüft deren Fähigkeiten und Kompetenzen auf anschließende Entwicklungsmöglichkeiten.
Fragestellungen:
- Was ist gelungen/misslungen und warum ist es gelungen/misslungen?
- Welche Ressourcen und Strategien der Schüler werden sichtbar?
- Welche kurzfristigen Ziele können mit welchen Schritten erreicht werden?
- Welche langfristigen Ziele werden deutlich und können erreicht werden?
Sie schreibt allen Schülern ein Feedback, sie gibt den Schülern Rückmeldung zu ihrer Selbsteinschätzung und macht den Schülern Vorschläge zur Textüberarbeitung.
Analyse und Interpretation
Volkwein stellt den Schülern mögliche Untersuchungs- und Interpretationsaspekte zu eine, literarischen Werk vor. Die Schüler wählen einen Aspekt aus, zu dem sie einen ersten Entwurf bzw. einen Reflexionstext anfertigen. Dann lässt sie die Schüler ihre Ergebnisse und Erfahrungen in Kleingruppen besprechen und Arbeitsstrategien zur Bewältigung der Aufgabe formulieren. Die Schüler halten eine Schreibkonferenz ab. Sie geben sich gegenseitig Feedback auf ihre Texte, übertragen ihre eigenen Einsichten auf die Ergebnisse des Mitschülers und regen Überarbeitungsmöglichkeiten an.
Am Ende der Einheit wählen die Schüler die Texte aus, die sie zur Bewertung einreichen möchten. Es muss mindestens ein Text in seinem gesamten Entstehungsprozess vorgelegt werden. Zudem fertigen die Schüler mit Hilfe des „Orientierungsrahmen“ ein Inhaltsverzeichnis an.
Ich denke, dass das persönliche Feedback dass die Schüler auf ihre Arbeiten von der Lehrperson erhalten haben, für diese sehr nützlich war. Auch die Zugaben bzw. Orientierungshilfen die Volkwein für ihre Schüler bereitgestellt habe, haben einigen Schülern dabei geholfen, einen Schwerpunkt für ihr eigenes Lernen zu setzen. Schade finde ich allerdings, dass die Schüler bei der Themenwahl sowie bei der Aufstellung von Prinzipien der Portfolioarbeit nicht beteiligt gewesen sind.
Idee für ein Portfoliokenzept für den Deutschunterricht in der Grundschule
Ich würde dieses Konzept gerne als Anregung für ein Portfolio-Konzept für literarisches Lernen in der Grundschule nutzen. Herausforderungen sehe ich hier in der Einführung der Portfolioarbeit; als Voraussetzung für Portfolioarbeit gilt schließlich, dass die Schüler offene Unterrichtsformen gewohnt sind. Ich kann mir vorstellen, dass einige Schüler mit Offenheit und Eigenverantwortung zunächst überfordert sind, andere hingegen würden sich sehr übermehr Ofenheit und Entfaltungsmöglichkeiten freuen.
Die Schüler sollen sich mit einer Geschichte, einer Erzählung oder einem Bilderbuch nach Wahl beschäftigen. Sie können auch gerne in Gruppen zusammenarbeiten (maximal zu dritt). Das Portfolio soll parallel zum Unterricht geführt werden bzw. während des Unterrichts entstehen. Insgesamt soll die Arbeit an dem Portfolio nicht länger als drei Wochen in Anspruch nehmen. Das Portfolio der Schüler kann frei gestaltet werden, ich möchte allerdings einige verbindliche Inhalte vorgeben, die möglichst alle für ihr Portfolio erarbeiten. Darüberhinaus können bzw. sollen die Schüler verschiedene Medien nutzen, ihr Portfolio frei gestalten können. (Sie können sich intensiv mit einer einzigen Geschichte oder Figur auseinandersetzen oder mit einer bestimmten Thematik, Gattung; wie Märchenbücher und-geschichten oder Abenteuer, Vampire, Zauberei.)
Zum einen möchte ich die Schüler durch diese Vorgaben unterstützen, ich möchte sie aber auch nicht zu sehr einschränken. Außerdem möchte ich, dass die Schüler sich auch gegenseitig Rückmeldungen, Anregungen und Feedback geben.