Massenmediale Öffentlichkeit

Medienöffentlichkeit: 1.Öffentlichkeit wie in öffentlichen Räumen. 2.öffentliche Versammlungen.

Medienöffentlichkeit besteht in und mit Hilfe von Massenmedien: Rundfunkmedien, Printenmedien oder Magazinen. Massenmedien benötigen Organisationen, in denen Menschen mit spezialisierten Berufen Informationen auswählen, aufbereiten und verbreiten.

Warum ist es für unsere Gesellschaft wichtig, dass es die beschriebene Medienöffentlichkeit gibt?

-Massenmedien helfen uns, in der Welt zu orientieren.

-Informationen, die von den publizistischen Massenmedien aufgegriffen und verbreitet werden, können eben breite Bekanntheit beanspruchen.

-Medien berichten über Ereignisse, politische Vorgänge oder gesellschaftliche Anliegen, die ansonsten nicht breiter bekannt würden.

Der Journalismus stellt ein Gegengewicht zu Regierung, Verwaltung und Parlemanten, in den er Missstände öffentlich macht oder Skandale aufdeckt= Journalistische Medien als „Vierter Gewalt“.

Diese Funktionen von Öffentlichkeiten(Themensetzung, Kritik und Kontrolle sowie Forum für Diskussionen) werden nicht alle in gleichem Maße von allen Massenmedien erfüllt. Es handelt sich aber um Maßstäbe, die wir insbesondere an nachrichtenjournalistische Medien anlegen.

Massenmedien sind Habermas seiner Argumentation zufolge nicht nur Folge des technischen Fortschritts, sondern auch des gesellschaftlichen Wandels. Damit Massenmedien die Funktionen für die Gesellschaft erbringen können, dürfen sie keine Meinungen oder politische Positionen ausschließen.

Das Internet und der Wandel von Öffentlichkeit

Das Internet stellt eine weitere technologische Grundlage für die Verbreitung von Informationen bereit. Das erlaubt aber auch eben normalen Nutzern, Informationen zu verbreiten und unter Umständen ein Massenpublikum zu erreichen.

MEnschen werden nicht automatisch zu Journalisten, wenn sie soziale Medien nutzen.

Persönliche Offentlichkeiten folgen anderen Kriterien. Sie enthält umgangsprachliche Wendungen oder eigene Abkürzungen wie das Smilie :-). Solche Formen sind in journalistischen Texten nicht zu finden. Während es dort vor allen um faktische Wahrheit geht, steht in der persönlichen Öffentlichkeit die Wahrhaftigkeit im Vordergrund.

Die Softwareprogramme , Plattformen und Dienste des Internets und der sozialen MEdien, bringen zusätzliche Mechanismen und Kriterien der Vermittlung ins Spiel.

Auf der Grundlage technischer Vorgänge werden Datenbanken erstellt, die in ihrer Gesamtheit aber nicht zugänglich sind.

Die Entwickler und Betreiber des betreffenden Informationsdienste legen fest, welche Quellen erfasst und in welcher Form die entsprechenden Daten gespeichert werden. Sie bestimmen zu einem den zugänglichen Ausschnitt der Welt und zu anderen durch die Programmierung der Sortirungsalgorithmen, wie Informationen zu einem Thema geordnet und dargestellt werden.

Kommunikation in vernetzten Öffentlichkeiten

Die Öffentlichkeit der sozialen Medien=aus sozialen Netzwerken und Informationen und Texten aller Art miteinander.

Selbstdarstellung und Privatsphäre in sozialen Medien

Im 3.Kapitel des Buches Sozial Media von Jan-Hinrik Schmidt geht es um die Bedeutung der Öffentlichkeit und Privatsphäre.

Im ersten Abschnitt versucht der Autor die Frage beantworten: Was bring uns Menschen, wenn wir unsere persönliche Informationen im Internet veröffentlichen?

Seitdem die Kommunikationsräume im Internet in der Mitte der 2000er Jahre entstanden sind, wurden bisherige Grenzen zwischen dem Privaten und dem Öffentlichkeiten aufgelöst. Menschen teilen ihre persönliche Daten im internet mit, weil sie es können.

Es gibt drei wesentliche Merkmale  von Journalistisch publizistischen Öffentlichkeiten abweischen:

  1. In persönliche Öffentlichkeiten entscheiden die Nutzer selbst, ob eine Information(ein Foto,ein Erlebnis…) mitgeteilt werden soll.
  2. Das Zielpublikum für Informationen in persönlichen Öffentlichkeiten ist definitiv kleiner als das Massenpublikum journalistischer Medien. Die meisten Menschen bilden in z.B Facebook bereits bestehende Kontakte ab, die sie aus echtem Leben kennen.
  3. In persönlichen Öffentlichkeiten herrscht ein anderer Kommunikationsmodus. Die Nutzer senden soziale Signale, indem sie einen Beitrag kommentieren,ergänzen oder kritisieren.

Selbstdarstellung und vorgestelltes Publikum

Warum geben Menschen auf Facebook, Twitter oder Blogs persönliche Dinge von sich preis?

Sie tun dies erstens, weil es eine zwingende Voraussetzung ist, um mit dem eigenen Netzwerk in Kontakt zu bleiben. Und zweitens weil persönliche Öffentlichkeiten dazu dienen, bereit bestehende soziale Beziehungen zu pflegen.

Die Leiterwartung der Authentizität, die auch die Vorstellung von echter und wahrhaftiger Kommunikation einschließt, gilt nicht nur im Umgang der Nutzer untereinander. Sie ist auch in den Geschäftsbedingingen und Verhaltensregeln vieler Plättformbetreiber niedergelegt.

Fake-Profile≠ sich mit einem echten Namen zu registrieren, Möglichkeiten zur Verfügung zu stellen.

Wegen Schwierigkeiten, eine allgemein gültige Definition von Privatsphäre zu geben, hat sich in Soziologie und Psychologie schon seit längerem ein anderes Verständnis durchgesetzt: Privatsphäre beginnt dort, wo ich die Kontrolle darüber habe, wer welche Informationen über mich erfahren und möglicherweise auch für andere Zwecke verwenden darf.

Die kommunikative Architektur sozialer Medien

Technische Gestaltung= keine direkten physischen Grenzenà(Un) Zugänglichkeit von Informationen regeln.

Vier Eigenschaften digitaler vernetzter Medien:

  1. Persistenz: Kommunikation auf Grundlage digitaler Medien ist dauerhaft gespeichert. Sogar wenn Nutzer oder Betreiber einen einzelnen Eintrag löschen, so sind die Informationen doch auf Backup-Kopien des Servers vorhanden. “Was einmal im Internet steht, bleibt im Internet“.
  2. Kopierbarkeit: Digital vorliegende Daten sind ohne Qualitätsverlust kopierbar. Nur für die Urhebr von Filmen oder Musikstücken kann die Kopierbarkeit existenzbedrohend sein.
  3. Skalierbarkeit: Die Reichweite von Informationen ist potentiell unbegrenzt. Nach Wochen, Monaten oder Jahren kann ein Beitrag von fünf Millionen Nutzern gesehen werden.
  4. Durchsuchbarkeit: Mit Hilfe von Google oder plattformspezifische Suchfunktionen sind digitale Daten durchsuchbar und die Informationen, die schon längst online stehen, werden aufgefunden.

Diese vier Merkmale sind nicht aber grundsätzlich problematisch. Im Gegenteil, sie unterstützen auch durchaus wünschenswerte Dinge. Aber sie schweren zugleich die grenzziehung zwischen Privatsphäre und Öffentlichkeit.

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