Portfolios als Beurteilungsinstrument

 

In diesem Artikel möchte ich mich genauer mit dem Aspekt der Beurteilung und Bewertung von Portfolios beschäftigen. Als Grundlage sollen die Texte „Portfolio als Entwicklungsinstrument“ von Thomas Häcker und „Portfolio und Leistungsbewertung“ von Felix Winter dienen. Anschließend möchte ich anhand des theoretisch erarbeiteten Wissens, einige Vorschläge und Verbesserungen  für mein vorgestelltes Portfolio anführen.

 
1.  Portfolio als  Entwicklungsinstrument

Thomas Häcker betont, dass der Zweck eines Portfolios maßgeblich für den Inhalt, die Auswahlprozesse der Dokumente und die Interaktion zwischen Lernenden und Lehrenden ist.  Daher ist es sehr wichtig, dass Zweck und Ziel des Portfolios von Beginn an offen und gemeinsam  besprochen werden und dann in einem weiteren Schritt  festgelegt werden.
Die Ziele müssen dabei stets transparent und einsichtig sein.
Als Grundlage für die spätere Selbst- und Fremdbeurteilung sollten die Lernziele schriftlich festgehalten werden. Zudem dient diese schriftliche Fixierung dem Lernenden als Orientierungshilfe für die Erreichung seiner Lernziele.

Am Ende sollte das Portfolio dann als Nachweis über den Grad der Erreichung der (selbst-) gestellten Zielsetzung dienen. Wichtig ist laut Häcker zwischen „show portfolio“, das
nur die besten Leistungen und Ergebnisse enthält und „process portfolio“, dass die Geschichte und den Prozess des Lernens abbildet zu unterscheiden.
Beim „Prozess Portfolio“ ist eine Vielzahl von gesammelten Dokumenten wünschenswert und gilt als ein Qualitätsmerkmal des Portfolios, so Häcker.
Er empfiehlt zudem ein „mitwachsendes Inhaltsverzeichnis“, in dem die neu aufgenommen aber auch die wieder aufgegeben Dokumente auftauchen.
Das Portfolio als Entwicklungsinstrument dokumentiert also die Geschichte des Lernens.

Der Anspruch eines Portfolios sollte sein, die Selbststeuerung und Eigenverantwortung im Lernen zu erhöhen.  Dahinter steht die Erkenntnistheorie des Konstruktivismus, die
besagt, dass unsere Wahrnehmung das Ergebnis eines aktiven Konstruktionsprozesses des Wahrnehmenden ist.  Das bedeutet konkret, was jemand unter bestimmten Bedingungen
lernt, hängt stark von dem Lernenden selbst und seinen Erfahrungen ab.
Der Lernende muss also selbst aktiv werden. Die Portfolioarbeit kann diesen Prozess  unterstützen.

Quelle: Häcker, Thomas: Portfolio als Entwicklungsinstrument.
http://www.portfolio-schule.de/go/index.cfm?D497FE97E5534CAF95AF1D3E58626A8F
(abgerufen am 20.3.2012)

 

 

2. Portfolio und  Leistungsbeurteilung

Felix Winter ist der Meinung, dass sich mit Portfolios neue Perspektiven in der Leistungsbeurteilung ergeben. Bei der Portfolioarbeit findet die Leistungsbewertung  schon innerhalb der Arbeits- und Lernprozesse statt und ist dabei lernbegleitend sowie
lernsteuernd.  Ganz im Gegensatz zu Klassenarbeiten,  in denen die Leistungsbewertung abschließend und feststellend ist, so Winter.
Zudem ist eine wiederholte, vielfältige und mehrperspektivische Beurteilung jederzeit möglich.  Die Leistungsbeurteilung kann also zeitlich auch nach hinten verlagert werden.
Eine erste Begutachtung der Portfoliomappe muss nicht umfassend sein und mit einer Note abschließen, sondern vielmehr durch eine inhaltliche Stellungnahme des Lehrers, mögliche Schwachpunkte aufzeigen, aus denen Konsequenzen für die Weiterarbeit gezogen werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Portfolioarbeit Möglichkeiten bietet Leistungen anders zu bewerten.  Nach Winter bietet die Portfolioarbeit, im Gegensatz zur
vorherrschenden Leistungsüberprüfung,bessere Möglichkeiten komplexe, individuelle, selbst gesteuerte und reflexive Lernvorgänge anzulegen.

Quelle : Winter, Felix: Portfolio und Leistungsbewertung. In: Themenheft “Portfolio” der
Zeitschrift: Informationen zur Deutschdidaktik (ide) 26, 2002, H. 1, S. 91-98.
http://www.portfolio-schule.de/index.cfm?496D352DCC4E4076AF63B8D9AACA8C56
(abgerufen am 20.3.2012)

 

Beurteilung meines Unterrichtsentwurfes  „Wie verbessere ich meine Ausdauer?“

Mithilfe der Grundlage der Texte „Portfolio als Entwicklungsinstrument“ von Thomas
Häcker und „Portfolio und Leistungsbewertung“ von Felix Winter sind  mir einige neue Aspekte in der Leistungsbeurteilung meines Portfolios eingefallen, die ich im Folgenden anführen möchte:

Zunächst ist wichtig, dass Zweck und Ziel des Portfolios zu Beginn der Unterrichtseinheit
festgelegt werden. Mir ist wichtig, dass die Schüler wissen, was ich von Ihnen erwarte. Bei meinen Unterrichtskonzept soll ein Prozessportfolio entstehen, dass den Prozess des Lernens dokumentiert. Die gemeinsam zu Beginn des Schuljahres beschlossene sportliche Zielvereinbarung soll keinen so großen Einfluss  mehr auf die Bewertung haben, wie im ersten Unterrichtentwurf geplant.

Viel wichtiger ist mir die stärkere Einbeziehung von theoretischen Grundlagen. Das bedeutet, das    Themen wie:

  • Was ist Ausdauer?
  • Welche Ausdauer brauche ich für welche Distanz oder Sportart?
  • Warum  Ausdauertraining?

einen größeren Anteil in der Bewertung ausmachen sollen. Das fertige Portfolio soll
am Ende zeigen, das die Schüler sich intensiv mit dem Thema Ausdauer beschäftigt haben. Dazu gehört beispielsweise auch das kritische hinterfragen von Ausdauertests wie Cooper test und Pyramidenlauf. Auch die Erstellung eines eigenen Trainingsplans gehört zu den  theoretischen Grundlagen, die in die abschließende Bewertung mit einbezogen werden soll.

Die Idee eines „Mitwachsenden Inhaltsverzeichnisses“ finde ich  sehr gut.. So kann ich als Lehrer sehen, dass sich die Schüler wirklich mit dem Thema auseinandergesetzt haben und es macht es mir leichter, ihre Lernvorgänge nachzuvollziehen. Die Portfoliomappe mit
ausgewählten Dokumenten des Lernprozesses soll also den Hauptanteil der Bewertung ausmachen. Dennoch möchte ich die sportliche Zielvereinbarung mit 25% in die Bewertung einfließen lassen. Die Bewertung der theoretischen Grundlagen (Trainingsplan, Arbeitsblätter, Mindmap,Referate) fließt mit 65% in die Endnote mit ein. Die restlichen 10% der Note setzen sich  aus der Gestaltung der Portfoliomappe zusammen.

 

 

 

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Was ist ein (e)Portfolio?

Im Laufe meines bisherigen Studiums ist mir der Begriff des Portfolios häufiger begegnet. Ich selber habe noch nie ein Portfolio oder (e)Portfolio geführt. Ich stelle mir unter einem Portfolio, die Sammlung und Dokumentation von eigenen Lernfortschritten und Denkprozessen vor. Also eine Art „Lerntagebuch“, dass parallel zum Unterricht geführt wird und den eigenen und individuellen Lernprozess darstellt.

Unter einem e-Portfolio verstehe ich ein Portfolio in digitaler Form (beispielweise in der Form eines eigenen Blogs). Ich denke, dass es sich in den Inhalten nicht von einem Portfolio unterscheidet, sondern lediglich in der Form.

Ich würde in diesem Seminar gerne mehr über die Portfolioarbeit erfahren und mir wünschen, Anregungen für die Arbeit mit Portfolios in der Schule  zu erhalten. Ich könnte mir gut vorstellen im Unterricht damit zu arbeiten. Das wir im Seminar selber ein (e)Portfolio führen sollen, finde ich sehr gut und hilfreich.

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Herzlich Willkommen auf meinem Blog !!!

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