Nun ist auch die abschließende Reflexion zur Portfolioarbeit online! Der Artikel ist hier oder oder über die Kopfleiste erreichbar.
Fertiger Entwurf des eigenen Portfolios
Jetzt ist der eigene Portfolioentwurf beinahe fertig, so dass an dieser Stelle schon einmal der Verweis auf die gesonderte Seite gestellt werden soll. Einsehbar ist der aktuelle Entwicklungsstand des Entwurfs über die Kopfleiste auf dieser Seite oder einfach über diesen Link.
Der Entwurf wird bis Dienstag, 17.01.2012, noch zahlreichen Änderungen und vor allem Ergänzungen unterworfen sein. Die Editierarbeiten des Entwurfs sind abgeschlossen!
Ideenfindung 2.0
Dieser Beitrag soll nicht primär neue Materialen für den Entwurf eines eigenen Portfolios liefern, sondern viel mehr einige Gedanken und Ideen festhalten, die mir über die Weihnachtsfeiertage gekommen sind. Speziell wurden diese durch eine fachdidaktische Seminarsitzung befeuert, die von einer Gruppe Studierender gestaltet wurde. Inhalt dieser Sitzung war die Präsentation eines bereits durchgeführten Unterrichtsentwurfs, der sich im Bereich des Philosophierens mit Kindern ansiedeln lässt, jedoch nicht etwa dem Fach Philosophie diente.
Das merkwürdige an dieser Präsentation war ganz augenscheinlich die Selbstsicherheit der Referentinnen, in deren Zuge, scheinbar gefangen, sie eigene Ausarbeitungen als wissenschaftliche Referenzen zitierten. In gleicher Weise gingen sie zudem aber auch bei der Unterrichtsdurchführung den Weg des geringsten Widerstandes und lösten sich vom eigentlichen schulischen Kontext ab, um ihre Unterichtseinheit im Kindergarten anzusiedeln. Prizipiell ist daran ja nichts verwerfliches zu finden, wenn wir uns nicht gerade in einem universitären Masterstudium für unterschiedliche SCHULformen befänden, was ergo gewisse Verbindlichkeiten mit sich bringt. Eine dieser Verbindlichkeiten – wenn nicht die zentralste – ist die pädagogische Professionalität, die in der heutigen Zeit untrennbar mit den Vorgaben von Rahmenplänen und Bildungsstandarts verbunden ist. Um so befremdlicher erscheint es mir, eine Unterrichtseinheit im Kindergarten zu verorten, die, wie könnte es anders sein, keiner Lehrplanvorgabe gerecht wird (sogar nicht eine einzige berücksichtigt!) und zudem keine Lernziele verfolgt oder geschweige denn Arbeitsergebnisse fixiert.
Dieser merkwürdige Augenblick hat mir erneut die Bedeutung von Lernvorgaben und Lehrplänen vor Augen geführt und mich daran erinnert, den Inhalt meines Portfolios definitiv nach diesen auszurichten. Weitere Ergebnisse und Zwischenberichte zur eigenen Portfolioarbeit werden hier in Kürze folgen…
Portfolioanalyse und Ideenfindung
Kritik:
- Bezug zum Lehrplan?
- Zeitliche Integration in Unterrichtsstunden?
Gut:
- Organisationsbogen
- Vorgaben für Portfolio
- Vorgaben für Planungstext
- Keine Benotung, sondern Bewertung
- Selbstständige freie Arbeit
Gut:
- Vorgabe Oberthema (Ein Spaziergang durch Zehlendorf)
- Vorgabebögen zur Organisation
- Festlegung einer Strukturierten Arbeitsgrundlage
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- Beratungsgespräche
- Materialdokumentation
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- Selbstständiges Kennenlernen und Erarbeiten der unmittelbaren Umgebung (inhaltlich)
Wie die Stichpunkte oben bereits aussagekräftig erahnen lassen, bewerte ich beide analysierten Portfolios äußerst positiv. Dies mag wohl vor allem daran liegen, dass ich zum ersten mal an konreten Beispiel nachvollziehen kann, wie sich Portfolioarbeit sinnvoll vorbereiten und steuern lässt. Beide Portfolios nutzen dazu Richtlinien und Vorgaben, die die Inhalte jeweils klar schriftlch festlegen, ohne jedoch die Freiheit der Schülerinnen und Schüler einzuschränken; viel mehr helfen sie den Kindern bei der Planung, indem sie einen verbindlichen Rahmen festlegen. Dieser beinhaltet vor allem auch zeitliche Aspekte, die die Organisation abrunden. Dennoch den Schülerinnen und Schülern aber ein Stück Eigenverantwortung und Mitspracherecht gewährt, da sie den Ablaufplan selbst ausfüllen und vor allem auch reflektieren müssen.
Bei Lunas Blaudruckportfolio sehe ich zudem den Bezug zum Lehrplan, zum Beispiel als Integration in den Sachkundeunterricht der Grundschule, der mich auch bereits ein wenig zu einer Eigenen Portfolioidee inspiriert. Bei Patricias Trollportfolio hingegen fehlt mir persönlich die Bindung an den Lehrplan (vielleicht Kunst!?). Nur des selbstständigen Arbeitens wegen ein Portfolio zu Fantasyfiguren erstellen zu lassen erscheint mir etwas gezwungen. Vermutlich aber hatte das Portfolio eine inhaltliche Anbindung an Unterricht und Lehrplan, die sich mir nicht erschließt. Zudem täuscht die nicht darüber hinweg, dass das Portfolio an sich (Planung, Vorgaben, Resultat, Reflexion) absolut gelungen ist.
Für mein eigenes Portfolio habe ich bisher erst schemenhafte Ideen. Ich möchte grundsätzlich in die Richtung von Lunas Blaudruckportfolio gehen und das Portfolio im Sachunterricht der Grundschule ansiedeln, da ich Geographie studiere. Speziell wird Orientierung im Raum gefördert, wie sie auch im Lehrplan für das Fach Sachunterricht genannt wird. Dazu sollen die Schülerinnen und Schüler Sehenswürdigkeiten der unmittelbaren Umgebung recherchieren, darstellen und mit einfachem Kartenmaterial arbeiten. Die Arbeit und die Resultate werden in einem Portfolio dokumentiert, dass am Ende eine Art “Stadt-/Dorfführer” ergibt.
Portfolios als Beurteilungsinstrument
In diesem Artikel findet eine Thematisierung des Portfolios als Beurteilungsinstrument statt. Dazu stehen zwei Texte von Thomas Häcker und Felix Winter zur Verfügung, deren Kernaussagen im Folgenden dargestellt werden.
Portfolio als Entwicklungsinstrument (Thomas Häcker):
- Es gibt keine einheitliche Art und Form von Portfolios; es handelt sich um kein festes Konzept
- in den 1980er Boom der Portfolios als Leistungsnachweis in den USA, da den Lernenden die Möglichkeit gegeben wird, ihr Können selbstbestimmt und in verschiedenen Bereichen darzustellen (Erhöhung der Selbstreflexivität)
- Portfolioarbeit versteht sich als aktiver Konstruktionsprozess des Lernenden
–> Erkenntnistheoretischer Konstruktivismus
- Zweck und Ziel müssen vor der Portfolioarbeit festgelegt werden, da sie den späteren Arbeitsprozess maßgeblich lenken
- Trennung von Lern- und Leistungssituation ist von Nöten, um Freiraum für Fehler zu schaffen
- Ein Portfolio benötigt eine abschließende Überarbeitung, bei der die Darstellung des Lernprozesses selbstreflexive und metareflexive Prozesse des Lernenden fordert; Unterschied zu einer reinen Präsentationsmappe
Portfolio und Leistungsbewertung (Felix Winter):
- Fest definierte Ziele und Standards von Nöten
- Prüfung: Präsentation der Arbeit (im Portfolio) und Beantworten von thematischen Fragen
- Leistungsbewertungen sind in der Portfolioarbeit variabel gehalten – ganz im Gegensatz zu herkömmlichen Prüfungen. Die Bewertung kann nicht nur am Ende der Arbeit erfolgen, sondern zu jedem Zeitpunkt des Entstehungsprozesses; zudem kann sie beliebig oft durchgeführt werden
- Portfolios eignen sich zur Leistungspräsentation zu verschiedenen Anlässen
- Portfolios der Schüler können dem Lehrerkollegium als Beurteilungs- und Diskussionspunkte dienen, an denen Leistungsniveaus aufgezeigt und überprüft werden können
Diskussionsfragen:
Kann es sinnvoll sein, Portfolioarbeit im schulischen Kontext über mehrere Jahre zu führen?
Gibt es einen Mindestumfang, ab dem die Arbeit mit Portfolios sinnvoll erscheint oder ist der Umfang eines Portfolios, bzw. eines Themas irrelevant?
Verständnis von Portfolios
Was ist mein Verständnis eines Portfolios?
Die theoretische Betrachtung eines Portfolios fand in meinem bisherigen Studium nicht statt. Natürlich ist der Begriff häufig gefallen, jedoch fehlte stets eine genauere Erläuterung oder fundierte Formulierung des Begriffs, die die theoretische und praktische Gestaltung im Kontext des Lernens erläutert hätte.
So beschränkt sich meine bisherige praktische Erfahrung mit Portfolios auch nicht etwa auf die Schulzeit, sondern auf das erste Semester des Bachelorstudiums, in dem ich in zwei Veranstaltungen jeweils ein Portfolio als Leistungsnachweis erstellen müsste. Der Aufbau beider Arbeiten sah so aus, dass die Portfolios als Sammlung von Antworten dienten, die Resultat der Bearbeitung wöchentlicher Aufgaben waren; es handelte sich also lediglich um ein Sammelwerk von Hausaufgaben.
Dies entspricht eigentlich nicht dem Verständnis, das ich im weiteren Verlauf des Studiums von einem Portfolio gesammelt habe – auch wenn dies nicht sonderlich umfassend ist. Es wurde aber stets die Variabilität und Fortschrittlichkeit des Portfolios als Referenz des individuellen Lernfortschritts bestätigt. Bei dieser Betrachtung scheint die Art des Portfolios aus dem ersten Semester dem Nutzen und Einsatz an sich nicht gerecht zu werden, sondern wirkt lediglich als herkömmlicher Versuch, der Arbeit einer Klausur von Seite des Dozenten aus zu entgehen.
Ich erhoffe mir daher von diesem Seminar, endlich einen fundierten Einblick in die Portfolioarbeit zu erhalten und zudem einen guten Ansatz der Integration dessen in den schulischen Alltag zu lernen, in dessen Umsetzung die neuen Medien sinnvoll – und nicht nur der Umsetzung wegen – eingesetzt werden können.
Hallo und guten Tag
Hallo und herzlich Willkommen auf meinem Blog.