Warum ein wissenschaftliches Studium sinnvoll für die Praxis ist.!

„Theorie und Praxis“, zwei Begriffe die im ersten Moment einen Wiederspruch vermuten lassen, bei genauerem Reflektieren jedoch in einem Wichtigen Verhältnis zu einander stehen. Oft wird die Theorie missverstanden als ein Plan, der systematisch auf die Praxis angewendet werden soll. Selten wird die Theorie als Bedingung praktischen Handelns gesehen, die es möglich macht, bei veränderter Praxis eine erneute Prüfung durchzuführen und somit zu einer Überarbeitung zu gelangen.

Besonders in meinem Beruflichen Ziel spielt diese Wechselseitige Beziehung zwischen erlernter Theorie und anzuwendender Praxis eine große Rolle. Als Lehrer der gymnasialen Oberstufe hat man eine Menge Verantwortung gegenüber den Schülern. Neben einer zu erfüllenden Vorbildfunktion, stehen auch das Vermitteln von Fachwissen, sowie das lösen von Problem und die Kommunikation auf zwischenmenschlicher Basis sehr im Vordergrund. Es benötigt umfangreiche Fähigkeiten und Fertigkeiten um ein freundliches und effektives Lernklima zu erzielen. Und genau in diesem Punkt liegt meine Aufgabe als Lehrer. Es liegt an mir den Schülern genau dieses Lernklima möglich zu machen und ihnen,  auf der einen Seite als Experte über bestimmtes Wissen, auf der anderen Seite als Freund gegenüber zu treten.

Diese Fähigkeiten und Fertigkeiten sind nicht jedem Menschen von Beginn an frei zugänglich.
Während des Studiums wird ein gewisser Anteil an Kompetenz gesammelt und ermöglicht es diese Theorie als Grundlage anzusehen, um sie auf die Praxis anzuwenden. Den Studenten werden demnach Bausteine bereitgestellt, welche sie in jeder Situation erneut hervorrufen und auf das gegebene Problem anwenden können. Es handelt sich hierbei also um einen Lebenslangen Lernprozess, auf den die Hochschule mit umfangreichen theoretischen Wissen versucht vorzubereiten.

Was ist nun aber wenn ohne die Theorie mit der Praxis begonnen wird, wie es in einer nicht wissenschaftlichen Ausbildung der Fall ist.

An der Hochschule wird also darauf abgezielt, Expertenwissen zu erlangen. Durch dieses Wissen wird das sehen von Lösungen ohne Reflexionsphase ermöglicht, es kann also schneller zwischen wichtigem und unwichtigem getrennt werden. Es wird das Schemabasierte, bzw. das Fallbasierte Denken geschult, was aber keines Falls bedeutet, dass es ohne ein wissenschaftliches Studium nicht möglich ist, direkt in die Praxis einzusteigen. Denn erst in der Praxis erlangt die an der Hochschule erlernte Theorie einen Nutzen. Oft kommt dabei die umstrittene Frage auf, Theorie schon deutlicher früher in dem wissenschaftlichen Studium zu verankern.

Zusammengefasst lässt sich also sagen, dass Theorie und Praxis unbedingt zusammen gehören und nur schwer voneinander zu trennen sind. Die Theorie dient als Grundbaustein für eine erfolgreiche Umsetzung von Zielen in der Praxis, bezogen auf alle möglichen Bereiche von der Klassenführung, dem Umgang mit Heterogenität, der Methodenvariation bis hin zu dem Problem lösen oder aber der Schüler Unterstützung.