Wie passend… die (e)-portfolios sind doch überall!

Ok, da sitze ich also neulich so in der Bibliothek am Informatikum und versuche mich auf diverse Hausarbeiten zu konzentrieren, da springt mir doch förmlich eine Zeitschrift ins Gesicht. Zeitschrift für e-lerning – lernkultur und bildungstechnologie mit dem Themenheft E-Portfolios! Natürlich musste ich dort mal hineinschauen, zumal die ganze Zeitschrift nur aus 5 Artikeln (inklusive Editorial) besteht. Wie passend, dass doch gerade ist, da ich mir Rahmen des (e)-portfolio Seminars sowieso gerade Gedanken zu dem Thema mache. Besonders 2 Artikel und das Editorial haben mein Interesse doch sehr geweckt, dass ich einfach mal kurz zusammen fassen muss, was ich alles spannendes daraus mitgenommen habe. Das Editorial dieses Hefftes ist von Patricia Arnold verfasst. Ein Artikel, welchen ich als sehr spannend empfunden habe, befasst sich mit dem Thema dass man Studierende zunächst zur E-Portfolio-Arbeit befähigen muss. Es besteht eine Erfordernis einer Einführung in Theorie und Praxis. Verfasst wurde der Artikel von Silvia Sippel, Marianne Kamper und Alexander Florian von der Universität der Bundeswehr München. Der zweite spannende Artikel von Marc Egloffstein und Clemens Frötschl von der Universität Bamberg beschäftigt sich vor allem mit der Leistungsdarstellung im E-Portfolio-Assesment. Das heißt der Artikel handelt vor allem von der Leistungsbeurteilung. Da der Punkt Leistungsbeurteilung ein permanenter Diskussionspunkt im Seminar war, habe ich diesen Artikel natürlich mit besonderer Aufmerksamkeit gelesen.

Wirklich, wie lustig der Zufall doch manchmal ist…

Naja, also los gehts mit den Inhalten:

Irgendwie klar war mir, dass der Punkt das es keine einheitliche Definition eines E-Portfolios gibt, auch in dem Themenheft zunächst an erster Stele steht. Darüber hinaus sind zahlreiche Erwartungen an diese „digitale Sammelmappen“ geknüpft. Patricia Arnold hält an dieser Stelle fest, dass Portfolios insbesondere eng mit der zunehmenden Kompetenzorientierung in den diversen Bildunsgbereichen, verbunden sind. Außerdem wird

in E-Portfolios als Lehr- und Lernmethode [] die Chance gesehen, Lernende bei der Ausbildung ihrer Reflexionskompetenz, ihrer Problemlöse- und Lernstrategien zu unterstützen sowie individualisierte und kooperative selbst gesteuerte Bildungsprozesse zu begleiten[]. Sie scheinen besonders geeignet das forschende Lernen an Hochschulen zu unterstützen[], aber auch Ergebnisse nicht formaler Lernprozesse und informell erworbende Kompetenzen sichtbar zu machen[] (Arnold 2011, S. 4).

Auch auf Thomas Häcker und den Einsatz von E-Portfolios zur Leistungsfeststellung und Bewertung mit dem Hauptaugenmerkt dem kompetenzorietierten Prüfen durch den Einsatz von Portfolios näher zu kommen, nimmt Arnold bezug. Zudem nimmt sie noch eine Differenzierung zwischen Reflexiosnportfolio, Entwicklungsportfolio, Präsentationsportfolio, Personenportfolio, Organisationsportfolio und Prozessportfolio vor (vgl. Arnold 2011, S. 5). Darauf möchte ich an dieser Stelle aber nicht genauer eingehen, da dies der für mich weniger spannende Teil war. Der geneigte Leser, kann dies aber natürlich gerne selbst noch einmal nachlesen 😀

Sippel, Kamper und Florian (2011) gehen davon aus, dass

Studierende mit einer eher technisch bis maximal organisatorisch-didaktisch geprägten Einführung noch nicht über das notwendige „Know-what“, geschweige denn „Know-how“ verfügen, um die Potenziale der E-Portfolio-Arbet ausschöpfen zu können (vgl. S. 8).

Dadurch wurde auch bei mir der Gedanken geweckt, dass sie damit durchaus recht haben können. Vielleicht muss man bevor man anfägt mit E-Portfolios zu arbeite Zeit darauf „verschwenden“ in eben die Arbeit mit diesen konkreter einzuführen. Auch im Seminar kam immer wieder das Thema auf, dass die Arbeit mit den E-Portfolios und den Blogs doch etwas unbekanntes mit sich bringt. Dadurch gestaltete sich auch die Arbeit mit dem Medium als etwas „schwammig“.

Das E-Portfolios immer mehr Einzug in Bildungsinstitutionen finden ist, laut der drei Autoren, nicht verwunderlich, da die Portfolios doch eine Reihe positiver Effekte auf das Lernen versprechen würden, wie z.B. den Wandel von der reinen Wissensvermittlung zur Kompetenzentwicklung oder die Stärkung der Selbstorganisations- und Reflexionsfähigkeiten (vgl. Sippel et al. 2011, S. 9). Doch weisen sie eben darauf hin, dass die Arbeit mit E-Portfolios einfach nicht vorraussetzungsfrei ist.

Die Potentiale der E-Portfolio arbeit werden, wie bereits erwähnt, ganz klar darin gesehen, dass das Portfolio als Werkzeug zur reflexiven Lernprozesssteuerung dienen soll. Hier greifen die Autoren den Begriff von Thomas Häcker auf. Außerdem wird weiter hervorgehoben, dass durch das fertige Portfolio neben der Sicht auf die fertige Arbeit, auch eine Sicht auf den Verfasser möglich ist. Als Knackpunkt wird herausgehoben, dass die Arbeit an Portfolios selbstbestimmt und selbstgesteuert erfolgen muss und das alleine entschieden wird, welche Entwicklungen, Leistungen und Kompetenzen in welcher Form dargestellt werden soll (vgl. Sippel et al. 2011, S. 10). Um die Potentiale, die die Arbeit mit E-Portfolios bietet auch wirklich in die Tat umsetzen zu können müssen sich Lehrende darüber bewusst sein wie sie die  Lernenden, also die jenigen die nun mit den Portfolios aktiv arbeiten sollen bestimmte Dinge beachten. Die Offenheit zum Zugang zu den E-Portolios und die selbstgesteuerte Arbeit sollten zwar nicht beschränkt werden, trotzdem sollte darauf geachtet werden, dass Lernziele und Zeitpläne für die Arbeit realistisch ausgelegt werden.  Zudem sollen sie dazu befähigt werden ihre eigene Arbeit reflektieren zu können. Jedoch müssen hier die Lehrenden vor allem darauf achten , dass die Reflektion nicht zuviel Raum einnimmt und die Lernenden nicht nur um sich selbst kreisen (vgl. Sippel et al. 2011, S. 12).

Neben der Einführung in die zu verwendende „Software“ würden es die drei Studierenden begrüßen wenn den Lernenden dabei geholfen wird sich ihres Wissens und Könnens bewusst zu werden und den richtigen Weg zum Benutzen eines E-Portfolios aufgezeit bekommen könnten.

Lernende erkennen den Nutzen eines E-Portfolios nicht automatisch (Sippel et al. 2011, S.13).

Von daher fordern die Autoren, bevor der Ernstfall eintritt, das Führen eine E-Portfolios einmal spielerisch gelernt werden sollte. Ein spannender Punkt. Jedoch habe ich mich dann gefragt wie das realisiert werden soll, denn wenn man einmal in einer Veranstaltung, z.B. an der Uni steckt, die das Führen eines Portfolios zum Bestand hat, ist es wohl zu spät erst einmal zu „spielen. Die Autoren haben aus diesem Grund ein online-Seminar entwickelt, in welchem eben genau das Führen von Portfolios geübt werden kann. Auch hier gilt wieder, der geneigte Leser möge sich doch intensiver dem Aufsatz der Autoren hingeben 😀

So und nun noch einmal kurz zum Thema Leistungsbewertung:

An dieser Stelle möchte ich nun nicht noch einmal die gesamte Diskussion um die Bewertung und Beuurteilung starten möchte, will ich hier nur kurz das Beispiel von Egloffstein und Frötschl (2011) nennen. Bei ihnen geht es um den Einsatz eines E-Portfolios im Rahmen einer Veranstaltung einer Universität. Die Studierenden hatte in dieser Veranstaltung 5 unterschiedliche Aufgabenstellungen zu bearbeiten. Diese Resultate wurden auf einem interessanten Weg, zumindest für mich, beurteilt und bewertet. Die Leistungsbewertung wurde nämlich in eine Fremd- und Eigenbeurteilung untergliedert. Zwar konnte natürlich ausgewählt werden, welcher der 5 Teile benotet werden sollte, trotzdem finde ich den Punkt der Eigenbeurteilung äußerst spannend. Die Eigenbeurteilung ist dann auch Teil der Fremdbeurteilung, da die Eigenbeurteilung reflektiert und gut begründet geschehen sollte. Diese Begründung wird dann wieder fremd beurteilt (durch Lehrende). Die Fremd- und Eigenbeurteilung stehen in einem Verhältnis von 20% zu 80%. Die insgesamte Beurteilung setzt sich aus folgenden Leistungen zusammen:

  1. Gestaltung & Formalia – 10%
  2. Einleitende Gedanken – 10%
  3. Ausgewählter Arbeitsbericht – 50%
  4. Self Assesment – 20%
  5. Resümee – 10% (vgl. Egloffstein u. Frötschl 2011, S. 56).

Ich finde den Gedanken die Portfolioarbeit als Lernender selbst mitzubewerten äußerst attraktiv. Jedoch geht dies wohl wirklich nur in einem geschützen Umfeld. Im Einsatz von Portfolios in einer Schule kann ich mir hingegen eine Eigenbeurteilung weniger vorstellen. Natürlich kann man Grundlagen festlegen, wie hier auch, dass die Eigenbewertung dann noch einmal Fremdbewertet wird und die Eigenbewertung begründet sein muss, trotzdem finde ich, ist das in einer Schule einfach zuviel des Guten. Naja, vielleicht muss ich darüber auch einfach noch eine Weile drüber nachdenken. Für andere Meinungen bin ich sehr offen.

Achja und auch hier gilt natürlich: Der geneigte Leser findet wo sich alles detailiert nachlesen lässt 😀

 

Literatur:

  1. Arnold, Patricia: Editorial. In: Zeitschrift für e-learning, lernkultur und bildungstechnologie. E-Portfolios (2011). Nr. 3. S. 4-7
  2. Egloffstein, Marc; Frötschl, Clemens: Leistungsdarstellung im E-Portfolio-Assessment. Eine empirische Analyse im Hochschulkontext. In: Zeitschrift für e-learning, lernkultur und bildungstechnologie. E-Portfolios (2011). Nr. 3. S.51-62
  3. Sippel, Silvia; Kamper, Marianne; Florian, Alexander: Studierende zur E-Portfolio-Arbeit befähigen. Erfordernis einer Einführung in Theorie und Praxis. In: Zeitschrift für e-learning, lernkultur und bildungstechnologie. E-Portfolios (2011). Nr. 3. S. 8-19

Jetzt wirds konkret

Die letzte Wochen habe ich oft darüber nachgedacht wie ich meine groben Pläne konkretisieren kann. Ich hatte ja schnell eine Idee wo ich ein Portfolio zum Einsatz bringen möchte, doch die genaue Umsetzung war für mich dann doch mehr ein Rätsel als ich mir zu Anfang eingestehen wollte. Vor allem, da ich ja auch irgendwie Aufgaben haben muss die mit Hilfe des Portfolios bearbeitet bzw. begleitet werden sollen. Nicht alles kann Theorie bleiben, nein… Ich brauche also etwas greifbares.

1. Irrweg:

Programmieren in der Sekundarstufe 1 mit Scratch -> klingt ja schön und gut, aber mir erscheint alles „zu klein“ und doch „zu viel“ um eine 7. Klasse mit einer solch „spielerischen“ Umgebung noch dazu zu bringen ihr erlerntes in einem Portfolion zu begleiten

2. Irrweg (aber schon besser für mich):

Java in der Oberstufe normal während der Unterrichtszeit -> Ich finde man kann den Lernprozess in einer Oberstufe gut durch Portfolioarbeit begleiten lassen, auch um als Lehrkraft verstehen zu können wo Probleme auftauchen, aber um das Portfolio am Ende auch besser mit bewerten zu können, hatte ich dann doch noch eine andere Idee…

3. Das ist ES!

Im letzten Semester habe ich in einem Seminar eine Projektwoche für einen Informatikkurs in der Oberstufe mit erhöhtem Niveau konzipiert. Im Anschluss an die Projektwoche ist aufgefallen, dass irgendwie die Ergebnissicherung gefehlt hat (zumindest zum Teil) und das die Schüler keine sonderliche Lust hatten ihr erlerntes auch schriftlich festzuhalten oder ihre Probleme und die Lösungen, die sie meist selbstständig gefunden haben, zu dokumentieren. Also wieso nicht die Projektwoche durch ein Portfolio begleiten lassen, um auch danach sehen zu können was jede Gruppe wirklich bewerkstelligt hat, denn häufig saßen die „ruhigen“ Schüler lange vor einem Problem und waren am Ende sehr stolz wenn sie eigenständig ihre Probleme lösen konnten, mitbekommen haben die Betreuer und Lehrkräfte dies aber nur durch Zufall. Die „lauten“ haben einfach ihre Probleme in den Raum geschrien, doch auch hier blieb der Lösungsweg unbekannt…

Meine Idee ist es also, die Projekte dokumentieren zu lassen und das mit Hilfe eine Portfolios auf das immer wieder, auch während der Arbeit, zugegriffen werden kann .

Wie dies konkret aussehen könnte, folgt an anderer Stelle!

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