Privatsphäre und Big Data

Die Frage, was Privatsphäre ist, welche Rolle Privatsphäre spielt, wie wir unsere Privatsphäre schützen können und vor allem wie der Aspekt Privatsphäre und informationelle Selbstbestimmung in pädagogischen Prozessen berücksichtigt werden kann und muss, geht über die Frage hinaus, wie man mit Heranwachsenden über ihre Formen der Kommunikation und Selbstdarstellung im Social Web redet und sie hier begleitet.

Das Thema „Big Data“, die Frage nach Mechanismen des Tracking und Scoring, die Nutzung digital-vernetzter Geräte, das Internet der Dinge, politische Aspekte wie z.B. Vorratsdatenspeicherung etc. spielen hier ebenfalls eine große Rolle.

Folgende Fragen wollen wir daher heute gemeinsam bearbeiten:

  • Was ist denn eigentlich tatsächlich Privatheit? Welche Funktion hat Privatheit?
  • Was ist den eigentlich Big Data?
  • Welche Spuren hinterlassen wir im Netz, wie transparent sind wir eigentlich? Und ist es problematisch oder nicht, wenn wir Spuren hinterlassen?
  • Wie gehen wir um mit der zunehmenden Transparenz, mit den Spuren, die wir im Netz hinterlassen und mit dem, was Behörden, Unternehmen, Institutionen etc. damit machen oder machen könnten?
  • Welche Konsequenzen hat das für die pädagogische Praxis?
https://www.youtube.com/watch?v=qKySz7eFi3E

 

Podiumsdiskussion „Ich im Netz“

Für die heutige Sitzung nehmen wir den vorbereiteten Text von Jan-Hinrik Schmidt „Selbstdarstellung und Privatsphäre in digitalen Medien“1 als Grundlage für eine Diskussion zum Thema „Ich im Netz – Pädagogische Herausforderungen an das Aufwachsen im digital-vernetzten Medium“.

Dabei übernehmen Sie verschiedene Rollen (Medienpädagog_in, Lehrer_in, Journalist_in, Elternteil – die Rollenbeschreibungen werden im Seminar ausgeteilt), die sie in der Diskussion vertreten. Die Rollen übernehmen jeweils unterschiedliche Perspektiven (normativ & bewertend, analytisch & deskriptiv, pädagogische Praxis). Bitte überlegen Sie genau, was das bedeutet und erarbeiten Sie entsprechend Ihre Diskussionsbeiträge. Nutzen Sie zur Vorbereitung den Text und Ihre eigene Zusammenfassung um Aussagen, Argumente, Kritikpunkte, Bewertungen, Fragen etc. aus ihrer Rollenperspektive heraus zu entwickeln, die Sie im Laufe der Diskussion mit einbringen können. Bitte versuchen Sie während der Diskussion, sich so nah wie möglich an Ihre Vorbereitung und Ihre Rolle zu halten. Nutzen Sie, neben dem aktuellen Text, auch gerne die Inhalte des Textes aus den letzen beiden Sitzungen, um Ihre Argumente zu stützen.

Ein_e Kommiliton_in wird die Moderation übernehmen. Als Moderation haben Sie die Aufgabe im Vorfeld, Leitfragen zu entwickeln, so dass alle Perspektiven auch zu Wort kommen.

Die Diskussion wird zusätzlich von vier Protokollant_innen dokumentiert. Diese habe unterschiedliche Schwerpunkte, d.h. es wird insgesamt vier Protokolle geben:

  • Welche Fragen tauchen auf und für wen sind sie relevant?
  • Welche Analysen und Beschreibungen gesellschaftlicher Prozesse werden genannt?
  • Welche Bewertungen und normativen Setzungen werden genannt und diskutiert?
  • Welche Handlungsnotwendigkeiten und Handlungsempfehlungen für die pädagogische Praxis tauchen auf?

Alle, die nicht auf dem Podium sitzen oder Protokollieren, erhalten trotzdem eigene Rollen und können sich aus dem Publikum heraus Fragen stellen oder zum Mitdiskutieren den freien Stuhl auf dem Podium nutzen.

 

 

  1. Jan-Hinrik Schmidt. Social Media. Wiesbaden: Springer VS, 2013. S. 23-42 []