Zum Schluss

Ich habe mein Portfoliokonzept jetzt ein wenig „sacken lassen“ und möchte an dieser Stelle noch ein paar abschliessende Worte schreiben.

Der vorläufige Ablauf, den ich nochmal überdenken wollte, ist so geblieben:

  • Einführungsworkshop „Audacity“
  • Gruppen finden sich und suchen sich ein übergeordnetes Phänomen
  • Jeder steuert seinen Teil begründet bei und hält dies im Portfolio fest
  • Einzelne Teile sollen dabei logisch verknüpft werden
  • (evtl. Input Filmmusik zum besseren Verständnis)
  • Jede Woche „Fragestunde“
  • Abschlusspräsentation im Plenum

 

Zur Bewertung möchte ich auch noch etwas loswerden: Wichtig ist mir, dass nicht das absolute Musikalische bewertet wird, sondern der künstlerische Prozess, sodass die weniger musikalischen Schüler nicht das Gefühl haben, der Aufgabe nichzt gewachsen zu sein.

Die Bewertung wird natürlich vorher mit der Klasse besprochen, auch welche Kriterien welche Note bedingen usw.

 

Ich starte in 3 Wochen in mein erstes Kernpraktikum in Musik und werde, wenn ich die Möglichkeit habe, das Portfolio einmal ausprobieren. Ich bin gespannt, wie die Schüler es annehmen, ob es klappt und wie die anderen Lehrer darauf reagieren. Ich freue mich auf jeden Fall darauf.

 

Schwierigkeiten und Probleme/Lösungsansätze

Von Anfang an war es klar, dass einige Schwierigkeiten in der Entwicklung eines solchen Konzeptes auftreten, wie zum Beispiel folgende:

  • Was für Kenntnisse kann man als Lehrer seitens der Schüler voraussetzen?
  • Eigentlich keine, wenn man mal ehrlich ist. In der 8./9. Jahrgangsstufe kennen die Schüler maximal den Violinschlüssel und können eine C-Dur Tonleiter aufsagen, aber hinsichtlich meines Portfoliokonzeptes sind alle auf dem gleichen Stand.

 

  • Wie kann ich die Schüler über einen längeren Zeitraum (8 Wochen) motivieren?
  • Durch individuelle Zwischengespräche, vielleicht schon ein fertiges Vorzeigeprodukt?

 

  • Ist es überhaupt möglich, diese Leistungen am Schluss zu bewerten?
  • Meiner Meinung nach ist es nur möglich, die Mitarbeit und die Kreativität der Schüler zu bewerten und nicht das musikalische Produkt, da ja individuelle Begabungen vorausgesetzt sind.
  • Passt das Konzept in den Lehrplan?
  • Ja, da der Musik-Lehrplan sehr viele Freiheiten gewährt, ist es zeitlich auf jeden Fall umsetzbar.

Abschlussüberlegungen

Mir war von vornherein klar, dass sich das Gestalten eines Portfolios im Musikunterricht schwerer gestaltet als in manchen anderen Fächern.
Aber ich wollte die Herausforderung annehmen und versuchen, ein Konzept für die 8./9. Klasse über mehrere Wochen zu erstellen, wo die Schüler einen individuellen Zugang zur Musik entwickeln oder vertiefen können.
Wichtig ist mir, dass die Schüler ohne besondere musikalische Voraussetzungen oder Begabung die Möglichkeit haben, einen Zugang zu Musik zu finden.
Ein weiteres Ziel ist der Umgang mit MusikSoftware (Audacity), die man kostenlos im Internet runterladen kann und mit der es möglich ist, etwas aufzunehmen und/oder zu schneiden und zu bearbeiten. Dieses Programm ist sehr einfach und daher halte ich es für diese Altersstufe durchaus für geeignet.
Das portfolio soll ein Begleitwerk sein, nicht nur für den Schüler, sondern für den Lehrer, als „roter Faden“ des Projekts. Es soll ein Gemeinschafts-Portfolio werden, wo jeder Schüler, der beteiligt ist, seinen Beitrag begründet und alle somit das Gesamtkonzept vertreten.

 

Eigenes Konzept für ein Portfolio

Gerade in Musik finde ich es sehr schwierig, ein ausgereiftes Konzept zu entwickeln.
Ein paar Grundideen habe ich allerdings schon. Das Portfolio soll:

– viel Praxis enthalten (ob dies nun Musizieren, Komponieren oder Hören ist)
– Grundlagen schaffen/wiederholen (je nach Klassenstufe)
– eine Bewertungsgrundlage sein.

Mir stellen sich noch unzählige Fragen:

– in welcher Klassenstufe ist es machbar?
– wie lange sollte der Zeitraum sein?
– passt es mit dem Lehrplan zusammen?

Als Beispiel kann ich mich noch an meinen Musik-LK erinnern. Es wurde ein Gedicht von Heinrich Heine zur Kompositionsgrundlage ernannt. Wir waren 5 Gruppen, jeweils zwischen 2 und 5 Schülern. Als einzigen Rahmen hatten wir eine sechswöchige Frist.
Nun sollten wir diese Zeit nutzen, um dieses Gedicht zu vertonen. Am Ende der Zeit hat jede Gruppe ihr Konzept vorgestellt und den Song auf der Bühne vorgespielt.
Allerdings sollten wir nichts schriftlich festhalten. Das liesse sich alles noch detaillierter planen, allerdings ist sowas vielleicht nur im Leistungskurs möglich, wenn verschiedene Grundbedingungen, wie Notenschrift lesen und schreiben können, harmonisch-melodische Zusammenhänge etc. bereits geschaffen sind.

Die Traumwohnung – Portfolio im Mathematikunterricht in Klasse 6

In dem zweiten Portfolio, das ich mir genauer angeschaut habe, geht es um den Erwerb mathematischer Kompetenzen. Die Schüler sollen über den Zeitraum von einem Halbjahr ihre Traumwohnung darstellen. Folgendes soll in dem Portfolio am Ende des Halbjahres enthalten sein:

 

Als besonders positiv betrachte ich folgende Gesichtspunkte:

– Es geht darum, Mathe und Alltag zu verknüpfen
– es ist anwendungsbezogen und unterstützt verschiedene mathematische Denktypen
– Durch die Gutachten und die Reflexion bzw. Stellungnahme üben sich die Schüler in Kritikfähigkeit
– das Portfolio strukturiert ein langes Unterrichtsvorhaben
– es bietet viel Raum für Individualität und Kreativität

Ich könnte mir durchaus vorstellen, so ein Portfolio im Matheunterricht durchzusetzen.

Portfolio in Musik?!

Mich interessiert vor allem die Umsetzung eines Portfolios im Musikunterricht, daher habe ich mich in der Hochschul-Bibliothek mal auf die Suche begeben und ein sehr interessantes Konzept entdeckt:

Es handelt sich um ein Portfolio für Chorklassen in der Grundschule.
Um kurz den Begriff der Chorklasse zu definieren: In der Chorklasse werden nicht alleine die sängerischen, sowie allgemein musikalischen, personalen und sozialen Kompetenzen der Schüler entwickelt und gefördert, das Modell trägt auch zur Profilbildung einer Schule bei.

Das Portfolio begleitet den Schüler über die vier Jahre der Grundschule, aber stellt keine Bewertugsgrundlage dar. Vielmehr ist es eine Art „Verlaufsplan“.

Ausserdem ist das Portfolio in ein Medienpaket integriert. Dieses umfasst ausserdem eine Konzeption, die organisatorische Aspekte enthält, Handreichungen mit curricularen und didaktisch-methodischen Aspekten zur Chorklassenarbeit, Stimmbildugskartei, Liederbuch, Liederkartei und CD.

Schön finde ich, dass sich das Portfolio in die Gesamte Grundschulzeit integriert und ausschliesslich zur Selbstreflexion der Schüler konzipiert ist.

Es deckt alle zu lernenden Grundkompetenzen, wie zum Beispiel Dynamik, Tempo, Noten lesen etc. ab.
So kann der Schüler selbst überprüfen, was er schon gelernt hat und noch lernen wird.

Jedes Schuljahr ist in die gleichen Kategorien eingeteilt:

„ich kann diese Lieder singen“ – „Stimmbildung“ – „Chorsingen“ – „Wissen über Musik“ – „Das haben wir gemeinsam erlebt“ – „Meine Lieblingslieder aus Klasse x“ – „so singe ich in meiner Chorklasse“ – „Das will ich noch lernen“

Ich halte dieses Portfolio für die Arbeit mit Chorklassen für ausgesprochen sinnvoll, da die Schüler sich während dieser vier Jahre sehr gut selbstreflektieren können, eben anhand dieses Portfolios, und sie die wichtigen musikalischen Begriffe dort immer wieder nachlesen können.

Eine Beispielseite findet ihr hier:

 

Bewertung von Portfolios

In den beiden Texten, die wir zu letzter Woche lesen sollten, werden viele positive Eigenschaften von Portfolios in der Schule dargestellt, unter anderem auch, dass für die Schüler bei dieser Form der Leistungsbewertung weniger Druck entsteht und dass mehrperspektivische Beurteilung der Lehrer oftmals möglich ist.
Für mich stellt sich nun die Frage, wie genau diese Leistungsbewertung aussehen soll. Vor allem für meine beiden Fächer, Musik und Mathe. In Mathe stelle ich es mir besonders schwierig vor, zunächst einmal ein Portfolio zu erstellen und es dann als Lehrer zu bewerten, zumal es gerade in Mathe wichtig ist, eine klare Bewertungsrichtlinie zu haben, um sicherzugehen, dass alle Schüler den Stoff verstanden haben. In der Portfolioarbeit selbst ist es schon schwierig, allen Schülern den Stoff nahezubringen, wenn man als Lernberater fungiert und nicht den Stoff „frontal“ unterrichtet. Meiner Meinung nach hat man bei der letzten Form der Stoffvermittlung eine höhere Kontrolle, wieviel die Schüler wirklich verstanden haben und somit auch die Möglichkeit einer differenzierten Bewertung der jeweiligen Schülerleistungen.

Felix Winter – Portfolio und Leistungsbewertung

Welche Möglichkeiten zur Veränderung der Leistungsbewertung sind mit dem Instrument Portfolio gegeben?

  • – bisher vermehrt Klausuren oder klausurartige Arbeiten als Leistungsbewertung
  • – im Portfolio steht der Prozess der Erarbeitung bestimmter Sachverhalte  im Vordergrund
  • – Wiederholte, vielfältige und mehrperspektivische Beurteilung ist jederzeit möglich
  • – Projekte in Form von Portfolios fördern Selbständigkeit im Lernen, Methodenkompetenz und soziale Fähigkeiten
  • – eignen sich für Leistungspräsentationen gegenüber Dritten (z.B. auf Elternabenden)
  • – Schüler stehen bei dieser Form von Leistungsbewertung nicht so sehr unter Druck wie zum Beispiel in mündlichen Prüfungen oder Klausuren

Thomas Häcker – Portfolio als Entwicklungsinstrument

Im Folgenden möchte ich die Kernaussagen von Thomas Häckers Text in Stichpunkten zusammenfassen:

  • – zuerst taucht der Begriff in der Kunst auf und bezeichnet eine Mappe des jeweiligen Künstlers, in der er alle seine Arbeiten hat
  • – dadurch konnte man nicht nur die Qualität verschiedener Arbeiten des Künstlers beobachten, sondern auch seine Entwicklung
  • – in der Schule stellt das Portfolio kein festes Konzept dar, sondern variiert je nach Land/Fach/Altersstufe etc.
  • – das Portfolio fand seinen Weg aus den USA in die deutschen Schulen
  • – ist zunächst eine alternative Leistungsbeurteilung, um den Schüler nicht punktuell zu beurteilen, sondern den Lernprozess
  • – außerdem soll durch die Portfolio-Arbeit die Qualität von Lernen und Unterricht steigen
  • – hohe Eigenverantwortung der Schüler
  • – „Ein Portfolio ist eine zielgerichtete und systematische Sammlung von Arbeiten, welche die individuellen Bemühungen, Fortschritte und Leistungen der / des Lernenden in einem oder mehreren Lernbereichen darstellt und reflektiert. Im Portfolioprozess wird die / der Lernende an der Auswahl der Inhalte, der Festlegung der Beurteilungskriterien sowie an der Beurteilung der Qualität der eigenen Arbeit beteiligt“
  • – also: das Portfolio dokumentiert den Lernprozess

Vereinbarungen zwischen Schülern und Lehrern:

  • – Augangspunkt für ein Portfolio ist ein Problem/offene Fragestellung/Aufgabe
  • – schriftliches Fixieren der Lernziele im Vorfeld
  • – als nächster Schritt: Arbeits- und Sammelphase
  • – mitwachsendes Inhaltsverzeichnis
  • – show portfolio/process portfolio
  • – Selbstreflexion des Lernenden ist das Kernstück der Portfolioarbeit
  • – metakognitive Interpretation
  • – transparente Beurteilungskriterien

Erwartungen?!

Was erwarte ich von diesem Seminar? Zum Einen möchte ich gerne meine Kenntnisse im Bezug auf Portfolioarbeit in der Schule im Allgemeinen vertiefen. Was gibt es alles für Möglichkeiten, das Portfolio (oder eben auch ePortfolio) in der Schule einzusetzen?!

Besonders wünsche ich mir, etwas über die Einsatzmöglichkeiten meiner beiden Unterrichtsfächer Mathe und Musik zu erfahren, da ich mir vorstellen kann, dass es vor allem in Mathe schwieriger sein könnte, Portfolioarbeit mit Schülern zu realisieren.

Ich bin sehr gespannt…

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