Archive for November, 2011

Eigenes Konzept für ein Portfolio

Gerade in Musik finde ich es sehr schwierig, ein ausgereiftes Konzept zu entwickeln.
Ein paar Grundideen habe ich allerdings schon. Das Portfolio soll:

– viel Praxis enthalten (ob dies nun Musizieren, Komponieren oder Hören ist)
– Grundlagen schaffen/wiederholen (je nach Klassenstufe)
– eine Bewertungsgrundlage sein.

Mir stellen sich noch unzählige Fragen:

– in welcher Klassenstufe ist es machbar?
– wie lange sollte der Zeitraum sein?
– passt es mit dem Lehrplan zusammen?

Als Beispiel kann ich mich noch an meinen Musik-LK erinnern. Es wurde ein Gedicht von Heinrich Heine zur Kompositionsgrundlage ernannt. Wir waren 5 Gruppen, jeweils zwischen 2 und 5 Schülern. Als einzigen Rahmen hatten wir eine sechswöchige Frist.
Nun sollten wir diese Zeit nutzen, um dieses Gedicht zu vertonen. Am Ende der Zeit hat jede Gruppe ihr Konzept vorgestellt und den Song auf der Bühne vorgespielt.
Allerdings sollten wir nichts schriftlich festhalten. Das liesse sich alles noch detaillierter planen, allerdings ist sowas vielleicht nur im Leistungskurs möglich, wenn verschiedene Grundbedingungen, wie Notenschrift lesen und schreiben können, harmonisch-melodische Zusammenhänge etc. bereits geschaffen sind.

Die Traumwohnung – Portfolio im Mathematikunterricht in Klasse 6

In dem zweiten Portfolio, das ich mir genauer angeschaut habe, geht es um den Erwerb mathematischer Kompetenzen. Die Schüler sollen über den Zeitraum von einem Halbjahr ihre Traumwohnung darstellen. Folgendes soll in dem Portfolio am Ende des Halbjahres enthalten sein:

 

Als besonders positiv betrachte ich folgende Gesichtspunkte:

– Es geht darum, Mathe und Alltag zu verknüpfen
– es ist anwendungsbezogen und unterstützt verschiedene mathematische Denktypen
– Durch die Gutachten und die Reflexion bzw. Stellungnahme üben sich die Schüler in Kritikfähigkeit
– das Portfolio strukturiert ein langes Unterrichtsvorhaben
– es bietet viel Raum für Individualität und Kreativität

Ich könnte mir durchaus vorstellen, so ein Portfolio im Matheunterricht durchzusetzen.

Portfolio in Musik?!

Mich interessiert vor allem die Umsetzung eines Portfolios im Musikunterricht, daher habe ich mich in der Hochschul-Bibliothek mal auf die Suche begeben und ein sehr interessantes Konzept entdeckt:

Es handelt sich um ein Portfolio für Chorklassen in der Grundschule.
Um kurz den Begriff der Chorklasse zu definieren: In der Chorklasse werden nicht alleine die sängerischen, sowie allgemein musikalischen, personalen und sozialen Kompetenzen der Schüler entwickelt und gefördert, das Modell trägt auch zur Profilbildung einer Schule bei.

Das Portfolio begleitet den Schüler über die vier Jahre der Grundschule, aber stellt keine Bewertugsgrundlage dar. Vielmehr ist es eine Art „Verlaufsplan“.

Ausserdem ist das Portfolio in ein Medienpaket integriert. Dieses umfasst ausserdem eine Konzeption, die organisatorische Aspekte enthält, Handreichungen mit curricularen und didaktisch-methodischen Aspekten zur Chorklassenarbeit, Stimmbildugskartei, Liederbuch, Liederkartei und CD.

Schön finde ich, dass sich das Portfolio in die Gesamte Grundschulzeit integriert und ausschliesslich zur Selbstreflexion der Schüler konzipiert ist.

Es deckt alle zu lernenden Grundkompetenzen, wie zum Beispiel Dynamik, Tempo, Noten lesen etc. ab.
So kann der Schüler selbst überprüfen, was er schon gelernt hat und noch lernen wird.

Jedes Schuljahr ist in die gleichen Kategorien eingeteilt:

„ich kann diese Lieder singen“ – „Stimmbildung“ – „Chorsingen“ – „Wissen über Musik“ – „Das haben wir gemeinsam erlebt“ – „Meine Lieblingslieder aus Klasse x“ – „so singe ich in meiner Chorklasse“ – „Das will ich noch lernen“

Ich halte dieses Portfolio für die Arbeit mit Chorklassen für ausgesprochen sinnvoll, da die Schüler sich während dieser vier Jahre sehr gut selbstreflektieren können, eben anhand dieses Portfolios, und sie die wichtigen musikalischen Begriffe dort immer wieder nachlesen können.

Eine Beispielseite findet ihr hier:

 

Bewertung von Portfolios

In den beiden Texten, die wir zu letzter Woche lesen sollten, werden viele positive Eigenschaften von Portfolios in der Schule dargestellt, unter anderem auch, dass für die Schüler bei dieser Form der Leistungsbewertung weniger Druck entsteht und dass mehrperspektivische Beurteilung der Lehrer oftmals möglich ist.
Für mich stellt sich nun die Frage, wie genau diese Leistungsbewertung aussehen soll. Vor allem für meine beiden Fächer, Musik und Mathe. In Mathe stelle ich es mir besonders schwierig vor, zunächst einmal ein Portfolio zu erstellen und es dann als Lehrer zu bewerten, zumal es gerade in Mathe wichtig ist, eine klare Bewertungsrichtlinie zu haben, um sicherzugehen, dass alle Schüler den Stoff verstanden haben. In der Portfolioarbeit selbst ist es schon schwierig, allen Schülern den Stoff nahezubringen, wenn man als Lernberater fungiert und nicht den Stoff „frontal“ unterrichtet. Meiner Meinung nach hat man bei der letzten Form der Stoffvermittlung eine höhere Kontrolle, wieviel die Schüler wirklich verstanden haben und somit auch die Möglichkeit einer differenzierten Bewertung der jeweiligen Schülerleistungen.

Impressum und Nutzungsbedingungensowie Datenschutzerklärung