KBoM!

„Medien… das ist Welt des Konsums, der Unterhaltung, der Freizeit und hat wenig Bezug zu Bildungs- und Lernprozessen. Das wird irgendwie so weggeschoben.“

Die Initiative „Keine Bildung ohne Medien!“ fußt auf dem Medienpädagogischen Manifest, das 2009 von mehr als 1300 Einzelpersonen und/oder Organisationen als Richtlinie für die Bildung in Deutschland unterschrieben wurde. 2011 wurden Forderungen aus diesem Werk weiter konkretisiert:

– sowie in allen (!) Schulsystemen als auch in der frühkindlichen Erziehung sollen medienpädagogische Themen fest verankert sein
– auch in außerschulischen Aktivitäten müssen Kinder in Kontakt mit geleiteter Mediennutzung kommen
– Inklusion in Verbindung mit Medien
– Aktiverer Umgang mit den Alltagssituationen der Jugendlichen/Kinder durch Beratung/Fortbildung der Eltern‘
– zentrale Netzwerke über vorhandene, funktionierende Systeme aufbauen
– Finanzierung für schlechter Gestellte ermöglichen (Fonds, Subventionen)
– Medienkompetenz als verbindlichen Grundbestandteil (inkl. Prüfungen) in Schulen und bei Fortbildungen etablieren
-Forschung auf dem Gebiet des Umgangs mit Medien intensivieren und fördern

Dieser Initiative schließe ich mich größtenteils an. Es ist höchste Zeit, dass in das schwerfällige Konstrukt „Bildung in Deutschland“ Bewegung kommt. Forderungen, wie die, das Schulbuch durch digitale Alternativen zu ersetzen oder immerhin zu unterstützen, halte ich für längst überfällig. Man könnte meinen, dass hier wirtschaftliche Interessen (verschiedener Verlage) der Bildung der Jugend übergeordnet werden.

Auch die frühkindliche Erziehung mit und zu Medien wird immer wichtiger. Oft schreckt man hier zurück, da ältere Generationen wichtige Grundbestandteile der kindlichen Entwicklung vernachlässigt sehen („draußen Spielen“, haptische/taktile Erfahrungen). Dabei steht meiner Meinung nach völlig außer Frage, dass ein grundsätzliches Gleichgewicht zwischen altbewährten Methoden der Erziehung und den neuen Herausforderungen, auf die die Kinder durch eben diese medienorientierte Pädagogik vorbereitet werden, selbstverständlich erhalten bleiben muss.

Wichtig sind auch eben Seminare wie unseres hier an der Uni, die in den Lehrern von morgen den Umgang mit Medien und auch der Erziehung mit/zu solchen unmissverständlich verankert und diese Facette in jedem Lehramtsstudenten anregt.

-idijod

Exzerpt „Zwischen Kanal und Lebens-Mittel: pädagogisches Medium und mediologisches Milieu“ (Torsten Meyer)

In diesem Text von 2007 befasst sich der Autor mit der Frage, was ein pädagogisches Medium ist und woran sich dieses zu orientiert, gibt Ausblicke auf den Umgang mit neuen Medien im Kontext der Erziehung und übt Kritik an von ihm beobachteten Missverständnissen in der Erwartung, was Medien leisten sollen.
„Sowohl die Institutionen als auch die Theorie der Bildung des Menschen scheinen substanziell noch recht unberührt von den seit mehr als 15 Jahren „Neuen Medien“. (S.74) Continue reading

Warum ein wissenschaftliches Studium sinnvoll für die Praxis ist.

In diesem Essay möchte ich versuchen, die Aufgaben eines modernen Lehrers und meine eigenen Erwartungen an das Lehramtsstudium darzulegen.

Die vorgegebene Leitfrage stützt sich auf die Annahme, dass das wissenschaftliche Studium in Erziehungswissenschaften durchaus sinnvoll für das Arbeiten mit Kindern oder Jugendlichen sei.
Dazu muss meiner Meinung nach die Praxisnähe viel mehr in den Vordergrund gerückt werden. Als positives Beispiel möchte ich hier verschiedene Sport-Seminare meines bisherigen Studiums anführen, die wissenschaftliche Grundlagen der Pädagogik nicht als solche stehen lassen. sondern stets den direkten Praxisbezug herstellen. Was bringt beispielsweise eine Theorie über „Schwarze Pädagogik“ (vgl. Katharina Rutschky: „Schwarze Pädagogik“ 1977), wenn die Analogie in dem Alltag eines Lehrers oder Trainers nicht gezogen wird? Wie geht man mit Eskalation im Klassenraum um, wenn man dessen Stufen zwar im Modell (vgl. Friedrich Glasl) gelernt hat und diese auch benennen kann, nicht jedoch adäquat reagieren und die Situation letztendlich pädagogisch korrekt lösen kann? Continue reading

Day 1

In diesem Blog werden in den nächsten Monaten Inhalte meines Seminars „Gesellschaftliche Bedingungen von Bildung und Erziehung; Bildung im digital-vernetzten Medium“ veröffentlicht. Dass Medienkompetenz endlich ein Thema auch für Lehramts-Studenten wird, freut mich wie Bolle.

-idijod