Portfolioarbeit in der Schule

Eine Frage, die sich mir sehr bald stellte, war die nach der Bewertbarkeit von Portfolios in der Schule. Die Antwort, die der Text von Winter dann gibt, ist nachvollziehbar, aber evtl nicht auf die in Deutschland gängigen Formen übertragbar: Pass und Fail sind schön, doch sollte ein Schüler einmal die Schule wechseln wollen, so braucht er ein benotetes Zeugnis – an bestimmten Stellen der Schullaufbahn muss eine Benotung im traditionellen Sinn stattfinden. Daher wird der Portfolioarbeit an der Schule in Pilotprojekten ein Dämpfer verpasst. Auch die Normalverteilung von Noten erscheint hier problematisch.
Die Schüler mögen sicherlich in den genannten Prozessen besser lernen und sind motivierter, doch welche alten Schulmeister stimmen einem Konzept zu, dass einen derartigen Kontrollverlust auf der Lehererseite verursachen? Auch die relativ modernen Lernwerkstätten, die sicher jedem im Studium begegnet sind, werden in der Praxis eher kritisch beobachtet (so zumindest mein Eindruck, wenn ich mit Betroffenen außerhalb der uni spreche), wie soll also eine Unterrichtsform sich durchsetzen, wo der Lehrer auch wieder eher Lernbegleiter, als klassisch autoritärer Experte ist?

Eventuell bin ich auch nach der Lektüre zweier Texte noch nicht ganz in der Lage das ganze Bild zu sehen (ich hoffe einfach einmal, dass noch viel mehr hinter dem Ganzen steckt) und tu mich momentan eher schwer den Konzepten pädagogische Vorstellungen zuzuordnen – nur der gute alte Behaviorismus scheint auszufallen.
Potentiale scheinen natürlich wieder einmal viele zu bestehen, doch eine konkrete Umsetzung in meinen Unterrichtsfächern (englisch und Geschichte) kann ich mir noch nicht in vollen Umfang vorstellen, eine Umsetzbarkeit auf alle Fächer würde ich nicht für unbedingt erachten.

 

Edit: War eben auf der Suche nach einem Artikel, den ich kommentieren kann, doch habe entweder keinen aktuellen Eintrag gefunden oder irgendwie keine Ahnung, was ich sinnvoll beitragen soll. Werde Montag abend nochmal versuchen etwas zu werden.

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Ein Kommentar zu Portfolioarbeit in der Schule

  1. Hannah Schröder sagt:

    Diese doch sehr pessimistische Einschätzung möchte ich kurz kommentieren.
    Ich bin überzeugt, dass in vielen (nicht in allen) Fächern die Anwendung einer Portfolioarbeit realisierbar ist. Die oben angesprochenen Noten in Zeugnissen beim Schulwechsel lassen sich doch vor allem durch Portfolios erzielen und aufzeigen. So könnte bei einem Schulwechsel der Schüler oder die Schülerinn seine Portfolioarbeiten, neben dem Zeugnis, soagr mitnehmen und den neuen Lehrern/ Lehrerinnen vorzeigen, sodass diese sich einen (evtl sogar besseren als durch reine Zeugnisnoten) Eindruck über das Können des Schülers/ der Schülerin verschaffen könnten.
    Meiner Meinung nach müsste an einigen Stellen im deutschen Schulsystem gearbeitet werden um solch ein selbstgesteuertes Lernen zu ermöglichen. Sicherlich ist es nicht damit getan, den Unterricht mit Portfolioarbeit zu bereichern. Portfolios müssten viel mehr in allen deutschen Lehrerköpfen fest verankert werden bzw. zumindst regional (bsp. HH) akzeptiert sein. Dies ist natürlich mit einem erheblichen Aufwand verbunden- dennoch vermute ich, dass es lohnenswert ist. Das eine Umstellung auf ein solch neues System der Leistungsbewertung nicht von heut‘ auf morgen funktionieren wird (siehe alte Schulmeister) ist eindeutig. Viel mehr wird es ein langer Prozess sein der sich entwickeln kann und muss.

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