weitere Gedanken zum Unterrichtskonzept

Welche Fähigkeiten- und Lernziele soll die angedachte Einheit haben?

Ein Ziel ist sicherlich die Fähigkeit zum reflektierten Umgang mit verschiedenen Ereignissen zur Selbstverortung als Person in der Gesellschaft. Dieser Aspekt ist eigtl immer im Geschichtsbewusstsein verortet und somit nicht zwingend neu für dieses Konzept, interessant ist jedoch, dass es sich um einen Zeitraum handelt, der noch auf kommunikativer Ebene zu erschließen ist, Zeitzeugen lassen sich noch befragen. Daher ist auch eine Vielfalt an Perspektiven vorhanden, auch die Fachwissenschaft ist noch nicht zu einer einheitlichen Deutung vieler Ereignisse gekommen. Dies bedeutet auch ein Problem, da kein fertiges Unterrichtsmaterial existiert, Schüler müssen sich sehr selbstständig orientieren und das Material noch kritischer als sonst auswerten.

Hier schließt auch das nächste erwünschte Lernziel an: Kompetenter und reflektierter Umgang mit Texten. Texte sind hierbei nicht nur Quellen oder Darstellungen, das Wort Text schließt in diesem Zusammenhang auch Bildquellen (Fotos, Dokumentar- und Spielfilm) ein. Denkbar wäre hierbei eine Art loses Ideen- und Arbeitstagebuch, wo die Schüler ihre Arbeit und Gedanken für sich notieren und dann für das Portfolio ausformulieren können.

Bei aller Freiheit und selbstorganisierten Portfolioarbeit muss es für den Unterricht, der parallel zum Portfolio stattfindet, auch gemeinsame Sitzungen geben, wo diskutiert wird und Interpretationen sich aneinander reiben können. Daher sollte zumindest ein Anteil des Unterrichts in normalen – also nicht selbstständigen – Phasen stattfinden. Ergebnisse und Gedanken könnten ins Portfolio eingehen.

Eine weitere Fähigkeit, die in der Portfoliophase des Unterrichts geschult werden kann und soll, ist die reflektierte und selbstständige Recherche. Die Schüler sollen sich am gereichten Material, das bewusst klein gehalten wird, orientieren und eine erweiternde Suche zu eigenen Schwerpunkten unternehmen. Hierbei soll bewusst der Umgang mit Archiven und Katalogen erlernt werden. Die unterliegende Sorge ist bei mir, dass nicht tiefer in die Materie eingedrungen wird, dass es bei der Suche auf google bleibt.
Wobei hier gerade bei jüngeren Bewegungen (z.B. Hausbesetzer der frühen 80er Jahre sind bemerkenswert weit in der Selbstdarstellung im Internet) auch ein ganz neues Erkenntnisinteresse besteht. Ohne den Schülern hier Fähigkeiten absprechen zu wollen, so erscheint es doch fragwürdig, dass hier quellenkritisch gearbeitet werden kann.
Eine Möglichkeit ist es auch gleich bibliographieren zu üben und einen Mindestumfang und Inhalt für diese Bibliographie vorzugeben.

Insgesamt gibt es viele Aspekte, die man in dem angedachten Portfolio Projekt unterbringen kann und beachten muss. Wieviel davon tatsächlich möglich ist, lässt sich ohne Praxiserfahrung schwer einschätzen. Das aufgezeigte Potential lässt aber die Hoffnung, dass ein solches Projekt sich im angepassten Maße sehr gut in den Unterricht einfügen ließe.

Zentrale Fragen und zu diskutierende Themen:

Wenn Geschichte von den Siegern geschrieben wird, wer schreibt die Geschichte der 68er, der Punks, der Skinheads, der DDR und die Geschichte des Nachkriegsdeutschlands?

Kann Geschichte außerhalb von Krieg geschehen? Warum sind die Themen des Konflikts stets im Mittelpunkt des Geschichtsunterrichts?

Gebe ich den Schülern vor, welche Inhalte deutlich und stark vertieft werden oder entscheiden die Schüler, was wichtig ist und fokusiert wird?

Material

Video Worauf bezieht sich der Text des Songs? Welche Bedeutung misst er den Ereignissen und Personen zu? Wie verbindet er das Damals und das Heute?
Von dem Song gibt es diverse Versionen mit teilweise zeitgenössischem Bildmaterial z.B. Hier. Jan Delay veröffentlichte das entsprechende Album auf dem Label ‚Buback‘.
Auch die Kommentare unter dem youtube Video sind sehr diskutabel.

 

Ich vergesse immer zu veröffentlichen. Soll eigentlich jede Hausaufgabe geblogt werden?

Dieser Eintrag wird im Laufe der Konzeption bearbeitet und geändert. Interessantes Material soll hier gesammelt werden.

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4 Kommentare zu weitere Gedanken zum Unterrichtskonzept

  1. jesco sagt:

    Liebe Auc,

    Danke für das Interesse. Der Artikel ergibt evtl nicht so viel Sinn, da er noch im Entstehen begriffen ist bzw. fortlaufend geändert wird. Dies geschieht in der Struktur – also Neues wird da eingefügt, wo es passt – nicht im Verlauf des Artikels.

    Insgesamt geht es darum, hier darzustellen, welche Gedanken ich mir über das Konzept von portfolio Arbeit in der Schule mache, welches ich für mein Seminar an der Uni Hamburg entwickle.

  2. Auceza sagt:

    Hallo!!!
    Es freut mich sehr, dass Du meine Website besucht und einen Kommentar hinterlassen hast. 🙂
    Da bin ich gleich neugierig geworden und hab mir auch Deine website angeschaut.

    Also… mir ist nur teilweise klar geworden, welche Zielsetzungen Du verfolgst mit diesem gut geschriebenen Artikel. Es geht darum neue Konzepte für den Schulunterricht zu entwerfen, ja???

    Das finde ich eine gute Idee und auch die verschiedenen Überlegungen, welche Du dazu angestellt hast, finde ich schön. 🙂
    Ich wünsche Dir viel Erfolg mit Deinen innovativen Ideen!!!

    Fröhliche Grüße, Deine Auc

  3. jesco sagt:

    Was meinst du genau?

  4. Klaus sagt:

    Hast du noch fortfuehrende Informationen darueber ?

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