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August 9, 2012
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Barrierefreie Zukunft für Migranten in Deutschland? -Sozialisation von Migranten – Die Milieutheorie

Teil eines jeden Erziehungswissenschaftstudiums ist das Kennenlernen von pädagogischen Grundbegriffen. Unumgänglich ist dabei der Begriff der Sozialisation. Geprägt von Emile Durkheim, bedeutet Sozialisation allgemein die „Vergesellschaftung“ und somit die Integration des Menschen in die Gesellschaft (Marotzki, Krüger 2009, S.127). Dabei ist Sozialisation Bestandteil der Erziehung. Sie dient der Entwicklung einer eigenen Identität, abhängig vom gesellschaftlichen und materiellen Umfeld.

Wir wollen den Einfluss des sozialen Umfelds auf den Prozess der Eingliederung in die Gesellschaft im Folgenden nun näher beleuchten, wobei im Zentrum unserer Betrachtung die Sozialisation von Migranten in die deutsche Gesellschaft stehen soll.

Die Rolle des sozialen Umfelds wird durch die Milieutheorie, vorrangig von Karl Mannheim dargestellt. Zunächst wird in dieser ausgesagt, dass jedes Individuum einem Milieu angehöre, dessen es sich jedoch nicht explizit bewusst sei (Marotzki, Krüger 2009, S. 133). Hier müssen wir als Erstes Einharken, wie sich denn ein Milieu  definieren lasse? Ein Milieu „beschreibt die soziale Umgebung in der ein Individuum aufwächst und lebt“ (http://uni-protokolle.de). Menschen, die demselben Milieu angehören, haben in der Regel den gleichen Lebensstil, die gleichen Wertvorstellungen, die gleichen Gewohnheiten oder auch ein gemeinsames „milieuspezifisches Wissen“ (Marotzki, Krüger 2009, S. 133).

Wenn dieser Begriff jedoch Verwendung in unserem Alttag findet, dann meistens wenn es um die negative Auslegung von Milieus geht. Etwa wenn die Rede von bildungsfernen Familien oder gar Gruppierungen ist (http://bpb.de). Hierbei spielt nicht allzu selten das Vorurteil mit herein, dass besonders Migranten aus bildungsfernen Familien stammen würden. Fragen wir uns aber erst einmal, warum und wie soziale Milieus überhaupt entstehen. Die deutsche Gesellschaft ordnet einem jeden Menschen eine bestimmte soziale Klasse zu, welche durch Anpassungsprozesse an die Lebensbedingungen in denen man sich befindet, entstehen (http://bpb.de). Zu den Indikatoren gehören dabei das ökonomische Kapital, Bildungskapital und das soziale Kapital. Die Ungleichverteilung dieser Kapitalarten begründet das Entstehen von Klassen und im weiteren Sinne von Milieus. Es sollte allerdings nicht Vergessen werden, dass vor allem auch Religion, politische und moralische Vorstellungen zu einer Herausbildung unterschiedlicher Milieus führen (http://bpb.de).

Eine postindustrielle Gesellschaft ist geprägt von diversen Denk- und Lebensweisen (http://bpb.de). Da scheint es doch normal zu sein, dass die Mentalitäten der Bevölkerungsgruppierungen weit auseinander gehen. Nach der Milieutheorie von Marotzki und Krüger führt dies meist dazu, dass wenn Menschen unterschiedlicher Milieus aufeinander treffen, es passieren kann, dass ohne Klärung der gegenseitigen Vorstellungen es zu Unverständnis kommen könnte (Marotzki, Krüger 2009, S.133). Dies sollte gerade in einer postindustriellen und damit postmodernen Gesellschaft aber nicht der Fall sein. Wäre es daher nicht wünschenswert, wenn ein relativ homogenes System von Werten und Normen bestehen würde? Sozialisation entsteht durch  Rollenerwartungen und Interaktionsprozesse. Diese werden klar durch das Milieu, in dem man sich befindet, bestimmt. Daher ist es für Migrantenkinder, die oftmals noch zu einem sehr traditionell familiär geprägten Milieu gehören schwierig, sich daraus zu lösen, um sich mit deutschen Wertvorstellungen identifizieren zu können. Denn gerade hier ist es stark ausgeprägt, dass Milieus mehrdimensional sind und sich die Erfahrungsdimensionen, nämlich die des familiären Milieus und die der öffentlichen Erwartungen überlagern. Interessant ist also nun, wie die Jugendlichen diesen häufig großen Zwiespalt bewältigen. So sprechen Marotzki und Krüger davon, dass vor allem in den Milieus der Migranten „Risse“ entstanden wären, die aber wiederum Chancen ermöglichen, neue Milieus zu bilden (Marotzki, Krüger 2009, S.134). Zum Beispiel, indem durch Desintegration aus bestimmten Milieus Neue entstehen, in denen Migranten und Nicht-Migranten Gemeinsamkeiten finden könnten.

Ist dies noch eine Traumvorstellung oder bereits im Aufbruch? Können wir schon davon sprechen, dass Migranten gleichberechtigt in die Gesellschaft eingegliedert wurden? Dass sie die gleichen Chancen haben, die von ihnen angestrebte Zukunft zu erreichen?

Migranten stehen meistens, wie schon angedeutet, zwischen zwei Sphären. Einmal die innere Sphäre und zum Anderen die äußere Sphäre. Erstere umfasst die Erwartungen der Familie, letztere die Ansprüche der Gesellschaft und die Beziehung zur Gesellschaft (Nohl 2001, S. 249). Das Problem der Zweigeteiltheit wird von den jugendlichen Migranten mit der Adoleszenz bewältigt und es bilden sich Milieus, die typisch für junge Migranten sind (Nohl 2001, S. 250).

Arnd Michael Nohl unterscheidet in seiner Studie, in der er Migranten aber auch Einheimische befragt und in Gruppen eingeteilt hat, drei Typen, welche sich in der Bewältigung des angesprochenen Problems unterscheiden.

Zum Einen der „Typus der Sphärenfusion“ bei dem beide Sphären innere und äußere vereint werden. Problematisch dabei sei aber die hohe Diskrepanz zwischen diesen beiden Sphären (Nohl 2001, S.250 f.).

Der Typus „Primordialität der inneren Sphäre“ trennt die innere strikt von der äußeren Sphäre. Die Innere tritt in den Vordergrund, welche das Verhalten der Jugendlichen bestimmt, wodurch sie teilweise versuchen, sich den Werten und Normen der äußeren Sphäre zu entziehen (Nohl 2001, S. 251). Trotzig werden äußere Gegebenheiten bewertet nach dem Motto „so ist es nun einmal“ (Nohl 2001, S. 252). Primär stehen die Erwartungen der Eltern im Vordergrund.

Als dritte Möglichkeit diesen Zwiespalt zu bewältigen, bleibt noch das Konstruieren einer dritten Sphäre. In diesem Fall distanzieren sich die Jugendlichen sowohl von der inneren als auch von der äußeren Sphäre. Halten die Ansichten der Eltern für veraltet, die Ansichten der Gesellschaft aber ebenso für nicht akzeptabel (Nohl 2001, S. 252f.).

Wir wollen nun noch betrachten, welche eventuellen Unterschiede es zwischen Einheimischen und Jugendlichen aus Migrantenfamilien gibt im Bezug darauf, wie Sozialisation jeweils empfunden wird. Grundsätzlich ist in beiden Gruppierungen zu beobachten, dass die familiäre Seite der primäre Einflussfaktor ist (Nohl 2001, S. 253). Das Verhalten in der Öffentlichkeit ist bei Jugendlichen aus Deutschland häufig geprägt durch Zweckrationalität (Nohl 2001, S. 254). Sowohl bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund als auch bei einheimischen Jugendlichen gibt es allerdings auch Gruppierungen, die die gesellschaftlichen Institutionen als fremdbestimmend empfinden (ebd.).

Obwohl die Art der Sozialisation durch Institutionen also auch von einheimischen Jugendlichen teilwiese kritisch gesehen wird, fällt es dennoch den Jugendlichen aus migrationsgelagerten Milieus besonders schwer, sich diesen vermittelten gesellschaftlichen Normen anzunehmen. Denn sie werden im besonderen Maße von einem Erwartungskonflikt begleitet, der weder von den Eltern noch von den öffentlichen Institutionen aufgefangen wird. Da weder die eine noch die andre Seite in Kommunikation tritt (Nohl 2001, S.255).

Werden also familiäre Hintergründe in Kindergarten, Schule oder Ähnlichem nicht berücksichtigt, dann kommt es häufig spätestens in der Adoleszenzphase verstärkt bei Migranten zu einer Krise einhergehend mit Frustration. Diese entsteht zum Beispiel dadurch, dass die Jugendlichen Verzweifeln, weil sie mit Problemen auf dem Arbeitsmarkt konfrontiert sind. Zum Ausdruck kommt diese Frustration dann zu Teil durch „ abweichendes Verhalten“ (Nohl 2001, S.256). Das diese Frustration aber nicht unbedingt dem Migrationshintergrund geschuldet ist, sondern tiefergehende Gründe hat, nämlich das Migranten einem starken Milieukonflikt unterliegen, der weder von den Vertretern der inneren noch der äußern Sphäre berücksichtigt wird, wird nicht bedacht. Würde stattdessen diese Diskrepanz die die Kinder der Migranten, zuerst schon im Kindergartenalter erfahren, früh genug verstanden werden und ein entsprechender Umgang gefunden werden, die auch die Normen des familiären Milieus berücksichtigen, dann käme es gar nicht erst zu einer Krise. Am Ende der Adoleszenz folgt schließlich die Reorientierungsphase (Nohl 2001, S.257). Erst in dieser Zeit werden Probleme der Milieudiskrepanz bewältigt. Neue Zukunftsplanungen sind ebenfalls Folge der Reorientierungsphase.

Aber sind diese Pläne überhaupt barrierefrei? – um zu unserer Eingangsfrage zurück zukehren. Nicht verleugnen können wir, dass Migranten bei der Jobsuche häufig Schwierigkeiten haben. Dies, wie ausgeführt, lässt sich wohl am Ehesten darauf zurückführen, dass Migranten häufig in ihren familiären Milieus „feststecken“ und öffentliche Institutionen keine Hilfestellung leisten, aus diesen Strukturen hinauszubrechen, sondern vielmehr die Jugendlichen in einen Zwiespalt drängen. Es entstehen Krisen, die sich mitunter in eben „abweichendem Verhalten“ äußern (Nohl 2001, S.256). Dieses Bild, man kann denke ich durchaus von einer Minderheit sprechen, erscheint aber vor den Augen eines Arbeitgebers, wenn er die Bewerbung eines Migranten erhält. Typisch „Türke“, „Russe“, „Araber“ und so weiter hört man aus vielerlei Mündern. Wie also sollen Migranten aus ihren Milieus herausbrechen können, sich integrieren können, wenn sie in Anderen nicht erwünscht sind? Oder nur Vorurteilen und Diskriminierung begegnen. Nicht umsonst erhält Arnd Michal Nohl in seiner Studie die Aussage: „man wird immer konfrontiert … dass man immer Türke is“ (Nohl 2001, S.263).

Jugendliche mit Migrationshintergrund leben, um das Vorrangegangene noch einmal abschließend zusammenzufassen, in mehrdimensionalen Milieus, die vor allem durch die soziale Herkunft und dem Bildungsstand ihrer Mitglieder geprägt sind (Marotzki, Krüger 2009,  S.134). Dies in Einklang zu bringen, ist eine bisher kaum zu bewältigende Hürde, zumal es wenig Möglichkeiten der Unterstützung gibt.

Wie aber sollte sich die Gesellschaft dahingehend verändern, dass auch Migranten eine barrierefreie Zukunft haben können? -In einer Gesellschaft die eigentlich von sich behauptet tolerant zu sein. Wie kann es Migranten daher erleichtert werden, aus ihren Milieus auszubrechen, um sich mit der deutschen Gesellschaft sozialisieren zu können und sich nicht in ihren eigenen Reihen sprich Milieus verstecken und Milieuneubildungen nur wieder unter Migranten selbst erfolgen?

Klar ist, dass die von unserer Gesellschaft beschworene Toleranz nicht über unsere Vorstellungen im eigenen Milieu hinaus gehen. Dennoch ein gewisses Verständnis für andere Milieus besteht durchaus und daher wird es auch weitestgehend akzeptiert, dass viele unterschiedliche Milieus bestehen. Eine Pluralitätstoleranz besteht daher (Nohl 2001, S. 268). Das Problem ist demnach weniger die Vielfältigkeit der Milieus, sondern vielmehr, dass wir uns damit schwer tun, die andere Seite nicht Verstehen zu können. Das dies aber durchaus sein kann und es daher manchmal einfacher wäre dieses Nicht-Verstehen des Fremden anzunehmen, um daher trotzdem in Kommunikation treten zu können, wäre ein durchaus produktiver Schritt in die richtige Richtung. So wird die andere Seite nicht abgelehnt allein deshalb, weil sie eine andere Ansicht vertritt, die man nicht Verstehen kann.

Wünschenswert wäre es daher und dies sollte vor allem in der Erziehungswissenschaft verfolgt werden, dieses Verständnis zu fördern, dass es einfach manchmal so ist, dass man bestimmte Lebensauffassungen nicht verstehen kann (Nohl 2001, S.268). Dies wäre auch ein große Hilfe, es Migranten leichter zu machen, sich in die einheimische Gesellschaft zu integrieren. Denn nur der Dialog zwischen Einheimischen und Migranten kann zum Aufbrechen festgefahrener milieuspezifischer Ansichten führen und dadurch das Leben und die Zukunft eines jugendlichen Migranten in Deutschland deutlich erleichtern, da er weniger im Zwiespalt der Milieus stände.

 

Quellen:

Marotzki, W., & Krüger, H. – H. (2009): Einführung in die Erziehungswissenschaft. Einführungstexte Erziehungswissenschaft / hrsg. von Heinz-Hermann Krüger, Bd. 1. Stuttgart: Budrich.(Kapitel 4.4)

Nohl, A.-M. (2001): Migration und Differenzerfahrung. Junge Einheimische und Migranten im rekonstruktiven Milieuvergleich. Opladen: Leske und Budrich (= Forschung Erziehungswissenschaft Bd.112).(Kapitel 6)

http://www.bpb.de/apuz/29429/soziale-milieus-eine-praxisorientierte-forschungsperspektive?p=all [05.08.2012]

http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Soziales_Milieu.html [05.08.2012]

 

 

Juni 26, 2012
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Überblick „Seminar Grundberiffe der Erziehungswissenschaft“

Das Seminar beschäftigte sich zunächst mit der Frage, warum es sinnvoll sei ein wissenschaftliches Studium zu absolvieren und in diesem Zuge Grundbegriffe und Theorien kennenzulernen. Danach wurden die Begriffe der Sozialisation nach Marotzki und Krüger und später der Mediensozialisation nach Aufenanger behandelt, bis schließich die Begriffe Medium(Mock), Erziehung und Lernen(beides Marotzki&Krüger) thematisiert wurden.

Die erarbeiteten Themem wurden im Seminar dann stets auf die zukünftige Praxis bezogen: Inwieweit spielt Sozialistion in der Schule eine Rolle oder wie definiere ich die Rolle eines Lehrers? Wodurch der trocken erscheinende theoretische Teil zunehmends Praxisnähe bekam.

Die hinreichend diskutierte Frage nach dem Sinn eines wissenschaftlichen Studiums hilft einem als Student auch unnötig erscheinende Dinge eher anzunehmen, da deutlich wurde, worin auch in solchen Dingen der Nutzen liege. Die Begrifflichkeiten die behandelt wurden ermöglichen ggf. einen Blick für Verhaltensweisen der Schüler oder Ähnliches später im pädagogischen Beruf. Daher würde es mich interessieren, mein Essay zum Thema Milieutheorie zu verfassen, da Kinder aus unterschiedlichen Milieus ein zentrales Thema in Schulen ist.

 

Juni 20, 2012
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„Lernen“ nach Marotzki und Krüger

Der vorliegende Textauszug „Lernen“ aus “ Einführung in die Erziehungswissenschaft“ von W. Marotzki und H. Krüger beschäftigt sich mich unterschiedlichen Auffassungen zum Thema Lernen. Dabei werden die folgenden Modelle/ Theorien näher betrachtet: „Klassische verhaltenstheoretisch ausgerichtete Theorien und Modelle“, „Konstruktivistisch ausgerichtete Lerntheorien und Modelle“ und „situations-, lebenslauf- und biographieorientierte Theorien und Modelle“. Wohingegen beim konstruktivistischen Lernen instinktiv und aus bekannte Handlungen gelernt wird, sind beim situations-, lebenslauf- und biographieorientierten Lernen vorrangig das soziale Umfeld aber auch bereits gemachte Erfahrngen in der Vergangenheit von Bedeutung.

Die klassischen verhaltenstheoretisch ausgerichteten Theorien und Modelle sollen nun näher beleuchtet werden:

Ein Beispiel für diese Art von Lernen sei der Behaviorismus. Dieses Modell, welches  im besonderen Maße von den Theoretikern Pawlow und Skinner vertreten wird, geht davon aus, dass Lernen eine Art Mechanik zwischen Reiz (stimulus genannt) und Reaktion (response genannt) sei. Dabei ginge es überwiegend darum, auf erwünschte Verhaltensweisen positiv, entsprechend auf negativ empfundene Verhaltensweisen auch negativ, z.B. durch Korrektur, zu reagieren. Dies bedeute im weiteren Sinne, dass Verhaltensweisen trainierbar seien, sodass ein Potential entstände, routinehaftes Handeln zu Erlernen. Allerdings werden auch Grenzen des Prinzips dargestellt. So kritisieren Marotzki und Krüger, dass diese Theorie menschliches Lernen stark vereinfache, gar mechanisiere (vgl.S.147). Zudem werden innerpsychsche Vorgänge nicht berücksichtigt und die Einflusseite zu stark auf vorrantreibende Instanzen beschrängt (ebd.). Wichtig sei abschließend, dass der Mensch grundsätzlich nicht ein Schema verfolge.

 

Juni 13, 2012
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Textzusammenfassung: „Erziehung“

In dem Textabschnitt „Erziehung“ aus „Einführung in die Erziehungswissenschaft“ von  W. Marotzki ist die zentrale  Fragestellung, warum Erziehung notwendig sei

Eingangs erklärt der Autor, dass der Begriff der Erziehung in der Pädagogik immer weniger Gebrauch finde, im öffentlichen Bereich jedoch nach wie vor allgegenwärtig sei. Zunächst wird Erziehung als die „Einwirkung des Erziehers auf den Zögling“ beschrieben (vgl.S.137) . Dabei unterscheidet Marotzki zwischen Instruktionspädagogik, bei der die Erziehung  auf Befehl und Gehorsam beruhe und darauf abziele den Zögling gesellschaftsfähig zu erziehen (ebd.) und indirekter Erziehung nach Rousseau, bei der der zu Erziehende überwiegend aus eigenen Erfahrungen lerne.

Weiterhin klärt der Autor die Frage warum erzogen werde. Dabei gehe es vorrangig darum, die vollständige Verantwortung der Eltern für das Kind nach und nach auf Selbiges zu Übertragen,ebenso einhergehend damit sei auch eine ausgeglichene Verteilung der Machtverhältnisse zwischen Kind und Eltern (vgl.S.139). Nach Kant sei Erziehung zudem ein Erwerb der eigenen Mündigkeit. So lerne das Kind zuerst Regeln zu befolgen, um später eigenen Regeln folgen zu können (vgl.S.138). Ein weiterer Aspekt, warum Erziehung durchaus sinnvoll sei, ist Erfahrungen der älteren Generation zu erhalten, um gleiche Fehler oder Ähnliches zu vermeiden.

Gegen Ende geht Marotzki  schließlich noch den Fragen nach, “ wer wen durch welche Mittel für welches Ziel erzieht“ (vgl.S. 140). Die Frage wer erziehe beantwortet M. Marotzki mit “ die Eltern“ und später seien es  auch ausgebildete Pädagogen in den Institutionen, die ein Kind  besuche. Entsprechend ist das Kind das Jenige, welches erzogen werden soll . Bei den Mitteln zu Erziehung betont der Autor besonders, dass man nie wisse welche Mittel effektiv seien und zum gewünschten Erfolg führen würden.  Die Absicht sei außerdem von zentraler Bedeutung, da intentionalisiertes Handeln unumgänglich sei, für den Willen Erziehen zu wollen. Schließlich wird als Erziehungszweck  Erwerb von Urteilsfähigkeit und Werteorientierung benannt (vgl.S. 142). Abschließend wird noch erwähnt, dass Erziehung überwiegend eine sprachliche Handlung sei (ebd.).

Juni 6, 2012
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Textzusammenfassung “ Was ist ein Medium „

Die Publizistik “ Was ist ein Medium“ geschrieben von Thomas Mock thematisiert den Begriff des Mediums. In diesem Zusammenhang versucht der Autor einen Überblick über die verschiedenen Definitionen des Mediums  zu geben.

Gleich zu Beginn seiner Ausführungen stellt Thomas Mock klar, dass  keine eindeutige Definition für den Begriff des Mediums existiert. Allgemein bezeichnet er ein Medium als einen Gegenstand mit deren Hilfe Kommunikation ermöglicht wird (vgl. S.183). Dabei sein der Terminus Medium nicht ein Substanzbegriff, sondern vielmehr ein Beziehungs- oder Funktionsbegriff. (vgl. S.184). Ins Zentrum  seiner Betrachtung  setzt  Mock somit einen Überblick über den Medienbegriff. Hierbei betont er, dass er sich nicht auf eine Definition festlegen werde.

Im Laufe der Jahrhunderte habe sich der Begriff zahlreiche Male neu definiert, wobei  sich heutzutage das Medium als Kommunikationsmittel als herausstechende Bedeutung heraus kristalisiert habe.(vgl. S.185 )

Benutzung fände der Term in diversen Bereichen:  Er ist Bestandteil der Informationstheorie, der Kommunikationswissenschaft, der Medienwissenschaft, der Soziologie, sowie  der postmodernen Medientheorie. (vgl. S.186f.)

Kommunikation an sich sei ein Signal- und Informationstransfer zwischen zwei Menschen die kommunizieren. Daher ist ein Medium unverzichtbar für den Vorgang der Kommunikation.(vgl. S.189)

Mai 9, 2012
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Mediensozialisation

Der vorliegende Text von Stefan Aufenanger stellt unterschiedliche Forschungsergebnisse im Bezug zur Mediensozialisation dar und benennt einige Lücken dieser Studien.

Der zentrale Forschungsschwerpunkt aller vorgestellten Erkenntnisse ist der Einfluss der Medien auf die Persönlichkeitsentwicklung vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Dabei liegt ein besonderer Augenmerk auf der Wirkung von Werbung und Gewalt. Zudem wird zum Einen betrachtet inwiefern die Medien den Menschen beeinflussen, zum Anderen was die Menschen mit den Medien machen. So ist auf der einen Seite klar, dass Medien auf seinen Betrachter, Leser etc. wirken, auf der anderen Seite der Mensch aber auch meist deutlich aussucht, in wieweit Medien Einfluss in  seinen Alltag erhalten.Zu dem Wirkungsbereich von Medien gehören Identitätsaufbau, Lebensbewältigung, Verstehen bestimmter Gegebenheiten usw.. Das Ausmaß des Einflusses hängt dabei zum Teil von der eigenen Entwicklung des Subjekts, sowie von dem Umgang mit Medien in seinem sozialen Umfeld ab.

Abschließend merkt Stefan Aufenanger noch an, dass sich viele der von ihm vorgestellten Studien lediglich auf Kinder und Jugendliche beziehen, Gewalt und Werbung häufig einziger zentraler Aspekt der  Betrachtung ist und darüberhinaus weniger die Beteiligung des Subjekts auf das Wirkungsgefüge zu erkennen ist.

Mai 2, 2012
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Sozialisation- Milieutheorie

Unter Sozialisation versteht man im Allgemeinen Sinne die Vergesellschaftung, also Integration des Menschen, in die Gesellschaft (vgl. Marotzki & Krüger 2009, S.127). Dabei ist Sozialisation Bestandteil der Erziehung. Sie dient der Entwicklung einer eigenen Identität, abhängig vom gesellschaftlichen und materiellen Umfeld (ebd.).

Die Milieutheorie Karl Mannheims knüpft in diesem Zusammenhang an den Aspekt des Einflusses des sozialen Umfeldes an. Sie besagt, dass jedes Individuum einem Milieu angehöre, dessen es sich nicht explizit bewusst sei (vgl. Marotzki & Krüger 2009, S.133). Angehörige des gleichen Milieus weisen bestimmte Gemeinsamkeiten auf und hätten zudem ein „milieuspezifisches Wissen“ (ebd.). Treffe man nun auf ein anderes Milieu, dann käme es anfänglich zu Unverständlichkeiten, die zunächst beseitigt werden müssen. Dabei befände man sich in einem mehrdimensionalen Milieu, welches sich aus unterschiedlichen Erfahrungen und deren Überschneidungen gründe (ebd.). Heutzutage käme es aber zunehmend zu „Desintegrationen“ (vgl. Marotzki & Krüger 2009, S.134). So breche man aus dem traditionell vorgegeben Milieu aus und schließe sich einem neuen Milieu an, in dem ähnliche Erlebnisse vertreten seien (ebd.). Dieses Ausbrechen garantiere zunehmende Freiheiten und somit eine Konzentration auf die Individualität eines Menschen. Ort einer solchen „Milieu-Neubildung“ ist oftmals das Internet (ebd.).

April 25, 2012
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Gruppenarbeit

Essay

Ergebnisse:

Ein wissenschaftliches Studium bietet die Möglichkeit einer Erweiterung des eigenen Horizonts. Außerdem erlangt man einen weit gefächerten Überblick über verschiedene Theorien und Methoden, welche eine spätere Handlungskompetenz ermöglichen werden.Im Beruf sollte es daher später möglich sein individuell auf  diverse Situationen eingehen zu können. Die erlernten Theorien gilt es zudem kreativ zu erweitern und bilden weiterhin eine Diskussionsgrundlage.

April 18, 2012
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Textzusammenfassung 1

Zentrale Aussagen des Textauszugs

„Warum die Auseinandersetzung mit Grundbegriffen, Theorien und Methoden der

Erziehungswissenschaft notwendig ist“

 

 

In dem vorliegenden Textauszug stellt der Autor drei wichtige Faktoren, warum es als angehender Pädagoge sinnvoll ist, sich gewisse theoretische Theorien und Methoden anzueignen, dar.

In diesem Zusammenhang benennt er zunächst  den Aspekt der eigenen Urteilskompetenz, welche sich aus dem Aneignen von Theorien ergibt. Hierbei erlangt man zu der Fähigkeit Konzepte kritisch beurteilen zu können und Argumente abzuwägen.

Als einen weiteren wichtigen Grund führt Koller auf, dass Methoden hilfreich sein können in der Praxis differenziert auf individuelle Situationen eingehen zu können, da unterschiedliche Theorien präsentiert werden. Als Dritten und damit letzten Punkt erläutert der Autor, dass theoretisches Grundwissen durchaus von Nutzen sein kann, wenn man später im Beruf, auf sich mit der Zeit ändernde Dinge, reagieren kann und sein bisheriges Wissen kreativ erweitert, um über unterschiedliche Handlungsoptionen zu verfügen. Am Ende wird jedoch noch einmal darauf hingewiesen, dass Methoden zwar hilfreich sind, sie aber nicht vor unerwarteten Situationen schützen, aber eine Hilfe darstellen können.  

April 18, 2012
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Essay

Der Sinn in Kant, Rousseau und Co.

Das erste Semester hat kaum begonnen, schon wird man in der Vorlesung zur Einführung in die Erziehungswissenschaft mit den Theorien und Ansichten Kants, Rousseaus oder Humboldts konfrontiert. Aufgaben, wie das Herausstellen von zentralen Aspekten jener Theorien werden in den vorlesungsbegleitenden Tests abgefragt. Recht schnell wirft sich jedoch bei der Mehrheit der Studenten die Frage auf, warum derartige Inhalte im zukünftigen Beruf, wie etwa dem Lehrberuf nötig seien sollten und warum man Seminare besuchen muss, die schwerpunktmäßig theorieorientiert arbeiten. Dennoch wird wohl jeder, wenn auch nicht direkt am Anfang, merken, dass, auch auf den ersten Blick trocken erscheinende und teilwiese schwer verständliche Theorien von bedeutenden Persönlichkeiten, doch recht hilfreich im bevorstehenden Beruf sein können. Nicht umsonst wären  diese Theorien weltberühmt und oft zitiert, wenn sie nicht zentrale Aspekte der Erziehungswissenschaft wiedergeben würden.

Als  angehender Lehrer, wie es mein Berufsziel ist, ist es wichtig theoretische Inhalte zu kennen, welche man in der Praxis möglicherweise anwenden oder beobachten kann. Ohne eine Grundlage, die man prinzipiell nur durch ein wissenschaftliches Studium erlangt, ist ein strukturiertes, klares  Handeln nur schwer möglich. Ein wissenschaftliches Studium bedient sich daher zurecht häufig Ansichten bekannter Theoretiker, um so zukünftige Verhaltensweisen von, in meinem Falle Schülern, zu erörtern, damit es, einem gerade angefangenen Pädagogen, nicht allzu schwer fällt, mit diesen umzugehen, sie zu verstehen. Ein Lehrer, der neben seiner Lehrfunktion auch ein Teil zur Erziehung eines Schülers beiträgt, sollte wissen, welches Erziehungsziel er anstrebt. Meinungsbildend sind dabei unter Anderem auch Ansätze genannter Kritiker. Sie stellen zum Einen mögliche Erziehungsrichtungen dar, regen aber zudem auch zum Denken an. Darüber hinaus bedarf es eines gewissen Grundverständnisses über bekannte „Erziehungs-Theorien“. Auch wenn einige historische Theorien überholt sind, so liefern sie dennoch häufig Diskussionen, deren Themen auf heute aktuelle Ziele abzielen.

Im Gegensatz zu einer rein praxisgebundenen Ausbildung lernt man in einem wissenschaftlichen Studium diverse Meinungen, Ansätze, Tendenzen kennen, denen man sich zum Teil mehr zum Teil weniger anschließen kann. Bei einer Ausbildung außerhalb der Universität, bleibt es hingegen häufig bei den zuvor für sich festgelegten beziehungsweise durch Eltern, Lehrer oder andere Vorbilder geprägten Ansichten. Ein wissenschaftliches Studium eröffnet, zeigt unterschiedliche Blickwinkel auf und erweitert den eigenen Horizont, in dem man unterschiedliche Meinungen, Vorstellungen kennenlernt. Dies soll allerdings nicht bedeuten, dass ein theoretisches Studium einer praktischen Ausbildung voraus ist. Vielmehr ist ein geeignetes Maß an theoretischen und praktischen Anteilen anzustreben, welches jedoch bis jetzt in den seltensten Fällen realisiert wurde. So beginnt der praktische Anteil in einem Lehramtsstudium erst im 5. oder gar 6. Semester, eigentlich zu spät, wenn man bedenkt, dass das in diesen Semestern angesetzte Praktikum dazu dienen soll, eine endgültige Entscheidung für oder gegen den Lehrerberuf zu treffen. Wünschenswert ist daher, dass zumindestens in zusätzlichen Veranstaltungen extra für Lehrämter in den betreffenden, zukünftig unterrichtenden Fächern, aber vor allem in der Erziehungswissenschaft, Unterrichtsabläufe durchgespielt werden oder zwischendurch kurze Besuche in Schulen oder anderen Bildungseinrichtungen angesetzt werden.

 

Abschließend komme ich so zu dem Ergebnis, dass ein wissenschaftliches Studium für pädagogische Berufe durchaus sinnvoll ist, jedoch darüber nachgedacht werden sollte, einen höheren Praxisanteil in das Studium einzubinden.

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