Neue App soll peinliche Inhalte aus sozialen Netzwerken löschen

Ich bin gerade über einen Artikel von wired tech gestoßen, der von einer App berichtet, die eigene soziale Netzwerke nach Peinlichkeiten durchsuchen soll, die einem zum Verhängnis werden könnten. Es werde bereits an einer Funktion gearbeitet, die sich bald auch Bilder zum scannen vornehme.

Ich positioniere mich klar gegen ein solches Vorhaben. Eine App wie diese stellt für mich auf ethischer Basis eine Abgabe der eigenen Mündigkeit im Umgang mit Medien und sozialen Netzwerken dar. Viel sinnvoller als ein solches Warn- und Überwachungssystem, wäre doch eine gut ausgebildete Fertigkeit selbst entscheiden zu können, welche Inhalte für welche Öffentlichkeit in welchem Medium angebracht sind und welche eher zu vermeiden sind.

Ich bin wieder hier

in meinem Revier…

So oder so ähnlich. Eine Hausarbeit steht noch aus, darum wieder hier und aktiv in der Hoffnung Themen noch einmal auffrischen, vertiefen und anders diskutieren zu können, als zuvor. In der großen, großen Hoffnung genug Fleiß aufzubringen, die Hausarbeit Semester begleitend auf die Beine zu stellen und damit das Modul abzuschließen!

In der nächsten Zeit soll hier dann eine Art Exposé entstehen, welches Grundlage für die verschriftlichte Hausarbeit werden soll. Die Motivation ist hoch!

Irgendwann sollte dann auch mal mit alten Mustern gebrochen werden: 

Von MedienpädagogInnen für MedienpädagogInnen

Bin gerade auf ein interessantes Projekt gestoßen! medienpädagogik-praxis.de ist ein blog, der Inhalte, Konzepte, Methoden und Ideen für medienpädagogisches Arbeiten zur freien Verfügung stellt. Hier kann jede/r Interessierte mitwirken, da er als offener Praxis-blog geführt wird. Hierbei stehen zwei Hauptkonzepte über allem: 1. Kosten- und 2. Werbefreiheit. Auf Selbst- und Spendenfinanzierung fußt diese – wie ich finde – tolle Arbeit! Schaut doch mal rein!

Selbstaufwertung durch Social Media?

Ein Video zieht viral die Runde durch soziale Netzwerke. Mit dem Titel What’s on your mind und fast 3 Millionen Klicks, stellt es das Leben eines Mannes, der nicht so ganz zufrieden mit sich selbst ist dar. Durch diverse nicht ganz so ehrliche und aufrichtige Facebook-Posts versucht er sein Selbstwertgefühl durch die ihm zuflatternden Likes aufzuwerten. Dieser Prozess wird in diversen Internetforen als „Like-Geilheit“, „Like-Fanatismus“ oder gar „Like-Sucht“ bezeichnet.

Erschreckend ist die Reaktion Anderer auf einen wirklich ehrlichen Post. Dies erinnert mich an eine Freundin, die sich einmal gegen die allumfassende Glückseligkeit und Freude auf Facebook auflehnte und ihre Freunde mit folgendem Post ins Grübeln brachte:Bildschirmfoto 2014-06-26 um 12.01.21

WhatsAppitis als neue Krankheit entdeckt

Der Spiegel schrieb heute von der Diagnose der WhatsAppitis, einer schmerzhaften beidseitigen Entzündung der Sehnenstränge in den Daumen. Darüber hinaus wird von beliebten Fehlhaltungen des Körpers bei der Benutzung von Smartphones, Tablets und Laptops berichtet. Ich habe mich beim Lesen des Textes dabei erwischt, wie ich ungefähr fünf mal meine Sitzposition korrigiert habe.

Also gilt: Watch your body! Check your consume!

Virtuelle Räume und die Hybridisierung der Alltagswelt

Grundlagentext: Unger, Alexander. Virtuelle Räume und die Hybridisierung der Alltagswelt. In: Grell, Petra; Marotzki, Winfried; Schelhowe, Heidi (Hrsg). Neue digitale Kultur- und Bildungsräume. Wiesbaden: VS Verlag, 2010. S. 99-118

Zusammengeschnittene Kernthesen der einzelnen Kapitel. Hervorhebungen durch mich.

Einleitung

In einer Gesellschaft, die grundlegend durch neue Medientechnologien geprägt ist, stellen mediale Formate, Architekturen und Interaktionsformen einen integralen Bestandteil von Sozialität dar und schalten sich in Sozialisationsprozesse ein. [Vgl. S.100, Abs. 1]

Mit der Verbreitung digitaler softwarebasierter Medientechnologie hat eine neue Stufe der Vermischung von real-materiellen und virtuell-softwarebasierten Räumen eingesetzt. Diese führt zu einer Entgrenzung und Hybridisierung innerhalb der sozialen Lebenswelt und bietet Anlass gängige Konzepte von Sozialität, Raum und Räumlichkeit zu überdenken. [Vgl. S. 100, Abs. 2]

Zur Konstitution der Wissensgesellschaft

Beim Wandel zu einer Wissensgesellschaft wird der Begriff des Wissens selbst nicht unangetastet gelassen. Wissen bedeutet demnach eher die Fähigkeit an die sich mit erhöhter Geschwindigkeit wandelnden gesellschaftlichen Bedingungen anzupassen. [Vgl. S. 101, Abs. 2] Dies bedeutet sich wandelnden Gegebenheiten flexibel anzupassen und dabei zunehmend für Risiken die Verantwortung zu übernehmen, die jenseits des eigenen Einflussbereichs liegen. [Vgl. ebenda]

Diese Entwicklungstendenz wird beschleunigt durch a) Globalisierung und b) umfassende Medialisierung durch Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien. [Vgl. S. 101, Abs. 3]

Auch im privaten Bereich sind Kommunikation, Konsum sowie Freizeitaktivitäten an digitale Technologien und Datennetzwerke geknüpft. [Vgl. S. 102, Abs. 2]

Die Lebensphase der Jugend ist heutzutage stark medialisiert, daher wird hier oftmals der Terminus der Jugend der Medien oder der Medienjugend angewandt. [Vgl. ebenda]

Hybridisierung als Signum der postindustriellen Gesellschaft

Klassisch wird Virtualität als Gefahr für die Realität und Wahrheit angesehen. Diese Ansicht resultiert aus einer Zwei-Welten Lehre in welcher Virtualität als Scheinwirklichkeit wahrgenommen wird. [Vgl. S. 105, Abs. 1]

Besonders neuen Medien wird der Vorwurf gemacht eine Scheinrealität abzubilden und dabei einen Schatten auf die eigentliche Realität zu werfen, diese zu verschleiern, zu verdrängen oder gänzlich zu überdecken. [Vgl. ebenda]

„Wenn nun die Individuen ihre Aktivitäten zunehmend an eine technologisch erzeugte virtuelle Sphäre koppeln, dort Erfahrungen machen und Gemeinschaften ausbilden, ist es wenig hilfreich, diese Erfahrungen und Handlungen als per se defezitär zu behandeln. Vielmehr ist zu klären, welche Bedeutung diese Erweiterung der Lebenswelt für den Menschen und für sein Welt- und Selbstverhältnis aufweist und welche Rolle neue Medientechnologien hierbei spielen.“ [S.105, Abs. 2]

Hybride Räume in der Alltagswelt

Auf technologischer Seite bindet der Bereich der augmented reality digitale Vorgänge in das Alltagsleben ein. Sie orientieren sich stark an dem real-materiellen Raum und tragen zu dessen besserer Erschließung bei. (zB. google maps, qype oder in Frontscheiben integrierte Displays) Hierbei handelt es sich um eine direkte Vermischung von real-materiellem und virtuellen Raum. Sie erzeugen gemeinsam einen hybriden Erfahrungs- und Handlungsraum [Vgl. S. 106, Abs. 1+2]

Darüber hinaus kann auf Erfahrungen, Bewertungen und Sinnstrukturen anderer Personen zugegriffen werden ohne in persönlichen Kontakt mit diesen treten zu müssen. Es steht folglich ein großer Pool an Informationen zur Verfügung, der lediglich angezapft werden muss. [Vgl. S. 107, Abs. 3]

Hybridisierung regt zum Nachdenken von Raum und Räumlichkeit, Nähe und Distanz, sowie der Auswirkung seiner selbst auf die soziale Alltagswelt als Erfahrung und Existenzraum an. [Vgl. S. 108, Abs. 1]

Studie zeigt: Übergänge zwischen dem real-materiellen und dem medialen Raum von Befragten kaum als deutliche Brüche wahrgenommen. Sie werden überwiegend als fließend wahrgenommen und bewegen sich in einem einheitlichen Handlungsraum. [Vgl. S. 110, Abs. 3]

Zur Räumlichkeit der Lebenswelt

Individuen stellen selbst mit ihrer Sinnstiftungsfähigkeit einen entscheidenden integrierenden Faktor bei der Hybridisierung des lebensweltlichen Raumes dar. [Vgl. S. 111, Abs. 2]

Der lebensweltliche Raum ist nicht objektiv gegeben, sondern entsteht erst durch individuelles Handeln und Projekte, die in seinem Rahmen verfolgt werden. [Vgl. S. 112, Abs. 2]

„Nicht der Mensch ist in einem gegebenem Raum, sondern er konstituiert in der Entfaltung seiner Existenz Raum.“ [ebenda]

„Ein Individuum spannt in der Realisierung seiner Existenz ein Bedeutungs- Verweisungsgefüge als seine Umwelt auf, in der all die Orte, Objekte, Personen usw. integriert sind, die im Rahmen des Selbstentwurfs eine Rolle spielen und die über dieses ihre Bedeutung und Relationen erhalten“ [S.113, Abs. 2 – nach Heidegger]

Ausblick

Virtuell-softwarebasierte Räume sind nicht abgegrenzt von realer Sozialität zu verstehen, sondern stellen eine erweiternde Anreicherung des lebensweltlichen Raumes dar. Zu einer hybriden Alltagswelt führt dabei die Verbindung und Vermischung materieller und virtueller Anteile. [Vgl. S. 114, Abs. 3]

Es geht nicht mehr um die klare Differenzierung und damit Abgrenzung von virtuellem und materiellem Raum voneinander, sondern es gilt zu betrachten, ob diese Modi den Raum bieten individuelle Sinnstrukturen auszubilden, bzw. diese in ihre individuelle Umwelt integrieren zu können. [Vgl. S.115, As. 2]

Aus pädagogischer Perspektive gilt es neu zu denken. Durch die zunehmend als Wissensgesellschaft konstatierte Umwelt wird der pädagogische Handlungsrahmen eher in die Richtung gehen als Raum- oder Settinggestalter tätig zu werden. Hierzu gehört das aktive Arrangieren hybrider Settings und Aufgaben, die virtuelle und materielle Welt miteinander in Verbindung bringen. [Vgl. S. 116, Abs. 1]

Wie gelange ich zu meinen täglichen Informationen?

Morgenroutine

Früh am Morgen. Der Wecker klingelt. Schnell die noch schlaftrunkenen Augen reiben und einen Griff nach links machen. Ein kleiner Knopf wird gedrückt und ein helles Display leuchtet auf. Schnell den Pin-Code auf den Bildschirm getippt und zack – Die Welt bei mir im Bett! Jeder Morgen beginnt mit diesem Prozedere. Der Bildschirm blinkt auf vor Neuigkeiten und leuchtet wie eine weihnachtliche Christbaumkugel. Erwartung wie beim Auspacken von Weihnachtsgeschenken breitet sich aus. Was ist wohl über Nacht alles in der Welt passiert? Was wird der heutige Tag bringen? Fällt vielleicht sogar meine erste Veranstaltung in der Uni aus und ich kann noch ein bisschen schlafen? Das sind Fragen, die mich am Morgen beschäftigen.

Zuerst hole ich mir meine Freunde ins Bett!

Ein erster Blick ist Nachrichten gewidmet, die mich über Nacht ereilt haben. Ob Whatsapp, SMS oder über den Facebook-Messenger ist hierbei egal. Freunde, die mir witzige Bilder von der gestrigen Party geschickt haben. Erinnerungen an die letzte Nacht kommen zurück und schaffen ein erstes Grinsen auf meinem Gesicht. Meist folgt daraufhin eine erste Korrespondenz mit KommilitonInnen, dass es ja eine wirklich viel zu frühe Uhrzeit sei und man von Studierenden doch nicht erwarten könne so früh – es ist meist 10:00 Uhr – schon leistungsfähig zu sein und bis in den Abend in der Uni zu verweilen. Nach gegenseitiger Motivation heute doch mal „so richtig durchstarten“ zu wollen führt der Weg dann zunächst zur Kaffeemaschine, um eine Spur Leben in die müden Knochen zu bekommen. Ich mache mir Gedanken über den bevorstehenden Tag in der Uni. Habe ich alle Texte gelesen? Alle Hausaufgaben gemacht? Rechtzeitig noch den blogpost für mein Medienseminar online gestellt?

In der Küche kommt die Uni!

Wie gut, dass es Informationen rund um die Uni online zur Verfügung gibt. Schnell wieder das Smartphone gezückt und mit ein, zwei Klicks die Unimails erhalten, diverse Commsy-Portale nach Neuigkeiten durchsuchen und leider über Stine feststellen, dass die erste Veranstaltung doch schon stattfindet und ich mich beeilen sollte. Ich entsinne mich noch ein Referat vorbereiten zu müssen. Mit ein paar streifenden Bewegungen ist schon eine Nachricht an eine Freundin formuliert, was sie davon hält heute um 14:00 Uhr das Ganze mal anzugehen, weil ja auch schon in der nächsten Woche die Präsentation stattfinden wird. Schnell noch unter die Dusche und ab zur U-Bahn.

In der Bahn prasselt die geballte Ladung an Information auf mich nieder!

Eine Viertelstunde Fahrt mit der U-Bahn zwischen schlaftrunkenen Gesichtern gebe ich mich dann dem nicht festgeschriebenen Konsens hin meinen Blick zu senken und in digitalen Weiten zu entschwinden. Facebook hält Einzug in meinem morgendlichen Ablauf. In meinem über die Nacht gut gefüllten Newsfeed finden so einige Informationen ihren Platz. Durch ein Abo der Facebook-Seite von Spiegel Online erfahre ich von Militäreinsätzen, steigenden Mietpreisen, neuen Technologien und den Ausgang des WM-Spiels der letzten Nacht. Diese Infos finden sich verstreut zwischen aktualisierten Profilbildern von Freunden und Bekannten. Das Deutsch-Polnische Jugendwerk postet über diverse neue Projekte und Förderrichtlinien und Joseph Gordon-Levitt ruft auf sich an seiner TV-Show hitrecord zu beteiligen und kreative Beiträge einzusenden.

Facebook liefert mir durch spezifische, filternde Kriterien Informationen, die für mich von persönlicher Relevanz sind bzw. sein könnten. Diese Kriterien sind zum einen durch mich vorgenommen durch das Abonnieren diverser Seiten, die mich interessieren, der Zuordnung von Freunden zu bestimmten Listen oder aber die Positionierung in diversen Gruppen mit Diskussions- und Informationscharakter. Zum anderen arbeitet Facebook mit Algorithmen. Auf einmal werden mir Neuigkeiten von „Freunden“ angezeigt, mit denen ich mich schon lange nicht mehr unterhalten habe, aber deren Profil ich kürzlich aufgerufen habe. Die mathematischen Filterkriterien sind recht interessant, schneiden sie sich doch auf mich persönlich zu. Nichtsdestotrotz sehe ich dieses Filtern mit einem kritischen Blick. Informationen können ganz bewusst vorenthalten werden. In einer Gesellschaft in welcher wir uns auf Freiheit und freie Zugänglichkeit von Informationen und Nachrichten berufen ist es beachtlich, welche Kontrollfunktion einem Medium wie Facebook obliegt. Es wäre nicht auszudenken, wenn durch staatliche Richtlinien bestimmte Informationen einfach geschluckt würden und nicht mehr bei den Nutzern dieser Netzwerke ankommen.

Ein kleines Glockenklingeln – Nanu? Aha! Eine Eilmeldung trudelt ein. Spiegel Online und die App von ZDF heute wollen mich beide per Push-Benachrichtigung über eine Neuigkeit informieren, die von allgemeinem gesellschaftlichem Interesse ist. „Michael Schuhmacher aus Koma erwacht und in Reha-Klinik eingeliefert“. Meine Reaktion lässt sich digital am besten mit diesem Smiley ausdrücken: (-.-) Nunja, ob dies eine Neuigkeit ist, die ich unbedingt als Push-Benachrichtigung mitgeteilt bekommen muss ist fragwürdig, aber es wird schon den ein oder anderen Interessierten geben, der sich darüber freuen wird.

Nachrichten direkt – gemeinsames Nach- und Weiterdenken!

Über die Apps von Spiegel Online, ZDF heute und einem Dienst der polnischen gazeta wrocławska versuche ich nun spezifisch noch einmal zu resümieren, was in der Welt geschehen ist. Interessiert mich ein Artikel oder wühlt er mich auf teile ich ihn gern über mein persönliches Netzwerk auf Facebook und mache ihn damit meiner persönlichen Öffentlichkeit zugänglich. Zum einen möchte ich damit selbst einen Standpunkt stärken oder zum Nachdenken anregen, zum anderen freue ich mich aber noch mehr darüber mit Freunden diskutieren zu können und gemeinsam über eine Thematik zu sinnieren. Interessanter als ein Artikel selbst sind oftmals die darunter veröffentlichten Kommentare von Lesenden. Oftmals sind hier sehr streitlastige Diskussionen zu verfolgen, die einen dargestellten Sachverhalt noch von weiteren Seiten beleuchten können. Die Lektüre des Kommentarbereichs gehört für mich meist zum Lesen eines Artikels dazu, während ich selbst die Kommentarfunktion kaum nutze. In die Diskussion trete ich lieber mit einer von mir selbst gewählten Öffentlichkeit.

Generation Tageszeitung auf dem absteigenden Ast

Tageszeitungen? Selten sehe ich noch Mitfahrende in der Bahn die es auf sich nehmen ein unhandliches großes Stück Papier raschelnd zu durchwühlen und nach interessanten Inhalten zu filtern. In unserer digital geprägten Gesellschaft ist eine Tageszeitung schlichtweg von gestern. Aktualität, Informationsgehalt und die Vielseitigkeit der niedergeschriebenen Informationen sind gebunden an dieses gedruckte Stück. Doch sind es eben jene Aspekte, die heute die Qualität von Nachrichten ausmachen. Informationen können schnell und vielseitig hinterfragt, kritisiert und bewertet werden unter Zuhilfenahme anderer Quellen und berichte. Ich sehe im Format der Tageszeitung als Printmedium leider keine Zukunft. Wer nicht jetzt auf ein stetig aktualisiertes Online-Format umsteigt hat das Rennen wohl leider verloren.

Nächster Halt: Schlump, Übergang zur U3! Aussteigen, sprinten und den Bus bekommen! Am Grindelhof vibriert es in meiner Hose. Ein Anruf: „Klaas, unser Seminar fällt aus! Was soll denn das schon wieder? Ich hab zuhause doch erst noch meine Mails gecheckt!“ – Nunja so ist das wohl manchmal mit der Aktualität und Informationsbereitstellung, so bleibt wenigstens Zeit für ein ausgiebiges Frühstück und die Vorbereitung auf das nächste Seminar.

Grundlegendes

Jetzt beschäftigen wir uns schon eine ganze Weile mit dem Begriff des digital vernetzten Zeitalters. Doch was genau sind eigentlich Internet und World-Wide-Web? Woher kommen sie und welche Beweggründe stecken dahinter? Hier ein kleiner, schön animierter Film, der den Werdegang anschaulich erläutert.

Medienöffentlichkeit und Journalismus

nach J.-H. Schmidt „Social Media“ Kap. 4, in Springer Fachmedien Wiesbaden 2013

Kernthesen
Die in den folgenden Zitaten angewandte Hervorhebung von wichtigsten Aspekten wurde von mir vorgenommen und findet sich so nicht im Originaltext wieder.

Thema: Soziale Medien und der Journalismus – ein wechselseitiges Spiel
„Auch wenn soziale Medien den Journalismus nicht ersetzen werden, haben sie dennoch spürbare Auswirkungen darauf, wie Medienöffentlichkeit entsteht“ [S.43, Absatz 1]

Was ist Medienöffentlichkeit?
„Medienöffentlichkeit unterscheidet sich von […] [K.O.: anderen Öffentlichkeiten] dadurch, dass sie eine deutlich größere Reichweite hat. Sie entsteht in und mit Hilfe von Massenmedien: Rundfunkmedien wie dem Fernsehen und dem Radio einerseits, Printmedien wie Tages- und Wochenzeitungen oder Magazinen andererseits“ [S.44, Absatz 1]

Was verbirgt sich hinter dem Begriff des „Massenmediums“?
„Hinter dem vertrauten Begriff […] verbirgt sich bei näherem Hinsehen ein umfangreicher und sehr ausgefeilter ‚Apparat‘: Massenmedien benötigen Organisationen, in denen Menschen mit spezialisierten Berufen jeweils eigene Verfahren und Kriterien anwenden, um Informationen auszuwählen, aufzubereiten und zu verbreiten. Dazu greifen sie auf komplexe Technologien zurück […].“ [S.44, Absatz 2]

„[D]ieser Apparat der Massenmedien verleiht Medienöffentlichkeiten ihre Stabilität.“ [ebenda]

Themensetzungsfunktion von Massenmedien
Informationen, die von den publizistischen Massenmedien aufgegriffen und verbreitet werden, können nicht nur eine gewisse Relevanz, sondern eben auch breite Bekanntheit beanspruchen. Für den Zusammenhalt einer Gesellschaft ist dieses gemeinsame Wissen […] ganz entscheidend. […] wenn die Massenmedien über etwas berichten, kann ich davon ausgehen, dass auch viele andere Menschen davon Kenntnis haben.“ [S.45, Absatz 1]

Transparenz und vierte Gewalt
„[J]ournalistisch-publizistische Medien [haben] meist auch den Anspruch, Transparenz herzustellen. Sie berichten über Ereignisse, politische Vorgänge oder gesellschaftliche Anliegen, die ansonsten nicht breiter bekannt würden.“ [S.45, Absatz 2]

„Diese Aufgabe mündet in der Kritik- und Kontrollfunktion, die journalistische Medien erfüllen sollen. […] So stellt der Journalismus ein Gegengewicht zu Regierung und Verwaltung, aber auch zu Parlamenten und zur Rechtssprechung dar. In diesem Sinn spricht man auch von den journalistischen Medien als ‚vierte Gewalt‘

Darstellung verschiedener Meinungsbilder und transparent-objektive Berichterstattung
„[I]n den Massenmedien [werden] nicht nur Fakten, sondern auch Meinungen und Argumente sichtbar, die Bürgern bei der Meinungsbildung helfen“ [S.46, Absatz 1]

„Themensetzung, Kritik und Kontrolle sowie Forum für Diskussionen – werden nicht alle in gleichem Maße von allen Massenmedien erfüllt. Es handelt sich aber um Maßstäbe, die wir insbesondere an nachrichtenjournalistische Medien anlegen“ [S.46, Absatz 2]

nach Jürgen Habermas: „Massenmedien […] sind seiner Argumentation zufolge nicht nur Folge des technischen Fortschritts, sondern auch des gesellschaftlichen Wandels.“ [S.46, Absatz 3]

nach Habermas: „Damit Massenmedien die oben genannten Funktionen für die Gesellschaft erbringen können, dürfen sie – jenseits von verfassungsfeindlichem Extremismus – keine Meinungen oder politischen Positionen ausschließen.“ [S. 46, Absatz 4]

Medientechnisches Dilemma
Informationsfluss über Medien [schafft] zwar Reichweite […], im Wesentlichen […][bleibt er] aber einseitig […], [verläuft] also nur von ‚Sender‘ zu ‚Empfänger‘“ [S.47, Absatz 2]

Bürger- bzw. Mitmachjournalismus und persönliche Öffentlichkeit nicht-journalistischer Nutzer von social media
„Das Internet setzt diese miteinander verschränkte Entwicklung von technischem und gesellschaftlichem Wandel fort“ [S. 47, Absatz 3]

„[D]as Internet erlaubt es eben auch normalen Nutzern, Informationen zu verbreiten und unter Umständen ein Massenpublikum zu erreichen. Manche sehen daher das Zeitalter der ‚Bürgerjournalisten‘ anbrechen“ [S.48, Absatz 2]

„Nein, Menschen werden nicht automatisch zu Journalisten, wenn sie soziale Medien nutzen. Allerdings verliert der Journalismus sein Monopol darauf Informationen aufzubereiten und öffentlich bereitzustellen. “ [ebenda, Absatz 3]

nach Christoph Neuberger: „Medienöffentlichkeit [beruht] dank des Internets und der sozialen Medien nicht mehr nur auf journalistischer Vermittlungsleistung, sondern auch auf partizipativer und technischer Vermittlung […].“ [ebenda, Absatz 4]

„Das Besondere der persönlichen Öffentlichkeiten ist, dass Informationen nach Kriterien der persönlichen Relevanz ausgewählt und aufbereitet werden. Dies beinhaltet einen Schwerpunkt auf der subjektiven Schilderung und Bewertung von Ereignissen oder Themen, im Gegensatz zu den um Objektivität bemühten journalistischen Leistungen“ [S. 48 f., unten]

Google, Yahoo und Co. – Die Arbeit von Suchmaschinen
„Auf der Grundlage […] technische[r] Vorgänge, die für die allermeisten Nutzer unsichtbar bleiben, werden Datenbanken erstellt, die in ihrer Gesamtheit aber nicht zugänglich sind“ [S.50, Absatz 2]

„[K.O.: Bevor Nutzer bestimmter Suchmaschinen und Portale ihre Sucheinstellungen nach Schlagworten oder Themen bereits eingrenzen,] legen bereits die Entwickler und Betreiber des betreffenden Informationsdienstes fest, welche Quellen erfasst und in welcher Form die entsprechenden Daten gespeichert werden. Sie bestimmen zum einen also den zugänglichen Ausschnitt der Welt. Und sie bestimmen zum anderen durch die Programmierung der Sortierungsalgorithmen, wie Informationen zu einem Thema oder einer Suchabfrage geordnet und dargestellt werden“ [ebenda]

Echtzeitweb
„[W]ir [finden] in den sozialen Medien einen ständig aktualisierten Strom von Neuigkeiten vor, der dadurch bestimmt wird, welche Quellen ich vorher diesem Strom zugeführt habe. Meine eigenen Neuigkeiten und Updates wiederum speisen die Ströme meiner Freunde und Bekannten.“

Verknüpfungen, die die Öffentlichkeiten der sozialen Medien zusammenhalten
„Sie bestehen zum einen aus sozialen Netzwerken, also aus Geflechten von menschlichen Beziehungen unterschiedlicher Enge und Nähe. Zum anderen sind Informationen und Texte aller Art miteinander verbunden, sei es über Hyperlinks, über die Abfolge von Text und Kommentaren, oder die Verknüpfung in einer Datenbank.“ [S. 52, Abschnitt 2, Absatz 1]

„Das Knüpfen von Kontakten und die Pflege von Freundschafts- oder Bekanntschaftsbeziehungen hat somit auch Elemente des Informationsmanagements.“ [ebenda]

„Soziale Medien schaffen […] ‚vernetzte Öffentlichkeit‘ in dreifacher Hinsicht: sie beruhen technisch gesehen auf vernetzten Computern, in sozialer Hinsicht auf Beziehungsnetzwerken zwischen Menschen, die wiederum miteinander verknüpfte Informationsströme teilen.“ [ebenda]

Wie sind journalistische Inhalte in diese Geflechte eingebunden?
„In den letzten Jahren hat die Zahl der journalistischen Angebote, die eigene Profile und Accounts in den sozialen Medien betreiben, stark zugenommen. Sie bestücken Facebook-Seiten mit ihren Inhalten, weisen über eigene Twitter-Konten auf neue Artikel hin oder führen redaktionelle Weblogs.“ [S. 53, Absatz 1]

„Aber auch ohne eigene Social-Media-Profile werden journalistische Themen in die persönlichen Öffentlichkeiten getragen, denn Nutzer verlinken und empfehlen Artikel und Beiträge auch direkt von den publizistischen Webseiten. Das Publikum wird auf diesem Weg zum wichtigsten Multiplikator  für journalistisch erstellte Inhalte.“ [S. 53, Absatz 2]

„[Inhalte] sind nicht mehr nur gebündelt auf dem redaktionell zusammengestellten Onlineangebot zu finden, sondern wandern mit Hilfe der sozialen Medien in die persönlichen Öffentlichkeiten der Nutzer.“ [ebenda]

Wechselseitiger Austausch zwischen JournalistInnen und ihrem Publikum
„Die persönlichen Öffentlichkeiten machen Kritik und Korrekturbedarf an Artikeln, aber auch Freude über eine gelungene Darstellung oder Kritik wegen vernachlässigter Themen sichtbar. Journalisten können darauf reagieren, sich in die Diskussion einklinken oder Kritikpunkte richtig stellen. Diese Möglichkeit des wechselseitigen Austauschs zwischen Journalismus und Publikum waren unter massenmedialen Bedingungen so nicht möglich“ [S. 55, Absatz 1]

Der Kern bleibt
„[Der Journalismus] wird durch soziale Medien also nicht abgelöst, weil er weiterhin wichtige gesellschaftliche Aufgaben erfüllt: die Bürger über aktuelle, relevante Themen zu informieren, Transparenz für Vorgänge in der Gesellschaft herzustellen und Raum für Diskussionen über gemeinsame Werte und Ziele zu schaffen. Dabei können die sozialen Medien dem Journalismus sogar behilflich sein.“ [S. 56, letzter Absatz]