Modulabschlussarbeit für den Kurs „Bildung im digitalen Medium“

Universität Hamburg
Bildung im digitalen Medium (41-61.907)
Christina Schwalbe
Studierender: Lars von Nago
Martrikelnr.: 6705255
Studienfächer: Lehramt Primar- und Sekundarstufe (Deutsch/Englisch)

Überblick Kursinhalt

Wer in den letzten zwei Jahrzehnten die technologische Entwicklung der computergestützten Geräte verfolgt hat, wird der Aussage zustimmen, dass es kaum einen Bereich gibt der schneller gewachsen ist. Seit der Einführung von massentauglichen Personal Computern, wie des Commodore 64 im Jahre 1982 oder des Apple Macintosh im Jahre 1984, sind 31 Jahre vergangen, eine relativ kurze Zeitspanne. Niemand konnte seinerzeit auch nur erahnen, wie sich die Technik entwickeln würde. Heute, wir schreiben das Jahr 2015, ist ein Drittel der Erdbevölkerung über das Internet vernetzt. Für die Industrie der westlichen Welt ist dieses Medium unverzichtbar. Das soziale Miteinander hat sich durch Email, Facebook und Chat-Programme verändert. Besonders Jugendliche nutzen heutzutage diese Art der Kommunikation. Digital vernetzte Medien werden insbesondere durch mobile Geräte wie Smartphones, Notebooks und Tablet-PCs allgegenwärtig. Die immer zu Verfügung stehende Vernetzung prägt unsere Gesellschaft tiefgehend in allen Bereichen, wie Kommunikation, Informationsaustausch und Wissensverbreitung weltweit und grenzübergreifend. Doch trotz der im Allgemeinen positiv beurteilten technischen Entwicklung der letzten Jahre wird die Kehrseite der an sich schillernden Medaille immer deutlicher. Computerspiel- und Internetsucht, Cybermobbing, soziale Vereinsamung trotz Online-Freunden oder die Aufgabe der Privatsphäre durch das Posten aller intimen Details sind nur ein paar Beispiele.

Im Folgenden werden Fragen dieses gesellschaftlichen Wandels aus medienpädagogischer Sicht beleuchtet. Ein Schwerpunkt soll auf der Analyse der Herausforderungen für Lehrer_innen, Erzieher_innen und Sozialpädagog_innen, sowie die Umsetzung und Benutzung der neuen Medien in Schulen, Hochschulen und sonstigen Bildungsorganisationen liegen.

Was ist ein Medium?

Ein Medium, im kommunikationswissenschaftlichen Sinne, ist grob gesagt, ein Kommunikationsmittel, das Menschen ermöglicht, Informationen über räumliche und zeitliche Distanz hinweg zu vermitteln. Das erste Medium der Menschheitsgeschichte ist die Sprache. Die Schrift ist in ihrer Form eine Weiterentwicklung der Sprache, indem sie jene durch Zeichen repräsentieren. Über Jahrhunderte hinweg waren Bücher der einzige Weg Wissen zu erhalten und zu verbreiten. Mit der Erfindung des Buchdrucks 1450 durch Johannes Gutenberg wurde der Weg frei gemacht für die massenhafte Verbreitung von Informationen.

Was sind Neue Medien?

Als Neues Medium wird eine neue Medientechnik bezeichnet, die sich, von der bis dato verwendeten Art und Weise Informationen zu verbreiten, abhebt. In den 1920ern wurde das Radio, in den 1950ern das Fernsehen als Neues Medium bezeichnet. Heutzutage werden als Neue Medien diejenigen bezeichnet, die Daten und Information in digitaler Form übermitteln oder nutzen. Für gewöhnlich sind damit computergestützte Systeme gemeint, die Daten in digitaler Form anwenden (z.B. CD-ROM, DVD, World Wide Web, Email, Youtube, etc.).

Mediologie und Mediosphären

In Bezugnahme des vorangegangenen Abschnittes ist es wichtig zu verstehen, dass es in der Kette der Neuen Medien scheinbar kein Ende gibt. Mit anderen Worten, es wird immer ein neues Neues Medium geben. Wie dieses aussieht, ist gemeinhin nicht absehbar, da Menschen nicht in der Lage sind, in die Zukunft zu schauen. Also lassen sich die Veränderungen einer (Medien)technologischen Neuerung erst im Nachhinein erkennen, z.B. konnte ein Mensch, der um 1500 gelebt hat keine Vorstellung davon haben wie Informationen im 20. Jahrhundert verbreitet werden. Dieses Phänomen des „blinden Flecks“ innerhalb einer Epoche definieren Mediologen über den Term Mediosphäre. Mediologen unterscheiden vier Mediosphären: Logosphäre (Sprache), Graphosphäre (Buchdruck), Videosphäre (Fernsehen, Videorecorder) und Hypersphäre (digitale Medien). Die ersten drei lassen sich aus heutiger Sicht relativ gut beschreiben, da sie einen zeitlichen Abstand zur jetzigen Epoche haben. Ob die Hypersphäre (also heute) sich am Anfang, am Ende oder mittendrin befindet, ist kaum zu bestimmen. Dennoch ist es möglich, aus dem Wissen heraus, dass man diesen „blinden Fleck“ hat, Ahnungen und Voraussagen zu treffen, um eben doch ein wenig vorausschauend denken und handeln zu können

Zusammenhang zwischen Medien und Bildung / Erziehungswissenschaft, Wissensvermittlung und Medien

Der Text “Zwischen Kanal und Lebens-Mittel: pädagogisches Medium und mediologisches Milieu” von Torsten Meyer aus dem Jahre 2008 stellt dar, dass Erziehungswissenschaft und der Auftrag von Wissensvermittlung nur über den Einsatz von Mitteln (Medien) und Mittlern (Personen, z.B. Lehrer, Dozenten) möglich ist. Ohne Kommunikation ist kein Vermitteln von Wissen möglich und Kommunikation findet durch den Einsatz von Medien (Sprache, Bücher, Bilder, Filme, Lernumgebungen, Internet und Lehrern) statt. Umso verwunderlicher ist es, dass sich gerade dort, wo Wissen vermittelt werden soll, nämlich in Kitas, Schulen und Hochschulen, die Verbreitung und der Einsatz von Neuen Medien eher schleppend gestaltet.

Einsatz neuer Medien in Bildungsinstitutionen

Im Allgemeinen ist festzustellen, dass sich digitale Medien in den Bildungsinstitutionen noch nicht so durchgesetzt haben wie der Stand der Technik und die kreativen Möglichkeiten dies zuließen. Neue Medien werden eher zur Fortführung alter Methoden mit neuer Technik genutzt. So wird die alte Kreidetafel durch den Beamer oder das Buch durch ein PDF ersetzt und es ergibt sich letztendlich keine neue Form der Didaktik. Die Gründe für einen solchen Zustand sind vielschichtig. Einerseits ist es ein Generationenproblem, denn viele Pädagogen kommen aus einer Zeit, in der der Einsatz digitaler Medien noch nicht als Kernkompetenz galt und haben eine gewisse Scheu davor den Computer, das Handy oder den Tablet-PC als Lehr- und Lernmittel einzusetzen. Andererseits hat der Umgang, besonders bei Kindern und Jugendlichen, mit den Neuen Medien zu viel Unsicherheit durch negative Schlagzeilen und Berichte bei den Erwachsenen geführt. So genannte Ballerspiele (und die damit verbundene Angst eines erhöhten Gewaltpotentials), Internetsucht und Cybermobbing über Soziale Netzwerke führen zu einer teils sehr emotional und wertend geführten gesellschaftlichen Diskussion, in der die digitalen Medien alles andere als positiv erscheinen. Den Neuen Medien gegenüber eher konservativ eingestellte Pädagogen und Eltern verteufeln Computer regelrecht als ‚Verdummungsmaschinen‘. Dennoch ist fast jedem vollkommen bewusst, dass der Einsatz von Computern und den ihnen verwandten Medien nicht rückgängig zu machen ist und der versierte Umgang mit diesen zu einer Kernkompetenz des heutigen Lebens geworden ist. Mit dieser Kernkompetenz gehen auch Berufschancen, sogar ganze neue Berufsfelder einher. Die digitale Revolution hat zu einer nachhaltigen gesellschaftlichen Veränderung geführt und berührt unser Leben auf technologischen sowie sozialen Gebieten. Aus diesem Grund werden auch Stimmen laut, die einen Einsatz von Neuen Medien schon in der Kita fordern, getreu dem Motto: je eher desto besser. Neue Medien werden nach und nach, wenn auch mit Bedenken und Vorsicht in die Bildungsinstitutionen einziehen. Kritische Hinterfragung sollte die rasante Entwicklung, die nicht absehbar ist, begleiten.

Web 2.0 – Social Media

Auch das World Wide Web unterliegt dem ständigen Wandel und innovativen Neuerungen. So wurde das Web 1.0 von den Benutzern meist für das Aufnehmen und den Konsum von Informationen gebraucht. Seit ca. 2002 ist es jedoch in immer größerem Umfang möglich, dem Netz eigene Inhalte beizusteuern. Dies geschieht in der Regel über sogenannte Soziale Netzwerke (Social Media). Anfänglich von Plattformen wie StudiVZ (2005) und Myspace (2003) bedient, wurden diese eigentlich sehr großen Plattformen mit vielen Nutzern von Facebook (2004) verdrängt, wobei dieser Prozess sich einige Jahre hingezogen hat. Soziale Netzwerke und das Aufkommen dynamisch erzeugter Webseiten führten zu dem Begriff „Web 2.0“. Mit der massenhaften Verbreitung von Smartphones, eingeleitet durch das iPhone von Apple, ist der Zugang zu den Sozialen Netzwerken überall möglich. Dies führte zum Beispiel dazu, dass heutzutage mehr als ein Drittel der Menschen (oder mehr) in öffentlichen Verkehrsmitteln vor ihren Handys „kleben“, was eine deutlich sichtbare Erscheinung und Veränderung innerhalb des gesellschaftlichen Lebens darstellt.

Selbstdarstellung und Persönliche Öffentlichkeiten versus klassischer Journalismus

In dem Kapitel „Selbstdarstellung und Privatsphäre in sozialen Medien“ aus dem Buch „Social Media“ von Jan-Hinrik Schmidt macht sich der Autor Gedanken darüber wie und warum Menschen die neuen Möglichkeiten zur Selbstdarstellung nutzen. Auch das Thema Datenschutz und Schutz der Privatsphäre wird aufgegriffen. Ebenso stellt Schmidt den klassischen Journalismus den neuen Informationsverbreitungssystemen gegenüber. Vor dem Aufkommen von Web-blogs und sozialer Netzwerke war ein hoher technischer und personeller Aufwand nötig, um Informationen zu verbreiten (Zeitungen, Radio, TV). Redaktionen entschieden nach etablierten Kriterien welche Nachrichten es wert waren, veröffentlicht zu werden. Durch soziale Netzwerke kann jedermann Informationen weltweit und grenzübergreifend veröffentlichen und teilen. Doch wie unterscheiden sich die persönlichen Öffentlichkeiten von den etablierten Medien?

  1. Die Auswahl der geteilten Informationen wird nach persönlicher und individueller Wichtigkeit entschieden.

  2. Das Zielpublikum ist nicht die breite Masse, sondern das eigene soziale Netzwerk aus Freunden, Bekannten oder Kollegen. Das Publikum ist somit meist kleiner als das der journalistischen Medien.

  3. Während journalistische Medien Informationen von gesellschaftlicher Relevanz für ein breites Publikum publizieren, sind soziale Medien auf Kommunikation ausgerichtet, bei dem ein wechselseitiger Austausch, im Sinne von „ich sende, du empfängst“, stattfindet. Themen werden nach persönlichem Interesse ausgesucht und mit dem eigenen sozialen Netzwerk geteilt.

Persönliche Relevanz von Informationen für ein erweitertes soziales Netzwerk und der damit verbundene Austausch ist das, was soziale Netzwerke von journalistischen Medien unterscheidet. Allerdings mischen sich die Formen auch, da auf Facebook auch Organisationen und Personen des öffentlichen Interesses (Politiker, Sportler, Musiker, etc.) agieren, was zu einer hohen Vielschichtigkeit führt.

Umgang mit Daten und Schutz der Privatsphäre

Entgegen der allgemein vertretenden Meinung, dass die Menschen alle ihre Informationen unreflektiert preisgeben, argumentiert Schmidt, dass die Menschen sehr wohl darauf achten, an wen sich die Informationen wenden. So unterscheiden Nutzer der Social Media Plattformen, ob man die Informationen, die man teilt, an Arbeitskollegen oder an Freunde und Bekannte richtet. Bestimmte Persönlichkeitsfacetten werden in den Vordergrund gestellt, andere ausgeblendet, je nachdem mit wem man kommuniziert. Schmidt bezeichnet diese Art von Informationsauswahl als „impression management“. Innerhalb einer Kommunikation werden Rollen eingenommen, mit denen bestimmte Erwartungen einhergehen (beruflicher Experte, Familienmitglied, Freund, etc.). Menschen definieren sich über die Umwelt, in der sie sich gerade befinden. In der Regel wissen Menschen an welches Publikum sie ihren Beitrag richten und agieren entsprechend. Das Publikum dient als Maßstab der veröffentlichen Inhalte. Hier beginnt die Privatsphäre. Das was veröffentlicht wird, wird quasi kontrolliert. Bestimmte Informationen werden einem bestimmten Publikum vorenthalten.

Durch das Aufkommen neuer Technologien ergeben sich neue Probleme und Herausforderungen. Die Fehler, die teilweise heftige Auswirkungen auf das Individuum haben (z.B. Kündigungen bei unachtsam veröffentlichten Aussagen, Nichtbeachten der Privatspäreneinstellungen oder dem Bieten von zu großen Angriffsflächen), führen zu einem Lernprozess innerhalb der Nutzergemeinschaft. Durch die Berichterstattung und die damit verbundene gesellschaftliche Diskussion wird eine Sensibilisierung für den verantwortungsvollen Umgang mit den neuen Technologien geschaffen. Dieser Prozess vollzieht sich nicht sofort, sondern ist dynamisch und hat kein absehbares Ende. Ein perfekter Zustand wird nicht erreicht werden und liegt nicht in der Natur des Menschen. Doch nicht nur der individuelle Nutzer ändert sein Verhalten, auch die Gesellschaft gewöhnt sich nach anfänglichen Widerständen an neues Verhalten. So war die Akzeptanz von Mobiltelefonen Anfang bis Mitte der 90er in der Öffentlichkeit sehr gering. Nutzer dieser Technologie galten als Snobs, es sei denn sie brauchten das Handy beruflich. Heute ist der Gebrauch von Mobiltelefonen (Smartphones) in der Öffentlichkeit Normalität. Dies ist nur ein Beispiel von vielen für die Gewöhnung von neuer Technologie innerhalb der Gesellschaft. In Puncto Veröffentlichung privater Daten ist festzuhalten, dass sich einerseits die Betreiber der Plattformen sozialer Medien, als auch die Nutzer an gängige gesellschaftliche Normen anpassen werden und andererseits gewöhnt sich die Gesellschaft an Neuerungen, die durch technischen Wandel entstehen. Die Gesellschaft wird sich daran gewöhnen, dass private Dinge über Individuen im Internet veröffentlicht sind ohne, dass das Recht auf Privatsphäre komplett verschwinden wird.

Von 1995 bis 2015 – Medienpädagogik in der Schule

Seit 1995 sind die Forderungen im Bereich Medienerziehung eindeutig: Dem Wandel der Zeit, was digitale Medien angeht, muss von den Bildungsinstitutionen, wie Kitas, Schulen und Hochschulen, Rechnung getragen werden. Gremien wie die Kultusministerkonferenz (KMK) auf Bundesebene oder Gremien auf Landesebene (Studie: Medienbildung – (k)ein Unterrichtsfach; Der Hamburger Medienpass) sind sich einig: Neue Medien müssen zu einem Unterrichtsgegenstand gemacht werden. Doch wie sieht die Realität aus? Die Studie „Medienbildung – (k)ein Unterrichtsfach“ führt aus, „…dass eine schulische Medienerziehung nicht flächendeckend und verbindlich stattfindet; denn gerade in Deutschland gleicht die aktuelle Situation bei der Verwendung neuer Medien in Schulen, im Hinblick auf die Förderung von Medienkompetenz, in vielerlei Hinsicht strukturell betrachtet noch immer dem Status der 1980er Jahre:“ (MA HSA Medienbildung – (k)ein Unterrichtsfach, S. 9).

  • Trotz Verankerung in den Lehrplänen erfolgt kaum eine Umsetzung im Unterricht

  • Regelmäßige Computernutzung findet nicht statt, obwohl die Ausstattung vorhanden ist.

  • Zeit- und Arbeitsbelastung im Schulalltag lassen einen regelmäßigen Einsatz von digitalen Medien nicht zu, obgleich die Lehrkräfte kompetent und motiviert sind.

  • Medienerzieherische Aktivitäten sind eher die Ausnahme.

  • (vgl. MA HSA Medienbildung – (k)ein Unterrichtsfach, S. 9)

Die Studie vergleicht die von den Ländern festgehaltenen Lehr- und Rahmenpläne zur Medienerziehung und kommt zu dem Schluss, dass die Medienkompetenzförderung in den einzelnen Ländern unterschiedlicher kaum sein kann. Es wird weiterhin bemängelt, dass es an verbindlichen Bildungsstandards fehlt, da Bildung und Lehrpläne Ländersache sind.

Dennoch mangelt es nicht an Konzepten und teilweise ausgearbeiteten Vorschlägen für medienpädagogische Unterrichtseinheiten, wie auf der Seite deutscher Bildungsserver – Medienerziehung dargestellt wird. Eigentlich bedarf es nur noch dem Willen, diese Unterrichtseinheiten umzusetzen. Es folgt eine Auflistung an durchaus gelungenen Beispielen, wie sich Medienerziehung in der Grundschule und der Sekundarstufe I gestalten kann:

Hamburg – Medienpass

Für Hamburger Schulen sind die Themen des Medienpasses verbindlich. Der Medienpass stellt Unterrichtseinheiten in Form von Modulen vor. Themen sind:

      • Computerspiele: „Ich beherrsche das Spiel!“

      • Datenschutz und soziale Netzwerke: „Selbst und bewusst“

      • Urheberrecht: „Ich kenne meine Rechte!“

      • Cybermobbing: „Ich mache keinen Stress!“

      • Smartphone: „Mit Sicherheit mobil!“

Nordrhein-Westfalen – Medienpass NRW

Hier werden für unterschiedliche Jahrgangsstufen medienerzieherische Kompetenzbereiche beschrieben: Bedienen und Anwenden, Informieren und Recherchieren, Kommunizieren und Kooperieren, Produzieren und Präsentieren, Analysieren und Reflektieren. Ebenfalls werden Unterrichtseinheiten zu den Themengebieten Datenschutz, Cybermobbing, Handy und Smartphone in der Schule, Programmieren skizziert.

Sachsen – Rahmenplan für die Medienerziehung in der Sekundarstufe 1

In diesem Rahmenplan werden einige Unterrichtseinheiten skizziert. Im Steckbrief des jeweiligen Projektes werden dem Lehrenden Jahrgangsstufe, zeitlicher Aufwand, fachliche Bezüge und medienerzieherische Schwerpunkte genannt. Die Projekte beziehen sich nicht auf ein Fach „Medienerziehung“. Vielmehr ist der Umgang mit Medien (und nicht nur der isolierte Umgang mit Computern bzw. digitalen Medien) fächerübergreifend eingebettet.

  1. Freizeit und Medien (S. 5): Politik / Gemeinschaftskunde

  2. Schöne Reiseziele in Deutschland – ein Reiseprospekt entsteht (S. 7): Geographie / Deutsch

  3. Comics (S. 8): Deutsch, Kunst, Politik / Gemeinschaftskunde

  4. Geschichten in Wort und Bild – Schülerinnen und Schüler erstellen einen „Fotoroman“ (S. 10): Deutsch, Kunst

  5. Computerspiele (S. 11): Deutsch, Kunst, Politik / Gemeinschaftskunde

  6. Ein Markttag im Mittelalter – Schülerinnen und Schüler drehen einen Film über das Leben auf einem Marktplatz im Mittelalter (S. 12): Geschichte, Politik / Gemeinschaftskunde, Deutsch, Kunst, Musik

  7. Werbung – Aufarbeiten von medienbeeinflussten Verhaltensorientierungen / Gestalten und Verbreiten eigener Medienbeiträge (S. 14): Deutsch, Kunst, Musik

usw. usf.

Sachsen-Anhalt – Rahmenrichtlinien Gymnasium – Moderne Medienwelten

In diesem Dokument werden Unterrichtseinheiten dargestellt (Einführung, Filmwelten, Fernsehwelten, Spielwelten, Medienspuren, Medienproduktion) und Kompetenzen beschrieben. Sachsen-Anhalt baut auf die Einführung eines Wahlpflichtkurses:

„Das allgemeine Ziel medienerzieherischen Handelns in der Schule ist es, Kinder und Jugendliche zu einem sachgerechten und selbstbestimmten, kreativen und sozial verantwortlichen Handeln in einer von Medien durchdrungenen Welt zu befähigen; also den Erwerb von Medienkompetenz zu befördern. Diese entsteht als aktiver Prozess im Zusammenwirken verschiedener Einzelkompetenzen, die bei der thematischen und inhaltlichen Konzipierung des Wahlpflichtkurses entsprechende Berücksichtigung fanden: […] “ (Rahmenrichtlinien Gymnasium – Moderne Medienwelten, S. 7)

Bemerkenswert ist, dass Sachsen-Anhalt besonderen Wert auf „Gestaltungskompetenz“ legt:

„Gestaltungskompetenz erfordert den aktiven Umgang mit den Medienbausteinen Bild, Ton und Text, wobei sowohl die spielerisch-entdeckende Erprobung, als auch die ergebnisorientierte Produktion berücksichtigt werden.“ (Rahmenrichtlinien Gymnasium – Moderne Medienwelten, S. 8)

Konsequenz für Lehrende

Anhand der im letzten Abschnitt genannten Beispiele, die nur exemplarisch einen kurzen Eindruck der Möglichkeiten, die einzelne Bundesländer sich vorstellen, wird klar, dass es an Einsatzmöglichkeiten für digitale Medien nicht mangelt. Wird die Suche nach Angeboten noch auf Privatleute (Lehrende, Medienpädagogen, etc.) im Internet ausgedehnt, dann können noch viele weitere Projekte gefunden werden, in denen digitale Medien zum Einsatz kommen und auch mit anderen Fächern kombiniert werden können. Digitale Medien bieten eine Menge an kreativen Gestaltungsmöglichkeiten (Text-, Ton-, Bild-, Webbearbeitung), die nur darauf warten, von Lehrenden eingesetzt zu werden. Umso erstaunlicher ist es, dass auf dem Feld der Medienkompetenz und Medienerziehung deutliche Verbesserungen wünschenswert wären, dennoch ist das Verfallen in blinden Aktionismus eher kontraproduktiv. Die gesamte Lehrendenschaft nun mit einer Vielzahl an Fortbildungsmaßnahmen zu dem Thema zu überziehen und zwanghaft das Fach Medienkompetenzförderung einzuführen, ist nicht unbedingt sinnvoll. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die neuen Generationen von Lehrern diesem Thema wesentlich offener gegenüberstehen, als vorangegangene Generationen. Das Interagieren im Kollegium und das Arbeiten im Team wird an Schulen immer weiter ausgebaut und das eröffnet eine Chance für das virtuelle Interagieren und den Einsatz digitaler Medien. Ebenfalls besteht deutlicher Handlungsbedarf bei den Hochschulen, die für die Lehramtsausbildung verantwortlich sind. Hier sollte eine Sensibilisierung für die Thematik erfolgen und das nicht nur im Rahmen von freiwilligen Workshops. Das Nachdenken und Ausprobieren von fächerübergreifenden Projekten bzw. wie man neue Medien in sein Fach miteinbeziehen könnte, kommt an den Hochschulen zu kurz. Wenn Lehrer und Eltern den verantwortungsbewussten Umgang mit neuen Medien vorleben, wird das auch einen Einfluss auf die Kinder und Jugendlichen haben.

Links:

1984 Apple’s Macintosh Commercial

Medienbildung — (k)ein Unterrichtsfach? – Eine Studie der Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein (MA HSH)

KMK – Medienbildung 2012

Der Hamburger Medienpass

Wörter: 2810
Zeichen: 21258

KBoM – Keine Bildung ohne Medien: Zentrale Forderungen

KboM – Keine Bildung ohne Medien

Die Organisation geht auf das 2009 veröffentlichte Medienpädagogische Manifest zurück. Das zentrale Ziel ist eine stärkere Verankerung von Medienpädagogik in den Bildungsinstitutionen zu erreichen. Konkrete Forderungen sind:

  • Medienbildung in frühkindlicher Bildung und Schule, in außerschulischen Bildungsangeboten und bei der Inklusion von Menschen mit Behinderungen

  • Verstärkung von medienpädagogischen Programmen besonders im Elementarbereich sowie in der Jugend-, Familien- und Elternarbeit

  • Bildungsstandards für Medienkompetenz und die verbindliche Verankerung in den Curricula

  • Fortbildungsangebote für pädagogische Fachkräfte und medienpädagogische Grundbildung als verbindlicher Bestandteil der Ausbildung von Erzieher/innen, Lehrer/innen und Sozialpädagogen/innen

  • Medienpädagogische Elternarbeit besonders in bildungsbenachteiligten Milieus

  • Regelfinanzierung medienpädagogischer Angebote

  • Ausbau medienpädagogischer Netzwerke

  • Verpflichtende Grundbildung Medien in allen pädagogischen Studiengängen und feste Verankerung der Medienbildung in der Fort- und Weiterbildung

  • Ausbau der medienpädagogischen Forschung

  • Ausweitung der Medienforschung

Zentrale Aussagen im Medienpädagogischen Manifest sind:

Digitale Medien eröffnen den Menschen neue Lern- und Erfahrungsbereiche durch ihre zeit- und ortsabhängige Verfügbarkeit und den Zugang zum Internet. Die Angebote werden von Heranwachsenden zur Identitätskonstruktion genutzt und stellen damit ein sensibles Feld dar, da auch diverse Risiken mit den Internetangeboten verbunden sind. Fahrlässige Informationsweitergabe in sozialen Medien oder ethisch fragwürdige Plattformen sind in der gesellschaftlichen Diskussion.

Keine Bildung ohne Medien fordert einen verstärkten Einsatz von Medienpädagogik und die Vermittlung medienkompetenten Handelns in Bildungsinstitutionen angefangen bei den jüngsten Mitgliedern der Gesellschaft z.B. in der Kita. Medienpädagogik soll folgendes beinhalten:

  • Kenntnisse über technische Grundlagen und Formen medialer Produktion und deren Verbreitung

  • Förderung der Fähigkeit zu einer reflektierten Verwendung von Medien in Freizeit, Schule und Beruf

  • Aktives Gestalten mit Medien für Selbstausdruck, Artikulation eigener Themen, Kontakt und Kommunikation mit anderen

Zwar ist in den vergangenen Jahren die Medienpädagogik in Institutionen immer wichtiger geworden, es fehlt aber immer noch an Nachhaltigkeit. Besonders die medienpädagogische Qualifikation von pädagogischen Fachkräften sollte laut Keine Bildung ohne Medien weiter vorangetrieben werden, da die Herausforderung im Umgang mit digitalen Medien gewachsen ist. In vielen Schulen und Hochschulen sowie in den Privathaushalten findet keine reflektierte Auseinandersetzung mit Medien statt. Viele Eltern und Erzieher sind in diesem Feld unsicher und deshalb ist es geboten Medienpädagogik dauerhaft in allen Bildungsbereichen zu verankern. Keine Bildung ohne Medien fordert eine Ausweitung personeller und finanzieller Investitionen auf Länder- und Bundesebene.

Exzerpt Kapitel 3 „Selbstdarstellung und Privatsphäre in Sozialen Medien“ (Jan Hinrik Schmidt (2013))

Seminaraufgabe 2

Exzerpt Kapitel 3 „Selbstdarstellung und Privatsphäre in Sozialen Medien“ (Jan Hinrik Schmidt (2013))

In diesem Kapitel beschäftigt sich Schmidt mit den Grenzen zwischen dem Privaten und dem Öffentlichen die durch die sozialen Medien immer weiter aufgelöst werden. Was bringt Menschen dazu persönliche Informationen im Internet zu veröffentlichen? Ist im Zuge des Medienwandels Privatsphäre nichts mehr Wert? Die Tragweite dieses Phänomens und die damit verbundenen Konsequenzen für die Gesellschaft werden erst langsam erkennbar.

Persönliche Öffentlichkeiten: Vor dem Aufkommen von Weblogs war ein hoher technischer und personeller Aufwand nötig, um Informationen zu verbreiten (Zeitungen, Radio, TV). Redaktionen entschieden nach etablierten Kriterien welche Nachrichten es wert waren veröffentlicht zu werden. Zwar existieren die etablierten Massenmedien weiterhin wurden aber durch das Medium Internet erweitert. So führte eine technische Neuerung zu einer neuen Form von Kommunikation  („Warum machen das die Menschen?“ –> „Weil sie es können!“). Doch wie unterscheiden sich die persönlichen Öffentlichkeiten von den etablierten Medien?
(1) Die Auswahl der geteilten Informationen wird nach persönlicher und individueller Wichtigkeit entschieden.
(2) Das Zielpublikum ist nicht die breite Masse, sondern das eigene soziale Netzwerk aus Freunden, Bekannten oder Kollegen. Das Publikum ist somit meist kleiner als das der journalistischen Medien.
(3) Während journalistische Medien Informationen von gesellschaftlicher Relevanz für ein breites Publikum publizieren, sind soziale Medien auf Kommunikation ausgerichtet, bei dem ein Wechselseitiger Austausch im Sinne von „ich sende, du empfängst“ stattfindet. Themen werden nach persönlichem Interesse ausgesucht und mit dem eigenen sozialen Netzwerk geteilt.
Persönliche Relevanz von Informationen für ein erweitertes soziales Netzwerk und der damit verbundene Austausch ist das, was sozialen Netzwerke von journalistischen Medien unterscheiden. Allerdings mischen sich die Formen auch, da auf Facebook auch Organisationen und Personen des öffentlichen Interesses (Politiker, Sportler, Musiker, etc.) agieren, was zu einer hohen Vielschichtigkeit führt.

Selbstdarstellung und vorgestelltes Publikum: Die Kommunikation in den sozialen Netzwerken dient eher dem Pflegen sozialer Bindungen und ähnelt oft dem Smalltalk, den wir beim Bäcker oder über den Gartenzaun halten. Eine Authentizität, d.h. die Echtheit der Kommunikation wird in gewisser Weise vorausgesetzt (mal abgesehen von Fake-Identitäten). Die Kommunikation in sozialen Netzen unterscheidet sich kaum vom Smalltalk. Die Kommunikationspartner richten das, was sie veröffentlichen an den zu erwartenden Reaktionen aus (mit dem Chef und den Arbeitskollegen unterhalte ich mich anders als mit Freunden und Familie). Bestimmte Persönlichkeitsfacetten werden in den Vordergrund gestellt, andere ausgeblendet, je nachdem mit wem man kommuniziert („impression management“). Innerhalb einer Kommunikation werden Rollen eingenommen, mit denen bestimmte Erwartungen einhergehen (beruflicher Experte, Familienmitglied, Freund, etc.). Menschen definieren sich über die Umwelt in der sie sich gerade befinden. In der Regel wissen Menschen an welches Publikum sie ihren Blog richten und agieren entsprechend. Das Publikum dient als Maßstab der veröffentlichen Inhalte. Hier beginnt die Privatsphäre. Das was veröffentlicht wird, wird quasi kontrolliert. Bestimmte Informationen werden einem bestimmten Publikum vorenthalten.

Die kommunikative Architektur sozialer Medien: Beim Umgang mit sozialen Medien gelten vier Eigenschaften: (1) Die Daten werden dauerhaft gespeichert („Was einmal im Internet steht, bleibt im Internet“). (2) Die Daten sind ohne Qualitätsverlust kopierbar und können an anderer Stelle wiederverwendet werden. (3) Die Reichweite ist beliebig skalierbar. Daten können sich schnell und weltweit massenhaft verbreiten. (4) Die Daten sind durchsuchbar, d.h. sie lassen sich über Suchmaschinen auch über lange Zeit hinweg auffinden.
Diese Merkmale sind erst dann problematisch, wenn die Grenzen zwischen Privatsphäre und Öffentlichkeit verschwimmen, d.h. Wenn der Einzelne keine Kontrolle mehr über die Verbreitung der Daten hat. Dies kann passieren, wenn die Trennung der unterschiedlichen Rollen (beruflich, privat) aufgrund der Durchsuchbarkeit aufgehoben wird.

Technische Lösungen und sozialen Normen: Privatsphären Einstellungen der unterschiedlichen Plattformen versuchen dem Nutzer die Möglichkeit zu geben die Daten nur einem bestimmten Publikum zur Verfügung zu stellen. Radikale Stimmen behaupten aber, dass die Kontrolle über die Daten längst verloren ist. Dennoch werden Möglichkeiten diskutiert, ob man Daten für alle Ewigkeit in Netz belassen oder ob man eine Art Verfallsdatum einbauen sollte.
Zum Ende de Kapitels schlägt Schmidt einen eher beruhigenden Tonfall an. Einerseits werden sich die sozialen Medien an gängige gesellschaftliche Normen anpassen (etwa durch Privatsphären Schutzfunktionen) und andererseits gewöhnt sich die Gesellschaft an Neuerungen, die durch technischen Wandel entstehen (hier nennt er das Beispiel der Akzeptanz von Mobiltelefonen in der Öffentlichkeit) und wagt die Prognose, dass es sich mit der Selbstdarstellung in sozialen Medien ähnlich verhalten wird. Die Gesellschaft wird sich daran gewöhnen, dass private Dinge über Individuen im Internet veröffentlicht sind ohne dass das Recht auf Privatsphäre komplett verschwinden wird.

Exzerpt „Zwischen Kanal und Lebens-Mittel: pädagogisches Medium und mediologisches Milieu“ (Torsten Meyer, 2008)

Seminaraufgabe 1

Excerpt: Zwischen Kanal und Lebens-Mittel, Torsten Meyer

In dem Text „Zwischen Kanal und Lebens-Mittel: pädagogisches Medium und medioligisches Milieu“ von Torsten Meyer aus dem Jahre 2008 geht es um die Folgen der Neuen Medien für Bildungsinstitutionen und die Bildung des Menschen allgemein. Der Autor geht davon aus, dass der Einsatz von Neuen Medien nicht eine Fortsetzung der Bildung mit gewohnten Mitteln ist, sondern ein tiefgreifender Umstrukturierungsprozess, dessen Folgen nicht absehbar sind (vgl. S71). Der Autor wagt in seinen Ausführungen einen Blick in die Zukunft, stellt aber zugleich fest, dass es sich „nur um Ahnungen und Vermutungen“ (S. 71) handeln kann.

1.1 Dieser Abschnitt beschäftigt sich mit dem Zusammenhang von Kommunikation, Bildung und Medien. Laut Meyer ist Erziehungswissenschaft an Medien wie Bücher, Bilder, Filme, Lernumgebungen, Internet oder Lehrer gebunden. Kommunikation ist hier das Schlüsselwort, da ohne sie keine Pädagogik stattfinden könne. Eine Pädagogik, die ohne Mittel und Mittler auskommt sei undenkbar (vgl. S.73). Dennoch sei der Gebrauch der Neuen Medien in Bildungsinstitutionen auch nach über 15 Jahren prinzipiell noch recht unberührt (vgl. S.74)

1.2 Meyer ist der Meinung, dass die Neuen Medien keinesfalls nur Werkzeuge sind, mit denen wir schreiben, lesen und lernen wie seit Jahrhunderten nur eben schneller, sondern dass wir es mit einer völlig neuen Form eines Mediums zu tun haben. Die Neuen Medien, so Meyer, lassen sich nicht mehr aus unserem gesellschaftlichen und kulturellem Leben fernhalten und dies gilt auch für Bildungsinstitute.

2 Das Medium ist zu vergleichen mit einem Kanal zwischen Sender und Empfänger. Er ist für die Übertragung und Verbreitung von Information zuständig. Laut Meyer kann ein Medium auch als eine Art von Behälter betrachtet werden in dem man sich bewegen kann. Hier führt er den Werbespot von AOL mit Boris Becker an: „Ich bin drin“ (siehe Youtube-Video unten). „‚Drin‘-Sein könnte auch interpretiert werden als Drin-Sein in einem Sozialen System, in einer Gemeinschaft.“ (S. 76). Weiter führt Meyer aus, dass dieses Verständnis eines Mediums durchaus Probleme oder Herausforderungen in sich birgt. Er benutzt das Bild von Fischen, die zwar im Wasser leben aber keine Ahnung davon haben, was Wasser eigentlich ist. Erst der Wechsel in ein anderes Medium würde das Medium Wasser für die Fische erklären. Also ist der Begriff des Behälters nicht geeignet um ein Medium zu erklären. Das Medium ist Träger psychischer und sozialer Vorgänge die unbewusst geschehen.

2.1 Am Beispiel des Filmes „The Trueman Show“ wird der Begriff des Mediums erläutert (siehe Youtube-Video unten).

2.2 Medien sind als etwas zu sehen, so Meyer, dass den Menschen sozialisiert. Sie sind Bedingungen von kognitiven, kommunikativen und sozialen Prozessen die den Menschen als Kultur umgibt (vgl. s 80)

3 „Die Mediologie beschäftigt sich, kurz gesagt, mit den Schnittstellen zwischen dem Symbolischen, dem Sozialen und dem Technischen.“ (S. 80). Sie beleuchtet Problematiken vor deren unterschiedlichen Hintergründen.

3.1 Hier geht Meyer der Frage nach: „Was am Menschen ist veränderlich (also erziehbar oder bildbar) und was ist unveränderlich (also auch nicht erziehbar und nicht bildbar)?“ (S. 81). Mensch sein ist Kultur- und Technik-abhängig, so Meyer, d.h. das eigene Denken unterliegt der Epoche in der wir uns befinden und den Technologien, die uns umgeben und demnach stellen wir bestimmte Tatsachen unserer Epoche auch selten in Frage. Meyer stellt klar, dass diese Sicht auf Medien und Technik ein „Reizthema“ für Erziehungswissenschaftler darstellt

3.2 Die Epochen gewisser medientechnologischer Errungenschaften werden Mediosphären genannt also der Buchdruck vom 15. Jahrhundert kennzeichnet eine Mediosphäre (Logosphäre=mündliche Überlieferung, Graphosphäre=Buchdruck, Videosphäre=Fernsehen). Die Mediosphären beschränken sich nicht allein auf technische Errungenschaften sondern verweisen auch auf das Denken.

3.3 Der routinierte Umgang mit Neuen Medien verhilft diesen zu mehr Akzeptanz. Auf amüsante Weise wird dies verdeutlicht in dem Sketch Oystein & Meg „Helpdesk Mittelalter“ (siehe Youtube-Video unten). Hier wird deutlich, dass man Neue Medien erst lernen muss.

3.4 Hier unterscheidet Meyer zwischen web 1.0, das noch Buch- und Schreibmaschinenfixiert war und dem web 2.0, das nun selbst eine eigenständige Anwendung wird. Es geht nicht mehr nur um den Transport von Inhalten sondern die neue Anwendung bearbeitet die kulturellen Umgangsformen mit Wissen selbst.

3.5 Wir leben im hier und jetzt und sind nicht in der Lage wirklich zu fühlen und zu begreifen, wie sich frühere Epochen von innen angefühlt haben. Dennoch können wir uns vergangene Epochen nachvollziehen.

3.6 Neue Medien werden nach und nach, wenn auch mit Bedenken und Vorsicht in die Bildungsinstitutionen einziehen. Kritische Hinterfragung sollte die rasante Entwicklung, die nicht absehbar ist begleiten.

4 Die Neuen Medien werden noch eine ganze Weile eine große Herausforderung bleiben. Zwar verfügen wir über außerordentliche Kommunikationsmittel aber unsere Gesellschaft ist großen Problemen ausgesetzt. Die Übermittlung (Transmission) hinkt der technischen Entwicklung hinterher.

4.1 Bildungsinstitutionen bleiben von dem technischen Wandel nicht unbehelligt. Wissen wird mehr und mehr zu einer Ware und steht im Gegensatz zum früheren Bildungsverständnis das noch von einer Bildung des Geistes und der Person selbst ausgeht.

 Sketch: Oystein & Meg „Helpdesk Mittelalter“

The Truman Show – Sirius (9 canis major)

AOL – Werbung 1999 mit Boris Becker

2. Sitzung 16.04.2015

Nachdem jeder einzelne im Kurs seinen Blog eingerichtet hat, wurden Impressionen gesammelt, was man sich unter einem Blog vorzustellen hat.

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