Lernen

In „Einführung in die Erziehungswissenschaft“1 setzen sich Marotzki und Krüger u.a. mit dem Begriff Lernen auseinander.

Meist wird Lernen als Wissenserwerb und Erwerb von Fähigkeiten und Qualifikationen gesehen. Lernen wird in zwei Untergruppen geteilt: formelles und informelles Lernen. Formelles Lernen bedeutet das Lernen an/in einer Institution, wie z.B. die Schule, informelles Lernen bedeutet das Lernen außerhalb solcher bestimmten Institutionen. Marotzki und Krüger halten ebenfalls fest, dass das Lernen ein lebenslanger Prozess ist.

Drei Theorie- und Konzeptgruppen zum Lernen werden vorgestellt: Klassisch verhaltenstheoretisch ausgerichtete Theorien und Modelle, Konstruktivistisch ausgerichtete Lerntheorien und Modelle, sowie  Situations-, Lebenslauf – und Biographieorientierte Theorien und Modelle. Im weiteren werde ich den Abschnitt über die klassisch verhaltenstheoretisch ausgerichteten Theorien und Modelle erläutern.

Der Behaviorismus arbeitet mit „Person-Umwelt-Modellen“. Das Verständnis von Lernen der Behavioristen beruht auf einem Reiz -> Reaktionsprinzip. Erwünschte Verhaltensweisen werden bestärkt und bekräftigt, unerwünschte Verhaltensweisen dagegen abgeschwächt und/oder korrigiert. Allerdings erklärt der Behaviorismus nur einen Teil des Lernens; genetische Einflüsse und Reifungsprozesse werden außer Acht gelassen. Im Grunde wird trainiert, „…dass man auf einen bestimmten Impuls der Umwelt sich auch anders verhalten kann.“2 Verhaltensweisen werden also trainiert.

Der Behaviorismus birgt allerdings auch Grenzen und Einschränkungen: Das Modell kann zu einer Art Abrichtungssituation mutieren, Innerpsychische Vorgänge können nicht beachtet werden, außerdem wird die Umwelt wird zu sehr als feste Mechanik gesehen und die individuellen Ausprägungen verschiedener Menschen werden außer Acht gelassen.

Der Ansatz des Behaviorismus ist zu speziell, als dass er einen allgemeinen Erklärungserfolg erzielt. Das ist jedenfalls die Meinung Marotzkis‘ und Krügers‘.

  1. MAROTZKI, W.; KRÜGER, H. – H.: Einführung in die Erziehungswissenschaft. Einführungstexte, Bd. 1, Stuttgart 2009, S.145-158. []
  2. MAROTZKI, W.; KRÜGER, H. – H.: Einführung in die Erziehungswissenschaft. Einführungstexte, Bd. 1, Stuttgart 2009, S.146. []

Mediensozialisation

Zusammenfassung zur Mediensozialisation1 von Stefan Aufenanger.

Aufenanger beschreibt in seinem Artikel, dass das Aufkommen der elektronischen Medien zu einer Diskussion über Medien, vor allem über die Massenmedien, geführt hat.

Aufenanger geht auf drei verschiedene Einteilungen von Mediensozialisation ein, die das Verhältnis des Menschen zu den Medien genauer beschreiben:

1. Medien wirken auf den Menschen ein

  • traditionelle Sichtweise der Gesellschaft
  • Medien haben ein hohes Wirkpotenzial; zurückzuführen auf ihre Gestaltung, Inhalt und Struktur
  • Meist wird die Wirkung der Medien als negativ empfunden

2. Menschen sind medienkompetent und selektieren das Medienangebot

  • Mensch ist kein Opfer der Medien, sondern ein aktiver Nutzer, der eine bewusste Auswahl trifft

3. Menschen und Medien interagieren miteinander und Einflüsse müssen in diesem Wirkgefüge gesehen werden

  • Menschen identifizieren sich mit Charakteren aus den Medien, erkennen Situationen aus ihrem eigenen Leben
  • Probleme werden in die Medien übertragen
  • Hier wird der Einfluss von Medien auf den Menschen als positiv erachtet, da Selbstfindung oder Lebensbewältigung leichter geschehen können

Mediensozialisation kann persönliche Entwicklungen als auch persönlichkeitsbereiche erfassen, da sich der Mensch in einer mediengeprägten Gesellschaft befindet und auch aktiv ist.

Aufenanger schildert hierzu verschiedene Beispiele den Begriff der Mediensozialisation zu umfassen:

  • Wirkungsperspektive: Einfluss von Fernseher und Computer auf Kinder
  •  Medienökologischer Ansatz: Medienumgang muss im Kontext des Familienalltags gesehen werden, wichtig hierbei sind auch soziale, moralische und kognitive Fähigkeiten
  • Aneignungstheoretischer Ansatz: Aktive Auseinandersetzung mit Medienangeboten, die daraufhin in die Lebensbiografie eingebunden werden
  • Strukturanalytische Rezeptionsforschung: Medieninhalte werden positiv genutzt und helfen der Entwicklung
  • Konstruktivistische Sozialisationstheorie: Medienkommunikation, Rezeption und Anschlusskommunikation
  • Medienpsychologie: Untersucht die kausale Wirkung von Medien und die Wirkung von Medien auf die Entwicklung von Kindern

Konkrete Ergebnisse in der Mediensozialisationsforschung sind sehr schwierig zu erfassen. Dies liegt u.a. daran, dass theoretische Arbeiten fehlen, die unterschiedlichen Medien sehr unterschiedlich sind und meist nur die Wirkung von Medien auf Kinder und Jugendliche und ihre Sozialisation bezogen wird.

  1. AUFENANGER, Stefan: Mediensozialisation. In: SANDER, U., GROSS, von F., & HUGGER, K. – U. Handbuch Medienpädagogik. VS, Verlag für Sozialwissenschaft, S. 87-92, Wiesbaden 2008. []

Sozialisationstheorie: Die Rollentheorie

Marotzki und Krüger beschreiben in “Einführung in die Erziehungswissenschaft” auf den Seiten 127-136 den Begriff Sozialisation, wobei sie neben der Melieutheorie und der Interaktionstheorie auch auf die Rollentheorie eingehen.

In diesem Zusammenhang bedeutet „Rolle“, dass der Mensch Entscheidungen Im Interaktionsprozess mit anderen Menschen von festgelegten Verhaltenserwartungen (=Rollen) fällt.

 

 

Rollen sind nie vollkommen, denn es gibt große Unterschiede zwischen der Norm (Rolle) und dem tatsächlichen Verhalten. Krappmann unterteilt diese Unterschiede wie folgt:

  • Rollendistanz:Würde eine Rolle vollständig erfüllt werden, müsste eine vollkommene Übereinstimmung zwischen gesellschaftlichen und individuellen Normen  herrschen. Die Rollendistanz ist somit essentiell, damit soziale Strukturen und Situationen nicht verändert werden. Dem Menschen ist es deshalb möglich seine Identität zu wahren, auch wenn er in seiner Rolle scheitert.

 

  • Frustrationstoleranz: Wenn es zu keiner Übereinstimmung zwischen Erwartungen von Institutionen, z.B. Schulen, und den Bedürfnissen/Möglichkeiten von Menschen kommt. Um zu einer für beide Seiten adäquaten Lösung zu kommen,  muss die Institution abwägen, welches Verhalten evtl. durch die Rolle des Menschen erzwungen wird und der Mensch muss sich fragen, ob er/sie mit den Erwartungen an ihn/sie als Rolle konform geht.

 

  • Ambiguitätstoleranz: Fähigkeit unterschiedliche Rolleninterpretationen miteinander zu verbinden. Wenn es zwar eine definierte Rolleninterpretation gibt, muss sie trotzdem mit dem Interaktionspartner abgestimmt werden.

 

„Grundbegriffe, Theorien und Methoden der Erziehungswissenschaft“

„Grundbegriffe, Theorien und Methoden der Erziehungswissenschaft“, von Hans-Christoph Koller, 2004 in Stuttgart beim Verlag W. Kohlhammer erschienen, befasst sich in der Einleitung mit dem Thema „Warum die Auseinandersetzung mit Grundbegriffen, Theorien und Methoden der Erziehungswissenschaft notwendig ist“.

Laut Koller sollte sich ein Student mit wissenschaftlichen Theorien und Methoden auseinandersetzen, weil es beim pädagogischen Handeln nicht darauf ankommt, „rezeptförmige[r] Anweisungen“ zu geben.
Die Kernaussagen seines Artikels sind wie folgt:
  •  Umstrittenheit des pädagogischen Wissens:

Es gibt keine einzige von allen Wissenschaftlern und Nicht-Wissenschaftlern anerkannte und vertretene Position, sondern viele verschiedene Ansichten. Um gut in seinen Beruf starten zu können, sollte der Student lernen, sich ein eigenes Urteil bilden zu können, allgemein, als auch über pädagogische Konzepte. Dies sollte er durch das Begründen, Prüfen und Abwägen der Argumente tun. Die beste Voraussetzung um dieses Urteilvermögen zu erlangen bietet „die Beschäftigung mit wissenschaftlichen Theorien“.

  •  Einzigartigkeit der Situationen und Menschen:

Alle Menschen, ebenso Schüler als auch Pädagogen, sind sehr unterschiedlich und individuell, weshalb es wichtig ist von allgemeinen Formulierungen von Fachwissen im alltäglichen Arbeiten abzurücken und sie für die speziellen Situationen zu verändern.

  •  Zukunftsbezug des pädagogischen Handelns:

Es gibt im erziehungswissenschaftlichen Studium keine sofortige praktische Umsetzung. Das pädagogische Handeln muss sich “weitgehend unter unbekannten Bedingungen bewähren“, so Koller.

 

Das Studium hilft ein geschultes Auge zu bekommen um zukünftige, praktische Situationen bestmöglich beurteilen zu können. Es ist wichtig sich pädagogisch relevantes Theorie- und Methodenwissen anzueignen, auch wenn der Bedarf dafür noch nicht zu erkennen ist. Laut Koller ist es aber auch wichtig, dass Theorien in der Praxis nicht immer, bzw. schwer anwendbar sind. In der  Praxis muss schnell entschieden werden, was weitere Konsequenzen nach sich zieht, währen man im Studium ausreichend Zeit hat um das Für und Wider abzuwägen.

Die Feststellung Kollers‘ ist, dass es wichtig ist sich mehrere Methoden und Theorien anzueignen und zu reflektieren, aber auch, dass es keine richtige Antwort/Vorgehensweise gibt.

Essay Gruppenarbeit

Ergebnis unserer Gruppenarbeit

 

Dies ist das Ergebnis unserer Gruppenarbeit von heute.

Wir sollten die Essays die wir zu heute geschrieben haben in unserer Gruppe untereinander austauschen und von jeweils einem anderen Gruppenmitglied lesen. Danach wurden von jedem Essay die Kernpunkte herausgeschrieben, bezogen auf die Vorteile eines wissenschaftlichen Studiums im Hinblick auf den Lehrerberuf.

Dabei haben wir zusammenfassend festgehalten, dass man in einem wissenschaftlichen Studium viele verschiedene Methoden und Thesen kennenlernt und durch diese Methoden und Thesen eigene Methoden und Thesen entwickelt, als auch pädagogische Handlungskompetenz entwickelt (bei verschiedenen Problemen von verschiedenen Kindern die richtige Lösung in kurzer Zeit zu finden). Ebenso erweitert man während eines wissenschaftlichen Studiums seinen Horizont, sowie sein Allgemeinwissen um später auf fast alle Fragen von SchülerInnen eine Antwort zu haben.

Negativ bei einem wissenschaftlichen Studium um LehrerIn zu werden, ist der fehlende Praxisbezug, der sich nur in kurzen Praktikas erahnen lässt.

Essay: Erwartungen im Hinblick auf meine zukünftige Rolle als Pädagogin.

Der Lehrer/die Lehrerin an sich, hat eine sehr prägende Rolle, denn er/sie trägt wesentlich zur Entwicklung und Definition von Vorstellungen, Meinungen und Gedanken bei. Der/die Lehrerin wirkt unterstützend und mutmachend auf die Kinder/Schüler ein. Außerdem hat der/die Lehrerin die Rolle eines Schutzschildes der Schüler, falls z.B. Gewalt in den Familien von Schülern auftreten sollte.

In der Gesellschaft ist die Bedeutung der Lehrer unterschiedlich wahrzunehmen. Einerseits hat er ein hohes Ansehen, weil er für die Bildung der neuen Generationen verantwortlich ist. Andererseits, hat er ein eher niedriges Ansehen; es wird gesagt, Lehrer heutzutage tun nichts mehr, kriegen zu viel Geld und haben zu viel Urlaub.

Die Gesellschaft entwickelt sich erst aus Menschen mit ihren persönlichen Meinungen. Der Lehrer vermittelt seinen Schülern zwar gewisse Normen und Werte, die in der Gesellschaft als „normal“ angesehen werden, ermutigt sie jedoch, sich selbst ein eigenes Bild zu schaffen. Der Lehrer/die Lehrerin trägt somit wesentlich zu der Entwicklung der Gesellschaft bei.

Lehren bedeutet für mich, dass Schüler Spaß am Lernen finden und sie durch Ansichten, Meinungen etc. geprägt werden, die der Gesellschaft und auch meinen persönlichen Vorstellungen entsprechen. Das Vermitteln von Wissen spielt auch eine große Rolle.

Lernen ist ein großer Bestandteil des gesamten Lebens, der sich nicht nur auf die Schulzeit bezieht. Lernen ist wichtig, um etwas in seinem Leben zu „erreichen“.

Um die Schüler zu motivieren ist guter Unterricht essentiell. Guter Unterricht bedeutet für mich KEIN stupides Vorlesen von Texten, auf die Meinungen der Schüler einzugehen, auch wenn sie nicht mit der Gesellschaft kompatibel sind und dann andere Meinungen und Wege aufzuzeigen, Führung von Diskussionen um verschiedene Ansichten und Standpunkte kennenzulernen und letztendlich eine objektive Bewertung der Schüler nach ihrer Leistung und nicht nach Sympathie, Aussehen etc.. Das ist auch das, was ich von einem erziehungswissenschaftlichen Studium erwarte: Eine Ausbildung die mir verschiedene, am besten natürlich alle Möglichkeiten guten Unterricht zu geben zeigt und lehrt. Da diese Aufgabe sehr umfassend und arbeitsaufwendig ist, ist ein Studium sinnvoll. Insgesamt hat man mehr Zeit als in einer normalen, meist 3 Jahre umfassenden, Ausbildung, sich Methoden und Wissen anzueignen, als auch zu vertiefen. Ebenso erweitert man in einem erziehungswissenschaftlichen Studium sein Allgemeinwissen und seinen Horizont, was in einer Ausbildung leider oft nicht der Fall ist, da meist einfach die Zeit für so etwas fehlt. Allgemeinwissen ist jedoch essentiell für LehrerInnen, da sie oft von ihren SchülerInnen mit Fragen „gelöchert“ werden und auf vieles Antworten wissen müssen.

Ich sehe meine Aufgaben als Lehrerin darin, den Klassenzusammenhalt zu stärken und Wissen zu vermitteln (Lernstoff als auch praktische Dinge, die einem das Leben erleichtern). Außerdem ist es wichtig, die Probleme von den Schülern, seien sie schulisch oder familiär, rechtzeitig zu erkennen und gegebenenfalls zu handeln.