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Sammelband: Literalitäts- und Grundlagenforschung

Titel_Literalitäts- und Grundlagenforschung

Unter dem Titel “Literalitäts- und Grundlagenforschung” ist der Sammelband im August 2015 als Band 11 der Reihe Alphabetisierung und Grundbildung beim Waxmann-Verlag erschienen (ISBN  978-3-8309-3303-8). Das diesem Sammelband zugrunde liegende Vorhaben wurde mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter dem Förderkennzeichen W136702 gefördert.

In diesem Band zur Grundbildung liegen erstmalig bisher verteilt diskutierte Forschungsergebnisse und Theorieansätze, die vorrangig an der Universität Hamburg erzielt wurden, gebündelt vor. Er resultiert aus den Studien zur Verlinkung von Literalität und Deutsch als Fremdsprache – ein Thema, das aktueller nicht sein könnte. Weiterhin reflektiert er den noch immer eher langsamen Wandel von Alphabetisierung zur Grundbildung.

Die Beiträge stellen durchweg die Frage, wie das Lernen von Erwachsenen zu betrachten ist ‒ ob mit Grundbildungsbedarfen oder unter der Bedingung eines zugeschriebenen Migrationshintergrunds, ob im Kontext von Arbeitslosigkeit oder in der Identitätssuche bei Genderfragen, ob informell im Jugendverband oder als Kursleitung non-formaler Bildungsprozesse. Die theoretischen Folien, etwa der durchaus problematische Kompetenzbegriff und der in Hamburg so zentrale Lernbegriff, zeigen den inneren Zusammenhang auf.

lea.-Verlinkungsstudie: Statistische Verankerung von Modellen der Literalitäts- und Fremdsprachenkompetenz

Hintergrund und Forschungsbedarf

Nach Bekanntwerden der Größenordnung des funktionalen Analphabetismus in Deutschland, die mit 14,5% der Bevölkerung zwischen 18 und 64 Jahren eine absolute Zahl von 7,5 Millionen Menschen umfasst (Grotlüschen, Riekmann 2011), ist die Bedeutung einer Weiterentwicklung der Literalitätsforschung noch einmal dringlicher geworden.

Darüber hinaus stellt sich seit den Ergebnissen der Leo.-Studie immer wieder die Frage, wie leo. im Vergleich zu der Stufung des Europäischen Referenzrahmens Sprachen (GER) einzuordnen ist. Auch die im Alphabund entwickelten Alpha-Levels, die für das Rahmencurriculum von hoher Bedeutung sind, leiden darunter, dass sie bisher zwar theoretisch, nicht aber empirisch mit dem GER verankert sind.

Zur Beantwortung dieser noch offenen Fragen im Forschungsfeld Alphabetisierung dient die lea.-Verlinkungsstudie, welche an der Universität Hamburg unter der Leitung von Prof. Dr. Grotlüschen und Dr. Alisha Heinemann angesiedelt ist. Für die Laufzeit vom 01.01.2012 bis 31.12.2014 wird sie durch Fördermittel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung finanziert.

Ziel der lea.-Verlinkungsstudie

Das Ziel der lea.-Verlinkungsstudie ist es, die Alpha-Levels (leo. und lea.), die Stufen des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER) und die Stufen des Lernportals ich-will-lernen.de miteinander zu verlinken, um auf diese Weise Transparenz und Kommunizierbarkeit des Kompetenzmodells zu verbessern. Gelingt es nämlich, die Alpha-Levels in eine Beziehung zum GER zu setzen, könnten alle EU-Länder die leo.-Skala nachvollziehen und für ihre Zwecke interpretieren.

Da zeitgleich ein EU-Rahmenprogrammantrag für die internationale Verlinkung von leo., IVQ und Skills for Life vorbereitet wird, würde Deutschland seine Skala vermutlich europaweit zur Geltung bringen können. Die internationale Sichtbarkeit der vom BMBF geförderten Forschung würde davon nachhaltig profitieren.

Vorgehensweise der lea.-Verlinkungsstudie

Zum Zweck der Verlinkung werden vorhandene Items der „lea.-Studie“ mit Items aus dem Deutschtest fĂĽr Zuwanderer (DTZ), Aufgabenformaten aus dem Lernportal „Ich-will-lernen.de“ sowie mit Items der „leo. – Level-One-Studie“ verankert. GeprĂĽft werden dabei schwerpunktmäßig die Lese- und Schreibkompetenz von Erstsprachler/innen. Es geht dabei darum, die Items der vier Instrumente so miteinander ins Verhältnis zu setzen, dass transparent wird, an welchen Stellen sich die Progressionslinien und Entwicklungsstufen ĂĽberschneiden.

Während der Deutschtest fĂĽr Zuwanderer (DTZ) schwerpunktmäßig nach den Richtlinien des GER – Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen fĂĽr Sprachen vorgeht, orientieren sich die Items von ich-will-lernen.de an dem internen Curriculum des Lernportals. Die Items der Projekte leo. und lea. schlieĂźlich orientieren sich an den Alpha-Levels, die im Rahmen der Kompetenzmodellentwicklung des lea.-Projekts erarbeitet wurden.

Das statistische Ziel des Vorhabens ist es, die Schwierigkeiten der verschiedenen Instrumente an einem gemeinsamen Bewertungsraster, den Alpha-Levels auszurichten. Die empirische Verankerung ermöglicht auf diese Weise eine Vergleichbarkeit der einzelnen Instrumente und ihrer Testitems untereinander.

Itemauswahl, Konzeption des Testformats und Probandengewinnung

Nach der anfänglich notwendigen Sichtung der vorhandenen und verfügbaren Items aus den zu verlinkenden Instrumenten beschäftigt sich die Verlinkungsstudie aktuell mit der Zusammenführung der Items und der Konzeption des Testformats für die Verlinkung. Außerdem laufen bereits die Vorbereitungen zur Felderschließung und Probandengewinnung, damit nach der Verfahrenserprobung im Sommer 2012 die Gesamterhebung zur Verankerung der Items durchgeführt werden kann.

 


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