1 – Sonderpädagogische Diagnostik

Sonderpädagogische Diagnostik

Durch die PISA-Studien wurde einer breiten Öffentlichkeit deutlich, dass 20 % oder mehr aller 15-jährigen Menschen nicht über die schulischen Grundkenntnisse in den Fächern Deutsch und Mathematik verfügen, die sie befähigen, eine Berufsausbildung erfolgreich abzuschließen. Eine Nachqualifizierung für diese Personen wird derzeit unterschiedlich intensiv und mit mehr oder weniger Erfolg versucht.

Die Universität Bremen arbeitet – durch das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Verbundprojekt »lea.Literalitätsentwicklung von Arbeitskräften« – an einer Verbesserung dieser Situation. Das hier angesiedelte Teilprojekt »Sonderpädagogische Diagnostik« hat das Ziel, Diagnoseverfahren zu entwickeln, mit Hilfe derer festgestellt werden kann, über welche Kompetenzen Jugendliche und junge Erwachsene bereits auf den Gebieten »Lesen« »Schreiben« und »Rechnen« verfügen, bzw. ob, und auf welchen Gebieten ein Nachholbedarf besteht. Auf der Basis solcher Diagnosen sollen individuell angepasste Förderpläne mit dem Ziel einer Nachqualifizierung entwickelt und umgesetzt werden. Dies soll unter Berücksichtigung sonderpädagogischer Theorien, Diagnoseerfahrungen und Forschungsresultate im Gesamtprojekt erfolgen.

Die (nicht sehr zahlreich) zur Verfügung stehenden psychometrisch-normativen Verfahren erfassen die gegenwärtigen Kompetenzen der Lernenden im Bereich Lesen, Rechtschreiben oder Rechnen in Relation zu einer altersgleichen Gruppe. Individuelle Fördermaßnahmen hingegen erfordern curriculum- und prozessbezogene Diagnoseverfahren, mit denen bereits bewältigte und noch anstehende Lernschritte erkennbar gemacht werden können. Speziell der Ansatz curriculum-bezogener Diagnostik ist für die Erwachsenen- und Grundbildung ebenso neu wie unverzichtbar. Im Rahmen des Projekts soll dieser Ansatz prozessbezogen und förderungsbegleitend weiterentwickelt und transferiert werden. Insgesamt ist geplant, Möglichkeiten einer altersadäquaten Feststellung der vollzogenen und nicht vollzogenen Lernschritte auch für Lernende mit rudimentären Kenntnissen in den Fächern Mathematik und Deutsch zu eröffnen, sowie deren motivationales und emotionales Lernverhalten zu erfassen.

Dieses Teilprojekt enthält Schnittschnellen zu anderen Teilprojekten im Projektverbund. So ist geplant, die im Teilprojekt 1 (zusammen mit Teilprojekt 4) entwickelten Verfahren zu E-Assessment-Versionen weiter zu entwickeln. Dies soll in Kooperation mit dem Teilprojekt 3 erfolgen. Darüber hinaus soll die grundbildungsbezogene Diagnostik und berufsfeldspezifische Diagnostik (Teilprojekt 2) ergänzt werden können.

Kontakt

Teilprojektleitung:

Prof. Dr. Rudolf Kretschmann
Tel.: 0421 218 2583
E-Mail: rudolf.kretschmann@t-online.de

Projektmitarbeiterin:

Dipl. Psych. Petra Wieken
Tel.: 0421 218 69158
E-Mail: wieken@uni-bremen.de

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