4 – Prozessbegleitende Diagnostik am Übergang Schule-Beruf

Prozessbegleitende Diagnostik am Übergang Schule-Beruf

»lea.Literalitätsentwicklung von Arbeitskräften« bedeutet eine Implementierung erwachsenengerechter Förderdiagnostik sowie eine exemplarische Erhebung und Entwicklung von Curricula im Bereich der Grundbildung von Erwachsenen in der Arbeitswelt. Das Teilprojekt »Prozessbegleitende Diagnostik am Übergang Schule-Beruf und in der Arbeitswelt« zielt speziell auf die systematische Erhebung und Erfassung der Literalität von jungen Erwachsenen am Übergang Schule-Beruf.

Junge Erwachsene, die noch der allgemeinen Schulpflicht bzw. der Berufsschulpflicht unterliegen, werden in den Schätzungen über das Ausmaß von Analphabetismus nicht berücksichtigt. Dennoch zeigen Untersuchungen über die Lese- und Rechtschreibkompetenzen von jungen Schulabgängerinnen und Schulabgängern, dass ca. 4-5% jedes Jahr die Schule verlassen, ohne über ausreichende Schriftsprachkompetenzen zu verfügen (vgl. Kretschmann et. al 1990, S. 14/15). Nicht zuletzt wurde in der PISA-Studie festgestellt, dass 10% der 15-Jährigen im Leseverständnis nicht einmal Level Eins erreichen.

Beim Übergang in das Ausbildungssystem haben Jugendliche mit geringen Lese- und Rechtschreibkompetenzen kaum Chancen einen Ausbildungsplatz zu erhalten. Sie münden bestenfalls in Berufsvorbereitende Bildungsgänge ein, in denen jedoch die Lese- und Rechtschreibkompetenzen nicht systematisch diagnostiziert oder gar gefördert werden. Hier ist bereits mit einer systematischen Förderung anzusetzen, denn in dieser Phase sind die jungen Erwachsenen noch aufzufinden, da sie in unterschiedlichen Bildungsgängen verweilen, mit dem Ziel in eine qualifizierende Berufsausbildung einzumünden. Der Eintritt in das Arbeits- und Wirtschaftsleben ist mit vielfältigen, oft selektiven Tests verbunden. Die Zielgruppe erlebt und erleidet diese Testverfahren und leitet daraus ab, dass Tests generell unangenehm seien. Der Schritt in spätere Alphabetisierungskurse ist oft von Testängsten begleitet, wie TeilnehmerInnenaussagen eindrucksvoll zeigen (Alfa-Forum 56/2004, S. 20). Junge Erwachsene werden am Übergang Schule-Beruf nicht nur mit strukturellen Problemen konfrontiert, sondern auch die individuellen Fähigkeiten und Möglichkeiten werden Selektionsprozessen unterzogen, die ein Scheitern an der ersten Schwelle bedingen können.

Zur Umsetzung des Forschungsvorhabens wird im Teilprojekt 4 in drei Schritten vorgegangen:
1. Dokumentenanalyse und Erhebung bestehender Instrumente und Methoden sowie Erhebung von Alltagstheorien
2. Entwicklung, Erprobung und Testen von förderdiagnostischen Instrumenten im Bereich Grundbildung von jungen Erwachsenen am Übergangssystem zur Arbeitswelt
3. Übertragung der Diagnostik auf weitere Zielgruppen in der Arbeitswelt und Entwicklung von Curricula zur Förderung der Grundbildungskenntnisse bei jungen Erwachsenen am Übergangssystem und in der Arbeitswelt.

Ziel des Teilprojekts 4 ist die Fortschreibung der Erfassung sowie die prozessbegleitende individuelle Förderung der Grundbildungskompetenzen und Literalität von jungen Erwachsenen und Erwachsenen in unterschiedlichen Maßnahmen der beruflichen Qualifizierung wie beispielsweise schulische und außerschulische Berufsvorbereitung, Einstiegsqualifizierungen, Umschulung und Arbeitsgelegenheiten.

Kontakt

Teilprojektleitung:

Prof. Dr. Eva Quante-Brandt

Tel.: 0421 218 3359
0421 218 69 152

E-Mail: equante@aap.uni-bremen.de

Projektmitarbeiterinnen:

Dr. Eva Anslinger

Tel.: 0421 218 3108
E-Mail: eva.anslinger@aap.uni-bremen.de

Dipl.-Päd Anjuscha Jäger
Tel.: 0421 218 8780
E-Mail: ajaeger@aap.uni-bremen.de

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