LEO-Grundbildungsstudie

Die LEO-Grundbildungsstudie ist eine Follow-Up-Studie der LEO – Level-One Studie aus dem Jahr 2010/2011. Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und ist ein zentraler Baustein der Nationalen Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung.

Zentrale Ergebnisse der Vorgängerstudie sind in kompakter Form in einer Pressebroschüre in deutscher und englischer Sprache verfügbar.

leo. – Presseheft (deutsch)

leo. – Presseheft (englisch)

Die LEO-Grundbildungsstudie ist nicht eine bloße Replikation der ersten LEO-Studie. Neben dem Assessment der Lese- und Schreibkompetenzen von Erwachsenen (18 bis 64 Jahre) werden durch einen umfangreichen spezifischen Hintergrundfragebogen zahlreiche Fragenbereiche zum Alltagshandeln von Erwachsenen erfasst, die bisher noch nicht systematisch mit den Literalitätniveaus in Zusammenhang gebracht wurden.

Vortrag auf der PIAAC und PIAAC-L-Konferenz bei GESIS

Auf der „International Conference on PIAAC and PIAAC-Longitudinal“ am 5. und 6. April 2017 in Mannheim stellten Anke Grotlüschen und Klaus Buddeberg das Konzept der Studie im Rahmen des Symposiums „Adult reading and numeracy skills and practices“ vor.
Titel des Vortrags: „German adult literacy level one survey 2017/18: Concept and methodological approach.“

Die weiteren Vortragenden auf dem Symposium waren:

  • Stephen Reder (Portland State University, USA): Skill use. Engagement in reading, writing and numeracy practices.
  • Jeff Evans (Middlesex University, United Kingdom): Numeracy skills, numeracy skills use and numerate environment.
  • Britta Gauly (GESIS – Leibniz-Institute for the Social Sciences, Germany): A better understanding of adults
    with lower literacy skills – use of reading components and skill use data (Co-Autorin: Barbara Nienkemper, Universität Hamburg)

1. Treffen des Projekt-Beirats

Am 18. Mai 2017 trat der Beirat der LEO-Grundbildungsstudie in Hamburg zu seiner ersten Sitzung zusammen.

Eckdaten zum Projekt

Der offizielle Start des Projekts ist am 1. April 2017. Das Projekt endet mit dem Jahresende 2019. Die durchzuführende bevölkerungsrepräsentative Haushaltsbefragung wird europaweit ausgeschrieben.

Die Feldphase des Projekts wird voraussichtlich Anfang 2018 beginnen. Erste Ergebnisse sind dementsprechend ab Mitte 2018 zu erwarten.

Projekt-Beteiligte

Prof. Dr. Anke Grotlüschen
Professorin für Lebenslanges Lernen (W3)
Fachbereich Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg
anke.grotlueschen@uni-hamburg.de

Dr. Klaus Buddeberg
wissenschaftlicher Mitarbeiter
Projektleitung
klaus.buddeberg@uni-hamburg.de

Dr. des. Franziska Bonna
wissenschaftliche Mitarbeiterin
franziska.bonna@uni-hamburg.de

Gregor Dutz
wissenschaftlicher Mitarbeiter
gregor.dutz@uni-hamburg.de

Lisanne Heilmann
wissenschaftliche Mitarbeiterin
lisanne.heilmann@uni-hamburg.de

Christopher Stammer
wissenschaftlicher Mitarbeiter
christopher.stammer@uni-hamburg.de

Anna Heimböckel
studientische Mitarbeiterin

Projekt-Beirat

Das Projekt wird durch einen wissenschaftlichen Beirat begleitet.
Dem Projektbeirat gehören an:

  • Prof. Dr. Helmut Bremer, Universität Duisburg-Essen,
    Vorsitzender der DGS-Sektion Bildungssoziologie
  • Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Ingrid Gogolin, Universität Hamburg,
    President of the World Education Research Association (WERA)
  • Prof. Dr. Johannes Hartig, DIPF Frankfurt
  • Prof. Dr. Klaus Hurrelmann, Hertie School of Governance, Berlin
  • Prof. Dr. Carola Iller, Universität Hildesheim,
    Vorsitzende der DGfE-Sektion Erwachsenenbildung
  • Prof. Dr. Corinna Kleinert, LIfBI, Universität Bamberg
  • Prof. Dr. Nele McElvany, Technische Universität Dortmund
  • Prof. Dr. Beatrice Rammstedt, GESIS Mannheim
  • Prof. Dr. Josef Schrader, DIE Bonn
  • Prof. Dr. Heike Solga, WZB Berlin

 

Die Vorgängerstudie: LEO – Level-One Studie

Das Forschungsprojekt „LEO – Level-One Studie“ (auch LEO-Studie) fand zwar mit dem Ende der Projektförderung durch das BMBF Ende April 2013 seinen formalen Schlusspunkt, seine Ergebnisse werden aber auch weiterhin in der (Fach-)Öffentlichkeit diskutiert. Die Resultate der Studie haben großen Widerhall gefunden.

leo. – Presseheft (deutsch)

leo. – Presseheft (englisch)

Die LEO-Studie hatte das Ziel, ein Benchmark (dt. Bezugswert) zur Größenordnung des funktionalen Analphabetismus bei deutsch sprechenden Erwachsenen zu definieren. Zur Einordnung und Bewertung wurden Zusammenhänge zu bereits bestehenden Erhebungen zur Literalität, wie z.B. IALS hergestellt. Die Studie sollte nicht die Literalität der gesamten Bevölkerung ausdifferenzieren, sondern gezielt die Lese- und Schreibfähigkeit im niedrigsten Kompetenzbereich, dem so genannten ‚Level One‘ ermitteln.

Im Frühjahr 2011 wurden erste Ergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Kernaussage lautete damals: 7,5 Millionen Deutsch sprechende Erwachsene können nur so eingeschränkt lesen und schreiben, dass sie von voller selbstständiger gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen sind, bzw. häufig auf Unterstützung angewiesen sind.

Seit der Veröffentlichung dieser ersten Hauptergebnisse wurden weitere und differenziertere Resultate in einer Reihe von Buch- und Zeitschriftenbeiträge veröffentlicht. Zudem wurden LEO-Ergebnisse in einer langen Reihe von Vorträgen und Präsentationen auf Tagungen und Kongressen vorgestellt. Auch nach dem formalen Ende des Projekts fanden und finden weitere Vorträge statt.

Neben der differenzierten Quantifizierung des Phänomens ‚Funktionaler Analphabetismus in Deutschland‘ konnte die LEO-Studie einen weiteren wichtigen Beitrag zur Diskussion um funktionalen Analphabetismus liefern. Da die bisherige Forschung weitgehend auf Informationen von Teilnehmenden an Alphabetisierungskursen zurückgreifen musste, entstand ein verzerrtes Bild über die gesamte Adressatengruppe. Während nämlich die Beobachtungen aus den Kursen das Klischee zu stützen vermögen, bei funktionalen Analphabetinnen und Analphabeten handele es sich mehrheitlich um arbeitslose und sozial weitgehend isolierte Personen ohne Schulabschluss, zeigt die LEO-Studie ein differenzierteres Bild: Mehrheitlich stehen die Betroffenen im Berufsleben, haben weit überwiegend einen Schulabschluss und sind nicht in erkennbarem Maße stärker sozial isoliert als andere Teile der Gesellschaft.

Die Resultate sind online abrufbar als insgesamt 12 Newsletter, die so genannten LEO-News und als Pressebroschüre in deutscher und englischer Sprache (s.u.). Die zentrale Publikation ist der LEO-Ergebnisband ‚Funktionaler Analphabetismus in Deutschland‘, herausgegeben von Anke Grotlüschen und Wibke Riekmann, erschienen 2012 im Waxmann Verlag.

LEO wurde durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Das Projekt war an der Universität Hamburg angesiedelt und stand unter der Leitung von Prof. Dr. Anke Grotlüschen und Dr. Wibke Riekmann unter Mitarbeit von Klaus Buddeberg.  Als Kooperationspartner waren Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Rainer Lehmann von der Universität Berlin und Prof. Dr. Johannes Hartig vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung am Projekt beteiligt. Die Erhebung führte TNS Infratest Sozialforschung (München) durch.

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