Die Geburt des Portfoliokonzepts

Nach langen Überlegungen und Annäherungsversuchen steht nun das Konzept.

Wie ich bereits in meinen Vorüberlegungen zum eigenen E-Portfolio erwähnte (folge dem Link), werde ich mich dem Thema Märchen im Deutschunterricht in der 5.-6. Klasse widmen. Der Impulsgeber war mit Sicherheit Felix Winter mit seinem Beitrag „Märchen wachgeküsst. Portfolioarbeit im fächerübergreifenden Unterricht“, den ich gründlich in meinem letzten Beitrag (folge dem Link) präsentierte und reflektierte. Der Prozess der Ausgestaltung wurde weiterhin vorangetrieben durch Materialien, die das Netz hergab. Die Wahl der Quellen und Materialien erfolgte selbstverständlich unter Zuhilfenahme der kritischen Brille. Meine Online-Recherche brachte mich auf drei wichtige Quellen, die mein Projekt in Schwung brachten. Essenziell für mein E-Portfolio-Konzept waren folgende Seiten:

Bevor man eine Idee implementiert, ist es sinnvoll, vorher ein Planungsraster aufgeschrieben zu haben, damit man nicht ganz planlos an die Umsetzung rangeht. Es ist mir wichtig zu betonen, dass das hier vorliegende Planungsraster eher einen offenen Charakter hat, was mit sich bringt, dass einige Punkte bei der Umsetzung weggelassen oder neue, ausgehandelt, hinzugefügt, werden können. Um den Handlungscharakter von dem ganzen Projekt auch im Namen sichtbar zu machen, wird bei meinen schriftlichen Darlegungen von Szenarien die Rede sein. Thematisiert werden folgende Szenarien:

  • Mediales Szenario
  • Zeitliches und räumliches Szenario
  • Inhaltliches Szenario
  • Leistungsszenario und Feedback-/Reflexionsszenario

Die vier Szenarien werden in eine Aufführung / eine Präsentation münden.

Mediales Szenario

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Camtasia_flicrDas tragende Medium für das E-Portfolio wird WordPress sein. Die Vorteile von der Software habe ich bereits in meinem Beitrag zum Planungsraster aufgezählt (folge dem Link). Die SuS werden mit der Funktionsweise von WordPress von der Lehrkraft im Rahmen eines Workshops vertraut gemacht. Der Workshop wird in der ersten Woche in einem Block abgehalten werden und einen interaktiven Charakter haben. Auf diese Weise werden die SuS in die Funktionalitäten der Software eingeführt und dabei einzelne Aufgaben erledigen. Die erprobten Funktionalitäten werden mit Hilfe von Camtasia abgefilmt, so dass die SuS sich die Workshopvideos immer wieder anschauen können, wenn sie auf Probleme bei der technischen Umsetzung ihrer Ideen stoßen. Auf diese Weise wird ein Stück E-Learning erweitert, da die SuS ein fertiges Videotutorial bekommen, auf das sie immer wieder zurückgreifen können. Gleichzeitig werden sie einen Desktop-Camcorder kennenlernen, mit dem sie dann in der Abschlussphase ihres Projekts arbeiten können, wenn sie möchten. Die Idee ist, dass die SuS einige fertige Produkte, welche genau, wird im Laufe des inhaltlichen Szenarios spezifiziert, präsentationsfähig und kommentiert, aufnehmen. Auf die Funktionsweise von Camtasia wird im Workshop zwangsläufig eingegangen, da die Funktionalitäten damit abgefilmt werden. Das erstellte Tutorial wird den SuS auf der Homepage des Kurses zur Verfügung stehen. Neben dem erstellten Tutorial werden die SuS auf die Homepage mit den die Funktionsweise von Camtasia erklärenden Tutorials verwiesen: http://www.techsmith.de/tutorial-camtasia.html.

Darüber hinaus wird den SuS gezeigt, wie sie mit dem Programm Audacity arbeiten können. Audacity ist freie, plattformunabhängige Open-Source-Software für die Aufnahme und Bearbeitung von Audiodateien. Diese Software und/oder Camtasia werden die SuS wahlweise, je nach gewähltem Schwerpunkt, im Verlauf des Projekts benutzen. Audacity soll bei der Erstellung von Märchenhörspielen genutzt werden. Bei der Präsentation von Audacity wird entweder genauso wie bei Camtasia vorgegangen oder bei Zeitknappheit wird es einfach nur als Videotutorial auf die Homepage des Kurses gestellt. Da ich im Rahmen einer Medienpädagogikveranstaltung an der Uni Mainz an einem Gruppenprojekt teilgenommen habe, aus dem ein brauchbares Tutorial zum Thema „Mit Audacity Märchenhörspiele im Deutschunterricht gestalten“ hervorgegangen ist, würde ich dieses Produkt den SuS als Tutorial zur Verfügung stellen.

Video

Vom Märchen zum Hörspiel

Im Workshop wird zudem auf die Programmgruppe Hot Potatoes eingegangen. Das Programm besteht aus 6 Modulen, die im Folgenden aufgelistet werden:

  • JQuiz: Quizfragen
  • JMix: Schüttel-Übungen: Vertauschung von Satzteilen / Wörtern / Buchstaben
  • JCross: Kreuzworträtsel
  • JMatch: Zuordnung von Texten, Bildern oder Sounds zu dazugehörenden Lösungen
  • JCloze: Lückentextübungen
  • Masher: Zusammenstellung von Hot Potatoes Übungen zu einer Einheit

Mit dieser Programmgruppe sollen die SuS 2 bis 3 Aufgaben für ihre Mitschüler konzipieren und auf dem Blog verfügbar machen. Auf die Aufgabenstellung wird beim inhaltlichen Szenario genauer eingegangen. Im Workshop sollten sie anhand von einem Märchenquiz zunächst mit dem Programm und seinen weiteren 5 Modulen in Berührung kommen.

Hier geht es zum Quiz:

Die Wassernixe

Das Material zur Funktionsweise und alle nötigen Informationen werden die SuS in einer pdf-Datei zur Verfügung gestellt bekommen. Das Aneignen müsste in Phasen selbständigen Arbeitens zu Hause erfolgen.

Neben dem gestalterischen Aspekt sollen obligatorisch 2 Themen behandelt werden, nämlich: „Was ist zu beachten bei Bilder-Nutzung“ und „Was ist Creative Commons“? Zur Bearbeitung dieser Themen werden folgende Infografiken genutzt:

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Zeitliches und räumliches Szenario

Das geplante E-Portfolio soll ca. 10-12 Wochen dauern. Die SuS in der 5./6. Klasse haben zwischen 4-5 Stunden Deutsch. Bei 10 Wochen kommt man auf ca. 40-50 Stunden Deutschunterricht. Dabei muss man beachten, dass die gemeinten Stunden 45 Minuten und keine 60 Minuten dauern. Bei der Durchführung des Projekts müsste man sich im Vorfeld darum kümmern, dass die Stunden nicht als Einzelstunden stattfinden, sondern mindestens in 90 Minuten geblockt sind. Falls das nicht gegeben ist, müsste man die nötigen Stundenarrangements mit den Kollegen an der Schule absprechen. Wichtig wäre auch, dass in der Woche, in der der Workshop stattfindet, die 5 Stunden zu einem Block zusammengeführt werden können. Auch das, obwohl auf den ersten Blick umständlich, könnte mit guter kollegialer Absprache machbar sein.

Nachträgliche Überlegung: Noch besser wäre es, einen Projekttag/Fachtag bei dem Schulleiter zu beantragen, dann hätte man keine kollegialen Absprachen halten müssen und der ganze Tag würde der Lehrkraft zur Verfügung stehen.

Zum räumlichen Arrangement lässt sich Folgendes sagen: Ideallerweise gibt es an der Schule einen Raum, der mit WI-FI und Notebooks ausgestattet ist, der immer wieder benutzt werden kann und in dem alle Notebooks problemlos funktionieren, weil sie richtig gewartet werden.

Noch besser wäre es, wenn die Notebooks in den üblichen Deutschunterrichtsraum mit einem Notebookwagen problemlos gefahren werden könnten, sodass die vertraute Kulisse nicht verändert werden müsste.

Inhaltliches Szenario

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Beim inhaltlichen Szenario geht es um die Fragen des Portfoliomodells und der inhaltlichen Ausgestaltung. Ich möchte das E-Portfolio als Kursportfolio mit Phasen selbständigen Arbeitens einführen, wobei mir der Begriff der Offenheit nach wie vor wichtig ist. Die vorgeschlagenen Inhalte sind als grobe Richtung zu verstehen. Neue Inhalte oder Aufgaben wären im Prozess des Aushandelns denkbar. Dennoch sind die Themen an den Rahmenplan für Deutsch 5./6. Klasse angelehnt, damit das E-Portfolio schulfähig ist und der vorgesehene Inhalt auf irgendeine Art und Weise realisiert wird.

BlickInDenArbeitsplanEin Blick in den Bildungsplan ergab Folgendes:

Dem Bildungsplan ist zu entnehmen, dass für das Fach Deutsch 4 Arbeitsbereiche vorgesehen sind, die miteinander verzahnt sind, nämlich:

I. „Literatur, Sachtexte und Medien“: Im Bereich I geht es wesentlich um die vielfältigen Möglichkeiten des Umgangs mit Literatur, Medien und Sachtexten. Wichtig ist dabei die Entfaltung produktiver und kreativer Fähigkeiten und das Wecken, Erhalten sowie Vertiefen der Lesekompetenz. Wichtiger Punkt scheint auch die Förderung der Medienkompetenz zu sein. Der Umgang mit Medien soll der Förderung der Sensibilität für das Zusammenwirken von Sprache und Bildern dienen. Medienprodukte werden zum einen untersucht, zum anderen selbst gestaltet. Die SuS sollten zu medienkundigen und kritischen Wesen erzogen werden. Neben den Druckmedien werden auch auditive Medien (Hörfunk), audiovisuelle Medien (Film, Fernsehen, Video) sowie multimediale Lern- und Kommunikationsangebote (Internet, CD-ROMs) als wichtige Einflussquellen auf Kenntniserwerb, Emotionalität, Urteilsfähigkeit und Wertvorstellung aufgezählt. Bei der Wahl der Themen und Texte ist die Verbindung zu anderen Fächern erwünscht.

II. „Schreiben“: Im Arbeitsbereich Schreiben sollten den SuS vielfältige Schreibanregungen angeboten werden. Schreibanlässe ergeben sich hierzu aus der Beschäftigung mit Literatur, Medienprodukten und Sachtexten sowie aus dem spielerischen Umgang mit Sprache.Dabei soll die Arbeit mit Computern helfen, Barrieren gegen das Schreiben abzubauen und neu zum Schreiben zu motivieren. Des Weiteren wird eine vielfältige Überarbeitung mit Textverarbeitungsprogrammen ermöglicht und dadurch ein sorgfältiger Umgang mit Texten geübt. Das Einüben der Rechtschreibung und Zeichensetzung soll mit berücksichtigt werden.

III. „Sprechen und Gespräch“: In diesem Beriech werden Sprechen und Zuhören sowie Ausdrucksmöglichkeiten erprobt und es wird zum Sprechen ermutigt.

IV. „Sprachverwendung und integrative Grammatik“: In diesem Baustein werden Aussagemöglichkeiten und Bauformen geübt. Insbesondere in Jahrgangsstufen 5 und 6 werden die grundlegenden Regeln der Sprache und der Rechtschreibung erarbeitet und in unterschiedlichen Zusammenhängen erprobt.

Verbindlich für die Jahrgangsstufen 5 und 6 sind u.a.: Kinder- und Jugendliteratur, Gedichte, Vergleich zwischen einer literarischen Vorlage und ihrer medialen Umsetzung, Schreiben als Mittel der Auseinandersetzung mit Literatur, Sachtexten und Medien, kreatives Schreiben, Rechtschreibung und Zeichensetzung. Als Arbeitstechniken gelten u.a.: Überarbeitung von Texten, Mappenführung. Verbindlich sind zudem Formen der szenischen Interpretation und Kriterien des text- und adressatenbezogenen Vorlesens. An Grammatik werden obligatorisch Wortarten, Wortbedeutung, Wortbildung, Satzglieder und Satzglieder behandelt. hamburg-28533_1280

Quelle: Hamburger Bildungsplan

 

Lernszenarien

Die SuS werden im Laufe des Unterrichts exemplarisch einige Aufgaben bearbeiten und in Phasen selbständigen Arbeitens, die aus dem Unterricht ausgelagert werden, um dann aber in den Präsentations-/Bilanzphasen zurückzukehren, einige frei wählbare Vertiefungsaufgaben erledigen, die dem Aufgabenkatalog zu entnehmen sein werden. Mit den unten präsentierten Lernszenarien sollten unterschiedliche Kompetenzen und Fähigkeiten geschult werden, u.a.:

  • Medienkompetenz
  • Schreibkompetenz
  • Lesekompetenz
  • Kreativität
  • Eigenständiges und reflexives Lernen
  • Dialogisches und kooperatives Lernen
  • Feedbackkultur
  • Präsentationsfähigkeit
  • Sorgfältigkeit in Hinsicht auf die Produktqualität

Warum Märchen?

Bruno Bettelheim schrieb 2006 ein Buch Kinder brauchen Märchen in dem er erläuterte, warum Märchen besonders wichtig in der Sozialisation der Kinder sind. Einige wichtige Kernpunkte zählt Heike vom Orde in ihrem Artikel „Bruno Bettelheim: Kinder brauchen Märchen“ auf:

  • Märchen bieten entwicklungsfördernde Projektionshilfen
  • Märchen bieten Erkenntnis des Lebens von innen her
  • Märchen helfen Ängste abzubauen
  • Märchen entsprechen dem Denken und Erleben des Kindes

Quelle unter folgendem Link

Abgesehen von den entwicklungspsychologischen Aspekten bieten Märchen noch viel mehr und sind somit ganz dankbarer didaktischer Stoff.

Behandelt werden nicht nur Grimmsche Märchen, aber auch Märchen aus anderen kulturellen Kreisen (europäisch und außereuropäisch [afrikanisch, orientalisch, indisch]), damit die SuS Einblicke in anderes kulturelles Kulturgut bekommen und interkulturelle Vergleiche praktizieren. Die Texte der Grimmschen Märchen werden in vereinfachter Sprache benutzt, so wie sie im Katalog des Goethe Instituts vorhanden sind. Diese Entscheidung resultiert daraus, dass Originalmärchen veraltete Präteritumsformen sowie veralteten Wortschatz enthalten und somit teilweise sperrig für die Lerner sind, insbesondere für die Lerner mit Deutsch als Zweitsprache, was in diesem E-Portfolio auf jeden Fall Beachtung findet.

Lernszenario 1/ Einstieg in die Reihe Märchen

Dieses Arbeitsszenario besteht aus folgenden Aufgaben:

  • Erarbeitung einer Märchendefinition
  • Behandlung grammatischer Themen wie Präteritum, Präsens, direkte Rede und Zeichensetzung
  • Spielerische Annäherung an Märchenschreiben mit Hilfe eines Würfelspiels
  • Ein Interview mit 2 Märchenautoren zum Thema „Wie entstehen Märchen, was muss man beim Schreibprozess beachten“ (Interview 1 und Interview 2)
  • Perspektivenwechsel in bekannten Märchen
  • Kreatives Schreiben anhand von Märchenanfängen / Umschreiben bekannter Märchen
  • Ein Märchen in eine Cartoongeschichte umwandeln

Vertiefung:

  • Entscheide dich für ein Märchen und bringe eine Figur aus diesem Märchen zum Psychologen. Schreib einen Dialog zwischen dieser Figur/diesen Figuren und dem Psychologen
  • Erstelle einen Märchenkalender für das Jahr 2016, verwende dabei passende Bilder und Zitate
  • Kommisar/in „M“ und das Team lösen den Fall. Formuliere Fragen zum Geschehen, verfasse ein Drehbuch zum Märchen-Tatort
  • Märchen Live: Schreibe den Text in eine „Live-Reportage“ um. Benutze dabei die Präsensform, der Reporter kann einzelne Figuren interviewen.

Hinweis: Alle Interviews werden in Schriftform und als Aufnahme abgegeben.

Lernszenario 2

Das erste Arbeitsszenario basiert auf dem Vorschlag von Andreas Pitzer, den er auf Lehrer Online veröffentlich hat (http://www.lehrer-online.de/url/maerchen-mit-hotpotatoes). Mit diesem Unterrichtsvorschlag sollten hauptsächlich Lese- und Medienkompetenz geübt werden. Für diese Unterrichtsreihe werden ca. 8 Stunden angesetzt. Der Autor hat sich für die Gattung Märchen entschieden, da Märchentexte die SuS zum Lesen motivieren. Der Unterrichtsvorschlag wurde von mir zum Teil übernommen, zum Teil modifiziert. Die Originalversion mit allen nötigen Materialien findest du unter dem oben genannten Link.

Inhaltliche Ziele sind:

  • das sinnentnehmende Lesen üben
  • ihre Lesekompetenz anhand von Kreuzworträtsel-Übungen überprüfen
  • Fragen zu einem ausgewählten Märchen entwickeln und daraus eigene Rätselübungen erstellen
  • eigene Märchen am PC schreiben, überarbeiten und in einem Klassenmärchenbuch zusammenfassen

 Ziele aus dem Bereich Medienkompetenz

Die SuS sollen:

  • Grundfunktionen der Freeware „Hot Potatoes“ kennen lernen und den Umgang mit dem Programm üben
  • eigene Hot Potatoes-Übungen entwerfen und mit dem Programm umsetzen
  • Funktionen des Textverarbeitungsprogramms „Word“ kennen lernen und kreativ eigene Texte am PC schreiben

Vorkenntnisse der SuS:

Die Schülerinnen und Schüler haben die Textsorte „Märchen“ im Vorfeld dieser Einheit bereits kennen gelernt, Handlungsstruktur und Märchenmotive untersucht und analysiert sowie ein Märchen szenisch dargestellt.

Ablauf:

  • die SuS lesen für sich das Märchen „Die Wassernixe“ und lösen anschließend das dazugehörige Kreuzworträtsel
  • die SuS arbeiten in Zweiergruppen an dem Märchentext „Die Sterntaler“ von den Gebrüdern Grimm und lösen gemeinsam das Kreuzworträtsel zum oben genannten Märchen

Anschließend wird in Paaren das sinnentnehmende Lesen geübt.

  • Die SuS erstellen in Partnerarbeit anhand eines der vorhandenen Kurzmärchen aus der Märchenliste ein Kreuzworträtsel für ihre Schulkameraden. Es handelt sich um folgende Märchen:

„Der goldene Schlüssel“, „Rätselmärchen“, „Die Wassernixe“, „Der undankbare Sohn“, „Der süße Brei“, „Der alte Großvater und der Enkel“, „Die drei Faulen“ (alle von den Brüdern Grimm), die russischen Volksmärchen „Das Häschen Prahlhans“ und „Das Rübchen“ sowie das Märchen „Die drei Wünsche“ aus den Pyrenäen

  • Die erstellten Märchen werden von den Schulkameraden gelöst und abschließend in der Runde kommentiert
  • Diejenigen SuS, die mit dem Auftrag schneller fertig werden, sollten den Lückentext zum Thema Märchen lösen:

Alle Materialien als Zip-Datei unter Lehrer Online:Märchen mit Hot Potatoes

Vertiefung: Die SuS schreiben am Computer ein eigenes oder umschreiben ein Märchen aus der Liste und erstellen mit Hilfe von der Hot Potatoes ihr eigenes Aufgabenset (mindestens 3 Übungen)

Lernszenario 3:

Bei diesem Szenario werden Gruppen gebildet, die sich für vorgeschlagene Themen interessieren und an den Miniprojekten teilnehmen möchten. Die Miniprojekte werden mit Hilfe von folgenden Werkzeugen/Medien erstellt: Handykameras, Audacity, Paint, Malstifte/Farben. Die Ergebnisse werden abfotografiert oder aufgenommen und in entsprechenden Formaten in die E-Portfolios eingestellt. Ausgeführt werden folgende Handlungen:

  • Malen zu Märchen
  • Vertonen von Märchen
  • Märchen spielerisch darstellen
  • Ein Minimusical erstellen
  • Ein Hörbuch erstellen

Bei der Auswahl von Märchen sollten die Märchentextsammlung vom Goethe Institut sowie die Homepage des Instituts zum Thema Märchen genutzt werden, weil da Märchen neben ihrer Textform auch zum Hören vorhanden sind. Des Weiteren findet man da Märchen nicht nur aus Deutschland, aber auch aus unterschiedlichen kulturellen Kreisen. Man kann sich über viele Themen informieren und im Märchen-Lexikon recherchieren. Empfehlenswert wäre auch die Vorleser Seite, da auf dieser Seite Märchen sowohl in Text als auch in Audioversion vorhanden sind. Das Erstellen eines Hörspiels mit Audacity wurde bereits im Workshop thematisiert und das dazugehörige Tutorial eingestellt.

Vertiefung:

  • Ein Interview mit den Machern ausgewählter Produkte vorbereiten/schreiben, durchführen, aufzeichnen und einstellen.

 Schwerpunkte setzen, Aufgabenkatalog individuell zusammenstellen:

Die unter den Lernszenarien formulierten Vertiefungsaufgaben sind frei kombinierbar. Es muss jedoch aus jeder Vertiefung eine Aufgabe gewählt werden, so dass 3 Vertiefungsaufgaben bearbeitet werden.

Leistungsszenario und Feedback-/Reflexionsszenario

Die beiden Szenarien sind miteinander insofern vernetzt, dass die Feedback- und Reflexionsschleifen in die Leistung eingehen. Die Leistungsbewertung wird mehrperspektivisch gestaltet sein.

Während der Kursdauer werden Beratungseinheiten eingerichtet, die zur Klärung von Fragen und Bereitstellung von Hilfen dienen sollten. Die Beratung kann sowohl im Plenum als auch individuell organisiert sein. Wichtig ist, dass die Beratungsgespräche mit dem Lehrer von den SuS wahrgenommen werden, da der Verlauf des Gesprächs, der u.a. auch den Gedankenweg der SuS verfolgen sollte, in die Gesamtnote einfließen wird. Zur Beratung können ein spezieller Raum und unterschiedliche Uhrzeiten/ Termine vorgeschlagen werden. Das beratende Treffen würde nach dem vorherigen E-Mail-Anmeldeverfahren festgelegt werden. Mögliche Treffmodi wären:

  • In der Schule
  • Per Skype (virtuelles Videotreffen)

Darüber hinaus müssten die erstellten Produkte aus der Vertiefungsphase mit der Kommentierfunktion versehen werden, damit alle SuS ihre Rückmeldungen bis zu dem jeweiligen Abgabetermin abgeben können. Ihre Rückmeldungen sollen nach dem Sandwichprinzip ablaufen, denn nur so ein konzipiertes Feedback ist konstruktiv in seiner Form und seiner Wirkung!

Die Einstellung der vertieften Aufgaben wäre für jedes Lernszenario mit einem Abgabedatum versehen. Dies ist notwendig, damit die jungen SuS bei ihrer noch nicht ganz ausgeprägten Selbststeuerung und Selbständigkeit unterstützt werden können. Nach dem Ablauf des Abgabetermins würde die Lehrkraft die Aufgabe kommentieren und den SuS die Chance geben, sie noch einmal zu überarbeiten.

Die Reflexion würde auch in die Bewertung miteinfließen. Als explizite Reflexionsinstrumente werden Wochenbericht und Produktbericht eingeführt. Das implizite Reflektieren ergibt sich aus der Wahl der Produkte und aus den Beratungsgesprächen. Der Wochenbericht wird als offene und persönliche Lernreflexion rückblickend für das jeweilige Lernszenario geschrieben. Hierbei handelt es sich um das Phänomen des schreibenden Reflektierens. Die erbrachten Leistungen werden dann in die Noten übersetzt, die wiederum auf die für die Schule wichtigen Lernbereiche angewandt werden. Auch die anschließende Präsentation der Produkte würde sich in den Noten widerspiegeln.

Das Konzept ohne Noten zu implementieren wäre fast utopisch. Um dem aktuellen System Schule gerecht zu werden, müssen Noten vergeben werden. Dennoch ändert sich an dieser Notengebung gravierend das WIE bewertet wird. Thomas Häcker zufolge, könne das Portfolio “das Schwert der Leistungsbeurteilung (…) stumpfen” („Portfolio als Beurteilungsinstrument?!“).

Die Tatsache, dass neben Lern-auch Reflexionswege mitbewertet werden, stellt ein Novum dar. Der komplette Verzicht auf die Noten könnte erst eintreten, wenn die Schule neu –notenfrei- gedacht wird. Erst dann kann das Konzept des Portfolios seine „Entkoppelungsfunktion von Lernen und Leistung“ völlig entfalten. Eine Bottom-up- Bewegung ist in diesem Fall nicht ausreichend. Die Änderungen müssten systemisch, also Top-down erfolgen.

Präsentieren soll das ganze Spiel beenden

Jedes Szenario wird mit dem Ziel der Aufführung geschrieben. Auch meine Szenarien weichen hier nicht vom Gewohnten ab. Die SuS sollten ihre Produkte (aus der vertiefenden Phase selbständigen Lernens) ihren Mitschülern präsentieren. Wie sie präsentieren, ist ihnen überlassen. Interessant wäre, eine Art Ausstellung mit interaktiven Installationen zu machen. Dafür müsste man an der Schule einen geeigneten Raum finden, den man für einen längeren Zeitraum als Ausstellungsraum nutzen könnte, in dem SuS anderer Jahrgangsstufen, Eltern und Lehrer sich die Installation anschauen und ihre Kommentare hinterlassen können. Noch interessanter wäre es, wenn man die Installation am Tag der offenen Tür nutzen könnte, was zur guten Außendarstellung der Schule beitragen würde.

Kritischer Blick: Beim zweiten Lesen musste ich einsehen, dass der Workshop u.U. zu umfangreich konzipiert ist und dass die SuS eventuell überfordert sein könnten. Was könnte man mit so einer Erkenntnis machen? Da ich anfangs erwähnte, dass die Szenarien verhandelbar sind, wäre es möglich, je nach Dynamik des Workshops, ihn nur bis zu einem bestimmten Punkt durchzuführen und den zweiten Teil mit den restlichen Inhalten an einem anderen Termin anzubieten. Schlussfolgernd müsste man zwei Workshopszenarien ausarbeiten. Wichtig ist, dass der erste Workshoptermin unbedingt die WordPress-Software behandelt, weil sie das tragende Medium des E-Portfolios ist. Den Rest könnte man vom inhaltlichen Szenario abhängig machen. Nach dem Abgleich meines medialen Szenarios mit den Arbeitstechniken aus dem Bildungsplan Deutsch für 5. und 6. Stufe musste ich feststellen, dass die von mir vorgeschlagenen Arbeitstechniken kaum auftreten. Nichtsdestotrotz glaube ich, dass man versuchen kann, diese Techniken den SuS zuzumuten, damit sie schon ganz früh sowohl den kritischen als auch den gestalterischen Umgang mit Neuen Medien üben und somit schon relativ schnell den Sprung auf der Entwicklungsstufe vom Rezipienten/Konsumenten hin zum Produzenten schaffen und gleichzeitig in Selbstorganisation geübt werden.

Reflexionsschleife zu den aufgeführten Szenarien:

Das mediale Szenario scheint sehr anspruchsvoll zu sein. Dennoch glaube ich, dass die vorgeschlagenen Programme für das so konzipierte E-Portfolio von Nutzen sein könnten. Die Programme sind nicht so kompliziert, wie sie auf den ersten Blick scheinen und ermöglichen den SuS die Gestaltung interessanter Produkte. Obwohl die SuS erst in der 5./6. Klasse sind, werden sie den Umgang mit diesen Programmen höchstwahrscheinlich relativ schnell verinnerlichen. Diese Überzeugung resultiert daraus, dass die SuS heutzutage zu der Generation „Digital Natives“ gehören und somit den Umgang mit Neuen Medien nicht scheuen. Mir ist es persönlich wichtig, dass die SuS lernen, mit den vorgeschlagenen Programmen sinnvoll und kreativ im Deutschunterricht zu handeln. Dabei wird selbstverständlich auf das Thema der Lizenzen und Urheberrechte eingegangen, damit die SuS von Anfang an in ihrer Medienbewusstheit geübt werden. Genaueres zu diesem Aspekt ist zu finden in meinem Beitrag „Medienkompetenz: Dem Konzept auf den Spuren…“

Das inhaltliche Szenario ist sehr vielfältig und offen gestaltet. Ich habe einen großen Wert auf dialogisches und kooperatives Lernen gelegt, was bei der Wahl zahlreicher Gruppen- und Partnerarbeiten sichtbar ist, aber auch bei der Einrichtung der Modalität „Beratungsgespräche“. Mit diesen konzeptuellen Entscheidungen habe ich mich bemüht, den SuS als Lernberater zur Seite zu stehen und ihnen zu ermöglichen, interessengeleitet vorzugehen. Ich habe mich auch um ein gutes Kursklima bemüht, indem ich viele Aufgaben spielerisch angelegt habe. Beim Reflektieren ist mir in den Sinn gekommen, dass ich noch unbedingt eine Feedbackrunde einführen müsste, die die Lehrperson und die Unterrichtsform betreffen würde. Dies könnte entweder im Klassenraum erfolgen oder auf dem Blog als Abschluss veröffentlicht werden, damit auch ich Verbesserungsvorschläge von meinen SuS einholen kann; die Mehrperspektivität und Reflexivität soll auf beiden Seiten gegeben sein, nur so ist eine Änderung/Veränderung möglich. Da ich dieses Konzept zum ersten Mal ausprobieren würde, gehe ich davon aus, dass ich als Lehrperson auch auf einige kritischen Gedanken stoßen werde, die dann letztendlich zur Revision des Konzepts führen würden.

Vorüberlegungen zum eigenen E-Portfolio

Bevor ich mich an mein eigenes Konzept machte, suchte ich auf unterschiedlichen Wegen nach Inspirationen. Ich stand zuallererst vor dem Dilemma, in welchem Fach ich mit dem E-Portfolio arbeiten und zu welchem Zweck ich es einsetzen möchte.

Dem bekannten Spruch zufolge: Jeder Anfang ist schwer, suchte ich kopfzerbrechend nach einem Anfang….

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Nachdem ich unterschiedliche Vorschläge für die Fächer Deutsch und Englisch gesichtet hatte, wobei mir der Sammelband von Schwarz, Volkwein, Winter 2008   als Ideen-Kiste diente, habe ich mich für das Fach Deutsch und das Thema Märchen entschieden.

 So hatte ich auf einmal einen Anfang!

commons.wikimedia.org

 

Am Anfang war der Portfoliobeitrag von Felix Winter „Märchen wachgeküsst. Portfolioarbeit im fächerübergreifenden Unterricht“. Dieses Portfoliokonzept diente mir als Sprungbrett zu meinem eigenen Portfoliokonzept. Ich analysierte Winters Vorschlag, sich an das Thema Märchen produktiv-gestaltend anzunähern und kam zu dem Ergebnis, dass ich sein Konzept für meinen Unterricht abwandeln und ausprobieren möchte.

Winters Portfolio war für Klasse 9-11 für den Zeitraum von 6-12 Wochen konzipiert. Winter wollte sich in seiner Märcheneinheit mit den Märchen und der Märchendeutung intensiv auseinandersetzen und zeigen, dass Märchen kein Kinderkram sind. Mit dem Portfolio als Instrument wollte er erreichen, dass die SuS eigenständiger und reflexiver in ihrem Lernstill sind und dass sie kooperativer werden.

Winter formulierte für jede Unterrichtseinheit durchdachte Unterrichtsziele, wobei die nicht abgeschlossen sind, aber durch eine gewisse Offenheit bestechen. So hat Winter folgende Hauptziele genannt:

  • Die SuS sollten sich der typischen Merkmale von Märchen bewusst werden
  • Das Wissen über diese Merkmale soll produktiv angewandt werden, indem sich die SuS im Märchenschreiben ausprobieren
  • Die SuS sollten sich in die verborgene Symbolik der Worte hineindenken; psychologische Märchendeutung soll geübt werden
  • Das Lernen mit Hilfe des Portfolios soll interessengeleitet und selbständig vorangetrieben werden, als Hilfsinstrument soll jedem Beitrag/Produkt ein Deckblatt beigefügt werden, dem man die Lern-und Reflexionswege der Produkterstellung entnehmen kann
  • Die SuS sollten lernen, auf die Qualität ihrer Produkte zu achten, sowie sich in der Präsentation ihrer Produkte zu üben

Dank dem Einsatz des Portfolios konnten sich die SuS in Perioden selbständigen Arbeitens mit eigenen Schreib- und Analyseprojekten befassen und dabei individuell unterschiedliche Märchen angehen. Das interessengeleitete Analysieren und Produzieren finde ich hinsichtlich der Binnendifferenzierung sehr wertvoll. Dies ist auch für die Steigerung der intrinsischen Motivation fürs Lernen wichtig. Damit aber nicht jeder für sich vor sich hin arbeitet und das dialogische Lernen stattfindet, gab es Stunden, in denen die SuS sich austauschten und berieten. Bei diesen Projekten wurde die Lehrperson zum Projektberater. Wichtig erschien mir die Tatsache, dass die SuS ihre Arbeit teilweise zu Hause erarbeitet und teilweise dann im Forum präsentiert haben. Die Sammlung war so konzipiert, dass die Eigenleistung gefragt war und die SuS wertvolle Dokumente zeigen sollten. Die Qualität der Produkte wurde dadurch gewährleistet, dass die Produkte mehrfach bearbeitet werden konnten, bevor sie in die Mappe gelegt wurden. Hervorzuheben ist der Punkt, dass das Portfolio „Dreh- und Angelpunkt der Kommunikation über Lernen und Leistung“ war. Es fanden Gespräche über die Qualität von Produkten und über die Arbeitsweisen.

Das Portfolio war als Kursportfolio gedacht, in das nur die besten Arbeiten als Grundlage für die Leistungsbewertung gelangten. So verlief die Arbeit von den Vorformen zu den Endfassungen. Die Abgabetermine wurden vorher festgelegt und das Bestehen durch die Unterschrift des Lehrers bestätigt. Die Portfolios waren zugleich Grundlage für die Leistungsbewertung und das Bestehen des Kurses. Die Produkte wurden am Ende einer Unterrichtseinheit präsentiert und die besten selbstgeschriebenen Märchen wurden in einem Heft zusammengestellt und für alle vervielfältigt. Aus diesem Heft wurde bei der Abschlusspräsentation vorgelesen.

Winter hat einen Arbeitsplan skizziert, aus dem hervorging in welcher Woche, was gemacht wird. Während der 12 Wochen, die anstanden, hatten die SuS ganz konkrete gestalterische Aufgaben zu bewältigen, wie bspw. das Lesen von Märchen, das Malen zu Märchen, das Schreiben eigener Märchen, das Schreiben nach konkreten Vorgaben, das sich Befassen mit den Theorien der Märchendeutung. Darüber hinaus gab es eine Zwischenbilanz/Zwischenklausur zum Theorie-Reader und erste Abgaben von Portfolioeinlagen. Jede Woche wurde so konzipiert, dass in ihr ausreichend Zeit für Arbeit an Projekten und für die Beratung eingeräumt wurde. Neben Zwischenreflexionen gab es auch abschließend eine Kursreflexion.

Winter stellte auch Themen zur Vertiefung des Gelernten vor. Nach der Liste waren u.a. wählbar:

o   Märchen, Sage, Fabel: Ein Text mit Erläuterungen und je einem ausgewählten Beispiel;

o   ein selbst illustriertes Märchenbüchlein (Märchen)

o   Vergleich von Parallelmärchen

o   Ausarbeitung einer Deutung zu einem Märchen – anhand von Literatur;

o   eine Ausarbeitung zu einer besonderen Märchenfigur: zum Beispiel die Hexe;

o   eine Einführung in die Märchen aus einem anderen Land beziehungsweise Kulturkreis;

o   Befragung zur Märchenerfahrung bestimmter Personengruppen;

o   Kassette, Vorlesen, Erzählen – wo liegen die Unterschiede? (Selbstexperiment, Fremdexperiment);

o   Vergleich von Märchenhelden mit Fantasy-Helden.

Seine Aufgaben für einzelne Unterrichtseinheiten waren durchdacht und praktisch angelegt. So fand ich den Einstieg in die Märchenanalyse sehr ansprechend. Die SuS bekamen ein Blatt mit dem Anfang eines Märchens und sollten in 4 Untergruppen unterschiedliche Aufgaben ausführen. Eine erste Gruppe sollte die Anfangsszene schauspielerisch darstellen, eine zweite Gruppe Bilder dazu malen, eine dritte Gruppe dem Märchenanfang die Problematik des Märchens entnehmen, eine vierte Gruppe soll den Anfang des Märchens neu schreiben, sodass es in der Gegenwart spielt. Die vorgestellten Ergebnisse gingen nicht in die Portfolio ein, sie waren nur für die Annäherung an das Konzept gedacht.

Die Erstellung des Textreaders mit Märchen von den Brüdern Grimm und die Bereitstellung weiterer Märchen aus anderen Kulturkreisen sowie einschlägiger Literatur schuf eine gute Materialgrundlage, auf die alle SuS zurückgreifen konnten. Die Märchen wurden der „äußeren“ und der „inneren (psychologischen)“ Analyse unterzogen. Bei der äußeren Analyse wurden die Märchen in Handlungsabschnitte unterteilt. Personen-, Requisiten- und Ablaufschema wurden gezeichnet. Auf der inneren Ebene wurden Assoziationen zu den einzelnen Merkmalen gesammelt, die Symbolik erarbeitet und die Deutung auf der Subjektstufe unternommen. Die SuS haben auch versucht, theoretische Deutungen aus der Wissenschaft auf die bearbeiteten Märchen zu nutzen. Die Anwendung des theoretischen Gebäudes auf die Märchen war neu. Bekannt war aber die Deutung per Analogieschlüsse. Der ganze Arbeitsprozess wurde von der Überzeugung begleitet, dass es keine richtigen oder falschen Deutungen gibt, sondern, dass alles gilt, was plausibel ist. Die Deutung wurde durch unterschiedliche Geschlechterperspektiven und unterschiedliche ethisch-kulturelle Perspektiven angereichert.

Mein reflektierter Kommentar zum Fachlichen/Methodischen/Didaktischen

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Die fachliche Vorbereitung der Aufgaben und die didaktischen und methodischen Überlegungen finde ich sehr interessant. Dadurch, dass die SuS unterschiedliche Perspektiven annehmen und auch Märchen aus anderen kulturellen Kreisen analysieren, werden persönliche und individuelle Zugänge zu der Arbeit geschaffen, was sich wiederum positiv auf die einzelnen Einlagen des Portfolios auswirken kann. Den produktiv-gestaltenden Ansatz bei der Bearbeitung des Themas kann ich nur befürworten und werde mit Sicherheit bei meinem Portfoliokonzept übernehmen. Besonders gelungen am Konzept des Schreibprozesses erschien mir, dass der Schreibprozess von eigenen Märchen durch Anfänge von Originalmärchen initiiert wurde und dass die Schreibberatung, die zum Feilen an den Geschichten eingerichtet wurde, zum Teil in Partnerarbeit, zum Teil im Plenum stattgefunden hat. Die Beratungen waren von Rückmeldungen begleitet, die nach dem Sandwichprinzip abgelaufen sind. Nur ein so konzipiertes Feedback ist konstruktiv in seiner Form und seiner Wirkung! Erst nach den Beratungsgesprächen und dazugehörigen Rückmeldungen ging das Produkt, versehen mit einem Deckblatt und einer Reflexion, in die Portfoliomappe ein.

Mit der Portfolioarbeit wurden viele Fähigkeiten vermittelt, u.a.: Märchenlektüre, Besprechungen, Malen, eigene Schreibproduktion und theoretisches Wissen.

Die Reflexion wurde auf unterschiedlichen Ebenen sowohl in gekennzeichneten als auch in nicht gekennzeichneten Formen durchgeführt. Schon die Wahl der Produkte für das Portfolio fiel unter den Begriff der Reflexion. Sie ergab sich somit aus den Beratungsgesprächen und aus selbständigem Abwägen. Zusätzlich wurden obligatorisch zwei weitere Reflexionsinstrumente eingeführt: das Deckblatt und der Wochenbericht. Der Wochenbericht wurde als offene und persönliche Lernreflexion rückblickend für den Unterricht einer Woche geschrieben. Hierbei handelte es sich um keine Unterrichtsprotokolle, sondern um das Phänomen des schreibenden Reflektierens, das auch in das Portfolio reingelegt und als Leistung anerkannt werden konnte.

Die Leistungsbewertung erfolgte bei Winter mehrperspektivisch. Die begleitenden Gespräche hatten Einfluss auf die gelieferten Produkte. Neue Bewertungskriterien wurden während der Prozessdauer ausgehandelt. Interessanten Beitrag haben auch die SuS mit ihren Selbsteinschätzungen anhand von Selbstbeurteilungsfragen geliefert. Die erbrachten Leistungen setzten sich aus den dreifachen Leistungen zusammen, nämlich aus den fachlichen, den Reflexions– und den Präsentationsleistungen. Darüber hinaus wurden die Portfolios mit einem persönlichen Brief kommentiert. In den Prozess der Rückmeldungen und Kommentare wurden auch Gäste involviert, die sich die Präsentationen anschauten und werteten. Der Wert der Präsentationsveranstaltung lag darin, dass die SuS noch eine andere Form der Anerkennung als schulische Leistungsbewertung erhielten. Eine solche Arbeitsausgestaltung führte zum guten Kursklima, das vom gegenseitigen Respekt und Interesse geprägt war.

Was könnte ich für mein Portfoliokonzept übernehmen?

Die von Winter genannten Grobziele – Eigenständigkeit, Reflexivität und Kooperativität – möchte ich mir auch für meine Portfolioarbeit auf die Fahne schreiben! Die Tatsache, dass zu jeder Unterrichtseinheit im Vorfeld didaktische und methodische Überlegungen stattfinden sollten, ist seit eh und je bekannt und keine Neuheit beim Prozess der Unterrichtsplanung. Die Portfolioarbeit, obwohl sie die Begriffe Unterrichtsplanung oder Unterrichtseinheit/-reihe nicht explizit im Namen führt, hat ja die beiden Elemente in sich. Es gibt keine Portfolioarbeit ohne vorherige Überlegungen hinsichtlich des Was und des Wie. Der Aspekt der Offenheit anstatt der Abgeschlossenheit könnte den Traditionalisten als etwas Neues bei diesem Vorgang vorkommen. Die Anhänger der offenen Unterrichtsformen würden sich hingegen nicht wundern, dass dem Ganzen eine Aura der Offenheit innewohnt. Da sich die Portfolioarbeit nicht in ein enges Korsett hineinpressen lässt, möchte auch ich für eine Offenheit des Prozesses bei meiner Portfolioarbeit plädieren.

Dass Märchen kein Kinderkram sind, ist mir ja klar. Nichtsdestotrotz werde ich mich nicht für die Oberstufe, sondern für die 5-6 Klasse entscheiden. Mit diesen Klassen wird der ganze theoretische Teil zur Märchendeutung wegfallen, was aber nicht bedeutet, dass man die Fünft- oder Sechstklässler nicht als kleine Erwachsene behandeln kann. Man könnte auf die Symbolik der Märchenfiguren, -requisite und –gegenstände trotzdem eingehen, ohne dass sich die SuS vorher das theoretische Gebäude zu Gemüte führen müssen.

Interessant und übernehmenswert finde ich das Instrument des Deckblatts und des Wochenberichts, um die Lern-und Reflexionswege der Produkterstellung aufzuzeigen.

Wichtig ist auch für mich, dass die SuS aus einer Märchensammlung und einem Aufgabenkatalog interessengeleitet ein Märchen und eine Aufgabe auswählen dürfen, was ihnen eine gewisse Freiheit bei der Wahl der zu bearbeitenden Aufgaben gibt.

Die Tatsache, dass Winter sich für ein Kursportfolio entschieden hat, das zugleich die Grundlage für die Leistungsbewertung und Kursbewertung war, finde ich nicht negativ und würde es nicht bemängeln, sondern auch so übernehmen. Wie Thomas Häcker in seinem Vortrag (folge dem Link) erwähnt hat, das Portfolio könne “das Schwert der Leistungsbeurteilung (…) stumpfen”. Damit das Portfoliokonzept in der traditionellen Institution „Schule“, so wie sie im Jahre 2014 oder 2015 vorzufinden ist, effektiv implementiert werden kann, muss es mit dem Konzept Noten irgendwie verbunden sein. Erst wenn die Schule neu gedacht wird, kann das Konzept des Portfolios seine „Entkoppelungsfunktion von Lernen und Leistung“ völlig entfalten.

Damit die SuS ihre Portfolioarbeit tatsächlich prozesshaft ausführen, sind Perioden der Zwischenbilanz ganz wichtig. Das findet bei Winter innerhalb von den 12 Wochen statt und das finde ich grundsätzlich auch ganz wichtig, damit die SuS bei ihrer noch nicht ganz ausgeprägten Selbststeuerung und Selbständigkeit unterstützt werden.

Planungsraster

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1. Wie / mit welcher Software / möchte ich die SuS ihr E-Portfolio erstellen lassen?

Wiki, Blog, Doc-Sammlung

Der Einsatz von WordPress als E-Portfolio
Warum WordPress?

Das meistbenutzte Content Management System (CMS)
Benutzerfreundlichkeit, der WYSIWYG-Editor, Hochladen von Bildern/Dateien, Kommentare, passwortgeschützte Artikel, die passende App fürs mobile Publizieren

2. Wie zeige ich den SuS, wie die Word-Press-Software funktioniert?
Handlungsoptionen:

Im Rahmen eines Workshops
Wenn im Rahmen eines Workshops, dann stellt sich die Frage, wann der Workshop stattfinden, wie lange er dauern und wer ihn anbieten soll

Im regulären Unterricht
Das Problem dabei könnte sein, dass man dann zu wenig Zeit hat, um den notwendigen Stoff aus dem Lehrplan umzusetzen

Nachmittagsangebot
Dann müsste man solche Honorarkräfte, die das beherrschen und vermitteln können, finden

Word-Press-AG
Die Lehrkraft, die mit der Software arbeiten möchte, könnte so eine AG an der Schule ins Leben rufen oder ein bereits existierendes AG-Angebot nutzen

In den Informatikunterricht auslagern
Mit der Informatiklehrkraft absprechen und das Thema im Informatikunterricht 2 wochenlang behandeln lassen. Im Informatikunterricht ein Videotutorial oder ein stummes Tutorial mit Hilfe von Screenshots erstellen lassen, in denen die wichtigsten Schritte bei der Arbeit mit der Word-Press-Software erklärt werden. Bei den Punkten 1 und 2 könnten bei der Umsetzung des Projektes folgende Aspekte hinderlich/problematisch sein:

technische /mediale Ausstattung der Schule
finanzielle Möglichkeiten
schulinterne Politik hinsichtlich des Medienumgangs an der Schule

3. Der zeitliche Rahmen

Wann möchte ich die E-Portfolioarbeit in meinen Schulbetrieb integrieren?
Projektwoche
Unterrichtsreihe
Das ganze Halbjahr

4. Der räumliche Rahmen

Je nach medialer Ausstattung der Schule denkbar wären:
Ein mit Tablets und WiFi-Zugang ausgestatteter Klassenraum
Eine gut ausgebaute Mediothek

5. Wie möchte ich die E-Portfolio-Arbeit in den Unterricht integrieren? 

Das Zentrifugal-Modell mit zentripetalen Elementen scheint eine gute Option zu sein, wie man mit E-Portfolio am Gymnasium arbeiten könnte: Der Lehrer bearbeitet mit den SuS etwas exemplarisch im Regelunterricht, woran sich die SuS bei der Erstellung ihrer Einlagen orientieren können. D.h., den SuS werden auf diese Art und Weise Handlungshilfen/Arbeitsmethoden gegeben, die sie beim Ausführen ihrer Aufgaben nutzen können. Wichtig dabei wäre, dass die Themenfelder möglichst breit und wenn es geht sogar fächerverbindend gefasst werden. Die Lehrkraft muss sich ganz genau das Ziel der E-Portfolioarbeit überlegen und die Struktur/ das thematische Spektrum der geforderten Einlagen differenzieret formulieren. So eine Vorgehensweise ermöglicht den SuS aus dem breiten Spektrum an Aufgaben das auszuwählen, was ihren Interessen entspricht. Die Themen sollten lehrplanrelevant sein, aber trotzdem den SuS Freiheiten bei der Wahl geben. Die zentripetalen Elemente bestehen darin, dass SuS ihre Zwischenresultate oder Probleme in „Work in progress“-Lektionen präsentieren und thematisieren. Dabei soll sich unbedingt eine Diskussion mit konstruktivem Feedback ergeben, die die SuS zum weiteren Bearbeiten/Überarbeiten/Reflektieren der präsentierten Einlagen bringt. Eine weitere Option der Integration in den Unterricht wären Showcase-Lektionen in denen die Einlagen bewertungsrelevant präsentiert werden.

6. Welche Ziele können mit der Portfolioarbeit verbunden sein?

Bei der Portfolioarbeit sollten Lernziele für die Klasse und persönliche Lernziele formuliert werden. Neben dem Erwerb der im Lehrplan vorgeschriebenen Kompetenzen soll Selbstreflexion geübt und das Bewusstsein für die Qualität des Prozesses und der Produkte geschaffen werden.

7. E-Portfolio vs. Beurteilung?

E-Portfolios können auch zur Leistungsdarstellung, als Basis für Diagnosen und Prüfungen oder als Grundlage für alternative Leistungsbeurteilungen genutzt werden. Wichtig ist, dass man die Kriterien zur Beurteilung gemeinsam mit den SuS aufstellt und sie bei der Beurteilung mit einbezieht. Da die Portfolioarbeit viel Zeit- und Energieaufwand bedeutet, müsste die Arbeit auf irgendeine Art und Weise honoriert werden. Welche Honorierungsform die Lehrkraft wählt, ist von der Lehrkraft und den von ihr gesetzten Zielen abhängig.

Portfolio als Beurteilungsinstrument?!

Thomas Häcker: „Entwicklungsportfolios – Bedrohung oder Mehrwert für angehende Lehrer/innen?“

Laut Thomas Häcker besteht das Problem bei der Portfolioimplementation im mangelnden Kontextbewusstsein. Lernende und Lehrende müssen in einem gesellschaftlichen Verwendungszusammenhang betrachtet werden:

Quelle: Vortrag von T. Häcker

Quelle: Vortrag von T. Häcker

Der Portfolioansatz stellt Häcker zufolge ein Entkoppelungskonzept dar. Ein Portfolio ist somit „das“ Instrument, um Lernen und Leisten zu entkoppeln.

Häcker nennt die drei wichtigsten Hürden der Portfolioarbeit, nämlich:
1. Die Vermischung von Lernen und Leistung
2. Antinomien der Lehrenden-Rolle
3. Portfolio und die Ratio neuliberalen Regierens / Wirdersprüchliche Aufgabe zwischen Förderung und Selektion

Während man in einer Leistungssituation sich von seiner besten Seite zeigen will, lernt man in einer Lernsituation, indem man erkennt, dass man etwas nicht weiß. Da sich SuS in schulischen Situationen oft wie in einer Dauerleistungssituation verhalten, bieten Schulen wenig Lernsituationen. Häckers These bezüglich Portfolios und der neoliberalen Ratio lautet: „Der Portfolioansatz eignet sich in besonderer Weise dazu, neoliberale Sichtweisen zu sozialisieren.“ Für das schulförmige Lernen ist die Selbststeuerung als Mitbestimmung auf der regulativen und operativen Ebene und nicht auf der inhaltlich thematischen Ebene zu denken.

Quelle: Vortrag von T. Häcker

Quelle: Vortrag von T. Häcker

Häcker unterscheidet zwischen 2 Portfolioarten:
1. Entwicklungsportfolio
2. Bewertungsportfolio

Quelle: Vortrag von Häcker

Quelle: Vortrag von Häcker

Während Entwicklungsportfolios für expansives Lernen stehen, können Bewertungsportfolios „das Schwert der Leistungsbeurteilung (…) stumpfen“. Mit der Portfolioarbeit kann man die Leistung differenzieren. Der Portfolioeinsatz macht es möglich, sowohl den Prozess als auch das Produkt zu bewerten.

Häcker macht den Vorschlag, Ziffernnoten abzuschaffen und an deren Stelle eine leistungsbezogene Kommunikation einzuführen. Die Umsetzung eines solchen Verfahrens erfordert die strukturelle Absicherung der Institution. Bei der Implementierung der Portfolioarbeit werden viele Ressourcen benötigt, aber „Professionalität ist heute nur noch kooperativ denkbar“.

Auch ich sehe die E-Portfolioarbeit als eine Bereicherung für das Schulsystem. Durch diese Methode werden u.a. Medienkompetenz, Selbstorganisation und individuelle Lernprozesse gefördert. Darüber hinaus werden Kompetenzen und Kompetenzentwicklung dokumentiert sowie Reflexionsprozesse und Leistungsbewertung verbessert.

Der Vortrag ist zu finden unter folgendem Link: Thomas Häcker

Medienkompetenz: Dem Konzept auf den Spuren…

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Was ist denn genau Medienkompetenz? Der Begriff wurde im Jahre 1973 von Dieter Baacke ins Leben gerufen und wurde von ihm auf vier Säulen aufgestellt, deren Namen lauten: Mediengestaltung, Medienkritik, Mediennutzung und Medienkunde. Gerhard Tulodziecki hat das Baackesche Modell aufgegriffen und für die Schule fruchtbar gemacht. Tulodzieckis Modell bildet die Basis für die aktuellen Konzepte der Medienbildung/Medienerziehung in den Schulen in vielen Bundesländern und sieht wie folgt aus:

In Hamburg ist eine Medienkompetenzförderung dahingehend im Schulgesetz verankert, dass Medienerziehung eines von neun Aufgabengebieten und verbindlich in allen Fächern umzusetzen ist. Schau mal in die Bildungsstanards rein:

Es fängt bereits in der Grundschule an:

Medienerziehung3.5. Grundschule

Fürs Gymnasium sind die Ziele wie folgt formuliert:

dieSelbstbestimmteNutzungDerMedienangeboteSek1

Die Themenfelder in der Jahrgangsstufe 10 sind bspw.:

EndeDerJahrgangsstufe10

(Quelle:Bildungsserver)

Den SuS sollten mediengerechte Lernsituationen angeboten werden, in denen sie mit den Regeln der Kommunikation im Internet und des Datenschutzes vertraut gemacht werden. Die SuS sollten über die Chancen und Risiken des Internets aufgeklärt werden sowie wichtige Schutzmaßnahmen kennen lernen. Um das auf den Punkt zu bringen, den SuS soll ein geschärftes Medienbewusstsein eingeimpft werden!
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Papierbasiertes oder ePortfolio?

Ein papierbasiertes Portfolio wird im Gegensatz zum ePortfolio nicht elektronisch, sondern traditionellerweise in Papierform geführt. Man soll sich aber im Falle des papierbasierten Portfolios von der Absolutheit des Papiers nicht irreführen lassen, indem man glaubt, dass beim Schaffensprozess dieser Portfolioart keine digitalen Medien ins Spiel gebracht werden. Es kann durchaus sein, dass bei der Anfertigung von einzelnen Erzeugnissen, die die Sammlung bilden, mit elektronischen Medien gearbeitet wird oder dass einem papierbasierten Portfolio DVDs, CDs oder andere Medien beigefügt werden. Spätestens in der Präsentationsphase könnten digitale Elemente herangezogen werden, um dem ganzen Endprodukt einen besonderen Rahmen zu verleihen. Kurzum: Ein papierbasiertes Portfolio basiert auf dem Papier, schließt aber den Einsatz von diversen Medien nicht aus.
Ein elektronisch eingerichtetes und gepflegtes Portfolio ist ein entfernter Verwandter des papierbasierten Portfolios, nur fortgeschrittener in seiner Form und den Bedürfnissen der modernen und digitalen Gesellschaft besser angepasst.

Illustration by Gerardo Obieta

Illustration by Gerardo Obieta

„Die papierbasierte Gesellschaft“ befindet sich auf dem Weg zur digitalen Gesellschaft. Der „Papiermensch“ geht allmählich von der Bühne ab und macht dem Digital Native Platz, der mit neuen Qualitäten und eWerkzeugen ausgestattet ist. Seine Arbeitsweise, Denkweise und Präsentationsweise ist eine andere. Er ist in jeder Hinsicht multimodal und multimedial. Er ist in seiner Reichweite global – er vernetzt und verlinkt – und in seiner Denk- und Arbeitsweise ist er definitiv multitaskal.
Nach so einem Vorwort ist die Antwort auf die Frage, ob papierbasiertes oder ePortfolio möglicherweise einfacher zu beantworten. Mehr „E“ bedeutet sicherer und erfolgreicher in der digitalen Welt zu sein, der man langsam nicht mehr entkommen kann. In der neuen Lernkultur und in der neuen Schulkultur könnte man sich nur mehr eKompetenz wünschen. Mehr Medienbildung, sowohl in theoretischer als auch in praktischer Hinsicht, das ist hier der entscheidende Punkt.

FromE-PortfolioToDigitalLearningAndWorkingEnvironment

Der Blog-Workshop am 14.11.

Eine kurze Skizze der Etymologie des Begriffs Blog

Was ist ein Internet Blog und wie entstand er?

Wir haben uns getroffen, um über die Chancen und Gefahren der Blogarbeit zu diskutieren. Der vertretende Dozent, Ralf Appelt, hat das nötige Know-how in puncto Blogs, Medien und Internet mitgebracht.

Inhalte des Workshops

CC by Ralf Appelt

Was ist bei der Blogeinrichtung zu beachten?

Was ist bei der Blogeinrichtung zu beachten

CC by Ralf Appelt

Die Teilnehmer haben viele Fragen gestellt und Diverses ausprobiert.

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CC BY-NC-SA 2.0)

CC BY-NC-SA 2.0

Reflektiert!

Der Workshop hat mich für viele Chancen und Gefahren der Blogarbeit und Internetarbeit sensibilisiert. Besonders interessant fand ich zum einen die praktische Umsetzung der besprochenen gestalterischen Schritte, zum anderen das Thema der Urheberrechte. Ich finde es wichtig, dass man als angehender Lehrer mit den CC-Lizenzmodellen in Berührung gekommen ist. Ich halte es nicht für nötig, jedes Icon bezüglich der Bedeutung ad hoc entziffern zu können. Viel wichtiger ist für mich zu wissen, wo man das schnell nachschlagen kann und die Tatsache, dass man die Lizenzfrage bei der Bildauswahl beachten muss.

CC_Lizenzen

Dies gilt nicht nur für die Fotos, die für den Blog benutzt werden, aber auch für Materialien, die man später als Lehrer im Unterricht nutzen möchte. Viele Open Educational Resources (OER) sind CC lizenziert, was eine freie Nutzung der dort vorhandenen Materialien ermöglicht. Interessant ist bspw. zu wissen, dass Wikipedia ausschließlich Materialien enthält, die unter einer CC-Lizenz stehen.

Für diejenigen, die mit der technischen Seite der WordPress-Software nicht zurechtkommen, hier noch ein Link zu einem WordPress Tutorial, den man nutzen kann, wenn einem irgendeine Funktion nicht ganz klar ist oder um sich weiter über die einzelnen Schritte zu informieren.
http://www.youtube.com/playlist?list=PL0xX_0qcJn1jXCpAoGupTim_sTODQVV_U