On a personal Note…

An dieser Stelle möchte ich versuchen meinen bisherigen Arbeitsprozess zu reflektieren. Dabei ist natürlich ein besonderes Augenmerk auf dem Blog und inwiefern dieser mich unterstützt oder behindert hat. Und an genau der Stelle muss ich zugeben, dass ich bisher keinen Zugang zu dem Blog gefunden habe. (Bzw. sogar noch nichts in dem Blog steht…mal abgesehen von den ersten Übungseinträgen.) Ich stelle persönlich fest, dass ich nicht in der Lage bin den Prozess (während er andauert) irgendwie zu offenbaren. Der Bauer bleibt bei dem was er kennt und so habe ich einen Haufen Word-Dokumente, bei denen ich mich hoffentlich an die richtige Reihenfolge erinnere und werde die gleich per copy & paste in den Blog kopieren.

Dies ärgert mich ein bisschen, da ich ursprünglich gehoffte hatte den Prozess mehr in den Vordergrund stellen zu können. Stattdessen betreibe ich mein persönliches Editing und veröffentliche am Ende nur das Produkt – die showcase-Variante. (Mit der Einschränkung, dass ich versuche meine Probleme im Prozess offenzulegen…aber wie gesagt alles nur in der Retrospektive.)

Dabei glaube ich, dass das der Kollege Appelt mit seinem Plädoyer für gegenseitiges Feedback, Kommentieren und allgemeines Verlinken im Arbeitsprozess absolut Recht hat (bei dem ersten Blocktermin Ende November). Ich glaube – und setzte in meinem Konzept massiv darauf – dass diese Vernetzung sehr viele Früchte tragen kann. Da diese bei mir jedoch gar nicht stattgefunden hat (auch durch meinen krankheitsbedingten Ausfall bedingt), komme ich zu dem Schluss, dass sie teilweise erzwungen werden muss.

Zumal dies keine allgemeine Gültigkeit hat. Jeder hat seine eigene Arbeitsweise du Zugänge zu Projekten dieser Art. Dabei sind viele die keine Schwierigkeiten haben, diese Art der Kommunikation zu erzeugen. Andere wiederum – und zu denen zähle ich mich – brauchen hier äußere Strukturen oder Zwänge. Ich hätte daher noch stärker auf die Art von Kommentar-/Vernetzung-Zwang gesetzt, wie wir es zu Beginn des Seminars kurz hatten.

Für ein Projekt in der Schule halte ich es hier für noch sehr viel wichtiger, dass man dies unterstützt. Andererseits sind wir dann auch schon wieder bei der Frage, was hier eigentlich noch eigenständige Portfolio-Arbeit und was ein Gruppenprojekt ist?!? So ganz kann ich mich da nicht entscheiden und ziele auf etwas was beides ist…und bin gespannt was der Rest dazu sagt…

 

…auch habe ich mir grad noch mal das Design von meinem ‚fertigen‘ Blog angeschaut. Dazu fällt mir auch nur der Buchtitel ein „Es ist so einsam im Sattel, seit das Pferd tot ist.“

Das Konzept

Gestaltung einer Welt!

Ein Rollenspiel aufbauend auf ‚The Lord of the Flies‘ (oder anderen)

Die SuS sollen eine Welt erschaffen und gestalten. Damit wird der Versuch unternommen, (auf inhaltlicher Ebene) gesellschaftliche Organisationsformen zu thematisiert. Dies soll (auf sprachlicher Ebene) in einem kreativen Schreibprozess geschehen, der möglichst großen Freiraum zur Gestaltung lässt. Ziel ist es sich soweit wie möglich in eine Parallelwelt zu begeben, um sich in die dortigen Ereignisse hinein zu fühlen. Diese sollen die SuS kommentieren und ihre Rolle im Zusammenspiel mit der Gruppe zu reflektieren.

Lerngruppe: Sek II

Fremdsprachenunterricht (Engl.)

Insgesamt gehe ich bei meinen Überlegungen von einem sprachlich höheren Niveau aus. Dies ist notwendig, um inhaltlich interessante Themen auch in der Fremdsprache behandeln zu können.

 Form: Es wird eine Mischung aus Reise-Blog und Erzählungen in elektronischer Form angelegt. (An der Stelle gebe ich zu, dass in dem ‚Herr der Fliegen-Szenario‘ ein kleiner Stolperstein befindet, da es auf der Insel eigentlich keine Möglichkeit gibt seine iPads aufzuladen). Der fehlende technische Realismus wird an dieser Stelle ignoriert, da die Vorteile überwiegen.

Diese Vorteile – nämlich der möglichen Vernetzung und direkten Bezugnahme aufeinander – sollen genutzt werden, um die Organisation in Gruppen zu ermöglichen.

Gleichzeitig werden hier zwei Sparten eröffnet.

–          Eine, die offen zugänglich ist und der Entwicklung/Gestaltung und gemeinschaftlichen Arbeit dient und

–          eine zweite, die ‚privat‘ ist und der persönlichen Stellungnahme und Reflektion dient.

 Umfang der Einheit: An dieser Stelle kann ich keine qualifizierte Aussage treffen. Ich glaube, dass eine derartige Einheit sehr stark ausgedehnt werden kann. Allerdings bezweifle ich, dass an dieser (theoretischen) Stelle allgemeingültige Aussagen getroffen werden können. Stattdessen kann die genaue Festlegung m.E. nach nur mit einer echten Lerngruppe vorgenommen werden.

 Ziele:

–          auf sprachlicher Ebene

Das Planspiel findet im Fremdsprachenunterricht statt. Dementsprechend wird der sprachlichen Gestaltung ein wichtiger Stellenwert eingeräumt. Sprachliche Weiterentwicklung (Ausdifferenzierung des Vokabulars; rhetorische Stilmittel; Erzählqualität) wird angestrebt.

–          auf inhaltlicher Ebene

Hier geht es v.a. um die Auseinandersetzung mit den Inhalten. In diesem Kontext der Gestaltung gesellschaftlicher Strukturen bedeutet dies auch die Auseinandersetzung zwischen sich und der Welt.

Die SuS sollen hier Stellung beziehen zu dem, was in der Gruppe passiert. Ebenso soll reflektiert werden, was diese Ereignisse für die einzelnen SoS bedeuten.

Ausgangslage:

Als Einstieg kann ‚The Lord of the Flies‘ gewählt werden. Dies bietet eine Tabula rasa für die Gruppe und ermöglicht das gemeinschaftliche Eintauchen in eine neue Welt. Dabei kann (und muss) die Ausgangslage modifiziert werden, damit sie auf die Lerngruppe passt. Des Weiteren bietet die Geschichte eine begleitende Referenz und ggf. Input, der im Verlauf des Projektes bereitgestellt werden kann. (Es gibt an dieser Stelle eine Vielzahl von Romane, Serien oder reale Ereignisse, die als Einstiegspunkt gewählt werden können. Je nach Wahl kann der thematische Fokus verändert werden.)

Aufgabe:

Die Lerngruppe soll einen Weg finden, wie das Zusammenleben zu gestalten ist. Dieser recht offene Auftrag wird durch Unterpunkte strukturiert. D.h., dass bestimmte Kriterien festgelegt werden, die für alle gelten. Also beispielsweise der Zwang eine Art der Behausung zu finden oder bauen; die Art der Nahrungsbeschaffung zu regulieren.

Ablauf:

Die verschiedenen Aufgaben erfordern Organisation und Gruppenbildung. Es entsteht also der Zwang, sich gegenseitig zu vernetzen. Die SuS müssen Entscheidungen treffen, in welchen Momenten sie sich zu Gruppen zusammenschließen und in welchen nicht. Dementsprechend müssen sie in diesen Situationen auch in dem, was sie schreiben, aufeinander Bezug nehmen. Die grundlegende Idee ist, dass Teile der Aufgaben in Gruppen erarbeitet werden und andere Teile eigenständig. Wie sehr die einzelnen SoS dabei sich in Gruppen wiederfinden und wie sehr sie als ‚Eigenbrödler‘ unterwegs sind ist ihnen selbst überlassen. Dadurch wird letztendlich versucht ein reales Abbild einer Gruppe darzustellen.

Um Gruppenprozesse zu synchronisieren und um allgemeingültigen Input geben zu können wird ein wöchentliches Ritual eingeführt. An einem festen Wochentag wird beispielsweise in einer Doppelstunde die gesamte Lerngruppe zusammengebracht. Dies wird in der Parallelwelt durch ein Ereignis repräsentiert, auf das alle Bezug nehmen können. An dieser Stelle können Entscheidungen für die ganze Gruppe getroffen werden (Abstimmungen oder anderes; je nachdem für welche Entscheidungsform sich die Lerngruppe entschieden hat.) oder es kann für gezielten neuen Input genutzt werden. (Ereignisse, die alle betreffen oder neue Informationen)

Ansonsten gibt es wechselnde Unterrichtsphasen. Den SuS wird im Unterricht Zeit eingeräumt um sich abzusprechen und zu organisieren. Gleichzeitig kann in kleinen Gruppen oder alleine geschrieben werden.

Der Inhaltlich Verlauf kann von der Lehrkraft teilweise gelenkt werden. So können parallel zu den kreativen Schreibphasen Themen behandelt werden, die integriert werden sollen. Ebenso kann das Projekt ähnlich wie im Buch zu einem Ende gebracht werden.

Bewertung:

Die Tatsache des Fremdsprachenunterrichts gibt einen Teil der Bewertung relativ klar vor. Insgesamt wird der sprachlichen Gestaltung ein hoher Wert eingeräumt. Daher wird die sprachliche Richtigkeit, Ausdruck, etc. in die Bewertung einbezogen.

Um eine inhaltliche Bewertung vorzunehmen bzw. um die Art die Prüfung festzulegen, müssten zunächst die thematischen Schwerpunkte definiert sein.

Insgesamt muss ich hier festhalten, dass es mit bisher noch nicht gelungen ist mich in bestimmten Punkten festzulegen. Dies liegt zum einen an dem grundsätzlichen Versuch, den SuS freien Gestaltungsraum zu lassen und den Verlauf des Projekts bewusst offen zu lassen.

Ein Beispiel für die Anknüpfung dieses Konzeptes zu der realen Hamburger Bildungslandschaft wäre die Verbindung zu dem Thema Crime & Punishment, welches im Englischunterricht der Oberstufe thematisiert wird.  So könnte ein Verbrechen stattfinden. Entweder schlüpft ein (oder mehrere) Schüler in die Rolle des Verbrechers oder die Lehrkraft führt eine fiktive Person ein, die in der Parallelwelt ein Verbrechen begeht. Dadurch wäre die Thematik eröffnet, wie dieses Verhalten zu bewerten ist, wie mit dem Täter umzugehen sei, etc. Auf diese Art können also gezielte Inhalte eingeführt und behandelt werden.

Nach Beendigung des Projektes könnte es dann z.B. eine Präsentationsleistung oder eine mündlichen Prüfung zu dem Thema geben.

Die Leistungserfassung und Bewertung soll allerdings nicht im Vordergrund stehen. Primär geht es um die Auseinandersetzung mit der Welt. Die Hoffnung hier ist die, dass eine Eigenmotivation zum Schreiben entsteht. Wie bereits erwähnt gibt es Mindestanforderungen (vorgegebene Kommentare zu eingeführten Inhalten und Herausforderungen etc.). Darüber hinaus können die SuS aber ihrer Phantasie freien Lauf lassen.

Conclusio:

Sowohl für die Lehrkraft als auch für die SuS stellt sich die Frage was am Ende herauskommt. Dabei gibt es die Gruppenereignisse und Organisationsformen sowie die persönliche Bewertung.

Hier soll die ‚offene‘ Sparte den kreative/erzählerischen Teil abdecken. Die ‚private‘ Sparte soll von den SuS herangezogen werden, um abschließend ihr persönliches Erlebnis reflektieren zu können. Dies wiederum kann auf der Ebene innerhalb der Geschichte passieren und auf Ebene, dass die Projekt von außen betrachtet wird.

Equalia – Stärken und Schwächen

Irgendwo zwischen Dem Herrn der Fliegen und dem Dschungelcamp.

 Im Prinzip ist mein Konzept fertig und ich versuche für mich selber einzuschätzen, was ich davon halte. Grundsätzlich glaube ich, dass das Potential enorm ist. Dabei fällt mir ‚Die Welle‘ ein, die ja auf einer wahren Begebenheit beruht. Oder man könnte ‚Das Experiment‘ heranziehen (Weniger als erstrebenswertes Ziel, sondern als Beispiel für die Dynamik, die bei Projekten entstehen kann).

Allerdings muss ich mir die Frage stellen, inwiefern diese Szenarien für ‚normalen‘ Unterricht in irgendeiner Form realisierbar oder realistisch sind? Bei mir hatte sich in dem Moment als ich die besagte Simpsonsfolge zufällig gesehen hatte, der Gedanke zum gemeinschaftlichen Schreiben/Erschaffen festgesetzt. Ich war danach nicht mehr in der Lage, mich davon loszureißen und in eine andere Richtung zu denken. Doch inwiefern machen meine Überlegungen Sinn? Inwiefern gibt es einen Mittelweg aus unglaublichen Geschichten, die sich ereignet haben und einer praktischen Realisierbarkeit in der Schule?

 

Stärken:

Kreatives Potential

–          Der Phantasie der SuS sind keine Grenzen gesetzt. Dies setzt leistungsstarke und motivierte SuS voraus.

Motivation

–          Die Hoffnung setzt genau hier an, dass leistungsstarke SuS Spaß am Schreiben entwickeln und sich dies wiederum auf die Motivation auswirkt.

–          Zudem besteht die Hoffnung, dass die SuS sich in ihren Gruppen gegenseitig mitziehen.

 

Bewertung

–          Es gibt in jedem Fall die Möglichkeit eine Bewertung der sprachlichen Fähigkeiten vorzunehmen. Des Weiteren ist es für die SuS vergleichsweise einfach, sich sprachlich in ein gutes Licht zu rücken. Durch die Unterstützung durch Schreibprogramme kann die Sprachrichtigkeit gewährleistet werden und die SuS können sich voll auf Ausdruck und Inhalt konzentrieren (wenn die Motivation vorhanden ist).

 

Schwächen:

Erfolgsquote?!

–          Ich gehe stark davon aus, dass mit diesem Projekt nicht alle SuS etwas anfangen können. Zumal in den bisherigen Überlegungen leistungsschwache SuS wenig (bis gar nicht) berücksichtigt wurden. Wie hoch die ‚Ausfallquote‘ ist und wie sehr diese durch die gegenseitige Unterstützung in Gruppen abgefangen werden kann/könnte, kann ich nicht einschätzen.

 

Fehlende Struktur

–          Das Ziel ist recht klar dahingehend ausgerichtet möglichst viel Freiraum zu lassen. Dies bedeutet allerdings gleichzeitig, dass Struktur verloren geht. Grundsätzlich habe ich mich nicht genau festgelegt, worum es genau gehen soll. Das mag funktionieren oder das Projekt von Anfang an zum Scheitern verurteilen.

–          Andererseits sollen die wöchentlichen Input-Rituale eine strukturierende Wirkung haben und gleichzeitig als Kontrollfunktion dienen.

Komplexität

–          Oswald Inglin warnt vor der Gefahr der Überforderung. Ich befürchte, dass meine Ideen eher am oberen Rand der Überforderungsgrenze anzusiedeln sind.

Bewertung

–          Die persönlichen Bezugnahmen sind schwer zu beurteilen. Inwiefern nehmen die SuS das Projekt wirklich an und befassen sich damit? Dieser Teil kann von der Lehrkraft schlechter erfasst werden.

Equalia, die Zweite.

Überlegungen zu Formen

Wie bereits erwähnt, finde ich die Idee der gemeinschaftlichen Gestaltung einer Welt sehr interessant und bin der Meinung, dass dies große Potentiale für den Unterricht birgt. Doch wie kann so etwas konkret aussehen? Eine ‚Welt gemeinschaftlich gestalten‘ klingt im ersten Moment nach einer schönen und v.a. nicht umsetzbaren Idee. Ich will versuchen mit Hilfe von einigen Beispielen zu verdeutlichen, wie ich mir dies vorstelle. (Dabei muss ich zugeben, dass ich auch noch nicht ganz fertig bin mit diesen Überlegungen.)

 

Unterrichtsthema ‚The Lord of the Flies‘

…ist ein Beispiel, dass meiner Meinung nach recht gut verdeutlicht, wie dies geschehen kann.

Man nehme also den Beginn des Buches, um seine Lerngruppe in ein Setting ‚zu werfen‘, von dem aus mehrere Wege eingeschlagen werden können.

Biete es verschiedene Arbeitsformen. So kann jeder für sich die neue Welt erkunden. Tagebucheinträge oder Ähnliches können genutzt werden um Kommentare zu verfassen oder kreative/gestaltend tätig zu werden.

  1. Ebenso ist es hier möglich, dass in dem gestaltenden Teil Gruppen gemeinsam auf Erkundungstouren gehen bzw., dass gemeinsame Entscheidungen getroffen werden (müssen), mit- und gegeneinander diskutiert wird, etc.
    1. An dieser Stelle können, an den Plot des Buches angeschlossen, mehrere rivalisierende Gruppen gebildet werden die unterschiedliche Interessen verfolgen.
  2. Schließlich bietet sich für die Lehrkraft die Möglichkeit (in diesem Moment als übergeordnete Institution oder als eine Art allwissender Erzähler), allgemein gültige Impulse zu geben. Z.B. können Handlungsimpulse gegeben werden, die alle betreffen und zu denen auf die eine oder andere Art Stellung bezogen werden muss.
  3. Es bietet sich die offensichtliche Verbindung von Sprachunterricht mit verschiedenen gesellschaftspolitischen Themen an.

 

Insgesamt liegen bei mir folgende Überlegungen zugrunde.

–          Es soll grundsätzlich möglichst viel Freiraum zur individuellen Gestaltung gegeben sein.

–          Gleichzeitig soll ein Grundgerüst an Aufgaben, die für alle zu bearbeiten sind, Struktur geben.

–          Dies gibt einerseits der Lehrkraft die Möglichkeit, Teile der Inhalte zu kontrollieren. D.h., dass ein gezieltes Erarbeiten von Inhalten stattfinden soll. Gleichzeitig besteht die Hoffnung, dass die freien Explorationsteile, den besonders motivierten SuS nach oben keine Grenzen setzen.

Auf nach Equalia!

Erste Überlegungen und grundsätzliches Herangehen.

Die Überschrift bezieht sich auf eine Simpsonsfolge (Staffel 20, Episode 9 „Lisa the Drama Queen“). In dieser Folge lernt Lisa ein Mädchen namens Juliet Hobbes, mit der sie viele gemeinsame Interessen entdeckt. Die beiden beginnen ‚Equalia‘ zu erschaffen. Dabei handelt es sich um eine utopische Fantasiewelt, die den idealen Gesellschaftsvorstellungen der beiden Mädchen entspricht und zunehmend zu einer Parallelwelt wird, in die die beiden flüchten. Das interessante (und themenrelevante) daran ist die Tatsache, dass sie die Welt zusammen schreiben. (An dieser Stelle wollte ich eigentlich ein Video einbetten, dass die Szene zeigt, wie die beiden mit dem Schreiben beginnen. Ich habe allerdings noch keins gefunden und könnte höchstens darauf verweisen sich die Folge anzuschauen…Ne Folge Simpsons tut immer gut!!!) Natürlich ist die Darstellung in der Folge stark vereinfacht und der Schreibprozess wird filmisch dargestellt, doch löste die grundsätzliche Idee einiges in mir aus, wie ein e-Portfolio-Projekt in der Schule aussehen könnte. Bzw. welche thematischen Schwerpunkte es haben könnte.

 Die Ausgangslage:

Der Titel und die Tatsache, dass ich diesen Einstieg wähle, verrät schon ein bisschen mein grundsätzliches Herangehen an dieses Projekt bzw. meinen persönlichen Hintergrund. Ich ziele auf gymnasiales Lehramt mit den Fächern Englisch und Sport. Daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass ich bei einem Portfolio-Konzept eher in Richtung Creativ Writing denke. Ich sehe Potentiale zunächst einmal in den Freiräumen der  Entfaltungsmöglichkeiten. Dabei wird für mich die größere Herausforderung darin bestehen, Zielstrebigkeit und Strukturiertheit zu entwickeln.

Als ich mir die Beispiel-Blogs und Portfolio-Konzepte der vorherigen Semester angesehen habe, ist mir die Strukturiertheit und Klarheit aufgefallen. Ich musste dabei kurz schmunzeln, als mir auffiel, dass das Konzept von einem angehenden Mathematik-Lehrer konzipiert wurde.

 

Die Frage, die sich bei mir in den Vordergrund drängt ist jene nach dem Spannungsfeld aus Freiheit bei der individuellen Gestaltung und klar definierten Aufgaben.

Papierbasiertes oder ePortfolio?

Einer der wichtigsten Unterschiede ist meiner Meinung nach die Geschwindigkeit der Verbreitung, die durch die elektronische Form erreicht werden kann sowie die Wandelbarkeit bzw. die Fixierung auf Seiten der Papierform.

Für mich drängt sich hier ein historischer Vergleich auf (Vorsicht – er hinkt ein wenig). Nennen wir ihn den Martin-Luther-Blog. Dieser war, wenn man so will ein state-of-the-art Kommunikationsmedium. Allerdings war Luther darauf angewiesen, das er vor Ort gelesen wurde. Anschließend war die Verbreitung seiner Thesen durch die ‚Reisegeschwindigkeit der Mund-zu-Mund-Propaganda‘ begrenzt. In seinem politischen Kontext ergeben sich daraus massive Implikationen, da beispielsweise die Gegner der Bewegung Zeit haben, ihre Gegenmaßnahmen einzuleiten. Wer weiß, wäre der Luther-Blog online, vielleicht hätte es der Protestantismus auch nach Bayern geschafft?

So oder so, die Geschwindigkeit der Verbreitung und die potentielle Reichweite der elektronischen Vernetzung ist theoretisch unbegrenzt. Dies wird – zu Recht – immer wieder als großer Vorteil gesehen. Doch kann es meiner Meinung auch ein Vorteil sein, langsamere Wege zu gehen. Bei einen papierbasierten Portfolio ist es aufwendiger einen Beitrag zu verändern. Löschen, Speicher, Copy&Paste stehen hier nicht zu Verfügung. Daraus ergibt sich jedoch auch, dass Dinge mehr zu Ende gedacht (müssen), bevor sie veröffentlicht/fixiert werden.

Grundsätzlich stellt für mich die elektronische Form heutzutage das state-of-the-art dar. Daher ist der Umgang hiermit eine logische Konsequenz zu Erschließung der real-praktischen Lebenswelt – v.a. in Bezug auf die Lebenswelt von SuS.

 

Bei der Frage nach der ‚angemessenen Medienbildung‘ stolpere ich zunächst über den Begriff ‚angemessen‘. Grundlegend wird wahrscheinlich allgemein anerkannt, dass junge Menschen ein gewisses (wenn nicht großes) Maß an Medienkompetenz benötigen, um in unserer Gesellschaft zurechtzukommen. Zu groß sind die Anteile von technisch und medial unterstützten Kommunikationen.

Doch was bedeutet ‚angemessen? Gehen wir nicht davon aus, dass wenn wir in unseren Blogs über SuS nachdenken, dass diese ohnehin als digital natives zu bezeichnen sind? Die grundlegenden Prinzipien der sozial vernetzten Medienkommunikation brauchen wir ihnen nicht erklären. SuS wissen wie man sich vernetzt und verlinkt; sie wissen welche Eigendynamiken entstehen können, wenn Ideen wie die ‚IceBucketChallenge‘ viral gehen und wahrscheinlich wissen sie auch wie dies missbraucht werden kann, um (im kleinen oder großen Rahmen) beispielsweise Cybermobbing zu betreiben. Die Vorteile und Potentiale der elektronischen Form bleiben bestehen, doch bleibt für mich die Frage, ob wir an dieser Stelle viel vermitteln können und ob es nicht mehr darum geht, die eigentliche Portfolio-Arbeit mit jeweiligem Schwerpunkt zu betreuen. Also beispielsweise ein Portfolio mit Schwerpunkt auf der Reflektion des eigenen Arbeitsprozesses. In diesem Fall wäre würde man den Schwerpunkt auf Inhalte legen und die Form ‚als gegeben betrachten‘.

Auf geht’s, ab geht’s…dRei Tage wach!

 

Für mich steht der Begriff ‚Portfolio‘ für zwei Dinge bzw. für zwei Aspekte einer Sammlung. Das Portfolio ist für mich eben diese Sammlung von Dokumenten, Meinungen, Erfahrungen oder Ähnlichem (eine Kunstmappe als ein materielles Portfolio). Die beiden Aspekte ergeben sich dann aus der Perspektive der Nutzung:

–          nach innen gerichtet bzw. zur eigenen Nutzung im Sinne eines Tagebuches oder Journals;

–          nach außen gerichtet ergibt sich eine Art Leistungsnachweis in Verbindung mit einem Lebenslauf.

Ein großes Potential ergibt sich hier durch die mögliche Transparenz des Arbeitsprozesses. Dies kann sowohl inter- (im Sinne von offen legen und teilen) als auch intrapersonal (für sich selbst festhaltend) ablaufen. Die Gefahr birgt eventuell eine schöne Form, die über den Inhalt siegt. Bzw. stellt sich die Frage, wie es gelingt, ein Portfolio zu einer zielgerichteten Arbeit zu nutzen und nicht ’nur‘ als eine reine Sammlung von Zwischenschritten.

 

Unter Bezugnahme auf den Text von Häcker ergibt sich eine stärkere Fokussierung auf den Prozess und die damit verbundene Reflexion des eigenen Arbeitsprozesses. Die Einteilung in die Dimensionen  ‚Zweck‘, ‚Inhalt‘ und ‚Entscheidung‘ gibt eine sinnvolle Annäherung an die Vielfalt der auftretenden Portfolios. Allgemein gültig und anzustreben ist das Wissen um die Struktur und den Zweck des konkreten Portfolios. Gelingt es SuS dies zu vermitteln, d.h. sich dem konkreten Zweck bewusst zu sein und dementsprechend das Portfolio zu gestalten, gewinnen sie zweierlei. Eine verbesserte Arbeitsweise und ein pragmatisches Tool um sich perspektivisch zu präsentieren.

Ich halte diese Bewusstsein dafür wann man eine Präsentationsarbeit nach außen ‚abliefern‘ muss und wann man zu (reinen) Eigeninteresse die eigene Arbeit dokumentiert für sehr hilfreich.