Monatsarchiv für November 2008

 
 

Protokoll der 5. Sitzung am 18.11.08

Aus dem kurzen Referat zu der Person Lyotard ging die Frage hervor, wie man diesen lesen sollte. Dazu wurde die Unterscheidung zwischen Alltagssprache und Metasprache angesprochen, die in Bezug zur Beschreibung von „Dingen” in der Wissenschaft differenziert betrachtet werden muss. Gibt es einen wissenschaftlichen Konsens? -Als eine Möglichkeit könnte das zu einem Konsens fĂĽhren, was in der Wissenschaft „funktioniert”(Funktion ĂĽber Ergebnisse?) und zu einer Entwicklung beiträgt. Allerdings muss man dies auf die verschiedenen Disziplinen differenziert betrachten. Welche Bedeutung haben Ergebnisse oder Axiome fĂĽr die Sozialwissenschaft?

Beschreibung der Wirklichkeit? 1. Logik als eine mögliche Verkettungsregel, kann der Wirklichkeit nicht gerecht werden. 2. der kognitive Verweis hat seine Grenzen, da eine Önderung durch eine Negation einen Hohlraum in der Beschreibung erzeugt.

Unterschied 1.Regelsystem/ 2.Diskursart? 1. Bezieht sich auf den Satz und dem Verhältnis der Instanzen zueinander; es gibt heterogene Regelsysteme von Sätzen, die sich nicht in einander übersetzen lassen. 2. ist eine höhere Ebene, die einzelne Sätze verschiedener Regelsysteme verkettet zu einer bestimmten Diskursart.(S.10 These )


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LYOTARD Person – Postmoderne – Wissenschaftsverständnis

Auszüge aus der Lektüre der Einführung von Reese-Schäfer (1995) zur Biographie Lyotards, zum Begriff der Postmoderne sowie zu Lyotards Wissenschaftsverständnis.

lyotard-person-postmoderne-wissenschaftsverstandnis

(Zusammengestellt von Jakob Tetens)

Thesenpapier: Der Referent, Der Name II

Im weiteren Verlauf von ‚ÄûDer Referent, Der Name« setzt sich Lyotard mit den Problemen der (Sprach-)Logik und der Sprachphilosophie auseinander.

Lyotard stellt die Frage, wie Bedeutung und Name verbunden sind, wenn sie nicht durch das jeweils andere determiniert werden. Er fĂĽhrt die Erfahrung als mögliche Erklärung ein. Diese kann zum Beispiel durch Wahrnehmung erschaffen werden. Die Wahrnehmung ist wiederum abhängig von Zeit und Ort des Betrachters sowie des betrachteten Objekts. Analog zur Wahrnehmung, die nie eindeutig sein kann, kann ein Satz nicht die Wirklichkeit erfassen („die Wirklichkeit läßt sich also nicht durch einen Satz ausdrĂĽcken wie: x ist derart sondern durch einen Satz wie: x ist so und nicht so”). Bei Sätzen handelt es sich also um eine Näherung an die, aber nicht um die Erfassung der Wirklichkeit.

Er bezieht sich nochmal auf das Anfangs geschilderte Dilemma (Entweder sind Sie das Opfer eines Unrechts oder Sie sind es nicht. Wenn Sie es nicht sind täuschen sie sich (oder lügen), wenn Sie das Gegenteil bezeugen. Sind Sie es, da Sie ja dieses Unrecht bezeugen können, so ist es kein Unrecht und Sie täuschen sich (oder lügen), wenn Sie aussagen, daß Sie Opfer eines Unrechts seien) und bringt dieses in Verbindung mit Validierung eines Satzes mithilfe eines ostensiven Satzes. Da der Sender (Zeuge) nicht alles sehen kann (aufgrund seiner von Raum und Zeit beschränkten Wahrnehmung), würde er lügen wenn er behaupten würde, dass er alles gesehen hat. Würde er aussagen, dass er nur ein Teil gesehen hat, wäre er auch nur für diesen bezeugten Teil glaubwürdig. Also ist er nur teilweise glaubwürdig.


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Protokoll der 4. Sitzung am 11.11.08

Vorweg:

Es gibt im Blog ab sofort die Möglichkeit, sich über Lyotards Begriffe zu verständigen. Angemerkt wurde in diesem Zusammenhang, dass sich der Versuch einer exakten Begriffsklärung möglicherweise im Verlauf der Lektüre als erfolgreicher erweisen wird.¬†

Wir einigten uns außerdem darauf, unsere Diskussion in Zukunft stärker am konkreten Text auszurichten.

Der Widerstreit/Teil 2:

Ein möglicher Anknüpfungspunkt für die weitere Textarbeit war zunächst das Verhältnis zwischen dem Platon-Exkurs und dem zweiten Teil des Widerstreit-Kapitels. Zu klären wäre in diesem Zusammenhang, welchen Stellenwert der im Diskurs verhandelte Dialog einnimmt und welche Bedeutung der Schrift dabei zukommt. Als eine mögliche Verbindung zwischen den beiden Textteilen wurde der Versuch beschrieben, eine gemeinsame Sprache zu finden. Dieser sei sowohl für den Dialog als auch für das Gerichtsverfahren charakteristisch.¬†

Der Platon-Exkurs markiert nach der Einschätzung einiger TeilnehmerInnen dennoch einen Bruch mit dem übrigen Text.

Im zweiten Teil des Widerstreit-Kapitels versucht Lyotard, seine AusfĂĽhrungen im ersten Teil zu differenzieren.


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Thesenpapier: Der Referent, Der Name I

(47, 48) Wie ist die Beziehung der Sprache zu dem, was sie nennt? (oder der Wissenschaft zur Realität?)
Lässt sich die Wirklichkeit eines Referenten beweisen?
Kann die Wirklichkeit durch ein Verifikationsverfahren entstehen?
Intuitiv haben wir die Vorstellung (, die „seit die Götter nicht mehr sprechen” ge-/erfunden wurde), dass die Wirklichkeit unabhängig von unserem Sprechen (unserem Denken, unserem Tun, unserer Existenz) da ist. Diese Vorstellung kann durch das schon aufgefĂĽhrte Dilemma widerlegt werden.

(49) Daraus folgt, dass Nennen nicht Zeigen ist.
Deswegen müssen wir das, was wir nennen, durch eine Beschreibung, die uns nicht implizieren soll, verifizieren können.

(50, 51) Die deiktischen Indikatoren (AusdrĂĽcke, die keinen eigenen semantischen Wert haben. Dieser wird durch die Situation des Sprechens ihnen zugeteilt, z. B.: ich, du, jetzt, dort, usw.) bezeichnen eine auĂźer der Sprache permanente und uns gegebene Wirklichkeit, beziehen das Gesagte zu einem raum-zeitlichen Koordinatenursprung („ich-hier-jetzt”) der in dem Satz auch dargestellt wird.
„Subjekt des Aussageakts”: Sender-Instanz. Kann markiert oder nicht markiert werden.
„Subjekt der Aussage”: Subjekt eines Satzes.


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Dimensions of Dialogue von Jan Svankmajer

Aus gegebenem Anlass – wir diskutierten ja ĂĽber Formen und Möglichkeiten des Dialogs – hier ein Link fĂĽr diejenigen, die sich fĂĽr eine kreative Auseinandersetzung mit diesen Fragen interessieren: 

Jan Svakmajer – Dimensions of Dialogue Part 2

Protokoll der 3. Sitzung am 04.11.08

1.Stand des Seminars? Bevor wir uns der Verknüpfung Lyotards (via Koller) mit Bildungs- und Erziehungswissenschaft zuwenden, nähert sich das Seminar zuerst allgemein der post bzw. spät-modernen Philosophie.

2.Das Seminar stellte in dem besprochenen Abschnitt des Buches deutlich mehr Schwierigkeiten mit dem Text fest, als in den ersten beiden Teilen. Lyotards Arbeitsweise seine eigene Erkenntnis als einen Prozess darzustellen und nicht ein fertiges Produkt abzuliefern trägt vermutlich zu diesen Schwierigkeiten bei. Das Anfangs erwähnte Beispiel der „Gaskammern” und der Leugnung des Holocaust findet sich in diesem Teil des Textes nicht wieder und die Referenzen zum Anfang sind schwer auszumachen. So beschränkt sich das Thesenpapier zu dieser Sitzung auf den Platon-Exkurs

3.Der 1. Satz des Exkurses „Meletos, sagt Sokrates, hat mich vor Gericht beschuldigt” wird aufgrund der Frage des „Senders” diskutiert. Es kann aber nicht abschlieĂźend geklärt werden welche Bedeutung die Form der Rede hier hat, zumindest erscheint sierelevant fĂĽr die Demonstration von Lyotards Strategie zu sein (Demonstration der Verschränkung von Sender-Empfänger-Bedeutung-Referent ?)

4.Gott ist nicht mehr Sender & Referent sonder nur noch Referent. Anstatt mit den Göttern wird ĂĽber sie geredet. Aus Sagen – Empfangen wird Sagen – Argumentation. Nicht die schwachen aber rhetorisch gut aufbereiteten Argumente sollen gewinnen, sondern die besten.


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Thesenpapier: Platon Exkurs

1.Stark und schwach

In diesem ersten Teilpunkt des Exkurses wird Platon als Beispiel fĂĽr das Durchbrechen von Diskursarten angefĂĽhrt. Dieser wird der FĂĽhrung einer gottlosen Diskursart angeklagt, die davon gekennzeichnet ist, dass er hinsichtlich der Ermittlung von Referenten nicht mehr göttliche Offenbarung akzeptiere, sondern nur noch die Möglichkeit von Widerlegung (Falsifikation). Damit wird die Funktion des Göttlichen als Sender und Referent auf das ‚ÄöReferent-sein’ reduziert.

Das logos verändere dabei seinen Sinn von sagen-empfangen hin zu sagen-argumentieren. Platon verlangt folglich Argumentationsregeln, die dafür sorgen, dass sich die besten Argumente gegen schwächere Argumente durchsetzen, die allerdings durch Überredungskraft überzeugen vermögen.

Am Beispiel der Totenrede wird gezeigt, wie strahlende Überredungskunst die Empfänger für sich gewinnen vermag. Dieser Diskurs verursacht beim Empfänger ein identifizierendes Gefühl. In der Folge geht es nicht darum beim Empfänger Sätze auszulösen, sondern stumme Gefühle. Wenn sich Sätze ereignen würden, dann wäre alle Mehrdeutigkeit aufgehoben.


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