Monatsarchiv für Dezember 2008

 
 

Thesenpapier: Das Resultat II

155. Wir

„Auschwitz” fehlt das „Resultat”, weil es keine „Bestimmung” hat.

  •  das Pronomen „Wir” (?)

In den Lagern gab es kein Subjekt, kein Wir. Niemand, der sich auf einen Namen berufen könnte, indem es sich „Auschwitz” nennt. 

  •  Unmöglichkeit eines „Wir”
  •  „Auschwitz” wäre der Eigenname einer „Meta-Erfahrung” bzw. einer „Zerstörung von Erfahrung”.
  •  es gibt keinen kollektiven Zeugen (S. 169)

„Entautorisierung” als Grund fĂĽr das Schweigen der Opfer


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Protokoll der 8. Sitzung am 09.12.08

Hauptthemen von dieser Sitzung waren:
Die GegenĂĽberstellung der Spekulativen Dialektik von Hegel mit der Negativen Dialektik von Adorno. Was unterscheidet sie? Was bedeutet ĂĽberhaupt jede fĂĽr sich? Welche Bedeutung haben sie heute fĂĽr uns und fĂĽr Lyotard?
Dabei wird in der Diskussion sehr viel auf die historische Tatsache von Auschwitz bezogen, als eine fĂĽr die Menschen und fĂĽr die Wissenschaft wesentliche Erfahrung.

Die „Kontroverse” (zwei nicht zu vereinbarende Standpunkte) ist eine Diskursart, womit argumentiert werden kann. Sie wird von der Spekulativen Dialektik aber nicht akzeptiert und fĂĽr diese funktioniert sie nicht.

Die Spekulative Dialektik postuliert, dass, nachdem eine These mit einer Antithese konfrontiert wird, beide zu einer Synthese geführt werden sollen, und hier wäre die Kontroverse aufgehoben.

Das Wissenschaftliche selbst ist nach Hegel dialektisch, und hier liegt ein Unterschied und Gegensatz zu Aristoteles. Nach diesem letzterem könnte die Wissenschaft dialektisch sein, aber sie müsste es nicht notwendigerweise sein.
Darauf tauchte die Frage auf, worauf sich Wissenschaft bezöge. Wahrscheinlich sind nicht die Naturwissenschaften gemeint, sondern eher die Philosophie oder die Ganzheit des Erkennens.


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Thesenpapier: Das Resultat I

Hauptfragen:

Was unterscheidet die Spekulative Dialektik Hegels von der negativen Dialektik Adornos?

Welche Rolle spielt dies fĂĽr das Wort / den Namen /das Beispiel / das Modell „Auschwitz”?

152. Modell

Die Kontroverse wird als eine dialektische Diskursart von der spekulativen Dialektik nicht akzeptiert, da die von ihr vorgebrachten Argumente und Widerlegungen bereits ein vorausgesetzter Teil des diskutierten Begriffes sind. Die Widerrede ist somit keine echte mehr; die Bestimmung der Kontroverse ist die der Einseitigkeit. (S.152)

Hegel:
„(…), dass als solches Geschäft ĂĽberflĂĽssig wäre, denn es wird nur durch den Mangel an Bildung des Denkens (…) veranlasst.”

Frage:
Die „Kontroverse” scheint hier der Spekulativen Dialektik nach Hegel zu entsprechen. Denn ein Name / Begriff sollte nach ihm spekulativ sein, d.h. seine eigene Widerlegung enthalten. (S.155 Mitte)
Weshalb also: „Die Wissenschaft im hegelschen Sinne lässt die dialektike nicht neben sich bestehen (…)”?


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Thesenpapier: Die Darstellung II

Lyotard beschäftigt sich im zweiten Teil des Kapitels zunächst mit der Unterscheidung zwischen Vorkommnis (Sein) und Darstellung (Seiendes).¬†

Er erläutert dies im Aristoteles-Exkurs am Beispiel des Paralogismus der Zeit: Sokrates sitzt, Sokrates steht. Beide Sätze sind wahr, jedoch nicht gleichzeitig.

„Die Wahrheit einer Prädikatszuschreibung kann man fĂĽr einen sich bewegenden Körper nicht entscheiden, wenn man nicht die Position präzisiert, die er einnimmt, während der attributive Satz stattfindet” S.129

Lyotard will zeigen, dass Gegenstände (bewegende Körper) ĂĽber ihre Attribute nicht (nur?) „dargestellt” werden, sondern „Situation” sind (der Fall) sind.

Die Auseinandersetzung mit der Zeit bringt Lyotard zur Frage nach dem Jetzt/jetzt:

„Das jetzt ist nicht jetzt, sondern noch nicht oder schon nicht mehr, man kann nicht jetzt jetzt sagen, dafĂĽr ist es zu frĂĽh (vorher) oder zu spät (nachher).” S.131

Sobald man das „jetzt” (Vorkommnis) artikuliert, situiert man es also laut L als „Jetzt” im Satz-Universum.


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Protokoll der 6. Sitzung am 26.11.08

Diskusstion ĂĽber „Ein Satz.”
Lyotard widerlegt das descartsche cogito ergo sum. Am Anfang sei nicht das Subjekt, sondern ein Satz. Nicht das Subjekt sei unhintergehbar, sondern dass es einen Satz gebe, dass ein Satz geschehe, etwa „Ich zweifle”. Au sei ein Satz, Schweigen sei ein Satz.

Einordnung der Argumentation/ Roter Faden?
Lyotard knüpft an der reflexiven Letztbegründung von Apel. Er grenzt sich insofern von diesem ab, als dass er neben dem argumentativen Sprachspiel (Sinnvolles Argumentieren kann nur aus eben dieser Position heraus kritisiert werden) die Bedeutung/Notwendigkeit einer sinnlichen Gebung bzw. eines empirischen Moments des Zeigens betont. Klingt in diesem Gedankengang Lyotards Nähe zur Phänomenologie an?
In diesem Zusammenhang kritisiert Lyotard auch die Idee eines ersten Satzes (impliziert eine Reihe).

Diskussion ĂĽber den ersten Kant-Exkurs
Das Subjekt werde bei Kant als immer schon fähiges gesehen. Es sei der Anschauung fähig, welche bereits die Empfindsamkeit fĂĽr SinneseindrĂĽcke voraussetze. Lyotard sieht den Satz dem Subjekt vorgängig – den es empfange (in Passivität) von einem unbekannten Sender. Die Subjektfunktion bilde sich erst dann, wenn das Subjekt empfangen habe und gleichsam zum Sender werde. Aus dem Materie-Satz werde ein Form Satz in einem Raum-Zeit-GefĂĽge, der laut Lyotard an den Sender des Materie-Satz geht. Hierbei kann es zum Widerstreit zwischen Materie-Satz und Form-Satz kommen, weil sich der Materie-Satz dem Regelsystem des Form-Satzes (eben Raum und Zeit) anpassen muss bzw. angepasst wird.


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Thesenpapier: Die Darstellung I

Zunächst stellt Lyotard eine mögliche Verkettung der Sätze: / Es gab einen Satz / folgt auf / Ich zweifle / in der Form der zeitlich geordneten Reihe dar. / Ich zweifle / ist laut Lyotard kein erster Satz , weil er ich und zweifle voraussetzt und auf keine Ordnungsreihe verweist, die sich ihm anschließt. Der Satz / folgt auf / der die allgemeine Operationsform des Übergangs von einem Satz zum anderen formuliert, unterliegt selbst dieser Operationsform des Übergangs.

Kant I

Kritik der reinen Vernunft. Die Kritik der reinen Vernunft ist keine psychologische Untersuchung der Entwicklung unseres Erkennens, sondern eben Kritik, d. h. Beurteilung von Wert oder Unwert von etwas, in diesem Falle des (theoretischen) Wertes apriorischer, reiner Erkenntnis und Erkenntniselemente. Die Bedeutung des aus reiner, von der Erfahrung unabhängiger Erkenntnisgesetzlichkeit Entspringenden für die Erkenntnis, die Tragweite, Anwendbarkeit, der Umfang und die Grenzen des Apriorischen werden ermittelt.


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