Monatsarchiv für Januar 2009

 
 

Thesenpapier: Das Geschichtszeichen I

In diesem Abschnitt führt Lyotard seine Gedanken zur Frage der Übergänge sowie, weiter hinten, zur Idee der Einbildungskraft (Kant ‚óä Vernunft, Enthusiasmus) fort.

Grenzland, Heim, Pakt & Frieden

251

Der Satz als „Grenzland”, auf dem der „Pakt” geschlossen oder gebrochen wird.

 „Heim” als Zone, in der der Widerstreit zwischen Diskursarten aufgehoben ist.

Wie ist das vorstellbar? 

„Innerer `Frieden´ zum Preis des immerwährenden Widerstreits an den Rändern.”

Wieso innerer, was ist damit gemeint?

Erzählung als die Diskursart, in der die Heterogenität der Diskursarten am ehesten verschwindet.

Warum?

Mythos

Mythos (L nimmt Bezug auf Mythologie im NS) besitzt identifikatorische Kraft. L kritisiert die Annahme, der Mythos sei mimetisch (nachahmend), er verdecke vielmehr die Mimesis (also den Prozess des Nachahmens) und neutralisiere das Ereignis (als sei es unmittelbar darstellbar).

Cashinahua – Eskurs

L stellt die narrative Diskursart der Cashinahua vor, die durch starke Reglementierung und die Relevanz von Namen charakterisiert ist. Auf diese nicht-kosmopolitische („wilde”) Diskursart bezieht er sich in der folgenden GegenĂĽberstellung von kosmop. und nicht-kosmop. Erzähung.


Den ganzen Beitrag lesen…

Thesenpapier: Menschenrechtserklärung von 1789

Die Diskursart, die Norm II – Die Menschenrechtserklärung

Die Menschenrechtserklärung von 1789

1. Es gehe um die Grenzen, die respektiert werden mĂĽssten, eine „Legitimation von im wesentlichen negativen (begrenzenden) Vorschriften”. Die Grenzen der Norm werden gesetzt – innerhalb einer Autorisierung. Die Autorisierung sei die Idee des Menschen.

2. Nicht jeder einzelne Mensch unterzeichne die Menschenrechtserklärung, sondern deren Vertreter bzw. repräsentative Gemeinschaft.

3. Der Sender der Déclaration besitze keinen Eigennamen, aber sehr wohl der Empfänger, der sich ihr verpflichte, der sie als Norm der Normen anerkennt oder zurückweist. Weil sie über den Gesetzen stehe, würden alle Kriege zu Bürgerkriegen.


Den ganzen Beitrag lesen…

Diskussionsthesen: Widerstreit & Widerstand

Seit einigen Tagen mache ich mir Gedanken ĂĽber den Ort – die Handlungsperspektiven – von Widerstand in Lyotards Philosophie des Widerstreits. Ausgehend von einem Gespräch, das wir nach dem Seminar fĂĽhrten wollte ich eine These in den Raum stellen, die wir unter Umständen im Rahmen des Protesttages diskutieren können.

Wie ist Widerstand denkbar?

Widerstand muss den Widerstreit zum Ausdruck bringen. In einer (zb. politischen oder sozialen) Diskursart sind bestimmte Dinge nicht sagbar, die aber danach drängen gesagt zu werden. Kapitalismus als Regelsystem des ökonomischen Diskurses, lässt beispielsweise keine Sätze zu, die sich dem ökonomischen Diskurs entziehen. Das ist der Widerstreit. Widerstand gegen die diskursive Formation der Ökonomie findet aber dennoch innerhalb eben dieser statt (beispielsweise durch Aneignung der Produktionsmittel durch die Proletarier).

An dieser Stelle muss der Einwand erfolgen: Widerstand kann nicht als aktive Opposition zu gegebenen Umständen gedacht werden. Jedes Einlassen auf die Diskursart verknĂĽpft die Sätze auf die gleiche Art weiter, „legitimiert” somit den Diskurs und stabilisiert ihn. Widerstand und Fundamentalkritik dĂĽrfen sich also nicht auf diskursimmanente Positionen beziehen, sie dĂĽrfen den Diskurs nicht fortfĂĽhren.

Was aber, wenn ein Diskurs eine Quasi-Hegemoniale Stellung (in einer Gesellschaft) einnimmt (wie das im ökonomischen Diskurs der Fall ist). Wie lässt sich Widerstand nach Lyotard dann überhaupt denken. Wo sind die Ansatzpunkte?


Den ganzen Beitrag lesen…

Thesenpapier: Die Diskursart, die Norm

Notizen und Stichpunkte zum folgenden Abschnitt. 

Die Diskursart, die Norm (S.215- 250)

¬ß178:¬† Es ist nicht möglich kognitive und präskriptive Sätze einem Gesetz zu unterwerfen.

           Jedes Regelsystem stellt ein Universum eines Darstellungsmodus dar.

¬ß179: Diskursarten verketten Sätze, die zwischen unterschiedlichen Regelsystemen stehen. ¬† ¬† ¬†

          Ein Satz kann in heterogenen Regelsystemen unterschiedliche Bedeutungen hervor-  

          rufen (tragischer Satz/ technischer Satz).

§180: Diskursart als Zweckbestimmung, die unterschiedliche Ziele verfolgen◊ daher keine 

¬† ¬† ¬† ¬† ¬† Verbote einer gemeinsamen Unterordnung der Satz- Regelsysteme. Die Kluft wäre ¬†

¬† ¬† ¬† ¬† ¬† nicht bedeckt, aber übersprungen. Jenseits dessen wären die Sätze heterogen, so dass¬†

¬† ¬† ¬† ¬† ¬† eine Verkettung nicht möglich wäre. Die Sätze tragen Gebrauchsanweisung bei sich.¬†

           Frage: Wer ist Sie? 

¬ß181: Diskurse schreiben Sätzen Zweckbestimmungen vor, die Erfolg versprechen sollen.¬†

¬† ¬† ¬† ¬† ¬† Ein Universelles Prinzip wäre ein gewinnen.¬†

¬† ¬† ¬† ¬† ¬† Der Erfolg des ethischen Diskurses (die Gerechtigkeit) bestünde darin, dass er in seiner¬†

          Abwesendheit wirkt.  


Den ganzen Beitrag lesen…

Protokoll der 10. Sitzung am 06.01.09

Die Verpflichtung

Spaltung des Selbst

Es gebe kein Resultat, nur Schweigen. Das gespaltene Selbst zerstöre die Anmaßung des (autonomen) Subjekts, welches über andere richtet. Das Subjekt konstituiert sich in Satzkonstellationen, wobei es Sender oder Empfänger ist, oder beides.

Gesetz – Verpflichtung

Wann und warum verpflichtet sich jemand?

Lyotard verdeutlicht dies an der Geschichte des Abraham aus dem Alten Testament: Warum fĂĽhlt sich Abraham verpflichtet, wo doch weder die Wirklichkeit Gottes noch seines Gesetzessatzes ĂĽberprĂĽfbar ist?

Die Verpflichtung sei ein Gefühl, ein ethischer Impuls, einer Aufforderung zu folgen. Dabei seien die ethischen Sätze, denen gefolgt werde, nicht ableitbar und nicht in sich begründbar. Ein ethischer Satz könne nicht mit einem weiteren verkettet werden, sondern nur mit einem kognitiven ‚Äì und in dem Moment sei er schon vergessen. Es gebe eine Differenz zwischen dem Ethischen und dem Satz des Ethischen, welchen eben verkettet werden kann. Das Ethische selbst entzieht sich der Verkettung. Wie in der Lévinas‚Äôschen Figur spricht es mich an, zwingt mich zur Antwort, und entzieht sich, ist nicht feststellbar.

Die Frage ist, von welcher Art von ‚ÄûFalsifizierbarkeit« bzw. welcher Perspektive auf ‚ÄûWirklichkeit« Lyotard in diesem Zusammenhang ausgeht?¬†


Den ganzen Beitrag lesen…

Thesenpapier: Die Verpflichtung

Anmerkung zum Thesenpapier:

Ich habe versucht, die Kernaussagen dieses Kapitels zusammenzufassen. Dabei habe ich meistens nicht genau zitiert, sondern Sätze gekürzt, zusammengefasst und neu gruppiert. Das kursiv Gedruckte sind Fragen und Anmerkungen von mir. Begriffe, die mir zentral vorkammen, habe ich fett markiert. Der Kant-Exkurs ist teilweise lückenhaft.

Die Verpflichtung (S.183-214)

Ende des letzten Kapitels:

Schweigen statt eines „Resultats”. (S.182)

Dieses Schweigen signalisiert das Aussetzen des „Selbst”, seine Spaltung. (S.182)

Wie ist dieses Ende mit dem nächsten Kapitel zusammenzubringen?

Lektürenotizen I¬† (S.183-187)

¬†Spaltung¬† des Selbst: Anmaßung zerstört / Gesetz tranzendiert jede Einsicht

Gesetzgeber (nicht Empfänger): kein Richter, sondern Verbrecher -> nicht gerichtet.

Dem Gesetzt Unterlegender (Empfänger): Opfer, ob verurteilt oder nicht -> nicht erlöst¬†


Den ganzen Beitrag lesen…

Protokoll der 9. Sitzung am 16.12.08

Nachtrag zu Resultat I

Hegel: Drei Regeln des spekulativen Diskurses

1. Ein Begriff der das Eine meint impliziert auch das Andere: Sein – Nichts.
2. Die Bewegung der WidersprĂĽchlichkeit stellt das Werden eines Begriffes dar.
3. Der Diskurs zielt auf ein Resultat ab.

    Das Resultat bedeutet eine Synthese der Positionen und ist dem Spekulativem Diskurs inhärent.

    Frage die sich stellt: 

    Können die Regeln der spekulativen Diskursart kritisiert werden ohne in ihr zu verbleiben? Es bräuchte einen Meta-Diskurs. Nach Lyotard kann dieser Meta-Diskurs nicht erreicht werden.


    Den ganzen Beitrag lesen…


    Meta

    Impressum und Nutzungsbedingungen