Archiv der Kategorie ‘Protokolle‘

 
 

Protokoll der 13. Sitzung am 27.01.09

Die Geschichtszeichen

Was ist Geschichte, wie erkennen wir sie und was fĂĽr SchlĂĽsse ziehen wir aus ihr?
Welche Funktion hat das Erzählen? Es gibt verschiedene Erzählarten, z.B. den Mythos (NS), das Erzählen der Cashinahua (Exkurs als Beispiel, wie Strukturen in kleinen Gemeinschaften erzeugt werden), christliche Erzählung der Liebe.
¬ß235 leitet über die Liebe zu Kant über: Wie kann eine universelle Menschheitsgeschichte aussehen?

Zentraler Punkt für Kant: Französische Revolution.
Steht diese im Gegensatz zur Vernunft, lehnt er die F.R. ab?
Die Vernunft wird durch die F.R. angesprochen, es gibt einen enthusiastischen Ăśberschwung. Dieser ist nicht auf einen Begriff zu bringen, sie ist nur ein Zeichen/Symbol.
Der Enthusiasmus ist aus dem Zuschauerraum erkennbar. Wer ist Zuschauer, wo ist die Grenze ob man involviert ist oder nicht, wie wäre es erkennbar, wenn alle involviert wären?
Ist der Enthusiasmus erst im Nachhinein erkennbar?

Erhaben: Ich sehe etwas Riesiges auf mich einwirken. Aber ich sehe, das ich davon frei sein kann. Bedingungen fĂĽr das GefĂĽhl des Erhabenen: Vernunft, gewisse Distanz, sich der „Bedrohung” entziehen zu können. (Diskussion: Kann man sich entziehen?)


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Protokoll der 12. Sitzung am 20.01.09.

Besprechung des Thesenpapiers Widerstreit und Widerstand von Kim

Frage: Wo öffnen sich bei Lyotard Räume / Handlungsperspektiven für Widerstand?¬†
These: Der einzige Raum für Widerstand liegt bei Lyotard in der Negation, in der Verweigerung, im Schweigen.¬†
ÔɆ nur die Totalverweigerung bietet die Möglichkeit, auf einen bestehenden Widerstreit aufmerksam zu machen.

Frage: kann es ĂĽberhaupt Widerstand geben?
These: nur bedingt und nicht grundlegend, weil der Widerstand die zu kritisierende Diskursart durch Verkettung weiterführt und somit diese manifestiert.¬†
Gegenargument / -frage: ist die WeiterfĂĽhrung des Diskurses in der Kritik nicht ein neuer Diskurs?


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Protokoll der 10. Sitzung am 06.01.09

Die Verpflichtung

Spaltung des Selbst

Es gebe kein Resultat, nur Schweigen. Das gespaltene Selbst zerstöre die Anmaßung des (autonomen) Subjekts, welches über andere richtet. Das Subjekt konstituiert sich in Satzkonstellationen, wobei es Sender oder Empfänger ist, oder beides.

Gesetz – Verpflichtung

Wann und warum verpflichtet sich jemand?

Lyotard verdeutlicht dies an der Geschichte des Abraham aus dem Alten Testament: Warum fĂĽhlt sich Abraham verpflichtet, wo doch weder die Wirklichkeit Gottes noch seines Gesetzessatzes ĂĽberprĂĽfbar ist?

Die Verpflichtung sei ein Gefühl, ein ethischer Impuls, einer Aufforderung zu folgen. Dabei seien die ethischen Sätze, denen gefolgt werde, nicht ableitbar und nicht in sich begründbar. Ein ethischer Satz könne nicht mit einem weiteren verkettet werden, sondern nur mit einem kognitiven ‚Äì und in dem Moment sei er schon vergessen. Es gebe eine Differenz zwischen dem Ethischen und dem Satz des Ethischen, welchen eben verkettet werden kann. Das Ethische selbst entzieht sich der Verkettung. Wie in der Lévinas‚Äôschen Figur spricht es mich an, zwingt mich zur Antwort, und entzieht sich, ist nicht feststellbar.

Die Frage ist, von welcher Art von ‚ÄûFalsifizierbarkeit« bzw. welcher Perspektive auf ‚ÄûWirklichkeit« Lyotard in diesem Zusammenhang ausgeht?¬†


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Protokoll der 9. Sitzung am 16.12.08

Nachtrag zu Resultat I

Hegel: Drei Regeln des spekulativen Diskurses

1. Ein Begriff der das Eine meint impliziert auch das Andere: Sein – Nichts.
2. Die Bewegung der WidersprĂĽchlichkeit stellt das Werden eines Begriffes dar.
3. Der Diskurs zielt auf ein Resultat ab.

    Das Resultat bedeutet eine Synthese der Positionen und ist dem Spekulativem Diskurs inhärent.

    Frage die sich stellt: 

    Können die Regeln der spekulativen Diskursart kritisiert werden ohne in ihr zu verbleiben? Es bräuchte einen Meta-Diskurs. Nach Lyotard kann dieser Meta-Diskurs nicht erreicht werden.


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    Protokoll der 8. Sitzung am 09.12.08

    Hauptthemen von dieser Sitzung waren:
    Die GegenĂĽberstellung der Spekulativen Dialektik von Hegel mit der Negativen Dialektik von Adorno. Was unterscheidet sie? Was bedeutet ĂĽberhaupt jede fĂĽr sich? Welche Bedeutung haben sie heute fĂĽr uns und fĂĽr Lyotard?
    Dabei wird in der Diskussion sehr viel auf die historische Tatsache von Auschwitz bezogen, als eine fĂĽr die Menschen und fĂĽr die Wissenschaft wesentliche Erfahrung.

    Die „Kontroverse” (zwei nicht zu vereinbarende Standpunkte) ist eine Diskursart, womit argumentiert werden kann. Sie wird von der Spekulativen Dialektik aber nicht akzeptiert und fĂĽr diese funktioniert sie nicht.

    Die Spekulative Dialektik postuliert, dass, nachdem eine These mit einer Antithese konfrontiert wird, beide zu einer Synthese geführt werden sollen, und hier wäre die Kontroverse aufgehoben.

    Das Wissenschaftliche selbst ist nach Hegel dialektisch, und hier liegt ein Unterschied und Gegensatz zu Aristoteles. Nach diesem letzterem könnte die Wissenschaft dialektisch sein, aber sie müsste es nicht notwendigerweise sein.
    Darauf tauchte die Frage auf, worauf sich Wissenschaft bezöge. Wahrscheinlich sind nicht die Naturwissenschaften gemeint, sondern eher die Philosophie oder die Ganzheit des Erkennens.


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    Protokoll der 6. Sitzung am 26.11.08

    Diskusstion ĂĽber „Ein Satz.”
    Lyotard widerlegt das descartsche cogito ergo sum. Am Anfang sei nicht das Subjekt, sondern ein Satz. Nicht das Subjekt sei unhintergehbar, sondern dass es einen Satz gebe, dass ein Satz geschehe, etwa „Ich zweifle”. Au sei ein Satz, Schweigen sei ein Satz.

    Einordnung der Argumentation/ Roter Faden?
    Lyotard knüpft an der reflexiven Letztbegründung von Apel. Er grenzt sich insofern von diesem ab, als dass er neben dem argumentativen Sprachspiel (Sinnvolles Argumentieren kann nur aus eben dieser Position heraus kritisiert werden) die Bedeutung/Notwendigkeit einer sinnlichen Gebung bzw. eines empirischen Moments des Zeigens betont. Klingt in diesem Gedankengang Lyotards Nähe zur Phänomenologie an?
    In diesem Zusammenhang kritisiert Lyotard auch die Idee eines ersten Satzes (impliziert eine Reihe).

    Diskussion ĂĽber den ersten Kant-Exkurs
    Das Subjekt werde bei Kant als immer schon fähiges gesehen. Es sei der Anschauung fähig, welche bereits die Empfindsamkeit fĂĽr SinneseindrĂĽcke voraussetze. Lyotard sieht den Satz dem Subjekt vorgängig – den es empfange (in Passivität) von einem unbekannten Sender. Die Subjektfunktion bilde sich erst dann, wenn das Subjekt empfangen habe und gleichsam zum Sender werde. Aus dem Materie-Satz werde ein Form Satz in einem Raum-Zeit-GefĂĽge, der laut Lyotard an den Sender des Materie-Satz geht. Hierbei kann es zum Widerstreit zwischen Materie-Satz und Form-Satz kommen, weil sich der Materie-Satz dem Regelsystem des Form-Satzes (eben Raum und Zeit) anpassen muss bzw. angepasst wird.


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    Protokoll der 5. Sitzung am 18.11.08

    Aus dem kurzen Referat zu der Person Lyotard ging die Frage hervor, wie man diesen lesen sollte. Dazu wurde die Unterscheidung zwischen Alltagssprache und Metasprache angesprochen, die in Bezug zur Beschreibung von „Dingen” in der Wissenschaft differenziert betrachtet werden muss. Gibt es einen wissenschaftlichen Konsens? -Als eine Möglichkeit könnte das zu einem Konsens fĂĽhren, was in der Wissenschaft „funktioniert”(Funktion ĂĽber Ergebnisse?) und zu einer Entwicklung beiträgt. Allerdings muss man dies auf die verschiedenen Disziplinen differenziert betrachten. Welche Bedeutung haben Ergebnisse oder Axiome fĂĽr die Sozialwissenschaft?

    Beschreibung der Wirklichkeit? 1. Logik als eine mögliche Verkettungsregel, kann der Wirklichkeit nicht gerecht werden. 2. der kognitive Verweis hat seine Grenzen, da eine Önderung durch eine Negation einen Hohlraum in der Beschreibung erzeugt.

    Unterschied 1.Regelsystem/ 2.Diskursart? 1. Bezieht sich auf den Satz und dem Verhältnis der Instanzen zueinander; es gibt heterogene Regelsysteme von Sätzen, die sich nicht in einander übersetzen lassen. 2. ist eine höhere Ebene, die einzelne Sätze verschiedener Regelsysteme verkettet zu einer bestimmten Diskursart.(S.10 These )


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    Protokoll der 4. Sitzung am 11.11.08

    Vorweg:

    Es gibt im Blog ab sofort die Möglichkeit, sich über Lyotards Begriffe zu verständigen. Angemerkt wurde in diesem Zusammenhang, dass sich der Versuch einer exakten Begriffsklärung möglicherweise im Verlauf der Lektüre als erfolgreicher erweisen wird.¬†

    Wir einigten uns außerdem darauf, unsere Diskussion in Zukunft stärker am konkreten Text auszurichten.

    Der Widerstreit/Teil 2:

    Ein möglicher Anknüpfungspunkt für die weitere Textarbeit war zunächst das Verhältnis zwischen dem Platon-Exkurs und dem zweiten Teil des Widerstreit-Kapitels. Zu klären wäre in diesem Zusammenhang, welchen Stellenwert der im Diskurs verhandelte Dialog einnimmt und welche Bedeutung der Schrift dabei zukommt. Als eine mögliche Verbindung zwischen den beiden Textteilen wurde der Versuch beschrieben, eine gemeinsame Sprache zu finden. Dieser sei sowohl für den Dialog als auch für das Gerichtsverfahren charakteristisch.¬†

    Der Platon-Exkurs markiert nach der Einschätzung einiger TeilnehmerInnen dennoch einen Bruch mit dem übrigen Text.

    Im zweiten Teil des Widerstreit-Kapitels versucht Lyotard, seine AusfĂĽhrungen im ersten Teil zu differenzieren.


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    Protokoll der 3. Sitzung am 04.11.08

    1.Stand des Seminars? Bevor wir uns der Verknüpfung Lyotards (via Koller) mit Bildungs- und Erziehungswissenschaft zuwenden, nähert sich das Seminar zuerst allgemein der post bzw. spät-modernen Philosophie.

    2.Das Seminar stellte in dem besprochenen Abschnitt des Buches deutlich mehr Schwierigkeiten mit dem Text fest, als in den ersten beiden Teilen. Lyotards Arbeitsweise seine eigene Erkenntnis als einen Prozess darzustellen und nicht ein fertiges Produkt abzuliefern trägt vermutlich zu diesen Schwierigkeiten bei. Das Anfangs erwähnte Beispiel der „Gaskammern” und der Leugnung des Holocaust findet sich in diesem Teil des Textes nicht wieder und die Referenzen zum Anfang sind schwer auszumachen. So beschränkt sich das Thesenpapier zu dieser Sitzung auf den Platon-Exkurs

    3.Der 1. Satz des Exkurses „Meletos, sagt Sokrates, hat mich vor Gericht beschuldigt” wird aufgrund der Frage des „Senders” diskutiert. Es kann aber nicht abschlieĂźend geklärt werden welche Bedeutung die Form der Rede hier hat, zumindest erscheint sierelevant fĂĽr die Demonstration von Lyotards Strategie zu sein (Demonstration der Verschränkung von Sender-Empfänger-Bedeutung-Referent ?)

    4.Gott ist nicht mehr Sender & Referent sonder nur noch Referent. Anstatt mit den Göttern wird ĂĽber sie geredet. Aus Sagen – Empfangen wird Sagen – Argumentation. Nicht die schwachen aber rhetorisch gut aufbereiteten Argumente sollen gewinnen, sondern die besten.


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    Protokoll der 2. Sitzung am 28.10.08

    Diskussionsfragen:

    1. Es geht mir vor allem um Begriffe. Und zunächst frage ich mich, was der Referent genau bezeichnet. Das worüber man spricht. Wie ist das zu denken?

    2. Gibt es eine Differenz zwischen Diskursart und Idiom?

    3. Wie sind die Instanzen Sender und Empfänger zu verstehen?

    4. Welche Funktion habe die logischen Operationen (S. 21)?

    5. Warum wählt Lyotard das Beispiel des Holocaust bzw. des Bezeugens der Existenz der Gaskammern um seine Ăśberlegungen auszufĂĽhren und das Problem herauszustellen? Ist das nicht makaber oder gar unangemessen? Und was ist in diesem Zusammenhang mit „Bezeugen” gemeint?

    6. Was ist es, das im Widerstreit nach „Setzung” verlangt, also das Movens des Widerstreits?

    7. Was sind die oppositionellen Diskursarten von denen Lyotard spricht und wo verortet er sich selbst darin, wenn es keinen Metadiskurs geben kann? 


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