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	<title>Lyotard - Der Widerstreit</title>
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	<description>Webblog zum Hauptseminar im WiSe 08/09</description>
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		<title>Protokoll der 13. Sitzung am 27.01.09</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Feb 2009 16:36:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lyotard</dc:creator>
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		<category><![CDATA[ökonomische Diskursart]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Geschichtszeichen Was ist Geschichte, wie erkennen wir sie und was für Schlüsse ziehen wir aus ihr? Welche Funktion hat das Erzählen? Es gibt verschiedene Erzählarten, z.B. den Mythos (NS), das Erzählen der Cashinahua (Exkurs als Beispiel, wie Strukturen in kleinen Gemeinschaften erzeugt werden), christliche Erzählung der Liebe. ¬ß235 leitet über die Liebe zu Kant [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Geschichtszeichen</p>
<p>Was ist Geschichte, wie erkennen wir sie und was für Schlüsse ziehen wir aus ihr?<br />
Welche Funktion hat das Erzählen? Es gibt verschiedene Erzählarten, z.B. den Mythos (NS), das Erzählen der Cashinahua (Exkurs als Beispiel, wie Strukturen in kleinen Gemeinschaften erzeugt werden), christliche Erzählung der Liebe.<br />
¬ß235 leitet über die Liebe zu Kant über: Wie kann eine universelle Menschheitsgeschichte aussehen?</p>
<p>Zentraler Punkt für Kant: Französische Revolution.<br />
Steht diese im Gegensatz zur Vernunft, lehnt er die F.R. ab?<br />
Die Vernunft wird durch die F.R. angesprochen, es gibt einen enthusiastischen Überschwung. Dieser ist nicht auf einen Begriff zu bringen, sie ist nur ein Zeichen/Symbol.<br />
Der Enthusiasmus ist aus dem Zuschauerraum erkennbar. Wer ist Zuschauer, wo ist die Grenze ob man involviert ist oder nicht, wie wäre es erkennbar, wenn alle involviert wären?<br />
Ist der Enthusiasmus erst im Nachhinein erkennbar?</p>
<p>Erhaben: Ich sehe etwas Riesiges auf mich einwirken. Aber ich sehe, das ich davon frei sein kann. Bedingungen für das Gefühl des Erhabenen: Vernunft, gewisse Distanz, sich der ‚ÄûBedrohung&#8221; entziehen zu können. (Diskussion: Kann man sich entziehen?)</p>
<p><span id="more-86"></span></p>
<p>S.273 unten: ‚ÄûGefühl für die Idee der Menschlichkeit&#8221; In welchem Bezug steht dieses zur Vernunft? Was bedeutet diese für Lyotard? Lyotard muss den Fortschritt kritisieren, welcher bei Kant klar normativ ist.</p>
<p>Warum ist Fortschritt negativ? Es gibt verschiedenen Erzählungen, z.B. Unterdrückung, Sklaven und die der Menschenrechte. (längere Diskussion um den Fortschrittsbegriff)<br />
Idee der Menschenrechte als Universalgeschichte? Als Idee ja, aber wie kann dieser erreicht/verkettet werden. Es sind immer unterschiedliche Verkettungen möglich.</p>
<p>Ökonomische Diskurart ist die Bestimmende. Sie beseitigt andere mögliche Verkettungen. w<br />
¬ß243 u. ¬ß244: Zeit und Arbeit. Zeit wird vorausgesetzt, taucht aber nicht wieder auf.</p>
<p>Was ist der Clou dieses Kapitels? Linie Erzählungen-Geschichtszeichen-Kommunismus-Kapitalismus erkennbar.</p>
<p>Letzten beiden Seiten des Buches:<br />
¬ß263 erscheint als zentrale Stelle des Buches. Das »Sein&#8221; wird negiert.<br />
Die ökonomische Verkettungslogik muss aufgebrochen werden, der Widerstreit aufgezeigt werden.<br />
Widerstand ist nicht möglich? (oder nur unmöglich auf traditionelle marxistische Bewegungen und nationale Befreiungskämpfe bezogen?)</p>
<p>Punkte für die nächste Stunde:<br />
-Was bedeutet die Negation des Subjekts? (-&gt; Text von Peter V. Zima)<br />
-Was ist mit Auschwitz? Entbindet das Geschieht es? von Verantwortung?<br />
-Wieso endet Lyotard mit Kommunismus/Kapitalismus, wie ist er dorthin gekommen?</p>
<p><em>(Protokoll erstellt von Andreas Riethmüller)</em></p>
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		</item>
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		<title>Thesenpapier: Das Geschichtszeichen II</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Feb 2009 15:39:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lyotard</dc:creator>
				<category><![CDATA[Thesenpapiere]]></category>
		<category><![CDATA[Diskursart]]></category>
		<category><![CDATA[Kapital]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunismus]]></category>
		<category><![CDATA[Marx]]></category>
		<category><![CDATA[Widerstreit]]></category>

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		<description><![CDATA[Abschnitt 236: L. konstatiert, dass der Marxismus nicht zu Ende gekommen sei und wirft die Frage auf, in welcher Weise dieser fortbestehe. Marx gehe von einer notwenigen Verallgemeinerung des Unrechts aus. Nach L. drücke sich dieses Unrecht ‚Äûim Schweigen des Gefühls, im Leid aus.&#8221; Die Zweckmäßigkeit des Kapitals reguliere die Satzuniversen und sämtliche Verkettungen. Diese [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Abschnitt 236</strong>: L. konstatiert, dass der Marxismus nicht zu Ende gekommen sei und wirft die Frage auf, in welcher Weise dieser fortbestehe. Marx gehe von einer notwenigen Verallgemeinerung des Unrechts aus. Nach L. drücke sich dieses Unrecht ‚Äûim Schweigen des Gefühls, im Leid aus.&#8221; Die Zweckmäßigkeit des Kapitals reguliere die Satzuniversen und sämtliche Verkettungen. Diese Zurichtung¬† bezeichnet L. als allgemeines Unrecht. Der Marxismus existiere als ein Gefühl des Widerstreits fort.</p>
<p>Frage. Wie ist das Verhältnis zwischen Kapital und Diskursarten genau vorstellbar? Versteht L. das Kapital als eine Art Master-Diskurs? Ist es sinnvoll von einer ökonomischen Diskursart zu sprechen? Da nach Marx, dass Sein das Bewusstsein bestimme und seine materialistische Kritik an der Trennung der ‚ÄûIdeen&#8221; von den konkreten gesellschaftlichen Bedingungen ansetzt, ist die Rede von einem ökonomischen Diskurs aus marxistischer Perspektive vermutlich nicht sinnvoll.</p>
<p><strong>Abschnitt 237</strong>: Welches Idiom klagt das vom Kapital verursachte Leid ein? Marx verorte die Forderung nach der Anerkennung des erfahrenen Unrechts im Sinne einer Artikulation des Widerstreits im Klassenkampf als einem Referent kognitiver Sätze. Das Proletariat fordere den Kommunismus als ‚Äûdie freie Verkettung von Sätzen, die Zerstörung der Diskursarten.&#8221;¬†</p>
<p><span id="more-83"></span></p>
<p>Anmerkung: Ls. Definition von Kommunismus scheint mir etwas eigenwillig zu sein.</p>
<p>L. beschreibt am Beispiel des Klassenkampfes das Geschichtszeichen als einen (historischen) Moment, in dem die enthusiastische Erregung einer Masse geteilte Bedeutung herstellt.</p>
<p>Nach L. ist Marx ein Gefangener der Resultatslogik. L. kritisiert die Bezugnahme auf ein ideales und emanzipiertes Selbst. Der Referent der Idee des Kommunismus werde in ein (Sender-)Subjekt umgeschrieben, das den Kommunismus vorschreibe.</p>
<p><strong>Abschnitt 238</strong>: Die Sätze dieses Subjekts sind Zeichen, die nur ästhetischen und keinen praktischen Wert besäßen. Die Zeichen (Leiden, Zorn, Klassenhass, Enthusiasmus, Solidarität) seien in den Zuschauerraum verbannt, da sie Allgemeingültigkeit beanspruchten. Nach L. bedient sich Marx zweier illusorischer Übergänge: Der erste bestehe in der Verknüpfung von solidarischem Enthusiasmus und revolutionärem Subjekt, der zweite in der Transformation des revolutionären Subjekts in die reale politische Organisation.</p>
<p><strong>Abschnitt 239</strong>: Die Partei müsse die Realität des revolutionären Subjekts beweisen. Die einzige Möglichkeit der Partei sei es in diesem Zusammenhang, sich selber als Beweis vorzubringen. Sie maße sich das ‚ÄûMonopol der Verfahren zur Ermittlung der historisch-politischen Wirklichkeit&#8221; an und sorge für eine Verdrängung des Widerstreits, welcher im Inneren der Arbeiterpartei insbesondere in Zusammenhang mit der Organisationsfrage wiederkehre. Der Widerstreit selber werde als Rechtsstreit maskiert, welcher immer zu Gunsten des Monopols geschlichtet werde.</p>
<p><strong>Abschnitt 240</strong>: Nach L. sei die Bedeutung des ökonomischen Satzes der Tausch. Satz 1: Sender x tritt dem Empfänger y dieses in Form des Referenten a ab. (Zeitpunkt t) Satz 2. Sender y tritt dem Empfänger x jenes in Form von Referent b ab. (Zeitpunkt t +1) Die Abtretung setzt die Abgeltung im Sinne einer Gegen-Abtretung voraus.</p>
<p><strong>Abschnitt 241</strong>: Die ökonomische Diskursart sei gekennzeichnet durch die Austauschbarkeit von Sender und Empfänger und die Parität der Referenten. L. formuliert die Frage nach der Bestimmbarkeit notwendiger Diskurse.</p>
<p><strong>Abschnitt 242</strong>: Nach Marx können die Produkte a und b auf der Grundlage der zu ihrer Herstellung aufgewendeten durchschnittlichen, gesellschaftlichen Arbeitszeit zu einander in Beziehung gesetzt werden. L. konstatiert die Triftigkeit der zeitlichen Dimension der marxschen Theoreme, kritisiert jedoch die ‚ÄûGefahr einer Metaphysik der Produktion.&#8221;</p>
<p>Frage: Was ist damit gemeint? Ist die Kritik gerechtfertigt?</p>
<p><strong>Abschnitt 243</strong>: Die Arbeit gehört nach L. nicht zur ökonomischen Diskursart. Sie sei ‚Äûeine Gruppierung von Diskursarten.&#8221; Der Produktionsdiskurs sei charakterisiert durch folgende notwendige Sätze:</p>
<p>a. die Forderung nach irgendeinem Gegenstand durch einen Sender,¬†</p>
<p>b. die Suche nach Gegenständen im Sinne von Materialien und</p>
<p>c. die Umformung dieser Materialien nach einem auf einen bestimmten Zweck gerichteten Muster im Sinne des Gegenstandes aus Satz a.</p>
<p>Zum Referenten des Tausches werde damit das vorzeigbare Resultat der Einbildungskraft eines Senders.</p>
<p><strong>Abschnitt 244</strong>: L. unterscheidet zwischen ökonomischer Zeit und Produktionszeit. Ist damit die Unterscheidung zwischen abstrakter und konkreter Zeit gemeint? Arbeit sei nicht durch Energie-, sondern durch Zeitaufwand charakterisiert.</p>
<p><strong>Abschnitt 245</strong>: Nach L. bestehe Heterogenität zwischen den Sätzen der Einbildungskraft (Erfindung), den Sätzen der technischen Verwirklichung (Ausführung) und den Sätzen der ökonomischen Diskursart. Das Kapital unterwerfe die beiden ersten Sätze dem Regelsystem der dritten. Erfindung und Ausführung würden wie verlorene Zeit behandelt, welche im Tausch der Produkte wettgemacht werden müsse. Die ökonomische Diskursart dehne sich aus auf Sätze, die nicht der Tauschregel unterliegen. Dabei werde die prinzipielle Tilgbarkeit aller Schulden unterstellt.</p>
<p><strong>Abschnitt 246</strong>: Das Geld ist nach L. ‚Äûdas (mehr oder weniger getreue) Öquivalent der Zeit [...], die in den Waren enthalten ist und bei deren Produktion verloren ging, solange sie nicht getauscht werden.&#8221; Das Geld ersetze in der Gegen-Abtretung bzw. im Kauf prinzipiell jeden Referenten b. Der Tausch sei bestimmt als ein Zeit-Handel.</p>
<p>Anmerkung: Ich finde Ls. Rede von der ‚Äûverlorenen Zeit&#8221; irritierend. Ist damit die ‚Äûfest geronnenen Arbeitszeit&#8221; gemeint oder meint L. etwas anderes?</p>
<p><strong>Abschnitt 247</strong>: Reichtum bezeichne die Verfügungsgewalt über mehr vergangene Zeit als die anderen TauschpartnerInnen. ‚ÄûEs gibt die, die nur ‚Äöihre&#8217; Zeit (hic et nunc) zu verkaufen haben, und diejenigen, die über genügend angehäufte Zeit verfügen und sie abtreten können.&#8221;</p>
<p>Anmerkung: Diejenigen die nach L. ‚Äûnur ‚Äöihre&#8217; Zeit [...] zu verkaufen haben&#8221;, verkaufen nach Marx ihre Arbeitskraft. Diejenigen, die ‚Äûüber genügend angehäufte Zeit verfügen und sie abtreten können&#8221; sind nach Marx im Besitz der Produktionsmittel.¬†</p>
<p><strong></strong></p>
<p><strong>Abschnitt 248</strong>: L. definiert das Geld als gespeicherte Zeit. Das Geld fungiere damit als eine ‚ÄûAls-ob-Ware&#8221;. L. spricht auch in diesem Abschnitt von der ‚Äûverlorenen Zeit&#8221;. In diesem Zusammenhang ist damit die Zeit gemeint, die der Tauschakt selber beansprucht.</p>
<p><strong>Abschnitt 249</strong>: Da die Arbeit als für den Tausch verlorene Zeit betrachtet werde, müsse sie soweit wie möglich eingeschränkt werden. Nach L. ist die Ausbeutung im Sinne einer Abpressung des relativen Mehrwerts eines der Mittel, um diese Einschränkung durchzusetzen. Das Ideal dieser Diskursart bestehe in dem Versuch, verlorene Zeit zurück zu gewinnen oder die im Kredit verlorene Zeit vorwegzunehmen</p>
<p>Anmerkung: Der Abschnitt ist mir völlig unklar. Warum muss Arbeit eingeschränkt werden? Lohnarbeit ist Voraussetzung dafür, dass Mehrwert abgeschöpft werden kann. Was meint L. mit dem Begriff der ‚Äûverlorenen Zeit&#8221;?</p>
<p><strong>Abschnitt 250</strong>: L. konstatiert einen unlösbaren Widerstreit zwischen Arbeit und Zeitgewinn als dem grundlegenden Prinzip der ökonomischen Diskursart. Dieser werde erzeugt durch die die Arbeitsbedingungen im kapitalistischen System begleitenden Gefühle wie Traurigkeit, Zorn, Hass, Entfremdung etc.</p>
<p>Die Unterordnung der Arbeit unter den Tausch werde als Lohnarbeit bezeichnet. Es entstehe dabei ein Widerstreit, der das Verhältnis zwischen realer (konkreter) und abstrakter Zeit betreffe.¬†</p>
<p><strong>Abschnitt 251</strong>: ‚ÄûTausch heißt Tausch von Zeit, und zwar Tausch von möglichst viel Zeit (‚Äöabstrakter&#8217; oder verlorener Zeit) innerhalb möglichst kurzer Zeit (‚Äörealer&#8217; Zeit).&#8221; Sätze würden zu Waren, wenn sie in eine berechenbare Einheit transformiert werden. Die Kommunikationstheorie kategorisiere die Sätze nach dem <em>bit</em> an Information. Die Heterogenität der Regelsysteme wie der Diskursarten finde im ökonomischen Diskurs ein universales Idiom, das seinerseits auf den Gewinn von Zeit gerichtet sei.</p>
<p><strong>Abschnitt 252</strong>: Der Kapitalismus fungiere als Gerichtshof, der den Widerstreit zwischen Satz-Regelsystemen oder Diskursarten als unerheblich erachtet. Der Urteilsspruch werde immer zu Gunsten der gewonnenen Zeit gefällt. L. spricht von einer Verschärfung des Widerstreits auf Öußerste, der eintrete, wenn der Urteilsspruch einen Schlussstrich unter das Rechtstreitsgefälle ziehe.¬†</p>
<p>Frage: Was ist damit gemeint? Unterstellt L. dem Widerstreit ein revolutionäres Potential?</p>
<p><strong>Abschnitt 253</strong>: Die Vorherrschaft der ökonomischen Diskursart könne sich in das Gewand einer emanzipatorischen Geschichtsphilosophie kleiden. Die ethische Frage (Was sollen wir sein?) werde im ökonomischen Diskurs nicht gestellt. Der ökonomische Diskurs des Kapitals verlange die Unterdrückung des politisch-deliberativen Dispositivs, das die Heterogenität der Diskursarten zulasse. L. fragt, welche Vorstellung von Menschheit dadurch impliziert werde.</p>
<p><strong>Abschnitt 254</strong>: Kann die ökonomische Diskursart den Widerstreit wirklich befrieden? ‚ÄûDer Widerstreit, das <em>Und?</em> [...], das Nichts, das die Verkettung von einem Satz zum anderen unterbricht und bedroht &#8211; kann es auf diese Weise, durch den Handel, aufgefüllt werden? Kann das <em>Komm zurück</em>, das mit der Regel der Parität von Abtretungen und Gegen-Abtretungen impliziert wird, das <em>Geschieht es?</em> [...] derart neutralisieren, dass nur mehr das Marktfähige geschieht?&#8221;</p>
<p><strong>Abschnitt 255</strong>: Der Kapitalismus bilde keine Universalgeschichte. Das Vorkommnis einer Universalgeschichte würde sich durch das Geschichtszeichen ankündigen. Als Beispiel für ein Geschichtszeichen gilt nach Kant der durch die Französische Revolution erzeugte Enthusiasmus. L. formuliert die Frage, ob eine im Sinne des Geschichtszeichens geteilte Bedeutung mit dem an sie gehefteten gemeinsamen Gefühl in der Gegenwart noch vorstellbar sei.</p>
<p><strong>Abschnitt 256</strong>: Nach Kant gehört auch der Kummer zu den für das Geschichtszeichen typischen ‚Äûstürmischen Gemütsbewegungen&#8221;, wenn er sich über den Bezug auf moralische Ideen begründe. L. formuliert die Frage, ob eine tief melancholische Menschheit den Beweis dafür antreten könne, dass diese zum Besseren voranschreite.</p>
<p><strong>Abschnitt 257</strong>: Die Geschichtsphilosophien des 19. und 20. Jahrhunderts geben nach L. vor, Übergänge über die Kluft der Heterogenität oder des Ereignisses garantieren zu können. Die Geschichte selber beweist das Gegenteil. Die spekulative Doktrin &#8211; Alles Wirkliche ist vernünftig, alles Vernünftige ist wirklich &#8211; wird durch Auschwitz widerlegt. Aus dem Umstand, dass es zahlreiche historische Belege dafür gibt, dass die Geschichtsphilosophie ihr Versprechen nicht einlösen kann, resultiert nach L. der Kummer der Zuschauer am ausgehenden 20. Jahrhunderts.</p>
<p><strong>Abschnitt 258</strong>: Der Kapitalismus ist nach L. nicht reformierbar. Das ökonomische Prinzip gilt oder es gilt nicht.¬†</p>
<p><strong>Abschnitt 259:</strong> Das Fortschreiten der Menschheit zum Besseren wird nach L. nicht nachgewiesen, weil ‚Äûes besser geht&#8221;, sondern auf der Grundlage einer entsprechend vorstrukturierten Wahrnehmung konstruiert. L. konstatiert eine Verschärfung der Diskrepanz zwischen der historisch-politischen Realität und den Ideen.</p>
<p><strong>Abschnitt 260</strong>: Nach L. ist die fortschreitende Kultivierung der Menschheit im Kapitalismus nicht denkbar, weil die Verausgabung von Zeit für Kultur nicht lukrativ sei. Die Menschen würden deshalb ihr ideelles Vermögen einbüßen und könnten angesichts der Inkommensurabilität zwischen Wirklichkeit und Ideen nicht einmal Kummer empfinden.</p>
<p><strong>Abschnitt 261</strong>: Eine teleologische Perspektive auf die Menschheit und ihre Geschichte sei nicht vorstellbar unter der Vorherrschaft des ökonomischen Diskurses. Man habe nichts zu erwarten, ‚Äûkein Zeichen von einem anderen als man selbst.&#8221;¬†</p>
<p><strong>Abschnitt 262</strong>: Widerstand gegen die Vorherrschaft des Kapitals ist nach L. nicht vorstellbar.¬†</p>
<p><strong>Abschnitt 263</strong>: ‚ÄûDas einzige unüberwindliche Hindernis, auf das die Hegemonie des ökonomischen Diskurses stößt, liegt in der Heterogenität der Satz-Regelsysteme und Diskursarten, liegt darin, dass es nicht ‚Äödie Sprache&#8217; und ‚Äödas Sein&#8217; gibt, sondern das Vorkommnis. Das Hindernis besteht nicht im ‚ÄöWillen&#8217; der Menschen im einen oder anderen Sinne, sondern im Widerstreit. [...] Das <em>Geschieht es</em>? kann von keinem Willen zum Zeitgewinn besiegt werden.&#8221;¬†</p>
<p><strong>Abschnitt 264</strong>:¬†Das Vorkommnis könne bezeugt werden. Die Frage nach dem Fall, in dem das Zeugnis nicht gehört werde, greife dem <em>Geschieht es?</em> vor. ¬† ¬†</p>
<p><strong>Fazit</strong>: Nach meiner Lesart orientiert sich Lyotard bei seiner Beschreibung der ökonomischen Diskursart weitestgehend an den von Marx im Zusammenhang mit seiner Kritik der politischen Ökonomie entwickelten Kategorien. Als zentrale Eigenschaft der ökonomischen Diskursart wird dementsprechend das Tauschprinzip ausgemacht. Der Gewinn von Zeit wird zum ausschlaggebenden Kriterium für ökonomischen Erfolg. Lyotard kritisiert Marx, da dieser der Resultatlogik verhaftet bleibe und wendet sich ab von der Vorstellung einer teleologischen Menschheitsgeschichte. Ein revolutionäres Subjekt, das den Kapitalismus überwinden könne, sei nicht vorstellbar. Lyotard ersetzt die Idee des Widerstands durch die Idee des Widerstreits. Der Widerstreit sei systemimmanent.¬†</p>
<p><em>(Thesenpapier von Rebekka Mönch)</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Protokoll der 12. Sitzung am 20.01.09.</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Feb 2009 14:53:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lyotard</dc:creator>
				<category><![CDATA[Protokolle]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Hochschule]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[ökonomischer Diskurs]]></category>
		<category><![CDATA[Widerstand]]></category>
		<category><![CDATA[Widerstreit]]></category>

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		<description><![CDATA[Besprechung des Thesenpapiers Widerstreit und Widerstand von Kim Frage: Wo öffnen sich bei Lyotard Räume / Handlungsperspektiven für Widerstand?¬† These: Der einzige Raum für Widerstand liegt bei Lyotard in der Negation, in der Verweigerung, im Schweigen.¬† ÔÉ† nur die Totalverweigerung bietet die Möglichkeit, auf einen bestehenden Widerstreit aufmerksam zu machen. Frage: kann es überhaupt Widerstand [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>
<p>Besprechung des Thesenpapiers Widerstreit und Widerstand von Kim</p>
<p>Frage: Wo öffnen sich bei Lyotard Räume / Handlungsperspektiven für Widerstand?¬†<br />
These: Der einzige Raum für Widerstand liegt bei Lyotard in der Negation, in der Verweigerung, im Schweigen.¬†<br />
ÔÉ† nur die Totalverweigerung bietet die Möglichkeit, auf einen bestehenden Widerstreit aufmerksam zu machen.</p>
<p>Frage: kann es überhaupt Widerstand geben?<br />
These: nur bedingt und nicht grundlegend, weil der Widerstand die zu kritisierende Diskursart durch Verkettung weiterführt und somit diese manifestiert.¬†<br />
Gegenargument / -frage: ist die Weiterführung des Diskurses in der Kritik nicht ein neuer Diskurs?</p>
<p><span id="more-85"></span></p>
<p>Beispiel Hochschulprotest: der Protest um die Mittelvergabe an der Uni spielt sich innerhalb des ökonomischen Diskurses ab, weil damit argumentiert wird, dass Geld nötig ist. Selbst wenn man den Ökonomiediskurs zu widerlegen versucht, indem man anhand der Kosten-Nutzenrechnung aufzeigt, dass die Rechnung nicht aufgeht, unterliegt und stärkt man den Ökonomiediskurs, weil man dessen Mittel nutzt.<br />
Könnte man aus dem ökonomischen Diskurs aussteigen, wenn man die innere Widersprüchlichkeit des Diskurses aufzeigt?</p>
<p>Wohin führt die Kritik an der Mittelvergabe?<br />
Die Idee von Bildung lässt sich nicht messen und abrechnen. Aber sowohl als Studierender wie auch als Lehrender steckt man in dem System, indem Punkte gesammelt und vergeben werden. Welche Möglichkeit haben wir, dieses Paradox zu formulieren? Beide Parteien &#8211; Politik und Studierende / Lehrende argumentieren vernünftig, deren Zwecke / Absichten sind aber unterschiedlich.¬†<br />
Frage: ist eine Kommunikation überhaupt noch möglich, wenn die Diskursart gewechselt wird? Gehen dann die beiden Diskursarten aneinander vorbei, ohne sich zu berühren?<br />
(Nach Lyotard kommt man durch die Bezeugung des Widerstreits in die gefährliche Situation eines Rechtsstreits.)</p>
<p>Es gibt Diskurse, die in einer Gesellschaft eine hegemoniale Stelle einnehmen, die diese Gesellschaft fundamental konstituieren. Der Ökonomiediskurs ist ein hegemonialer Diskurs in unserer Gesellschaft. Innerhalb dieses Diskurses wird z. B. auch die Chancengleichheit als liberales System verhandelt. Wenn Chancengleichheit &#8211; dieselben Chancen auf Aufstieg und wirtschaftlichen Erfolg für alle &#8211; erreicht werden würde, entstünde eine Katastrophe, weil nicht alle gut Qualifizierten / Führungskräfte in der Wirtschaft untergebracht werden können. Die Auswahl derer, die unterkommen, wäre willkürlich.¬†<br />
Nicht alle Menschen vertreten den Ökonomiediskurs und wollen im System aufsteigen, z. B. als Führungskraft.</p>
<p>Es ist wichtig, Diskursarten zu explizieren, aufzuzeigen, dass eine Diskursart jeweils eine Sichtweise vertritt. Nur so besteht die Möglichkeit zu erkennen, dass auch etwas verändert werden kann. Nach Lyotard können auch neue Diskursarten erfunden werden. Ein Widerstreit kann durch einen anderen abgelöst werden. Wenn man dem Widerstreit gerecht werden will, kann man nicht urteilen. Aber: man kann dem Widerstreit nicht gerecht werden, weil einem Satz immer ein anderer folgt; auch das Schweigen ist ein Satz.</p>
<p>Fazit:¬†<br />
Es ist schwer, aus Lyotards Philosophie Handlungsperspektiven (z. B. für den Widerstand) herauszuziehen. Die Verkettung kann nicht unterbrochen werden und ist deshalb lähmend.</p>
<p><em>(Protokoll erstellt von Esther Wagner)</em></p>
</div>
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		</item>
		<item>
		<title>Thesenpapier: Das Geschichtszeichen I</title>
		<link>http://blogs.epb.uni-hamburg.de/lyotard/2009/01/20/thesenpapier-das-geschichtszeichen-i/</link>
		<comments>http://blogs.epb.uni-hamburg.de/lyotard/2009/01/20/thesenpapier-das-geschichtszeichen-i/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 19 Jan 2009 23:25:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lyotard</dc:creator>
				<category><![CDATA[Thesenpapiere]]></category>
		<category><![CDATA[Darstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Diskursart]]></category>
		<category><![CDATA[Hermeneutik]]></category>
		<category><![CDATA[Heterogenität]]></category>
		<category><![CDATA[Kant]]></category>
		<category><![CDATA[Mythos]]></category>
		<category><![CDATA[Narration]]></category>
		<category><![CDATA[Widerstreit]]></category>

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		<description><![CDATA[In diesem Abschnitt führt Lyotard seine Gedanken zur Frage der Übergänge sowie, weiter hinten, zur Idee der Einbildungskraft (Kant ‚óä Vernunft, Enthusiasmus) fort. Grenzland, Heim, Pakt &#38; Frieden 251 Der Satz als ‚ÄûGrenzland&#8221;, auf dem der ‚ÄûPakt&#8221; geschlossen oder gebrochen wird. ¬†‚ÄûHeim&#8221; als Zone, in der der Widerstreit zwischen Diskursarten aufgehoben ist. Wie ist das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>In diesem Abschnitt führt Lyotard seine Gedanken zur Frage der Übergänge sowie, weiter hinten, zur Idee der Einbildungskraft (Kant </em>‚óä<em> Vernunft, Enthusiasmus) fort.</em></p>
<p><span style="text-decoration: underline">Grenzland, Heim, Pakt &amp; Frieden</span></p>
<p>251</p>
<p>Der Satz als ‚ÄûGrenzland&#8221;, auf dem der ‚ÄûPakt&#8221; geschlossen oder gebrochen wird.</p>
<p>¬†‚ÄûHeim&#8221; als Zone, in der der Widerstreit zwischen Diskursarten aufgehoben ist.</p>
<p><em>Wie ist das vorstellbar?¬†</em></p>
<p>‚ÄûInnerer `Frieden¬¥ zum Preis des immerwährenden Widerstreits an den Rändern.&#8221;</p>
<p><em>Wieso innerer, was ist damit gemeint?</em></p>
<p>Erzählung als die Diskursart, in der die Heterogenität der Diskursarten am ehesten verschwindet.</p>
<p><em>Warum?</em></p>
<p><span style="text-decoration: underline">Mythos</span></p>
<p>Mythos (L nimmt Bezug auf Mythologie im NS) besitzt identifikatorische Kraft. L kritisiert die Annahme, der Mythos sei mimetisch (nachahmend), er verdecke vielmehr die Mimesis (also den Prozess des Nachahmens) und neutralisiere das Ereignis (als sei es unmittelbar darstellbar).</p>
<p><span style="text-decoration: underline">Cashinahua &#8211; Eskurs</span></p>
<p>L stellt die narrative Diskursart der Cashinahua vor, die durch starke Reglementierung und die Relevanz von Namen charakterisiert ist. Auf diese nicht-kosmopolitische (‚Äûwilde&#8221;) Diskursart bezieht er sich in der folgenden Gegenüberstellung von kosmop. und nicht-kosmop. Erzähung.</p>
<p><span id="more-81"></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline">(Kosmo-)Politische Erzählungen &amp; Widerstreit</span></p>
<p>257</p>
<p>L fragt, ob &gt;modern&lt; bedeute, das sich die ‚Äûpolitische Frage (&#8230;) nach den Verkettungen&#8221; am Menschen orientier und nicht an Legitimationen durch Erzählungen?</p>
<p>L problematisiert, dass man damit dem Geschichten erzählen nicht entkommt, denn statt vieler kleiner geht es nun um die große Geschichte des Menschen überhaupt. Dahinter steht eine Teleologie, dass am Ende nur noch die Menschheit steht (Hegel).</p>
<p>Unterscheidung zwischen nicht-kosmopolitischer Erzählung und kosmopolitischer: Die erste benennt konkret (z.B. An diesem Ort &#8230; ‚óä Cashin. Exkurs), die andere fragt nach den Möglichkeiten einer Überführung dieser spezifischen Namen in eine universale Erzählung.</p>
<p><em>Wie kann nun aber das Unterschiedliche (das Spezifische) verallgemeinert werden?</em></p>
<p>258</p>
<p>Nicht nur hat die universale Erzählung eine nicht-kosmop. Dimension, sondern die Cash.-Erzählung hat auch eine kosmop.Dimension, sofern man eine Mehrdeutigkeit zulässt: ‚ÄûSie stellen dar, was sie darstellen (die Welt der Cashinahua), sie stellen aber auch dar, was sie nicht darstellen (die Welt des Menschen).&#8221;</p>
<p><em>Versteht Lyotard dies als Verweis auf eine Dialektik?</em></p>
<p>L fragt nach der möglichen Verkettung der beiden Erzählungen und kommt zu folgender These: Widerstreit, der sich ergibt, wenn sich die kognitive Diskursart (epistemologisches Interesse) auf die narrative (wilde Cashin.-Erzählung) als Referenten bezieht</p>
<p>‚ÄûDer Spieleinsatz der wilden Erzählungen ist nicht mit dem Einsatz der Beschreibungen dieser Erzählungen identisch.&#8221;</p>
<p>260</p>
<p>Der Historiker bezieht sich auf die Mehrdeutigkeit der Cash.-Erzählung und betont die Mehrdeutigkeit, die offengelegt werden müsse. Der so vollständig freigelegte Begriff ermögliche, die Erzählung zu erkennen. Der Begriff sei im Ganzen impliziert und lasse einen andererseits das Ganze überhaupt erst erkennen.</p>
<p>‚ÄûDas Symbol ist nicht der Begriff, &gt;gibt&lt; aber &gt;zu denken auf&lt;. Man erkennt die spekulative Diskursart oder eine ihrer Spielarten (insbesondere die Hermeneutik).&#8221;</p>
<p>Dahinter stünde die Annahme, dass z.B. die Cash.-Erzählung <em>(</em>‚óä<em> als Symbol?)</em> die Gestaltung <em>(</em>‚óä<em>Darstellung?)</em> eines dahinterliegenden Selbst <em>(</em>‚óä<em> wie ist das zu denken?)</em> ist.</p>
<p><em>Das Vorgehen des hermeneutischen Historikers wäre dann die ‚Äûreiche&#8221; Verkettung?</em></p>
<p><span style="text-decoration: underline">Überlieferung</span></p>
<p>261</p>
<p>Die Überlieferung <em>(</em>‚óä<em> meint L damit die Übernahme einer spez. Wilden Erzählung in eine universelle?) </em>führt zu einem Konflikt, und zwar ist dieser kein Sprachproblem (Sprachen ließen sich übersetzen) und kein Widerstreit (denn es handle sich in beiden Fällen um die narrat. Diskursart) sondern um einen Rechtstreit bezüglich Namen, Orten, Bedeutungen etc. Welches Gericht soll nun aber darüber verfügen? Dies müsste ja schon die universale Diskursart sein, um dessen Herstellung es ja gerade geht. Laut Lyotard besteht die Antwort oft in einem Verweis auf ‚ÄûStärke&#8221;, worin aber bestünde diese? ‚ÄûGibt es starke Sätze oder Diskursarten und andere, schwache?&#8221;</p>
<p>Im nächsten Schritt demontiert L nun diese Argumentation, weil die Annahme, dass es sich um einen Konflikt innerhalb einer Diskursart handle (Rechtsstreit) wiederum einer weiteren Diskursart bedürfe, nämlich einer ‚Äûkritischen&#8221;. ‚ÄûIndem Sie die Existenz eines Rechtsstreits erklären, haben Sie bereits von einem &gt;universalen&lt; Standpunkt aus geurteilt, vom Standpunkt der Analyse der Diskursarten.&#8221;</p>
<p>262¬†</p>
<p>‚ÄûDer &#8211; scheinbar metasprachliche &#8211; philosophische Diskurs ist selbst (ein Diskurs zur Erforschung seiner Regeln) nur dadurch, dass er weiß, dass es keine Metasprache gibt. Dadurch bleibt er volkstümlich, humoristisch.&#8221;</p>
<p><span style="text-decoration: underline">Heterogene Erzählungen &amp; die Weisheit der Nationen</span></p>
<p>263</p>
<p>Laut L gibt es weder eine Einheit der Diskursarten noch einen ‚ÄûNullpunkt&#8221;, d.h. sie stehen auch nicht völlig unverbunden nebeneinander?</p>
<p>Dis Erzählung neutralisiert den WS zwischen den heterogenen Diskursarten, auf die Bezug genommen wird.¬†</p>
<p>‚ÄûEin Privileg des Narrativen besteht in der Verzahnung des Mannigfaltigen&#8221;</p>
<p>Die volkstümliche Erzählart versuchen nicht, den WS zu beseitigen, sie wollen ihn nur neutralisieren, daher gibt es widersprechende Sprichwörter, Maximen etc.</p>
<p>‚ÄûDie Weisheit der Nationen liegt nicht nur in ihrem Skeptizismus, sondern auch im ‚Äûfreien&#8221; Leben der Sätze und Diskursarten.&#8221;¬†</p>
<p>Daran stoße sich der politische oder wirtschaftliche Unterdrücker.</p>
<p><span style="text-decoration: underline">Stark und Schwach?</span></p>
<p>Die Stärke eines Satzes bemisst sich nach Diskursregeln, d.h. also es kann über die Stärke nur innerhalb oder bezogen auf einen bestimmten Diskurs geurteilt werden (im Sinne eines Spieleinsatzes), nicht aber über den stärkeren Satz von Diskursart I vs. II.</p>
<p>264</p>
<p>Innerhalb einer Diskursart gibt es nun aber stärkere oder schwächere Erzählungen. Dies bemisst sich an der Art und Weise, wie nahe die Erzählungen ihrem Ziel kommen, nämlich an das Vorkommnis anzuknüpfen (über Bedeutung und referentiellen Bezug).</p>
<p><em>Aber woran misst sich die Zielerreichung, wenn doch das Dargestellte sowieso nie dem Sein entspricht?</em></p>
<p><span style="text-decoration: underline">Frohe Botschaft¬† &amp; christlicher Erzählakt</span></p>
<p><em>Warum führt L hier die Liebe und der Auftrag des Liebet Euch! als Ursprung allen Erzählens ein?</em></p>
<p>265</p>
<p>Der ‚Äûchristliche Erzählakt&#8221; bezieht sich nicht nur auf das bereits Geschehene sondern auch auf das künftige Geschehen, Dabei wird der Empfänger (der gläubige Christ) zugleich Mitgestalter (Sender?) der Liebesgeschichte und jeder Referent kann als Zeichen der ‚Äûfrohen Botschaft&#8221; verstanden werden.</p>
<p>Im weiteren Verlauf geht es L nun um die Frage des Zweifels am Glauben, an der ethischen Verpflichtung. Hierzu ein interessantes Zitat:</p>
<p>266</p>
<p>‚ÄûDie Autorität des Auftrags zur Liebe wird nicht notwendigerweise infrage gestellt, wohl aber der Erzählmodus, der dessen Legitimation wiederholt&#8221;</p>
<p><em>Wäre dies zu verstehen als die Position des ethisch verpflichteten Kritikers des (christlichen) Glaubens?</em></p>
<p><span style="text-decoration: underline">Emanzipation</span></p>
<p>Hier geht es L nun wohl um die vom Glauben losgelöste Idee der Emanzipation, die die Individuen antreibt:¬†</p>
<p>‚ÄûDie Menschheit besteht nicht aus Kreaturen auf dem Weg zur Erlösung, sondern aus Einzelwillen auf dem Weg ihrer Emanzipation.&#8221;</p>
<p>Die Autorisierung entspränge somit nicht einem Ursprungsmythos, sondern einer Idee.¬†</p>
<p><em>Wie ist das zu verstehen?</em></p>
<p>Allerdings schafft es dieses nicht-religiöse Verpflichtungsgefühl nicht, die einzelnen Diskurse, Gruppen etc. ähnlich der christl. Narration zu einen</p>
<p>‚ÄûZwischen der Idee der Freiheit und den legitimierenden Erzählungen ist der Widerstreit unvermeidlich&#8221;</p>
<p><em>Das ist der Kern, das zeigt der Zweifel des Nichtgläubigen?</em></p>
<p><em>Normative oder präskriptive Sätze sind nicht ableitbar oder begründbar &#8230;</em></p>
<p><span style="text-decoration: underline">EXKURS Kant IV</span></p>
<p>267</p>
<p>1.	Die historische Wissenschaft</p>
<p>Kernproblem: Einzelne Sequenzen <em>(Elemente?)</em> müssten anschaulich und wiederholbar <em>(Warum nimmt Kant das an?) sein. </em>So z.B: ‚ÄûDer Mensch ist ein Tier, das, wenn es unter anderen seiner Gattung lebt, einen Herrn nötig hat. (&#8230;) Aber dieser ist eben so wohl ein Tier, das einen Herren nötig hat.&#8221;</p>
<p>168</p>
<p>Bei Kant unterliegt der kognitive Satz zwei Bedingungen: a) Wiederspruchsfreiheit und b) Anschaulichkeit¬†</p>
<p>Damit grenzt er sich ab von ‚Äûleeren Hoffnungen, den falschen Versprechen, den Prophezeiungen&#8221;.</p>
<p>Zentrales Problem der fallenden Reihe: Totalität und Anfang der Reihe sind keine Anschauungsgegenstände.</p>
<p>Zusätzliches Problem der steigenden Reihe: Verkettung von zukünftigen Wirkungen, für die noch keine Dokumente vorliegen.</p>
<p><em>Was bedeutet hier Reihe? Worauf will Kant (bzw. Lyotard)¬† hinaus?</em></p>
<p>270</p>
<p>2.	Der Leitfaden</p>
<p>Der Versuch, die politische Geschichte rein über die Anschauung nachzuvollziehen, stimmt verdrießlich, da sie wie ein Chaos wirkt. Hierbei könne die Kritik aber nicht stehen bleiben, denn dabei verkenne man das Vermögen des Menschen zur Vernunft. Beide Seiten sind zu extrem, also sowohl das vollkommene Chaos als auch der totale Plan. Denn die Chaos-Befürworter müssten für jeden Satz ein Beispiel sowie ein Gegenbeispiel anführen, erst dann dürften sie von Chaos sprechen.¬†</p>
<p>271</p>
<p>Der Vernunft-Befürworter geht dagegen von der Idee einer natürlichen Zweckmäßigkeit aus, die letztlich auf Freiheit abzielt. Hier wird also nicht der Regel der unmittelbaren Darstellung entsprechend reagiert, sondern die Darstellung kann auch analogisch sein.</p>
<p>3.	Die Begebenheit</p>
<p>Hier geht es um die Frage nach der Bestätigung des Besseren, des Fortschritts. Das Problem hierbei ist, dass dies Gegenstände von Ideen sind, ohne eine mögliche direkte Darstellung.</p>
<p>272</p>
<p>Eine Möglichkeit besteht darin, das Ereignis als Hinweis zu verstehen, dass die Menschheit sowohl Ursache als auch Urheber ihres Fortschritts ist. Es geht also hierbei nur um einen Hinweis und nicht um einen Beweis. Diese Begebenheit darf für KANT nicht Ursache des Fortschritts sondern nur ein hinweisendes Geschichtszeichen auf ihn sein.</p>
<p><em>Warum?</em></p>
<p>Nächstes Problem: Die Begebenheit kann wiederum auf verschiedene Art gelesen werden!</p>
<p><em>Was haben diese Überlegungen für Konsequenzen? Worauf will Kant (bzw. Lyotard) hinaus?</em></p>
<p>273</p>
<p>4.	Der Enthusiasmus</p>
<p>Die Einbildungskraft versucht, eine unmittelbare, sinnliche Darstellung für eine Idee der Vernunft zu liefern, scheitert aber daran und empfindet im nächsten Schritt einerseits Kraftlosigkeit andererseits aber den Wunsch, die Übereinstimmung mit einer Idee der Vernunft durch eine passende Darstellung zu realisieren¬†</p>
<p>Daraus folge, ‚Äûdass man &#8211; anstatt eines Gefühls für den Gegenstand &#8211; ein Gefühl &gt;für die Idee der Menschheit in unserem Subjekt&lt; empfindet&#8221;</p>
<p>274</p>
<p>Kants Idee: Das, was wir in der Natur finden, ist im Gegensatz zur Idee der Vernunft immer ‚Äû&gt;verschwindend&lt;&#8221; klein.</p>
<p>In der Idee der Vernunft zeigt sich die ‚Äûunendliche, jeglicher Darstellung inkommensurable Reichweite der Ideen&#8221; und die ‚ÄûBestimmung des Subjekts, (&#8230;) die darin besteht, dass eine Darstellung für das Nicht-Darstellbare geliefert werden muss und dass folglich¬† &#8211; wenn es sich um Ideen handelt &#8211; alles Darstellbare überschritten wird.&#8221;</p>
<p>Der Enthusiasmus ist also eine extreme Form des Erhabenen zu verstehen.¬†</p>
<p>275</p>
<p>Kant nennt das Judentum und den Islam als Beispiele, wie die Unmöglichkeit einer Darstellung (Du sollst Dir kein Bildnis machen) sich in einen ausgeprägten Stolz wandle.</p>
<p>So ähnlich sei es auch mit der Moralität, auch sie sei nicht darstellbar und daher verlange die Einbildungskraft, dass die Moralität unbegrenzt sei.</p>
<p>Für Kant ist der Enthusiasmus auch problematisch, er sei ein Wahnsinn, er mache blind sei zügellos, und verdiene nicht das ‚ÄûWohlgefallen der Vernunft&#8221; (Kant).</p>
<p>Kant unterscheidet den Enthusiasmus von der Schwärmerei, diese sei eine Krankheit, zumal sie länger anhalte als der Enthus.</p>
<p><em>Der Enthus. sieht nichts, während die Schwärmerei zuviel sieht?</em></p>
<p>Kant kann dem E positive (Schwung, Motivation) und negative Aspekte (pathologisch, ethisch fragwürdig) abgewinnen</p>
<p>276</p>
<p>5.	Die unbestimmte Norm und die menschliche Gemeinschaft</p>
<p>Politische Umwälzungen stellen sich dem Menschen nicht direkt dar, wodurch sich ein Gefühl des Erhabenen ergibt</p>
<p><em>Was hat es mit der Idee des Zuschauerraumes auf sich?</em></p>
<p><em>Nur die Zuschauer dürfen die Begebenheit als Geschichtszeichen verstehen, als Darstellung?</em></p>
<p><em>Warum, weil die Akteure selbst zu sehr im Ereignis stehen?</em></p>
<p>277</p>
<p><em>Beispiel: Obwohl man bei den Akteuren der franz. Revolution die Intention einer über Frankreich hinaus gehenden Befreiung erwarten kann, bleiben die Nachbarländer nur Zuschauer?</em></p>
<p>Was sich bei den Zuschauern aber zeige sei ein Gefühl des Erhabenen <em>(Teil einer großen Sache zu sein?)</em></p>
<p>Was sich hier zeigt, ist l KANT der sog. Gemeinsinn, verstanden als ein normatives Soll der Übereinstimmung von Urteilen.</p>
<p>278</p>
<p>Die ‚Äûvom Schönen und vom Erhabenen aufgerufene Universaliät (ist) nur eine Idee der Gemeinschaft (&#8230;), für die niemals ein Beweis, das heißt eine unmittelbare Darstellung auffindbar sein wird, sondern nur mittelbare Darstellungen.&#8221;</p>
<p>Es geht hier nun also um das ‚Äûästhetische Gefühl&#8221;. Auf der einen Seite stehen die Anhänger der Universalität des Schönen, die einen Konsens (wie in der Frage nach dem Wahren) anstreben, auf der anderen Seite die Zweifler, die auf die Nicht-Darstellbarkeit verweisen und somit auf jegliche Allgemeinheit verzichten wollen.</p>
<p>Es gibt aber l Kant etwas vermittelndes, und zwar das Gefühl, dass beide über das Schöne haben müssen, weil sie sonst nicht über die Unterschiede reden könnten.</p>
<p>Dies ist l. Kant der ‚ÄûSatz des Geschmacks&#8221;, dieser Satz wird im kommunikativen Austausch zur Pflicht.</p>
<p><em>Was bedeutet das, welche Konsequenzen ergeben sich?</em></p>
<p>279</p>
<p>Für L wagt sich Kant mit den Antinomien des Erhabenen sehr weit in die Heterogenität hinein.</p>
<p><em>Was will Lyotard damit sagen?</em></p>
<p><em>(Thesenpapier von Jakob Tetens)</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Thesenpapier: Menschenrechtserklärung von 1789</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Jan 2009 13:14:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lyotard</dc:creator>
				<category><![CDATA[Thesenpapiere]]></category>
		<category><![CDATA[Autorität]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Diskursart]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechtserklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Norm]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Diskursart, die Norm II &#8211; Die Menschenrechtserklärung Die Menschenrechtserklärung von 1789 1. Es gehe um die Grenzen, die respektiert werden müssten, eine ‚ÄûLegitimation von im wesentlichen negativen (begrenzenden) Vorschriften&#8221;. Die Grenzen der Norm werden gesetzt &#8211; innerhalb einer Autorisierung. Die Autorisierung sei die Idee des Menschen. 2. Nicht jeder einzelne Mensch unterzeichne die Menschenrechtserklärung, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Diskursart, die Norm II &#8211; Die Menschenrechtserklärung</strong></p>
<p><em>Die Menschenrechtserklärung von 1789</em></p>
<p>1.	Es gehe um die Grenzen, die respektiert werden müssten, eine ‚ÄûLegitimation von im wesentlichen negativen (begrenzenden) Vorschriften&#8221;. Die Grenzen der Norm werden gesetzt &#8211; innerhalb einer Autorisierung. Die Autorisierung sei die Idee des Menschen.</p>
<p>2.	Nicht jeder einzelne Mensch unterzeichne die Menschenrechtserklärung, sondern deren Vertreter bzw. repräsentative Gemeinschaft.</p>
<p>3.	Der Sender der <em>Déclaration</em> besitze keinen Eigennamen, aber sehr wohl der Empfänger, der sich ihr verpflichte, der sie als <em>Norm der Normen</em> anerkennt oder zurückweist. Weil sie über den Gesetzen stehe, würden alle Kriege zu Bürgerkriegen.</p>
<p><span id="more-79"></span></p>
<p>4.	Die Macht der Menschenrechtserklärung werde durch sie selbst autorisiert. Lyotard spricht von einem ‚Äûtrivialen Paradoxon in der Legitimation der Autorität&#8221; (S. 243), von einem ‚ÄûDispositiv der Selbst-Ermächtigung&#8221;. Die Legitimation von Gemeinschaften funktioniere durch ihren Namen und ihre traditionellen Erzählungen; diese Legitimation widerstehe der Legitimation durch eine Idee. =&gt; Welches sind die beiden heterogenen Diskursarten, die hier das dialektisch Prinzip verunmöglichen?</p>
<p>5.	Wenn die Menschenrechte universell sein sollten, dann dürfe der Sender keinen eigenen Namen besitzen und das höchste Wesen, das Vernunftwesen, anrufen. Der Sender spalte sich (vgl. 4.) in zwei Entitäten: das französische Volk und die Menschheit. Daraus ergebe sich eine Mehrdeutigkeit des deklarativen Satzes, denn erstelle sowohl ein philosophisches als auch ein politisches Universum dar. Der Übergang zwischen beiden Universen sei unmöglich und hierin habe eine Revolution ihren Ursprung. Es entstehe ein unlösbarer Widerstreit um die Legitimität von Autorität.</p>
<p>6.	Die Mitglieder der <em>Constituante</em> halluzinierten die Menschheit in der Nation. Die Legitimität Nation entstamme nicht der Idee der Menschheit. Die Idee der Menschheit stehe der Nation unversöhnlich gegenüber und es kann keinen Schlichter geben.</p>
<p>In der Politik der modernen Demokratie exponiere sich der Widerstreit. Dieser werde allerdings permanent ‚Äûvergessen und erträglich&#8221; gemacht, indem man sich einer scheinbar höheren (ethischen) Diskursart unterwerfe. Alles zugleich sei.</p>
<p><em>Was sollen wir sein? Was sollen wir tun, um dies zu sein? Wie ist es um die Mittel bestellt?</em> Es gehe um Wissen &#8211; ‚Äûgeeignetes Wissen&#8221;. Wenn die Gegebenheiten bestimmt seien, gehe es um die Frage <em>Was könnten wir tun?</em> Dabei gehe es immer darum zu gewinnen. Im politischen Diskurs werde argumentiert, um den anderen zum Schweigen zu bringen (Rhetorik). In modernen Demokratien allerdings, gehe es nicht darum, einen Gegner zu überzeugen oder zum schweigen zu bringen, sondern einen Richter zu überzeugen, einen Dritten. =&gt; Die Öffentlichkeit?</p>
<p>Die Entscheidung, das Urteil erfolge, wobei es nur scheinbar den Zwecken folge, tatsächlich folge es keinen Regeln. Aber er müsse legitimiert werden. Hier entstehe eine paradoxe Situation, denn es sei unmöglich zu richten, wenn die Regelsysteme nicht übereinstimmten.</p>
<p>Das Narrative und das Deliberative&#8230;</p>
<p><em>(Thesenpapier erstellt von Anke Wischmann)</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Diskussionsthesen: Widerstreit &amp; Widerstand</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Jan 2009 09:00:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lyotard</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ökonomisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Totalverweigerung]]></category>
		<category><![CDATA[Wehrpflicht]]></category>
		<category><![CDATA[Widerstand]]></category>
		<category><![CDATA[Widerstreit]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit einigen Tagen mache ich mir Gedanken über den Ort &#8211; die Handlungsperspektiven &#8211; von Widerstand in Lyotards Philosophie des Widerstreits. Ausgehend von einem Gespräch, das wir nach dem Seminar führten wollte ich eine These in den Raum stellen, die wir unter Umständen im Rahmen des Protesttages diskutieren können. Wie ist Widerstand denkbar? Widerstand muss [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit einigen Tagen mache ich mir Gedanken über den Ort &#8211; die Handlungsperspektiven &#8211; von Widerstand in Lyotards Philosophie des Widerstreits. Ausgehend von einem Gespräch, das wir nach dem Seminar führten wollte ich eine These in den Raum stellen, die wir unter Umständen im Rahmen des Protesttages diskutieren können.</p>
<p>Wie ist Widerstand denkbar?</p>
<p>Widerstand muss den Widerstreit zum Ausdruck bringen. In einer (zb. politischen oder sozialen) Diskursart sind bestimmte Dinge nicht sagbar, die aber danach drängen gesagt zu werden. Kapitalismus als Regelsystem des ökonomischen Diskurses, lässt beispielsweise keine Sätze zu, die sich dem ökonomischen Diskurs entziehen. Das ist der Widerstreit. Widerstand gegen die diskursive Formation der Ökonomie findet aber dennoch innerhalb eben dieser statt (beispielsweise durch Aneignung der Produktionsmittel durch die Proletarier).</p>
<p>An dieser Stelle muss der Einwand erfolgen: Widerstand kann nicht als aktive Opposition zu gegebenen Umständen gedacht werden. Jedes Einlassen auf die Diskursart verknüpft die Sätze auf die gleiche Art weiter, ‚Äûlegitimiert&#8221; somit den Diskurs und stabilisiert ihn. Widerstand und Fundamentalkritik dürfen sich also nicht auf diskursimmanente Positionen beziehen, sie dürfen den Diskurs nicht fortführen.</p>
<p>Was aber, wenn ein Diskurs eine Quasi-Hegemoniale Stellung (in einer Gesellschaft) einnimmt (wie das im ökonomischen Diskurs der Fall ist). Wie lässt sich Widerstand nach Lyotard dann überhaupt denken. Wo sind die Ansatzpunkte?</p>
<p><span id="more-77"></span></p>
<p>Meine These lautet dazu: einzig und allein in der <em>Totalverweigerung</em>.</p>
<p>Der Begriff Totalverweigerung stammt aus einer Situation des Widerstreits. Die Totalverweigerung beschreibt die totale Verweigerung des Kriegsdienstes, also nicht die Verweigerung des Kriegsdienstes aus Gewissensgründen (Zivildienst) sondern die Nicht-Anerkennung der Wehr<em>pflicht </em>und der damit einhergehenden Dienstpflicht jedes männlichen und wehrtauglichen Bürgers der Bundesrepublik.</p>
<p>Im Diskurs des Wehrdienstes, der aus der Konstitution der bundesrepublikanischen Gemeinschaft rührt, ist diese Verweigerung nicht denkbar. Sie ist strafbar und wird so in einen Rechtsstreit überführt.</p>
<p>Sie ist aber die einzige wirksame Waffe dem <em>Wehrdienst</em> seine gesellschaftliche Legitimation zu nehmen. Eine Verweigerung aus Gewissensgründen, der zivile <em>Ersatz</em>dienst verpufft als individueller Gewissensbiss. Die totale Kriegsdienstverweigerung macht auf den Widerstreit aufmerksam und führt ihn in aller Deutlichkeit vor die Augen der Gesellschaft.</p>
<p>Bezugnehmend auf die kommenden Protestaktionen und den Widerstand gegen die Ökonomisierung der Geistes- und Sozialwissenschaften lässt sich meines Erachtens folgendes festhalten:¬†</p>
<p><em>Jedweder Protest, jeder aktiver Widerstand gegen die derzeitige Mittelvergabe der Universität führt zwangsläufig zur Legitimierung eben jener Ökonomisierung die Angegriffen wird.</em> Wenn man Lyotards Argumentation folgt (soweit wir den Widerstreit bisher erarbeitet haben), gibt es keinen anderen Ansatzpunkt des Widerstandes innerhalb eines Diskurssystems als die Verweigerung, das Schweigen. Nur so ließe sich auf einen bestehenden Widerstreit aufmerksam machen, nur so wird der Satz des Widerstands nicht durch pervertierende Sätze anderer Diskursarten verknüpft.</p>
<p><em>(Diskussionsthesen von Kim Todzi)</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Thesenpapier: Die Diskursart, die Norm</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Jan 2009 08:48:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lyotard</dc:creator>
				<category><![CDATA[Thesenpapiere]]></category>
		<category><![CDATA[Diskursart]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
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		<category><![CDATA[präskriptiver Satz]]></category>
		<category><![CDATA[Satz-Regelsystem]]></category>

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		<description><![CDATA[Notizen und Stichpunkte zum folgenden Abschnitt.¬† Die Diskursart, die Norm (S.215- 250) ¬ß178:¬† Es ist nicht möglich kognitive und präskriptive Sätze einem Gesetz zu unterwerfen. ¬†¬† ¬† ¬† ¬† ¬† Jedes Regelsystem stellt ein Universum eines Darstellungsmodus dar. ¬ß179: Diskursarten verketten Sätze, die zwischen unterschiedlichen Regelsystemen stehen. ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Notizen und Stichpunkte zum folgenden Abschnitt.¬†</p>
<p>Die Diskursart, die Norm (S.215- 250)</p>
<p>¬ß178:¬† Es ist nicht möglich kognitive und präskriptive Sätze einem Gesetz zu unterwerfen.</p>
<p>¬†¬† ¬† ¬† ¬† ¬† Jedes Regelsystem stellt ein Universum eines Darstellungsmodus dar.</p>
<p>¬ß179: Diskursarten verketten Sätze, die zwischen unterschiedlichen Regelsystemen stehen. ¬† ¬† ¬†</p>
<p>¬† ¬† ¬† ¬† ¬† Ein Satz kann in heterogenen Regelsystemen unterschiedliche Bedeutungen hervor- ¬†</p>
<p>¬† ¬† ¬† ¬† ¬† rufen (tragischer Satz/ technischer Satz).</p>
<p>¬ß180: Diskursart als Zweckbestimmung, die unterschiedliche Ziele verfolgen‚óä daher keine¬†</p>
<p>¬† ¬† ¬† ¬† ¬† Verbote einer gemeinsamen Unterordnung der Satz- Regelsysteme. Die Kluft wäre ¬†</p>
<p>¬† ¬† ¬† ¬† ¬† nicht bedeckt, aber übersprungen. Jenseits dessen wären die Sätze heterogen, so dass¬†</p>
<p>¬† ¬† ¬† ¬† ¬† eine Verkettung nicht möglich wäre. Die Sätze tragen Gebrauchsanweisung bei sich.¬†</p>
<p>¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ÔÉ† Frage: Wer ist <em>Sie</em>?¬†</p>
<p>¬ß181: Diskurse schreiben Sätzen Zweckbestimmungen vor, die Erfolg versprechen sollen.¬†</p>
<p>¬† ¬† ¬† ¬† ¬† Ein Universelles Prinzip wäre ein <em>gewinnen.¬†</em></p>
<p>¬† ¬† ¬† ¬† ¬† Der Erfolg des ethischen Diskurses (die Gerechtigkeit) bestünde darin, dass er in seiner¬†</p>
<p>¬† ¬† ¬† ¬† ¬† Abwesendheit <em>wirkt.</em>¬†¬†</p>
<p><span id="more-75"></span></p>
<p>Kant III Exkurs:</p>
<p>Kant teilt die Diskursarten soweit auf, dass sich <em>Übergänge</em> feststellen lassen. Als ein Urteilsvermögen, das allen Diskursarten zu eigen ist, ist der Darstellungsmodus eines Gegenstandes. Dieser müsste ein Symbol sein. Oder nach Kant: ein Archipel(Insel). Jede Diskursart wäre eine Insel und das Urteilsvermögen wäre ein Reeder, der von einer Insel zur anderen fährt und berichtet was auf der anderen geschieht. ‚óä ‚ÄûAls ob Anschauung&#8221;.¬†</p>
<p>Dieses erfordert ein Medium, im Sinne von einer Urteilskraft, das zwischen den Diskursfeldern <em>verhandelt</em>.¬†</p>
<p>Das Verfahren mit Symbolen funktioniert so, dass ein Begriff auf einen Gegenstand in sinnlicher Anschauung geschieht und dieser dann auf ein anderes Übertragen wird.</p>
<p>Zwei völlig unterschiedliche Anschauungen können dieselbe Sache symbolisieren, wobei dabei die Reflexionsregel dieselbe ist. Die Reflexion bezieht sich auf die Gefühle.¬†</p>
<p>Zeichen wären die einzige Möglichkeit über die Natur zu urteilen, die aber von dieser legitimiert werden.</p>
<p>¬ß182. Daraus folgt: sind wir <em>nicht- modern? </em>Die Unvereinbarkeit von Heterogenität oder nimmt die Romantik den Fortgang? Postmoderne als Mülleimer, deren Reste und Paradoxen¬† einzig bleiben und daraus das Versprechen der Veränderung prägt?¬†</p>
<p>¬†ÔÉ† Frage: Meint Lyotard damit den Punkt in der chronologischen Zeitgeschichte, bei dem wir angekommen sind?</p>
<p>¬ß184: Wenn ein Satz geschieht, ist nicht vorhersehbar zu welchen Zwecke dieser genutzt wird und wo er in den Diskursarten seinen Platz findet. Er wird sich in einem Spieleinsatz einschreiben. Der Konflikt/ Widerstreit kann nur für einen gelten und somit für einen <em>Sieg</em> genutzt wird</p>
<p>¬†ÔÉ† Frage: Wie ist bei Lyotard der Spieleinsatz und zu verstehen?¬†</p>
<p>¬ß193: Der Satz ist immer sozial, vorausgesetzt aber es sind Sender, Empfänger, Referent und Bedeutung. In dem Moment, wo der Satz geschieht ist dieser eine soziale Begebenheit.¬†</p>
<p>¬ß194: Im Satz wird das <em>Soziale</em> dargestellt oder mit-dargestellt, da verschiedene Instanzen angesprochen werden. Keine dieser Instanzen ist das soziale insgesamt. Diskursarten gehen aus den Satz Universen hervor. Die Bedeutungen können nach verschiedenen Zwecken ausgerichtet werden.</p>
<p>¬ß195: Das Wesen des <em>Sozialen</em> ist, dass es phasenverschoben ist. Die Zweckmäßigkeit hängt vom Satz, der an den vorangegangen anknüpft, ab.</p>
<p>¬ß196: Nicht aus Bösartigkeit der Menschen sind die Interessen unterschiedlich, sondern weil sie von heterogenen Sätzen situiert werden und somit gegensätzlichen Diskursen. Nur eines dieser Regelsysteme kann <em>gewinnen.¬†</em></p>
<p>¬†ÔÉ† Frage: Kann ein Gericht überhaupt <em>sozial</em> entscheiden?¬†</p>
<p>¬ß197: Ist der Krieg gerechter als das Gericht, weil der den Widerstreit zutage fördern, ihn austrägt anstatt ihn zu maskieren unter einem Rechtsstreit? Aber schafft¬† diese neue Form von Gericht¬† nicht neues Unrecht?</p>
<p>¬†ÔÉ† Frage: Wie ist dabei die Rolle des Politikers und dem kleinen Übel zu verstehen?</p>
<p>¬ß199: Politik ist nicht vom Irrtum befreit, da sie als Diskursart stattfindet. Das Gericht trifft zunächst eine Entscheidung, wobei sie diese mit einer Diskursart begründet.¬†</p>
<p>¬†ÔÉ† Frage: Wie kann man das verstehen?</p>
<p>¬ß206: Verpflichtung im ethischen Sinne bedarf keiner Norm um stattzufinden. Ein normativer Satz würde eine ausstehende Verkettung normalisieren. Das Normativ macht die Verpflichtung allgemein.</p>
<p>¬ß207: Der normative Satz geht aus einem anderen hervor. Ein Satz über einen Satz. Die Funktion der Autorität besteht darin eine Brücke über die Kluft heterogener Sätze zu schlagen. Die Norm bemächtigt sich heterogene Diskursarten und ordnet sie seinem Spieleinsatz unter.</p>
<p>¬ß208: Die Bürger sind eine Abstraktion zum Individuum. Das Gesetz muss immer mit Humor verfolgt werden, weil es nie vollständig verfolgt werden kann, da eine Heterogenität trotz der Legitimation bestehe.¬†</p>
<p><em>(Thesenpapier erstellt von Philipp Jöster)</em></p>
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		<title>Protokoll der 10. Sitzung am 06.01.09</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Jan 2009 11:56:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lyotard</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Verpflichtung Spaltung des Selbst Es gebe kein Resultat, nur Schweigen. Das gespaltene Selbst zerstöre die Anmaßung des (autonomen) Subjekts, welches über andere richtet. Das Subjekt konstituiert sich in Satzkonstellationen, wobei es Sender oder Empfänger ist, oder beides. Gesetz ‚Äì Verpflichtung Wann und warum verpflichtet sich jemand? Lyotard verdeutlicht dies an der Geschichte des Abraham [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Verpflichtung</strong></p>
<p><strong>Spaltung des Selbst</strong></p>
<p>Es gebe kein Resultat, nur Schweigen. Das gespaltene Selbst zerstöre die Anmaßung des (autonomen) Subjekts, welches über andere richtet. Das Subjekt konstituiert sich in Satzkonstellationen, wobei es Sender oder Empfänger ist, oder beides.</p>
<p><strong>Gesetz ‚Äì Verpflichtung</strong></p>
<p>Wann und warum verpflichtet sich jemand?</p>
<p>Lyotard verdeutlicht dies an der Geschichte des Abraham aus dem Alten Testament: Warum fühlt sich Abraham verpflichtet, wo doch weder die Wirklichkeit Gottes noch seines Gesetzessatzes überprüfbar ist?</p>
<p>Die Verpflichtung sei ein Gefühl, ein ethischer Impuls, einer Aufforderung zu folgen. Dabei seien die ethischen Sätze, denen gefolgt werde, nicht ableitbar und nicht in sich begründbar. Ein ethischer Satz könne nicht mit einem weiteren verkettet werden, sondern nur mit einem kognitiven ‚Äì und in dem Moment sei er schon vergessen. Es gebe eine Differenz zwischen dem Ethischen und dem Satz des Ethischen, welchen eben verkettet werden kann. Das Ethische selbst entzieht sich der Verkettung. Wie in der Lévinas‚Äôschen Figur spricht es mich an, zwingt mich zur Antwort, und entzieht sich, ist nicht feststellbar.</p>
<p>Die Frage ist, von welcher Art von ‚ÄûFalsifizierbarkeit« bzw. welcher Perspektive auf ‚ÄûWirklichkeit« Lyotard in diesem Zusammenhang ausgeht?¬†</p>
<p><span id="more-73"></span></p>
<p>Muss der ethische Satz kognitiv begründbar sein? Lyotard macht deutlich, dass hinter den kognitiven (deskriptiven) Sätzen, die den ethischen Satz begründen sollen, wiederum normative Sätze stehen. Es wurde diskutiert, was dies, abgesehen von einer¬† sprachlogischen Aporie (fehlende Letztbegründung), für soziale Wirklichkeit bedeute?</p>
<p>Ist jede Verpflichtung ein Gesetz?</p>
<p>Ein Gesetz sei keine Verpflichtung. Bei der Verpflichtung bedarf es einer absoluten Senderinstanz (¬ß172), die nicht zum Empfänger werden kann. Wenn eine Instanz allerdings Recht spricht, so muss sie gleichzeitig Sender und Empfänger des Gesetzes sein, denn wenn der Sender ein Gesetz anwenden würde, dem er selbst nicht unterliegen würde, handelte es sich um ein Verbrechen.¬†</p>
<p>Muss man der Verpflichtung folgen?</p>
<p>Nein, man <em>kann</em>. Auf der einen Seite gibt es die Aufforderung <em>du sollst</em>, auf der anderen Seite die Möglichkeit der Zurückweisung. Die Freiheit. Kann die Zurückweisung ein ethischer Satz sein?</p>
<p><strong>Verblendung</strong></p>
<p>Zur Verblendung komme es, wenn der Empfänger (das Ich) sich an die Stelle des Senders (des anderen/des Du/Gottes) setze. Zudem erliege man der Verblendung, wenn man ‚Äûdas Gute und Gerechte auf das Wahre oder das Sollen auf das Sein« (¬ß166) gründe. Das Ethische wird vom anderen gedacht. In dem Moment, in dem man es sich aneignet, wird es zerstört. Die Verblendung in Bezug auf eine göttliche Logik habe nichts mit einer göttlichen Verpflichtung zu tun. Nicht die Verpflichtung, sondern die Verblendung ergebe die Notwendigkeit, dass das Volk Gottes sterben müsse.</p>
<p><strong>Subjekt</strong></p>
<p>Das Subjekt bei Lyotard zeigt sich allein als Funktion eines Satzes, als Sender oder Empfänger. Es wird nicht als (empirische) Person gedacht. Es entwirft sich im Diskurs als eine Funktion desselben. -&gt; Linguistic Turn!</p>
<p><strong>Geschieht es? = Geschiehst du?</strong></p>
<p>Ein Satz geschehe, so Lyotard. Mit Lévinas geschieht dem ich der Andere. In welchem Verhältnis sind diese Prämissen zu sehen? Lassen sie sich gleichsetzten oder muss man unterscheiden zwischen der phänomenologischen und der sprachanalytischen Perspektive?</p>
<p><em>(Protokoll erstellt von Anke Wischmann &amp; Jakob Tetens)</em></p>
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		<title>Thesenpapier: Die Verpflichtung</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Jan 2009 10:47:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lyotard</dc:creator>
				<category><![CDATA[Thesenpapiere]]></category>
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		<description><![CDATA[Anmerkung zum Thesenpapier: Ich habe versucht, die Kernaussagen dieses Kapitels zusammenzufassen. Dabei habe ich meistens nicht genau zitiert, sondern Sätze gekürzt, zusammengefasst und neu gruppiert. Das kursiv Gedruckte sind Fragen und Anmerkungen von mir. Begriffe, die mir zentral vorkammen, habe ich fett markiert. Der Kant-Exkurs ist teilweise lückenhaft. Die Verpflichtung (S.183-214) Ende des letzten Kapitels: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Anmerkung zum Thesenpapier:</em></p>
<p><em>Ich habe versucht, die Kernaussagen dieses Kapitels zusammenzufassen. Dabei habe ich meistens nicht genau zitiert, sondern Sätze gekürzt, zusammengefasst und neu gruppiert. Das kursiv Gedruckte sind Fragen und Anmerkungen von mir. Begriffe, die mir zentral vorkammen, habe ich fett markiert. Der Kant-Exkurs ist teilweise lückenhaft.</em></p>
<p><strong>Die Verpflichtung</strong> (S.183-214)</p>
<p><em>Ende des letzten Kapitels:</em></p>
<p>Schweigen statt eines ‚ÄûResultats&#8221;. (S.182)</p>
<p>Dieses Schweigen signalisiert das Aussetzen des ‚ÄûSelbst&#8221;, seine Spaltung. (S.182)</p>
<p><em>Wie ist dieses Ende mit dem nächsten Kapitel zusammenzubringen?</em></p>
<p><strong>Lektürenotizen I¬†</strong> (S.183-187)</p>
<p>¬†Spaltung¬† des Selbst: Anmaßung zerstört / Gesetz tranzendiert jede Einsicht</p>
<p>Gesetzgeber (nicht Empfänger): kein Richter, sondern Verbrecher -&gt; nicht gerichtet.</p>
<p>Dem Gesetzt Unterlegender (Empfänger): Opfer, ob verurteilt oder nicht -&gt; nicht erlöst¬†</p>
<p><span id="more-71"></span></p>
<p><em></em></p>
<p><em>Abraham und Gott:</em></p>
<p>Abraham ist nur dem Herren verantwortlich, der Herr kann nicht ermittelt werden. (162)</p>
<p>Wenn am etwas vernimmt, das einem Aufruf ähneln mag, ist man dann aufgefordert, sich daran zu halten? (163)¬†</p>
<p>¬†Die zentrale Frage lautet: Wird die Forderung als Gesetz verstanden? einzige Orientierung: <strong>Verpflichtung</strong> (164)</p>
<p>Ein Satz ist verpflichtend, wenn der Empfänger verpflichtet ist. Indem man versucht herauszufinden warum man verpflichtet ist, wird man als Sender situiert. (165)</p>
<p>¬†Die <strong>Verblendung</strong> oder tranzendale Illusion beruht auf dem Anspruch, das Gute oder Gerechte auf das Wahre und Sollen auf das <strong>Sein </strong>zu gründen. (166)</p>
<p>Gottes Befehle sind gerecht, weil alle Befehle Gottes gerecht sind. Diese Totalität lässt sich aber nicht beweisen. Die Ethik Gottes ist nur durch Totalität seiner Anordnungen möglich. (166)</p>
<p><em>Lyotard wendet dieses ‚ÄûKonzept&#8221; auf den Holocaust an:</em></p>
<p>Keine Absicht Gottes, um das Opfer zu erklären, ist falsizierbar. Es gibt keine Erklärung und Rechtfertigung eines Tötungsbefehls. (168)</p>
<p>¬†Verblendung:¬† sich an die Stelle eines anderen zu setzen, an seiner Stelle <em>ich</em> sagen, seine Tranzendenz neutralisieren. (169)</p>
<p><em>Abschließende Frage Lyotards:</em></p>
<p>Befehl=Skandalon für die Verpflichteten. Das Selbst ist seiner freien Verfügung beraubt. Es wird bis in die Feststellung seiner Dispersion aufrecht erhalte. Kann man bei dieser Dispersion ansetzen? (170)</p>
<p><em>Wie ist das zu verstehen?</em></p>
<p><em>Ist das Beispiel Abraham ein Beispiel für eine Ethik Gottes? (Ein Beispiel für traditionelle Herleitung von Ethik?)</em></p>
<p><em>Wie wird in diesem Abschnitt die Verpflichtung charakterisiert?</em></p>
<p><em>Die </em><em>Verblendung</em><em> (166 u. 169) scheint von entscheidender Bedeutung zu sein. Was bedeutet diese, auch in Bezug zu Levinas?</em></p>
<p><em></em></p>
<p><strong>Levinas (</strong> S.188-195)</p>
<p><em>Der andere</em></p>
<p>¬†Das gleiche Tranzendale kann die anderen nicht als anders konstituieren. Der <strong>andere</strong> ist sein anderer. Entweder <em>moi </em>oder der andere. (S.188)</p>
<p>¬†Das<em> je </em>weiß nichts vom anderen und kann nichts von ihm wissen. Das Erscheinen des anderen bringt keine Erkenntnis. Es ist aber ein Ereignis des <strong>Gefühls</strong>. Mittellosigkeit des anderen: Er ist nur seine Forderung und meine Verpflichtung. (S.189)</p>
<p>Der andere, der ohne mich nicht wäre, ist gleichzeitig auch nicht mein anderer, er ist nicht die Entfremdung auf meiner Odysse, sondern deren Abbruch. Der Eintritt des anderen löscht mich als Subjekt einer Erfahrung aus. (S.192)</p>
<p><em>Welche Funktion hat der andere? Ist er eine Kritik an er die Verblendung, dem sein? Soll er dieses ersetzen?</em></p>
<p><em>Ethischer Satz¬†</em></p>
<p>¬†Durch den Übergang vom ethischen Satz zum Satz des Wissens wird ersterer vergessen. <em>(Wieso?)</em></p>
<p>Levinas gegen Bubers Konzept des Dialogs: Das Ethische verbietet den Dialog, da der Dialog die Namensvertuschung in den Instanzen verlangt. Es gibt keine wirkliche Tranzendenz des Referenten.¬†</p>
<p>¬†Die <strong>ethische Diskursart</strong> findet nicht auf dem Gebiet des spekulativen Diskurs statt, sie findet gar nicht statt, da der andere nicht lokalisierbar ist.</p>
<p>¬†Das ethische Gebiet ist kein Gebiet, sondern ein Modus der <em>ich/du</em>-Situation, die unvorhersehbar, gleichsam als Störung des Satz-Universums, in dem <em>ich ich</em> ist, geschieht. (S.190)</p>
<p><em>Schreiben</em></p>
<p>¬†Das Schreiben Levinas ist nicht Beschreiben einer Erfahrung, sondern die Bezeugung der <strong>Spaltung</strong>, die Öffnung zu jenem anderen, der in seinem Leser eine Forderung an Levinas richtet, die Verantwortung gegenüber dem Boten, dem Leser nämlich.</p>
<p>Ethisches Schreiben entkommt der Verfolgung nur, wenn es sich nicht die ‚Äûgottlose Kreatur&#8221; bindet, und der Schriftsteller keine Rechte über oder besser: gegen sie beansprucht. (S.193)</p>
<p><em>Kommentator zu Levinas:¬†</em> Je weniger ich dich vernehme, desto mehr werde ich dir folgen: wenn ich dich als Forderung verstehen will, darf ich dich nicht als Bedeutung verstehen. (S.195)</p>
<p><em>abschließende Frage Lyotards:</em></p>
<p>Welches Gericht kann den Widerstreit zwischen dem ethischen Satz (dem Unendlichen) und dem spekulativem Satz (Der Totalität) erkennen und schlichten? (S.195)</p>
<p><em>Wird diese Frage später im Kapitel beantwortet?</em></p>
<p><strong>Lektürenotizen II¬†</strong> (S.195-200)</p>
<p><em>Geschiehst du?</em></p>
<p>¬†Trägt der andere, der Fremdling, alle Züge des <em>Geschieht es? </em>Muss <em>Geschieht es?</em> als <strong><em>Geschiehst du?</em></strong> verstanden werden? (172)</p>
<p>¬†Ist<em> Geschieht es?</em> eine Art von Ruf? (173)¬†</p>
<p><em>Formuliert Lyotard hier Einwände dagegen?</em></p>
<p>Der Satz will nichts von dir. Er wartet nicht auf dich. Du kommst, wenn er geschieht. (173)</p>
<p><em>Bejaht Lyotard letztlich, das es sich bei Geschieht es? um Geschießt du? handelt? Wenn ja, warum?</em></p>
<p><em>Ethischer Diskurs / Fragen Lyotards</em></p>
<p>Satzbildung und Verkettung sind in jeder Diskursart Vorschriften unterworfen? Wenn dem so ist dann wäre das Ethische keine Diskursart? Oder besteht der ethische Diskurs darin, nur die Regel der bedingungslosen Verpflichtung zuzulassen? (175)</p>
<p><em>Gerichtsverfahren</em></p>
<p>Im Idiom der Erkenntnis ist das Gesetz entweder vernünftig und verpflichtet nicht, sondern überzeugt; oder es ist nicht vernünftig und verpflichtet nicht, sondern zwingt.¬†</p>
<p>¬†Durch dieses Dilemma annektiert die Familie kognitiver Sätze die der präskriptiven, löscht das Ich das Du aus. (176) <em>Warum ist das so?</em></p>
<p><em>Unterscheidung präskriptiver und denotativer Sätze nach Aristoteles.</em></p>
<p>Wenn man annimmt, das die Ausarbeitung, Diskussion und Festlegung von Vorschriften für die Entwicklung der entsprechenden Normen unabdingbar ist, so deswegen, weil man voraussetzt dass der Schluss von der Sprache des Kommentars auf die Sprache des Befehls richtig ist. (177)</p>
<p><em>Die letzten beiden Paragraphen scheinen zu dem Kant-Exkurs über zuleiten. Welche Fragen/offenen Komplexe werden hier genau gestellt?</em></p>
<p><strong>Kant II¬†</strong> (S.200-214)</p>
<p>1.Das Gesetz lässt sich nicht ableiten</p>
<p>Die Rechtfertigung des Gesetzes ist seine Deduktion (S.200)</p>
<p>¬†Bei Sätzen theoretischer Vernunft kann zwar nicht spekulativ von den Erkenntnisquellen ausgegangen werden, aber von dessen Surrogat (Notbehelf), der <strong>Erfahrung. </strong>(S.201)</p>
<p><em>Wieso ermöglicht die Isomorphie die Deduktion?</em></p>
<p><em>Kant beschreibt das Scheitern der praktischen Deduktion, zeigt aber:</em></p>
<p>Die Deduktion kann erhalten bleiben, unter der Bedingung allerdings, dass sich ihre Richtung verändert. Man entdeckt eine Deduktion die in Gegenrichtung zu der Gesuchten verläuft. (S.202)</p>
<p>¬†Umkehrung der Deduktion: das moralische Prinzip (das Gesetzt) führt umgekehrt selbst zum Prinzip der Deduktion eines unerforschlichen Vermögens, zur <strong>Freiheit</strong>. Die Freiheit drückt sich nicht in der Objektsprache aus, sie kann nur im kritischen Kommentar artikuliert werden. (S.203)</p>
<p><em>Im weiteren geht es um Faktum und Quasi-Faktum (S.203). Wie sind diese zu verstehen?</em></p>
<p>¬†Die moralische Erfahrung ist keine Erfahrung, das <strong><em>Du sollst</em></strong><em> </em>kann nicht in der Wirklichkeit ermittelt werden. Dennoch wird die Verpflichtung entgegengenommen und kann darum eine Art Faktum genannt werden. Diese wird über das Begehren in der ideellen Natur aufgenommen und nicht durch Sinnlichkeit in der wirklichen Welt. (S.203/204)</p>
<p><em>In welchem Verhältnis steht das Gesetz und die Verpflichtung?</em></p>
<p>2.Ich kann</p>
<p>Wenn du sollst, so deshalb, weil du kannst. (S.204)</p>
<p><strong>Ich kann</strong>¬† ist folgendermaßen zu verstehen: Ich unterliege nicht dem Zwang der Verkettungen, die die Erkenntnisobjekte bestimmen, insbesondere nicht den empirischen Motiven und Interessen, ich tranzendiere sie. Auf diese Weise stellt sich im Verpflichtungssatz die Gesetzesabhängigkeit als Gefühl und zugleich die Unabhängigkeit gegenüber dem Regelsystem der Erkenntnis als geheimnisvolle Voraussetzung dar. (S.205)</p>
<p>¬†Freiheit wird aus dem inneren des Verpflichtungssatzes selbst als Implikation eines Senders abgeleitet, von jener Wirkung: die vom Empfänger empfundene Enteignung. Man weiß nicht, wessen Freiheit die Freiheit ist, sie kündigt sich über das <strong>Gefühl der Verpflichtung</strong> an. (S.206)</p>
<p>Freiheit ermöglicht nicht die Erfahrung von Moralität, von Verpflichtung. es ist nur ein Gefühl, ein Faktum der Vernunft, ein Zeichen. Die Freiheit wird negativ abgeleitet, da nicht von Fakten sondern vom ‚ÄûWidersinnigem&#8221;, der Ohnmacht der Fakten ausgeht. (S.206)</p>
<p>Zur Zeit der Verpflichtung, in der das Du soll, kann das Ich. (S.206)</p>
<p><em>An dieser Stelle ist vom Gefühl der Verpflichtung die Rede. In welchem Verhältnis steht dieses zu dem Gefühl im Levinas-Exkurs?</em></p>
<p>3.Die Kluft</p>
<p>Begrenzung der praktischen Deduktion: Heterogenität zwischen ethischen und kognitivem Satz.</p>
<p>Eine Kluft trennt den deskriptiven Satz vom präskriptiven Satz. Kluft gibt es nur, weil jede Partei ein Kontrollrecht und Ansprüche über seine Grenzen beansprucht. (S.207)</p>
<p>-&gt;Eine Satzfamilie muss in den Hoheitsbereich eines anderen vordringen, um sich zu rechtfertigen.</p>
<p>-&gt;Im Versuch des Übergangs wird seine Unmöglichkeit erkannt, das moralische Gesetz lässt sich deduktiv nicht einholen. (S.207)</p>
<p>¬†Freiheit ist ursprüngliche Kausalität. Daraus folgt ein Übergangsmodus: Entwicklung eines <strong>Differentials wechselseitiger Legitimation.</strong> (S.208)</p>
<p>4.Der Typus</p>
<p>Kausalität in der sinnlichen Welt:¬† Bestimmt Zusammenhang zwischen den Phänomenen und konstituiert die empirische Wirklichkeit. (S.209)</p>
<p>-&gt; Ursachen und Wirkungen werden verbunden und bilden eine Reihe. (S.210)</p>
<p>Kausalität im ethischen Bereich:¬† Idee der unmittelbaren Wirksamkeit der reinen praktischen Vernunft und Freiheit auf die Handlungsmaxime, welches sich im Gefühl der Achtung anzeigt und damit die Situation der Sittlichkeit, der Verpflichtung entwirft. (S.209)</p>
<p>-&gt; Gefühl von Verpflichtung, Achtung entsteht, welches nicht einer Reihe von Phänomenen angehört und als Wirkung auf eine unerkennbare Ursache bezogen ist. (S.209)</p>
<p>5.Die Kommuntabilität</p>
<p>¬†Die mangelnde Symmetrie zwischen <em>ich</em> und <em>du </em>muss zugunsten eines Allgemeinen, der ‚ÄûMenschheit&#8221;, vergessen werden. (S.210)</p>
<p>¬†Die Instanz des Verpflichteten <em>(Du sollst) </em>und die Instanz des Gesetzgebers <em>(Ich kann) </em>sind austauschbar, um so eine Gemeinschaft einer gesetzgebenden Versammlung zu bilden. (S.210)</p>
<p>¬†Wie ist eine Gemeinschaft ethischer Sätze möglich? Kant: Durch den Begriff der <strong>Menschheit.</strong></p>
<p><strong></strong></p>
<p>6.Zeit der Ethik</p>
<p>¬†Die reine <strong>ethische Zeit</strong> ist das Jetzt des Satzes, der mit einem Schlag die Verpflichtung, den Verpflichteten (und vielleicht den Verpflichtenden) darstellt. Der ethische Satz ist einzigartig, erstes und letztes Zeichen einer Idee und zu jeder Weltzeit möglich. (S.212)</p>
<p><em>Welche Bedeutung hat die Zeit?</em></p>
<p><em>Was ist eine ethische Verknüpfung?</em></p>
<p>Der Imperativ befiehlt nicht, so zu handeln, dass eine Gemeinschaft praktisch-vernünftiger Lebewesen entsteht, sondern als ob die Handlungsmaxime ein Gesetz dieser Gemeinschaft sein müsste. Als Zeichen ist der ethische Satz ohne Folge, also sein letzter.</p>
<p>Da es aber keinen letzten Satz gibt, muss er weiter verkettet werden. Dieser kann nicht ethischer, sondern ist kognitiver Natur. Das Du der Verpflichtung muss immer als Referent eines nachfolgenden kognitivem Satz begriffen werden können. (S.213)</p>
<p><em>Hier scheint eine Kritik Lyotards anzusetzen. Wie sieht diese aus?</em></p>
<p><em>(Vor)letzter Satz:</em></p>
<p>Entweder Implikation oder Verpflichtung. Es gibt keine ethische Gemeinschaft. (S.213)</p>
<p><em>Lässt sich aus diesem Exkurs auf ein ethisches Konzept von Kant schließen? Was sind die Hauptmerkmale von diesem?</em></p>
<p><em>An welchen Punkten widersprechen bzw. ergänzen sich die Konzeptionen einer Ethik von Levinas und Kant? Wo setzt jeweils Lyotards Kritik an?</em></p>
<p><em>Kann aus diesem Kapitel ein erstes ethisches Konzept (eine Verpflichtung) im Sinne Lyotards gelesen werden?</em></p>
<p><em>These: Lyotard verneint das Subjekt als Ausgangspunkt (Levinas)und nährt sich kritisch einem Konzept von Gemeinschaft/Freiheit/Menschheit (Kant) an.</em></p>
<p><em>(Thesenpapier erstellt von Andreas Riethmüller)</em></p>
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		<item>
		<title>Protokoll der 9. Sitzung am 16.12.08</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Jan 2009 10:22:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lyotard</dc:creator>
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		<category><![CDATA[negative Dialektik]]></category>
		<category><![CDATA[Resultat]]></category>
		<category><![CDATA[spekulativer Diskurs]]></category>

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		<description><![CDATA[Nachtrag zu Resultat I Hegel: Drei Regeln des spekulativen Diskurses 1. Ein Begriff der das Eine meint impliziert auch das Andere: Sein &#8211; Nichts. 2. Die Bewegung der Widersprüchlichkeit stellt das Werden eines Begriffes dar. 3. Der Diskurs zielt auf ein Resultat ab. Das Resultat bedeutet eine Synthese der Positionen und ist dem Spekulativem Diskurs [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nachtrag zu Resultat I</strong></p>
<p>Hegel: Drei Regeln des spekulativen Diskurses</p>
<p>1. Ein Begriff der das Eine meint impliziert auch das Andere: Sein &#8211; Nichts.<br />
2. Die Bewegung der Widersprüchlichkeit stellt das Werden eines Begriffes dar.<br />
3. Der Diskurs zielt auf ein Resultat ab.</p>
<ol></ol>
<p>Das Resultat bedeutet eine Synthese der Positionen und ist dem Spekulativem Diskurs inhärent.</p>
<p>Frage die sich stellt:¬†</p>
<p>Können die Regeln der spekulativen Diskursart kritisiert werden ohne in ihr zu verbleiben? Es bräuchte einen Meta-Diskurs. Nach Lyotard kann dieser Meta-Diskurs nicht erreicht werden.</p>
<p><span id="more-69"></span></p>
<p>Lyotard setzt sich ebenso von Adorno ab. Adornos Negative Dialektik besagt, dass es nach Auschwitz einen Neuanfang geben muss, da alles andere abbricht (Bruch mit der Moderne). Nach Lyotard gibt es aber keinen ersten Satz. Jeder Satz folgt auf einen vorangegangenen (in diesem Fall die Moderne). Lyotard problematisiert, dass Adorno Auschwitz als ‚ÄûModell&#8221; sieht. Das Beispiel ist der zum Oberbegriff verkehrte Name. Auschwitz ist aber singulär, wird vom Referent zum Sender und Empfänger. Auch nach Adorno ist jeder Dialektik ein Resultat inhärent. Auschwitz widersteht danach dialektischen Strukturen, da es (nach Adorno) kein Resultat / keine Synthese geben kann.¬†</p>
<p>Frage die sich stellt:</p>
<p>Würde Adorno Auschwitz in einem Begriff aufheben? Über den Punkt, dass dies nicht möglich sei, sind sich Adorno und Lyotard einig. Lyotard unterstellt Adorno jedoch trotz der Widersprüchlichkeit in der Spekulativen Dialektik zu verbleiben.</p>
<p>1. Kritik Lyotards an der Spekulativen Dialektik Hegels:¬†</p>
<p>Aufgrund der Unmöglichkeit eines Resultats beziehungsweise einer Synthese, kann die Spekulative Dialektik nicht auf Auschwitz angewendet werden.</p>
<p>2. Kritik Lyotards an der Negativen Dialektik Adornos:</p>
<p>Auschwitz ist nicht ‚Äûbestimmbar&#8221;, da es beispiellos ist. Adorno ‚Äûbestimmt&#8221; Auschwitz jedoch als eine End- und Anfangspunkt des bisherigen und des folgenden Denkens.</p>
<p>Adornos Imperativ:</p>
<p>¬†‚ÄûDie Verhältnisse sind so einzurichten, dass Auschwitz sich nicht wiederhole.&#8221;</p>
<p>Zum Teleologiebegriff: Es wird kein Ideal verfolgt. Es geht nicht um ‚Äûda soll es hingehen&#8221;, sondern um ‚Äûda darf es nie wieder hingehen&#8221;.</p>
<p><strong>Das Resultat II</strong></p>
<p>Frage die sich stellt:¬†</p>
<p>-	Rationalisierbarkeit</p>
<p>-	Fassbarkeit</p>
<p>Die Unmöglichkeit einer Bestimmung bedeutet die Unmöglichkeit eines ‚ÄûWir&#8221;. Für Auschwitz gibt es keinen kollektiven Zeugen (kein ‚ÄûWir&#8221;), da sie als Tote schweigen müssen. Die Opfer sind ent-autorisiert.¬†</p>
<p>Die geplante Sinnlosigkeit von Auschwitz führt dazu, dass die Opfer nicht reden können, da es nichts gibt, was erklärbar sei. Die Juden wurden nicht verurteilt und getötet, sondern sie wurden vernichtet. Ihr Leben war es nicht wert, überhaupt einen Grund für das gewaltsame Beenden des Lebens anzugeben.¬†</p>
<p>Das <em>‚ÄûWir&#8221;</em> bei Lyotard ist ein Doppeltes. Es baut auf das ‚ÄûWir&#8221; der Nazis und auf das ‚ÄûWir&#8221; der Juden auf.</p>
<p>Beispiel vor Gericht: Das Opfer hat eine Position (Kläger) aber keine Möglichkeit sich zu äußern (oder zu schweigen).</p>
<p>Beispiel im Widerstreit: Das ‚ÄûWir&#8221; der Opfer / Juden besitzt durch die Sprachlosigkeit keine Position.</p>
<p>‚ÄûWir&#8221; (der Leser) müssen behaupten, Opfer und Täter gleichermaßen gewesen zu sein, um nach Lyotard Satzverkettungen machen zu können.</p>
<p>These:</p>
<p>Wenn die Nazis eine Diskursart hatten, nach der das Leben des Juden nichts wert war, wenn dies die Diskursregel gewesen ist, dann konnten sie nicht anders als so handeln, wie sie es getan haben. Während des Geschehens konnten sie sich nicht selbst sehen, da dies eine andere Diskursart gewesen wäre. Es besteht nicht die Verbindung ‚ÄûGeschieht es.&#8221;. ‚ÄûEs ist geschehen.&#8221; ist die Verbindung von Opfer und Täter.</p>
<p>Schließen sich diese Diskursarten wirklich aus? Oder handelt es sich hier um eine Recht-Fertigungs-Strategie? Was ist mit der Formulierung:¬†</p>
<p>Der Sender (Nazi) kann den Empfänger (Juden) nicht erkennen. Ebenso wenig besteht die Möglichkeit umgekehrt.</p>
<p>Frage die sich stellt:</p>
<p>Wieso nicht? Wie kommt dies zustande?</p>
<p>Frage zum Textverständnis: (S. 169)</p>
<p>Was ist die ‚ÄûDispersion&#8221;?¬†</p>
<p>Ein Zerfließen oder Zerstäuben im Zusammenhang mit der Ent-autorisierung.</p>
<p>In der Demokratie gibt sich das Volk als ‚ÄûWir&#8221; ein Gesetz. Der Sender wird zum Empfänger; zum ‚ÄûWir&#8221;. Hier gibt es aber das Volk nicht mehr. Der Sender (das Gesetz) ist für den Empfänger aufgrund der verschiedenen Diskursarten nicht erkennbar.¬†</p>
<p>‚ÄûDer Nazismus erwartet vom Nicht-‚ÄûArier&#8221; nichts, außer daß seine Existenz nicht mehr erscheine. Umgekehrt verlangt er von jedem ‚ÄûArier&#8221; &#8211; seinem einzigem Empfänger -, daß er seiner Verpflichtung zur Reinhaltung des rassischen Ursprungs nachkomme, insbesondere indem er alles Nicht-‚ÄûArische&#8221; beseitigt. Wenn es im Nazismus Terror gibt, so wird er unter den ‚ÄûReinrassigen&#8221; ausgeübt, die immer dem Verdacht der ungenügenden Reinheit ausgesetzt sind. Von der Verdächtigung waschen sie sich rein, indem sie sich jegliche Unreinheit fernhalten: Durch Schwur, Denunziation, Progrom, Endlösung.&#8221; (S. 177)</p>
<p>Es kann gegen Juden keinen Terror geben. Terror verfolgt ein Ziel, Auschwitz hatte kein Ziel, es war sinnlos. Jedes darüber Sprechen läuft Gefahr, in dem Versuch zu enden, Sinn zu suchen oder Sinn zu geben.¬†</p>
<p>Teilweise stellt sich die Frage nach Lyotards Motivation. Wenn er beispielsweise behauptet, gegen Juden gäbe es keinen Terror oder auch die Nazis hätten es nicht anders handeln können, als sie es getan haben. Lyotard will zeigen, <em>dass</em><strong> </strong>die Opfer schweigen und <em>warum</em> sie schweigen.</p>
<p><em>(Protokoll erstell von Stefanie Wilken)</em></p>
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