Thesenpapier: Das Geschichtszeichen I

In diesem Abschnitt führt Lyotard seine Gedanken zur Frage der Übergänge sowie, weiter hinten, zur Idee der Einbildungskraft (Kant ‚óä Vernunft, Enthusiasmus) fort.

Grenzland, Heim, Pakt & Frieden

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Der Satz als „Grenzland”, auf dem der „Pakt” geschlossen oder gebrochen wird.

 „Heim” als Zone, in der der Widerstreit zwischen Diskursarten aufgehoben ist.

Wie ist das vorstellbar? 

„Innerer `Frieden´ zum Preis des immerwährenden Widerstreits an den Rändern.”

Wieso innerer, was ist damit gemeint?

Erzählung als die Diskursart, in der die Heterogenität der Diskursarten am ehesten verschwindet.

Warum?

Mythos

Mythos (L nimmt Bezug auf Mythologie im NS) besitzt identifikatorische Kraft. L kritisiert die Annahme, der Mythos sei mimetisch (nachahmend), er verdecke vielmehr die Mimesis (also den Prozess des Nachahmens) und neutralisiere das Ereignis (als sei es unmittelbar darstellbar).

Cashinahua – Eskurs

L stellt die narrative Diskursart der Cashinahua vor, die durch starke Reglementierung und die Relevanz von Namen charakterisiert ist. Auf diese nicht-kosmopolitische („wilde”) Diskursart bezieht er sich in der folgenden GegenĂĽberstellung von kosmop. und nicht-kosmop. Erzähung.


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Thesenpapier: Die Darstellung II

Lyotard beschäftigt sich im zweiten Teil des Kapitels zunächst mit der Unterscheidung zwischen Vorkommnis (Sein) und Darstellung (Seiendes).¬†

Er erläutert dies im Aristoteles-Exkurs am Beispiel des Paralogismus der Zeit: Sokrates sitzt, Sokrates steht. Beide Sätze sind wahr, jedoch nicht gleichzeitig.

„Die Wahrheit einer Prädikatszuschreibung kann man fĂĽr einen sich bewegenden Körper nicht entscheiden, wenn man nicht die Position präzisiert, die er einnimmt, während der attributive Satz stattfindet” S.129

Lyotard will zeigen, dass Gegenstände (bewegende Körper) ĂĽber ihre Attribute nicht (nur?) „dargestellt” werden, sondern „Situation” sind (der Fall) sind.

Die Auseinandersetzung mit der Zeit bringt Lyotard zur Frage nach dem Jetzt/jetzt:

„Das jetzt ist nicht jetzt, sondern noch nicht oder schon nicht mehr, man kann nicht jetzt jetzt sagen, dafĂĽr ist es zu frĂĽh (vorher) oder zu spät (nachher).” S.131

Sobald man das „jetzt” (Vorkommnis) artikuliert, situiert man es also laut L als „Jetzt” im Satz-Universum.


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Protokoll der 6. Sitzung am 26.11.08

Diskusstion ĂĽber „Ein Satz.”
Lyotard widerlegt das descartsche cogito ergo sum. Am Anfang sei nicht das Subjekt, sondern ein Satz. Nicht das Subjekt sei unhintergehbar, sondern dass es einen Satz gebe, dass ein Satz geschehe, etwa „Ich zweifle”. Au sei ein Satz, Schweigen sei ein Satz.

Einordnung der Argumentation/ Roter Faden?
Lyotard knüpft an der reflexiven Letztbegründung von Apel. Er grenzt sich insofern von diesem ab, als dass er neben dem argumentativen Sprachspiel (Sinnvolles Argumentieren kann nur aus eben dieser Position heraus kritisiert werden) die Bedeutung/Notwendigkeit einer sinnlichen Gebung bzw. eines empirischen Moments des Zeigens betont. Klingt in diesem Gedankengang Lyotards Nähe zur Phänomenologie an?
In diesem Zusammenhang kritisiert Lyotard auch die Idee eines ersten Satzes (impliziert eine Reihe).

Diskussion ĂĽber den ersten Kant-Exkurs
Das Subjekt werde bei Kant als immer schon fähiges gesehen. Es sei der Anschauung fähig, welche bereits die Empfindsamkeit fĂĽr SinneseindrĂĽcke voraussetze. Lyotard sieht den Satz dem Subjekt vorgängig – den es empfange (in Passivität) von einem unbekannten Sender. Die Subjektfunktion bilde sich erst dann, wenn das Subjekt empfangen habe und gleichsam zum Sender werde. Aus dem Materie-Satz werde ein Form Satz in einem Raum-Zeit-GefĂĽge, der laut Lyotard an den Sender des Materie-Satz geht. Hierbei kann es zum Widerstreit zwischen Materie-Satz und Form-Satz kommen, weil sich der Materie-Satz dem Regelsystem des Form-Satzes (eben Raum und Zeit) anpassen muss bzw. angepasst wird.


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Thesenpapier: Die Darstellung I

Zunächst stellt Lyotard eine mögliche Verkettung der Sätze: / Es gab einen Satz / folgt auf / Ich zweifle / in der Form der zeitlich geordneten Reihe dar. / Ich zweifle / ist laut Lyotard kein erster Satz , weil er ich und zweifle voraussetzt und auf keine Ordnungsreihe verweist, die sich ihm anschließt. Der Satz / folgt auf / der die allgemeine Operationsform des Übergangs von einem Satz zum anderen formuliert, unterliegt selbst dieser Operationsform des Übergangs.

Kant I

Kritik der reinen Vernunft. Die Kritik der reinen Vernunft ist keine psychologische Untersuchung der Entwicklung unseres Erkennens, sondern eben Kritik, d. h. Beurteilung von Wert oder Unwert von etwas, in diesem Falle des (theoretischen) Wertes apriorischer, reiner Erkenntnis und Erkenntniselemente. Die Bedeutung des aus reiner, von der Erfahrung unabhängiger Erkenntnisgesetzlichkeit Entspringenden für die Erkenntnis, die Tragweite, Anwendbarkeit, der Umfang und die Grenzen des Apriorischen werden ermittelt.


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