Thesenpapier: Platon Exkurs
1.Stark und schwach
In diesem ersten Teilpunkt des Exkurses wird Platon als Beispiel fĂĽr das Durchbrechen von Diskursarten angefĂĽhrt. Dieser wird der FĂĽhrung einer gottlosen Diskursart angeklagt, die davon gekennzeichnet ist, dass er hinsichtlich der Ermittlung von Referenten nicht mehr göttliche Offenbarung akzeptiere, sondern nur noch die Möglichkeit von Widerlegung (Falsifikation). Damit wird die Funktion des Göttlichen als Sender und Referent auf das ‚ÄöReferent-sein’ reduziert.
Das logos verändere dabei seinen Sinn von sagen-empfangen hin zu sagen-argumentieren. Platon verlangt folglich Argumentationsregeln, die dafür sorgen, dass sich die besten Argumente gegen schwächere Argumente durchsetzen, die allerdings durch Überredungskraft überzeugen vermögen.
Am Beispiel der Totenrede wird gezeigt, wie strahlende Überredungskunst die Empfänger für sich gewinnen vermag. Dieser Diskurs verursacht beim Empfänger ein identifizierendes Gefühl. In der Folge geht es nicht darum beim Empfänger Sätze auszulösen, sondern stumme Gefühle. Wenn sich Sätze ereignen würden, dann wäre alle Mehrdeutigkeit aufgehoben.


