Protokoll der 10. Sitzung am 06.01.09
Die Verpflichtung
Spaltung des Selbst
Es gebe kein Resultat, nur Schweigen. Das gespaltene Selbst zerstöre die Anmaßung des (autonomen) Subjekts, welches über andere richtet. Das Subjekt konstituiert sich in Satzkonstellationen, wobei es Sender oder Empfänger ist, oder beides.
Gesetz – Verpflichtung
Wann und warum verpflichtet sich jemand?
Lyotard verdeutlicht dies an der Geschichte des Abraham aus dem Alten Testament: Warum fĂĽhlt sich Abraham verpflichtet, wo doch weder die Wirklichkeit Gottes noch seines Gesetzessatzes ĂĽberprĂĽfbar ist?
Die Verpflichtung sei ein Gefühl, ein ethischer Impuls, einer Aufforderung zu folgen. Dabei seien die ethischen Sätze, denen gefolgt werde, nicht ableitbar und nicht in sich begründbar. Ein ethischer Satz könne nicht mit einem weiteren verkettet werden, sondern nur mit einem kognitiven ‚Äì und in dem Moment sei er schon vergessen. Es gebe eine Differenz zwischen dem Ethischen und dem Satz des Ethischen, welchen eben verkettet werden kann. Das Ethische selbst entzieht sich der Verkettung. Wie in der Lévinas‚Äôschen Figur spricht es mich an, zwingt mich zur Antwort, und entzieht sich, ist nicht feststellbar.
Die Frage ist, von welcher Art von „Falsifizierbarkeit« bzw. welcher Perspektive auf „Wirklichkeit« Lyotard in diesem Zusammenhang ausgeht?¬â€


