Protokoll der 3. Sitzung am 04.11.08

1.Stand des Seminars? Bevor wir uns der Verknüpfung Lyotards (via Koller) mit Bildungs- und Erziehungswissenschaft zuwenden, nähert sich das Seminar zuerst allgemein der post bzw. spät-modernen Philosophie.

2.Das Seminar stellte in dem besprochenen Abschnitt des Buches deutlich mehr Schwierigkeiten mit dem Text fest, als in den ersten beiden Teilen. Lyotards Arbeitsweise seine eigene Erkenntnis als einen Prozess darzustellen und nicht ein fertiges Produkt abzuliefern trägt vermutlich zu diesen Schwierigkeiten bei. Das Anfangs erwähnte Beispiel der „Gaskammern” und der Leugnung des Holocaust findet sich in diesem Teil des Textes nicht wieder und die Referenzen zum Anfang sind schwer auszumachen. So beschränkt sich das Thesenpapier zu dieser Sitzung auf den Platon-Exkurs

3.Der 1. Satz des Exkurses „Meletos, sagt Sokrates, hat mich vor Gericht beschuldigt” wird aufgrund der Frage des „Senders” diskutiert. Es kann aber nicht abschlieĂźend geklärt werden welche Bedeutung die Form der Rede hier hat, zumindest erscheint sierelevant fĂĽr die Demonstration von Lyotards Strategie zu sein (Demonstration der Verschränkung von Sender-Empfänger-Bedeutung-Referent ?)

4.Gott ist nicht mehr Sender & Referent sonder nur noch Referent. Anstatt mit den Göttern wird ĂĽber sie geredet. Aus Sagen – Empfangen wird Sagen – Argumentation. Nicht die schwachen aber rhetorisch gut aufbereiteten Argumente sollen gewinnen, sondern die besten.


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Thesenpapier: Platon Exkurs

1.Stark und schwach

In diesem ersten Teilpunkt des Exkurses wird Platon als Beispiel fĂĽr das Durchbrechen von Diskursarten angefĂĽhrt. Dieser wird der FĂĽhrung einer gottlosen Diskursart angeklagt, die davon gekennzeichnet ist, dass er hinsichtlich der Ermittlung von Referenten nicht mehr göttliche Offenbarung akzeptiere, sondern nur noch die Möglichkeit von Widerlegung (Falsifikation). Damit wird die Funktion des Göttlichen als Sender und Referent auf das ‚ÄöReferent-sein’ reduziert.

Das logos verändere dabei seinen Sinn von sagen-empfangen hin zu sagen-argumentieren. Platon verlangt folglich Argumentationsregeln, die dafür sorgen, dass sich die besten Argumente gegen schwächere Argumente durchsetzen, die allerdings durch Überredungskraft überzeugen vermögen.

Am Beispiel der Totenrede wird gezeigt, wie strahlende Überredungskunst die Empfänger für sich gewinnen vermag. Dieser Diskurs verursacht beim Empfänger ein identifizierendes Gefühl. In der Folge geht es nicht darum beim Empfänger Sätze auszulösen, sondern stumme Gefühle. Wenn sich Sätze ereignen würden, dann wäre alle Mehrdeutigkeit aufgehoben.


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