Protokoll der 6. Sitzung am 26.11.08
Diskusstion über „Ein Satz.”
Lyotard widerlegt das descartsche cogito ergo sum. Am Anfang sei nicht das Subjekt, sondern ein Satz. Nicht das Subjekt sei unhintergehbar, sondern dass es einen Satz gebe, dass ein Satz geschehe, etwa „Ich zweifle”. Au sei ein Satz, Schweigen sei ein Satz.
Einordnung der Argumentation/ Roter Faden?
Lyotard knüpft an der reflexiven Letztbegründung von Apel. Er grenzt sich insofern von diesem ab, als dass er neben dem argumentativen Sprachspiel (Sinnvolles Argumentieren kann nur aus eben dieser Position heraus kritisiert werden) die Bedeutung/Notwendigkeit einer sinnlichen Gebung bzw. eines empirischen Moments des Zeigens betont. Klingt in diesem Gedankengang Lyotards Nähe zur Phänomenologie an?
In diesem Zusammenhang kritisiert Lyotard auch die Idee eines ersten Satzes (impliziert eine Reihe).
Diskussion über den ersten Kant-Exkurs
Das Subjekt werde bei Kant als immer schon fähiges gesehen. Es sei der Anschauung fähig, welche bereits die Empfindsamkeit für Sinneseindrücke voraussetze. Lyotard sieht den Satz dem Subjekt vorgängig – den es empfange (in Passivität) von einem unbekannten Sender. Die Subjektfunktion bilde sich erst dann, wenn das Subjekt empfangen habe und gleichsam zum Sender werde. Aus dem Materie-Satz werde ein Form Satz in einem Raum-Zeit-Gefüge, der laut Lyotard an den Sender des Materie-Satz geht. Hierbei kann es zum Widerstreit zwischen Materie-Satz und Form-Satz kommen, weil sich der Materie-Satz dem Regelsystem des Form-Satzes (eben Raum und Zeit) anpassen muss bzw. angepasst wird.


