Abschlussbericht meines integrierten Schulpraktikums (ISP) an der Bugenhagenschule Alsterdorf

Ein Jahr Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung meines ersten Schulpraktikums im universitären Rahmen liegen nun hinter mir. Die ersten Auseinandersetzungen im Online-Seminar mit Unterrichtsvorbereitung und –Gestaltung, die Auswahl der Schule für das Praktikum, sowie das Behandeln anderer inhaltlichen Themen, wie der Relevanz digitaler Medien in Schule und Unterricht von Oktober 2012 – Februar 2013. Die konkrete Vorbereitung des Praktikums im August 2013, bevor es im September losging. Das Besuchen, Hospitieren und Unterrichten an der Bugenhagenschule Alsterdorf bis Ende November. Und die anschließende Nachbereitung, die mit diesem zusammenfassenden Reflexions- und Dokumentationsbericht ihr Finale erreicht. Das alles findet nun sein Ende und ich schaue auf eine interessante, spannende, arbeitsintensive, anstrengende, schöne – und vor allem sehr erkenntnisreiche Zeit zurück.

Die Universität Hamburg sieht im Rahmen des Lehramtstudiums für die Primar- und Sekundarstufe 1 vor, das vierwöchige integrierte Schulpraktikum (ISP) im direkten Anschluss an das Vorbereitungsseminar im fünften Semester am Stück zu absolvieren, um einen realistische, praktischen Eindruck zu bekommen, wie der Alltag als Lehrperson wirklich aussieht. Aufgrund meines Auslandssemesters in Schweden von Januar 2013-Juli 2013 gestaltete ich dies jedoch anders. Drei Wochen besuchte ich die Lerngruppe der Sonnen an der Bugenhagenschule Alsterdorf im September 2013 am Stück. An diese drei Wochen schlossen die Herbstferien und danach der Wintersemesterbeginn an der Universität an, weswegen ich die verbliebenen fünf erforderten Schultage bis Ende November 2013  nachholte – Was meiner Meinung nach einen entscheidenden Vorteil gegenüber des eigentlich angedachten Zeitraums hatte. In den ersten drei Wochen des Praktikums habe ich den gewünschten Eindruck bekommen, wie der Arbeitsalltag einer Lehrkraft über mehrere Wochen lang aussieht. Ich habe erfahren, wie es ist, als nicht-mehr-Schüler jeden Tag in der Schule präsent zu sein und dass damit die Arbeit jedoch noch lange nicht getan ist – Vorbereitung, Nachbereitung – All das habe ich in diesen drei Wochen erlebt. Die anschließende Möglichkeit, nach den zweiwöchigen Ferien erneut in regelmäßigen Abständen über mehrere Wochen in die Klasse gehen zu können, ermöglichte mir jedoch nochmal ganz andere, neue, spannende Erfahrung. Welchen Sprung manche Kinder während der folgenden Wochen machen – sowohl größen-als auch entwicklungstechnisch, war eine faszinierende Beobachtung. Dass sie sich nach den Herbstferien noch an mich erinnerten, mich nicht vergaßen und nach mir fragten, obwohl ich nicht mehr jeden Tag da war, sondern nur noch einmal in der Woche – All dies zeigte mir, welche Bindung zwischen Schülerinnen und Schülern (SuS) und den Lehrkräften und anderen Erwachsenen an der Schule entstehen kann. Diese Erfahrung war neu für mich und löste viele Gedankengänge aus – positive, wie kritische. Der schwierigste für mich war der, inwiefern diese Bindung zu jedem einzelnen Kind mein Handeln als Lehrkraft beeinflusst. Wie kann ich meine Aufmerksamkeit einer gesamten Lerngruppe schenken, wenn diese aus mehr als 20 SuS besteht, die alle so unterschiedlich sind, unterschiedliche Stärken und Schwächen haben, über die ich genau Bescheid weiß – Und denen ich meine Aufmerksamkeit widmen möchte, jedem individuell? Kann ich den Überblick behalten, wenn ich weiß, dass mir dabei immer einzelne Kinder entgleiten? Wie fange ich diese wieder auf, ohne dabei anderen Kindern wiederrum zu wenig Aufmerksamkeit zu schenken? Dass diese Schwierigkeit das Leben einer Lehrkraft ständig begleitet, habe ich im Laufe meines Praktikums zu spüren bekommen. Drei Monate habe ich die Sonnen begleitet und habe in dieser verhältnismäßig kurzen Zeit zu jedem Kind eine eigene Bindung aufgebaut und stieß dadurch zuletzt ständig auf diese Schwierigkeit – Wie kann ich noch mit der gesamten Klasse arbeiten, wenn ich von jedem Kind in etwa weiß, wie ich es erreichen kann, aber niemals alle Zugangskanäle beim gemeinsamen Arbeiten öffnen kann? Kurz gesagt – Ich weiß es (noch) nicht. Ich habe Ideen bei meinen Besuchen und Hospitationen sammeln können, mir Tipps und Tricks bei meiner wunderbaren Mentorin und den anderen Lehrkräften einholen und abschauen können – Hatte bei meinen eigenen Unterrichtsstunden jedoch bis zum Schluss starke Probleme mit dieser Schwierigkeit, die mich darüber nachdenken lassen, ob ich sie später, als fertig ausgebildete Lehrerin, bewältigen kann. Dies ist der wichtigste Schluss, den ich aus meiner Praktikumszeit gezogen habe. Sollte ich mich dazu entschließen, das Studium nach meinem Bachelorabschluss weiterzuführen, muss ich an diesem Problem in der Praxis arbeiten.

Neben dieser wohl wichtigsten Erkenntnis, habe ich noch zahlreiche andere gewonnen, vieles gelernt, inhaltlich wie methodisch – Und zu guter Letzt jede Menge Spaß und eine gute Zeit gehabt. Durch die Bugenhagenschule Alsterdorf habe ich ein mir bisher unbekanntes Schul-und Lernformat kennengelernt. Zum ersten Mal habe ich intensiv über einen längeren Zeitraum mit SuS, Lehrkräften und anderen Pädagogen und Pädagoginnen, sowie Praktikanten und Praktikantinnen zusammengearbeitet, Höhen und Tiefen, gute, wie schlechte Tage miterlebt. Zum ersten Mal stand ich mit Eltern von SuS in Kontakt und bekam Eindrücke, welche Einflüsse dieser Aspekt auf den Schulalltag hat. Zum ersten Mal erlebte ich, wie SuS wuchsen und sich entwickelten. Welche Lernfortschritte sie machten. Sich Freundschaften entwickeln und zerbrachen. Zum ersten Mal arbeitete ich mit förderbedürftigen Kindern. Zum ersten Mal stieß ich an meine körperlichen Grenzen, als ich einem gehbehinderten Kind, nachdem es hingefallen ist, nicht zurück in seinen Rollstuhl helfen konnte. Und zum ersten Mal erlebte ich daraufhin den Zusammenhalt von Kindern, als die anderen Kinder sahen, dass ich es nicht schaffte und mir daraufhin gemeinsam halfen. Viele, viele Erfahrungen und Erkenntnisse also – Die ich im Folgenden versuche, auszudifferenzieren und die gezielte Beobachtungen zu meinem Beobachtungsschwerpunkt, dem Umgang mit Heterogenität, sowie meine eigenen Unterrichtsstunden, theoretisch belege.

Als literarische Grundlage für meine Beobachtungen habe ich drei verschiedene Quellen genutzt. Für einen Überblick über die Heterogenität in Klassenzimmern wählte ich das Buch „ Das heterogene Klassenzimmer – Differenziert unterrichten“ von Ingvelde Scholz aus. Dieses gibt einen Überblick darüber, mit welchen Aspekten der Heterogenität man im Klassenzimmer konfrontiert wird und gibt Anregungen und Handlungsansätze zum Umgang mit diesen. Erschienen ist das Buch 2012 beim Verlag Vandenhoecke & Ruprecht.

Für den genaueren Blick auf das Prinzip des jahrgangsübergreifendem Lernen setzte ich mich mit dem Text „Flexibilisierung der Fördermöglichkeiten: Jahrgangsgemische Lerngruppen“ von Thomas Trautmann von 2011 auseinander. Dieser konzentriert sich auf die spezielle Förderung Hochbegabter, erläutert aber auch grundlegendes zum Prinzip des jahrgangsübergreifendem Lernen.

Die literarische Grundlage meiner Beobachtungen bezüglich des inklusiven Lernens in der Sonnengruppe ist das Buch „Gemeinsam von Anfang an-Inklusion für unsere Kinder mit und ohne Behinderung“ von Ulrich Heimlich. Dieses Buch vermittelt einen Überblick und Basisinformationen zum Thema Inklusion im Klassenzimmer und  gibt ebenfalls Tipps und Anregungen anhand vieler Praxisbeispiele. Erschienen ist dieses Buch beim Reinhardt Verlag 2012.

Die Autoren der theoretischen Grundlagen bezüglich des literarischen Lernens habe ich in einem Quellenverzeichnis im Beitrag selbst aufgelistet. Gegliedert habe ich diese theoretischen Grundlagen und die darauf basierenden Beobachtungen und Erkenntnisse wochenweise. Zu jeder Woche gibt es eine Verlinkung, über die man zu einem spezifischen Beitrag gelangen kann. Ich wählte diese Form der Gliederung weil sie, abgesehen von dem Beitrag zu meinen Unterrichtssunden, der chronologischen Reihenfolge meiner Beobachtungen entspricht. Es baut also einiges aufeinander auf und ergänzt sich. Auf den zusammenfassenden Beitrag über meine eigenen Unterrichtstunden verweise ich erst zum Schluss dieses Berichts, obwohl die Stunden natürlich während der gesamten Zeit stattfanden. Da die theoretischen Grundlagen jedoch sehr umfassend sind, habe ich mich dazu entschieden, einen eigenen Beitrag zum Unterrichten zu schreiben und diesen zuletzt erscheinen zu lassen, um einen guten Überblick zu behalten. Und nun geht es los.

Erste Woche (9. September bis 13. September 2013)

Beobachtungsbogen ISP Bugenhagen_01

Der Beobachtungsbogen. Zur PDF-Ansicht auf das Bild klicken.

Am neunten September besuchte ich die Bugenhagenschule Alsterdorf das erste Mal. Die erste Woche (09.09.13-13.09.13) wollte ich dazu nutzen, mir einen Überblick über die Schul-und Lernform der Bugenhagenschule Alsterdorf und die Zusammensetzung der Lerngruppe der Sonnen zu verschaffen. Meine Vorbereitung belief sich lediglich darauf, Ideen für einen Beobachtungsschwerpunkt und einen dazu passenden Beobachtungsbogen, sowie für meinen eigenen Unterricht zu sammeln und zu entwickeln. Dies gelang schon nach meinem ersten Tag an der Schule: Besser spät als nie – Es geht los: Mein ISP an der Bugenhagenschule. Dieser gute Start motivierte mich sehr und weckte die Lust auf die folgenden Wochen. Diese versiegte auch nicht an den darauffolgenden Tagen der Woche, viel eher wuchs meine Begeisterung: Alsterdorf ISP Tag 2 und 3 – Die Begeisterung wächst. Ich sammelte in dieser Woche zusammenfassend also erste Eindrücke, unterrichtete das erste Mal selbst und entschied mich am Ende der Woche, nach einigem Hin und Her, endgültig für meinen Beobachtungsschwerpunkt: Den Aspekt der Heterogenität. Inwiefern tritt dieser in der Lerngruppe auf? Wie wird damit umgegangen? Diesen Schwerpunkt hielt und halte ich für optimal in der Lerngruppe der Sonnen, dessen Heterogenität, durch die Jahrgangsmischung und die Inklusion förderbedürftiger Kinder, herausstechend ist.  Für meine gezielten Beobachtungen entwickelte ich  Beobachtungsbogen rechts.

Der Stundenplan der Lerngruppe, nach dem ich mich für meine gezielten Beobachtungen richtete, ist auf dem folgenden Bild zu erkennen.

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Das Prinzip der Phase „Arbeitszeit“ (AZ), sowie die Gestaltungen der Unterrichtsstunden, werde ich im Laufe dieses Abschlussberichtes darstellen.

Zweite Woche (16. September bis 22. September 2013)

In der zweiten Woche (16.09.-22.09) begann ich, die Heterogenität bezüglich der Jahrgangsmischung und den Umgang damit, gezielt zu beobachten. Dafür habe ich mich im Vorfeld mit theoretischen Grundlagen befasst: Jahrgangsübergreifendes Lernen: Theoretische Grundlagen. Meine gezielten Beobachtungen, Eindrücke und Erfahrungen sind in folgenden Beiträgen nachzulesen: Woche 2: Jahrgangsübergreifendes Lernen: Hospitation am Montag, den 16.09.2013, Woche 2: Jahrgangsübergreifendes Lernen: Hospitation am Mittwoch, den 18.09.2013, Woche 2: Jahrgangsübergreifendes Lernen: Hospitation am Donnerstag, den 19.09.201.

Kurz zusammengefasst hat diese Woche mir gezeigt, welche Vor- und Nachteile das Konzept des jahrgangsübergreifenden Lernens mit sich bringt. Die Möglichkeit, voneinander lernen zu können und somit das eigene Erklären zu üben, ist immer gegeben. Kindern, die keine Geschwister haben, bekommen die Chance, mit älteren oder jüngeren Mitschülern in Kontakt zu kommen. Soziale Kompetenzen werden im schulischen Alltag also ständig gefördert. Welche Herausforderung die unterschiedlichen Alter für die Gestaltung des Unterrichts und das Verhalten des Lehrers stellen, waren aber gleichermaßen unübersichtlich – Wie kommuniziere ich mit den Kindern, muss ich zwischen den jüngeren und den älteren unterscheiden? Kann ich den Älteren die Aufgabe, Inhalte mit den jüngeren zu üben, zutrauen? Kann ich es den Jüngeren wiederum zumuten, sich erst an Mitschüler bei Fragen zu wenden, statt sofort zu mir zu kommen? Das alles sind nur ein kleiner Teil der Fragen, die mich in dieser Woche begleiteten. Insgesamt kann dieses Konzept meiner Meinung nach jedoch nur funktionieren, wenn der gesamte Unterricht darauf abgestimmt ist, die erforderlichen Arbeitsmaterialien und genug Erwachsene vorhanden sind. Wenn all dies gegeben ist, steckt in dem Konzept aus meiner Sicht, ein großes Potential.

Dritte Woche (23. September bis 29. September 2013)

In der dritten Woche (23.09.-29.09) beschäftigte ich mich mit dem Aspekt des inklusiven Lernens. Auch hier habe ich mich im Vorfeld mit theoretischen Grundlagen befasst: Inklusives Lernen: Theorie. Meine Beobachtungen habe ich auf diese Grundlagen ausgerichtet. Ich habe mich gefragt,  inwiefern das gemeinsame Lernen aller Kinder zur gleichen Zeit, in einer Unterrichtseinheit stattfinden kann. Inwiefern die Kinder mit und ohne Förderbedarf voneinander und miteinander lernen.  Ob die Kinder mit Förderbedarf wirklich immer teilhaben können und nicht ausgegrenzt werden. An welchen Stellen sie bewusst „ausgegrenzt“ werden, wie beim ersten Eindruck vom Sportunterricht.  Und zu guter Letzt natürlich, wie die Lehrkräfte und Erwachsenen mit dieser Lernform umgehen und welche Methoden angewandt werden. .Insgesamt waren meine Eindrücke sehr positiv, wie ich in den Beobachtungen näher beschreibe. Bei all den positiven Eindrücken habe ich allerdings auch immer das Wissen im Hinterkopf, dass es sich bei der Schule um eine geförderte Schule handelt, also zum großen Teil privat finanziert wird. Nur so ist gewährleistet, dass immer mehrere Erwachsene mit den Kindern arbeiten und die Schule selbst so gut ausgestattet ist und so viele Angebote gemacht werden können. Dies minderte meine Begeisterung nicht. Es machte mir nur klar, dass Inklusion nicht selbstverständlich, sondern nur unter guten Bedingungen so gut funktionieren kann.

Vierte Woche (21. Oktober bis 29. Oktober 2013)

Die „vierte Woche“ absolvierte ich, wie bereits erwähnt, ein wenig anders als die drei Wochen vor den Herbstferien. Vom 21.10.13 bis zum 29.10.13 besuchte ich die Sonnen ein bis zwei Mal die Woche, um meine gezielten Beobachtungen bezüglich der Heterogenität zu ergänzen und selbst zu unterrichten.  Welche Besonderheit dieses Vorgehen mit sich brachte, habe ich schon zu Beginn dieser Reflexion geschildert, kann es aber nur nochmal wiederholen – Am spannendsten an dieser Zeit war für mich, zu sehen, wie schnell sich die Kinder entwickelten.  Die jüngsten der Gruppe, die anfangs noch zerbrechlich und schüchtern wirkten, waren plötzlich ein Kopf größer und standen den Älteren bezüglich Selbstbewusstsein und Mut in nichts mehr nach.  Der deutliche Unterschied zwischen den einzelnen Altern war im November nicht mehr deutlich zu erkennen.  Bei Partnerarbeiten arbeiteten zum Beispiel vermehrt Freunde, anstelle von jüngeren und älteren zusammen, insofern sie sich gegenseitig helfen konnten. Freundschaften waren zwischen allen Altersgruppen aufzufinden. Das Wort „die Kleinen“ tauchte kaum mehr auf – Wie die Gruppe zusammen gewachsen ist, das faszinierte mich.

Alle anderen Eindrücke dieser Endphase, sowie meine ergänzenden Beobachtungen zum Umgang mit der Heterogenität der Sonnen, bezüglich der Aspekte Leistungsmotivation und Temperaments-, geschlechtsbedingte, sowie Kulturelle und nationale Unterschiede habe ich in folgendem Bericht zusammengefasst: „Woche 4“: Aspekte der Heterogenität bei den Sonnen und der Umgang damit.

Insgesamt nahm ich, bezüglich auf das gezielte Beobachten aller Aspekte mit, dass Heterogenität überall ist und das selbst die gründlichste Vorbereitung nicht jeden Aspekt abdecken kann – Sei es bezüglich des Ausschöpfens des Potentials oder dem Verhindern von Schwierigkeiten, die sich  aus dieser Heterogenität ergeben. Es ist die Flexibilität der Lehrkraft, die für den Umgang mit Heterogenität entscheidend zu sein scheint. Eine Lernumgebung, die die Heterogenität der Kinder nicht nur zulässt, sondern aus dem sich darauf ergebenden Potential, schöpft.  Das Zulassen von Unterschiedlichkeit. Die Akzeptanz und das Respektieren. Das ist mir im Laufe des Praktikums bewusst geworden, weswegen ich mich auch weiterhin mit dem Umgang mit Heterogenität beschäftigen muss und möchte.

Unterrichtsstunden bei den Sonnen

Zu guter Letzt komme ich nun zu meinen eigenen Unterrichtsstunden bei den Sonnen. Ich habe mich dabei auf das literarische Lernen konzentriert. Warum ich diesen Unterrichtsschwerpunkt gewählt habe, welche Erfahrungen ich beim Unterrichten machte, was das literarische Lernen eigentlich ist, wie man es gestaltet – All das ist in folgendem Artikel nachzulesen: Literarisches Lernen: Theorie und Praxis.

Fazit

Kurz zusammengefasst haben mir die Unterrichtsstunden sehr gut gefallen. Dass mir das Unterrichten Spaß macht, ich als Lehrerin akzeptiert werde, ich als Lehrkraft immer wach und flexibel für neue Situationen sein muss – All das habe ich erfahren. Wie wichtig es ist, den Kindern immer einen roten Faden für den Unterricht zu geben, damit sie wissen, was ihnen bevorsteht. Klare Ansagen und Aussagen zu machen, zum Beispiel bei Bearbeitungen von Aufgaben, um Chaos zu vermeiden. Sich intensiv mit der Zeitplanung im Vorfeld auseinanderzusetzen und nicht erst im Unterricht, wie wir es schon im Vorbereitungsseminar behandelt hatten. Beim stillen Fuchs nicht selber zu sprechen, konsequent zu sein. Den Überblick über das Klassengeschehen nicht zu verlieren. Ich denke dies ist, wie bereits zu Beginn des Textes erwähnt, meine größte Schwierigkeit, an der ich arbeiten muss. Dass die Lehrkräfte mit denen ich arbeitete, insbesondere meiner Mentorin, das Lehrerpotential in mir sahen, wurde mir während meiner Praktikumszeit, als auch im anschließenden Reflexionsgespräch, bestätigt. Dass eine gründliche Unterrichtsvorbereitung – und Gestaltung Übungssachen sind, ebenfalls. Die Eigenschaft, flexibel zu sein jedoch nicht. Meine Mentorin und die anderen Lehrkräfte hatten diese, wodurch sie mit der Heterogenität der Lerngruppe umgehen konnten und somit auch Spaß an ihrem Beruf haben. Nach den vergangenen Wochen denke ich, dass auch ich diese Eigenschaft in mir habe, was mir meine Mentorin ebenfalls bestätigte und mir beteuerte, dass sie bei weiteren praktischen Erfahrungen trainieren kann. Ob ich jedoch jemals die Kinder als Klassengruppe betrachten kann und mein Bedürfnis, jedem einzelnen Schüler individuelle Aufmerksamkeit im Unterrichtsgeschehen zu schenken, mindern kann – Das weiß ich nicht, weswegen ich noch nicht weiß, ob ich das Lehramtstudium nach dem Bachelorabschluss weiterführen werde. Aus diesem Grund war dieses Praktikum, genau so wie ich es gestaltet habe, eine wichtige Erfahrung für mich. Denn als Lehrer sollte meiner Meinung nach nur der- und diejenige arbeiten, der sich diesen Schwierigkeiten bewusst und bereit dazu ist, sich ihnen zu stellen, um letztendlich Kindern und Jugendlichen positive Schul- und Lernerfahrungen zu ermöglichen. Diese Verantwortung liegt zum‘ großen Teil in der Hand der Lehrer – Das habe ich bei diesem Praktikum realisiert und verinnerlicht.