Abschlussreflexion

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Universität Hamburg

Lehramt für Sonderpädagogik
Grundlagen der Erziehungswissenschaft (Oa11)

Abschlussreflexion
Inwieweit haben soziale Netzwerke einen Einfluss und Wirkung auf die Medienerziehung der Kinder und Jugendlichen?

Seminararbeit im Rahmen des Hauptseminars (41-61.907) Gesellschaftliche Bedingungen von Bildung und Erziehung – Bildung im digitalen Medium im Sommersemester 2015

Eingereicht von:
Marieke Koch
Mat.-Nr.: 6688946
Email: Marieke.Koch@web.de

Seminarleitung: Christina Schwalbe

Hamburg 30.09.2015,

Vorwort

Ich möchte die Fragestellung „Inwieweit haben soziale Netzwerke einen Einfluss und Wirkung auf die Medienerziehung der Kinder und Jugendlichen?“ in meiner Abschlussreflexion beleuchten. Soziale Netzwerke wie zum Beispiel Facebook haben einen großen Zulauf an Nutzern, darunter auch viele Kinder und Jugendliche. Kommunikation, Vernetzung und Informationsaustausch stehen im Vordergrund der Facebook-Nutzer. Durch die Meinungsfreiheit können die Nutzer der sozialen Netzwerke eigene Beiträge posten und andere kommentieren. Für mich steht in diesem Zusammenhang die Wirkung von sozialen Netzwerken auf die Kinder und Jugendlichen im Vordergrund und welche Regeln im bewussten Umgang mit dem Internet vorherrschen. Des Weiteren möchte ich beleuchten, welche Kompetenzen bei Kindern und Jugendlichen vorhanden sein müssen, um bei Regelverstößen Anderer kompetent zu reagieren? Das Ausführen meiner Fragestellungen werde ich an der aktuell vorherrschenden „Hetze im Netz gegen Flüchtlinge“ aufzeigen.

Kapitel

1) Begriffserklärung Medienbildung
2) Die Wirkung und Verantwortung der sozialen Medien den Kindern und Jugendlichen gegenüber
3) Meinungsfreiheit im Internet und soziale Regeln
4) Welche Kompetenzen sollten die Kinder und Jugendliche erwerben, um souverän auf Regelverstöße im Internet zu reagieren?
5) Resümeé

Kapitel 1) Begriffserklärung Medienbildung

bild 1http://www.initiatived21.de/wp-content/uploads/2014/11/Abbildung_1-1024×676.jpg (letzter Zugriff 05.09.2015 10:54)
Der Begriff „Medienbildung“ war für mich am Anfang des Seminars unverständlich. Ich verstand unter Medienbildung oder Medienkompetenz ein gutes technisches Verständnis und einen souveränen Umgang mit den Gerätschaften. Durch das Seminar ist mir deutlich geworden, dass Medienbildung sehr viel mehr ist als das Smartbord statt die Tafel bedienen zu können. Das Schaubild erklärt verständlich, aus welchen Teilen die Medienbildung sich zusammensetzt. Zum einen muss die Medienbildung in den Bildungsplänen verankert werden. Im Seminar haben wir über die Vor- und Nachteile eines eigenen Unterrichtsfaches „Medien“ oder „Medien als Querschnittsthema“ in der Schule diskutiert.
Hierzu mehr: http://de.padlet.com/Goettchen/1jaukzt17yk5
Zum Anderen zeigt das Schaubild die Komponente der Medienbildung der Lehrer. Auch zu diesem Thema gab es im Seminar einen Vortrag. Mehr darüber erfahren Sie auf dem folgendem Link: http://de.padlet.com/larsvonnago/jfxkcgva41te . Der dritte Baustein ist die Ausstattung von digitalen Medien in der Schule, damit eine erfolgreiche schulische Medienkompetenz mit und über Medien möglich werden kann und zu einer Medienkompetenz bei den Schülern führt.
Das Zusammenführen der Komponenten und das Lernen mit und über Medien zeigen deutlich, dass Medienbildung ein wesentlich weiteres Gebiet ist als die bloße Anwendung. Es ist ein kleiner Teil davon, aber Medienkompetenz bedeutet vielmehr ein Umdenken im Verständnis zu den Medien. Den Entwicklungen folgen und neue Unterrichtsmethoden daraus entstehen lassen. Eine neue Einstellung entwickeln und die Chancen aus den digitalen Medien schöpfen und es nicht ungenutzt lassen oder sie aus dem Unterricht verbannen wollen. In der heutigen Zeit ist es wichtig, ein kompetentes Medienverständnis zu haben, um es auch an seine Schüler weitertransportieren zu können. Unterstützen möchte ich den Punkt, Medienpädagogik als Grundlage in pädagogischen Studien-  und Ausbildungsgängen verpflichtend zu verankern. Durch das Seminar “Medien” habe ich mich mit diesem Thema beschäftigt und mir aus einem anderen Blickwinkel Gedanken zu dem Thema Medienkompetenzen gemacht. Aus meiner Sicht ist es sehr wichtig, sich mit diesem Thema zu beschäftigen und sich zu verdeutlichen, wie relevant und nachhaltig dieses Thema ist. Es wird keine Modeerscheinung sein, sondern sich immer weiterentwickeln. Deshalb ist die Fort- und Weiterbildung unumgänglich und wichtig für das Verständnis den Schülern gegenüber.
„Digitale Medien durchdringen allmählich sämtliche Bereiche unseres Lebens und verändern, wie wir miteinander kommunizieren, arbeiten und lernen. Bedienkompetenz und produktiver Einsatz, aber auch Kenntnisse im Bereich Datensicherheit und -schutz sowie Urheberrecht sind für ein selbstständiges Leben in der digitalen Gesellschaft unverzichtbar und wesentliche Basisqualifikationen für das Ausbildungs- und Erwerbsleben. Medienkompetenz wird damit zu einer weiteren Kulturtechnik, vergleichbar dem Lesen, Schreiben und Rechnen. Menschen ohne Medienkompetenz werden erhebliche Nachteile auf dem Arbeitsmarkt haben und in vielen gesellschaftlichen Bereichen von der Teilhabe ausgeschlossen sein“ (Kausch 2013).
Das veränderte Verständnis von Wissen verändert die Theorie der Bildung des Menschen.
Daraus ergeben sich weitere Fragenstellungen. Wie wird die Schulbildung in der Zukunft aussehen, wenn alles Wissen im Internet zur ständigen Verfügbarkeit steht? Wie werden in Zukunft Klausuren geschrieben? Ist reine Wissensabfrage noch zeitgetreu? Welche Kompetenzen werden von den Schülern auf dem Arbeitsmarkt heutzutage gefordert?
Diese Fragen habe ich im Seminar reflektiert und in folgendem Blogeintrag für mich niedergeschrieben.
http://blogs.epb.uni-hamburg.de/marieke05/?p=25

Kapitel 2) Die Wirkung und Verantwortung der sozialen Medien

Fast alles, was in der Welt passiert, erfährt die Gesellschaft über die Medien. Die Medien werden als Nachrichtenvermittlung genutzt, um zu informieren und aufzuklären. Sie sind aus dem Alltag vieler nicht mehr wegzudenken. Etwas im Internet zu veröffentlichen, ist aber keineswegs den Journalisten oder den Zeitungen vorbehalten. Jeder Mensch kann seine Meinung im Internet freigeben, selber Beiträge schreiben (zum Beispiel in einem Blog oder in den sozialen Netzwerken) oder fremde Beiträge kommentieren. Dies führt zu einer Medienöffentlichkeit, die Gesellschaft nimmt die Nachrichten und Informationen aus den Medien nicht als gegeben hin. Wir leben in einer vielfältigen Informationsbeschaffungswelt und die Menschen kritisieren und schreiben ihre eigene Meinung zu den Artikeln. Mit diesen Eigenschaften erfüllen die Medien eine „wichtige Funktion unserer Demokratie“ (Eva Baumann und weitere 2011).
Den Zusammenhang von der vorherrschenden Medienöffentlichkeit und den daraus resultierenden positiven und negativen Veränderungen sind unter folgendem Link in meinem Blog zu lesen: http://blogs.epb.uni-hamburg.de/marieke05/?p=42

Des Weiteren bringen Nachrichtenmedien die Stimmungen und Erwartungen innerhalb der Bevölkerung öffentlich zum Ausdruck. Die Befindlichkeiten des „kleinen Mannes auf der Straße“ kommen zu Wort. Mittlerweile kann man auch in den sozialen Netzwerken dem Volk „aufs Maul schauen“, wenn man die dortigen Meinungsäußerungen betrachtet (vgl. Eva Baumann 2011).
Die Medien werden für eine Meinungsverstärkung genutzt, das heißt es wird versucht, durch Berichte die gleiche Meinung, die der Berichterstatter vertritt, zu verstärken sowie für eine Meinungsveränderung. In diesem Fall wird versucht, Leser von ihrer Meinung abzubringen und sich der neuen anzunehmen. Eva Baumann schreibt in ihrem Artikel, dass eine Meinungsverstärkung durch Medien erreicht werden kann, eine Meinungsveränderung allerdings seltener. Das liege an der „selektiven Mediennutzung“, bei der die Artikel und Berichte, die der eigenen Meinung entsprechen, eher ausgewählt werden. Den größten Einfluss habe das direkte Umfeld, Freundeskreis und die Familie. Um nicht isoliert zu werden, nehme man die Meinug der Mehrheit aus seinem direkten Umfeld an. Dieses Phänomen spiegelt sich laut Eva Baumann auch in den sozialen Netzwerken ab.
Des Weiteren führt die Autorin auf, dass vor einfachen Schuldzuschreibungen in sozialen Netzwerken zu warnen sei. Die Studien zeigen, dass Medien allein bestenfalls bestehende Einstellungen oder Neigungen verstärken können. Als alleiniger Auslöser kommen sie nicht in Frage. Ungleich wichtiger sind individuelle Eigenschaften und soziale Phänomene wie dauerhafte Frustration, Überforderung, Einsamkeitsgefühle und ein schwieriges familiäres oder soziales Umfeld.

Kapitel 3) Meinungsfreiheit im Internet und soziale Regeln

Artikel 5 des Grundgesetzes „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern (…)“.
Das Grundgesetz sieht diese Meinungsfeiheit vor. Die gleichen Regeln, die im Gespräch, in der Zeitung oder auf anderen Portalen herrschen, haben auch im Internet Bestand. Den Freiräumen stehen allerdings auch Grenzen gegenüber, zum Beispiel beim Schutz der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre. Dabei vertritt das Verfassungsgericht die Auffassung, dass die Meinung weniger eine Tatsachenbehauptung ist als „die im Werturteil zum Ausdruck kommende eigene Stellungnahme des Redenden, durch die er auf andere wirken will“.
Sie darf nicht beleidigend sein und andere Personen nicht in ihrer Würde herabsetzen. Zu allgemeinen Einschränkungen der Meinungsäußerungsfreiheit zählen beispielsweise:

• ehrverletzende Beleidigungen oder Verleumdungen,
• übermäßige Kritik an eigenen oder ausländischen höchsten Staatsvertretern,
• Verstoß gegen die Sittlichkeit und den Jugendschutz,
• Verstoß gegen die öffentliche Sicherheit,
• der unlautere Wettbewerb durch Herabsetzung der Ware oder Dienstleistung eines Konkurrenten.
Soziale Netzwerke haben ein „virtuelles Hausrecht“ (vgl. Landgericht München I, Urteil v. 25.10.2006 – Az.: 30 O 11973/05). Demnach dürfen sie Inhalte löschen, die nicht ihren Nutzerbedingeungen entsprechen, schreibt der Rechtsanwalt C. Ulbricht.
Durch die aktuelle Hetze gegen Flüchtlinge in den sozialen Medien wurde oft die Frage gestellt, warum zum Beispiel Facebook solche Inhalte nicht löscht.
Facebook äußert sich dazu etwas vage. Welche Inhalte Facebook lösche und welche nicht, sei nicht eindeutig.
Es gäbe ein internes Dokument mit dem Namen „Abuse Standards 6.1.“. in diesem sei niedergeschrieben, welche Inhalte Facebook für bedenklich hält bzw. welche Inhalte in welcher Form gelöscht werden sollen.
Des Weiteren erklärt C. Ulbricht, dass darunter die US-amerikanischen Standards fallen, die bei Nacktheit strenge Maßstäbe anlegen, bei gewissen gewalttätigen Bildern und Videos bzw. rechtsradikalen Inhalten hingegen nicht den strengeren Vorgaben in Deutschland entsprechen.

In unserem Seminar haben wir einen Text bearbeitet, in dem es um ungeschriebene  Regeln in sozialen Netzwerken geht. Der Autor Jan–Hinrik Schmidt schreibt in seinem Buch „Social Media“, dass die Nutzungsweise an gewisse Erwartungen gekoppelt ist, die die Menschen teilen. Diese bleiben unausgesprochen, bis jemand dagegen verstößt. Dies führt zu einer Debatte führt über die bestehenden Normen (Schmidt 2013:39).
Diese These führte mich zu meiner nächsten Frage: Wie sollen Kinder und Jugendliche auf Hetz-Aussagen, welche die bestehenden Normen verletzen, reagieren?

Kapitel 4) Welche Kompetenzen sollten die Kinder und Jugendliche erwerben, um souverän auf Regelverstöße im Internet zu reagieren?

Die aufkommende Kommentarfunktion, die ich bereits beschrieben habe, und die daraus resultierende Diskussionskultur schlägt bei vielen Themen über die Grenzen. Nicht selten entsteht daraus „Shitstorm“ (Schmidt 2013:54). Diese ausartenden Diskussionen sind oft an Menschen gerichtet, die in der Öffentlichkeit stehen und sorgen für Schlagzeilen. Auf der anderen Seite richten sich diese aber auch gegen „normale“ Menschen im Netz. Es handelt sich um Vorwüfe, Skandale werden verbreitet und Empörungen und Beschimpfungen spitzen sich zu. Es scheint zu einer gesellschaftlichen Herausforderung geworden zu sein, diesen „Shitstorm“ nicht entstehen zu lassen. Viele der Betroffenen ziehen den Stecker oder löschen ihren Account.
Die jüngste Hasswelle im Netz ging gegen die Flüchtlinge. Es wurde gepöbelt und beleidigt und kaum noch sachlich diskutiert. In einem Artikel in der NOZ berichtete, Hubertus Gersdorf Professor für Kommunikationsrecht, über dieses Thema. Die Menschen können sich oft nicht mehr im Ton beherrschen und durch die Echtzeitunterhaltungen im Netz denken viele nicht mehr über ihr Geschriebenes nach. Des Weiteren sagt er, dass Kinder und Jugendliche leichter zu belehren seien, wie die Nutzer sich korrekt im Internet verhalten zu haben. Außerdem gehe die Hetzte oft von männlichen Nutzern über 50 Jahre aus, die ihren Frust rauslassen. Ein weiterer Blogger, Timo Hermann, wurde in dem Artikel erwähnt. Er sagt, viele Nutzer fühlen sich durch ihre Anonymität im Netz in Sicherheit und fühlen sich dadurch frei, das zu schreiben, was sie denken, auch wenn sie damit gegen gesellschaftliche Regeln verstoßen würden und die Persönlichkeit des anderen damit angegriffen würde. Sascha Lobo, ein Blogger und Autor, beschreibt in seinem Blogeintrag, dass die Entstehung von Hasswellen daraus resultieren würden, weil die Nutzer mit der Freiheit im Netz noch nicht umgehen können. In einer Kolumne beleuchtet Sascha Lobo den Zusammenhang von Online-Hetzen und Gewalttaten. Seine Frage lautet: Sind es nur Worte im Netz oder führen diese Worte zu Gewalt? Für ihn gibt es einen klaren Zusammenhang. Bei der Online-Hetze fänden sich Gleichgesinnte und außerdem ein Zusammenhalt. Diese Gruppe , die sich durch Hass zusammenschließt, kann zu einem Mob führen. Eine Statistik, die von der Hetze im Netz bis zur körperlichen Gewalt führt, führt die Justiz bisher nicht.
Für mich entstanden beim Lesen dieser Artikel Fragen: Wie sollen Kinder und Jugendliche aufgeklärt werden, damit sie sich nicht von der Meinungsmache anderer mitreißen lassen? „Counter Speech“ ist die Antwort von Sascha Lobo. Die Gegenrede solle nicht mit „hasserfüllten Worten“ zurückschlagen, sondern eine „kraftvolle Gegenposition“ aufzeigen.
Das klingt für mich vorbildlich.  Dennoch stelle ich es mir für Kinder und Jugendliche als eine anspruchsvolle Aufgabe vor, die allein nur schwer zu bewältigen ist. In der Gruppe oder zusammen mit der Klasse und mit Unterstützung von Erwachsenen fühlen sich die Jugendlichen stärker und trauen sich eher, sich gegen Hass im Netz einzusetzten.
Eine eindeutige Antwort auf die Frage, die ich mir stellte, welche Kompetenzen Kinder und Jugendliche benötigen, um sich im Netz an die gesellschaftlichen Regeln halten zu können, habe ich für mich nicht genug beantworten können. Auf der einen Seite wird gesagt, dass Kinder und Jugendlich leicht zu belehren seinen, um das richtige Verhalten im Netz zu erlernen. Aber auf der anderen Seite sind Jugendliche sehr anfällig, sich mitreißen zu lassen und stellen sich wahrscheinlich nicht gegen die Meinung des Umfeldes. Viele sehen darin kein medientechnisches Problem, weil es schon immer Propaganda gab. Früher fand diese auf der Straße statt, heutzutage im Internet und in den sozialen Netzwerken. Ich glaube, dass durch die schnelle Verbreitung im Netz und die größere Reichweite heutzutage, es sehr wohl ein medientechnisches Problem ist. Kinder und Jugendliche müssen einen korrekten und aufgeklärten Umgang mit dem Internet erlernen müssen. Dafür sehe ich die Eltern, die Schule und andere Einrichtungen in der Pflicht, die Kinder und Jugendliche über die mediale Aufklärung und über Fremdenfeindlichkeit aufzuklären und Propaganda aufzudecken.
Mediencoach Kristin Langer (2015) sagt zu diesem Thema: “Medien sozialisieren Kinder, prägen Einstellungen und ihr Verhalten. Deshalb ist es wichtig, dass Eltern ihre Kinder aktiv im Netz begleiten, über rechte Parolen und Zeichen aufklären und bei Problemen ein offenes Ohr haben. So hat das Kind genügend Vertrauen, sich mitzuteilen, wenn es auf ungeeignete Inhalte oder Personen im Netz trifft. Erfahren Eltern, dass ihr Kind mit fremdenfeindlichen Beiträgen konfrontiert wurde, sollten sie sich diese zeigen lassen, darüber sprechen und diese melden. Ein kritischer Blick hilft, rechte Propaganda zu entlarven und sich dagegen zu wehren“.
M. Bourichter (2015) fasste die Kompetenzen für Kinder wie folgt zusammen:
Quellen kritisch prüfen (Artikel und Beiträge prüfen. Wer hat diese verfasst? Wer schickt Freundschaftsanfragen, ist diese Person bekannt?)
Propaganda entlarven ( Infomationen in den Beiträgen überprüfen, nicht alles glauben was gepostet wird)
Hassparolen melden (www.jugendschutz.net, www.internet-beschwerdestelle.de)
Informieren und thematisieren ( www.online-beratung-gegen-rechtsextremismus.de, www.hass-im-netz.info oder www.netz-gegen-nazis.de)
Sensibilisieren und schützen (Distanz bewahren von gefährden Inhalten und Personen, keine Personendaten oder private Informationen veröffentlichen, so werden Rückschlüsse auf die Person vermieden und Bedrohung verhindert)

Kapitel 5) Resümee

Eine eindeutige Antwort auf die Frage die ich mir stellte, welche Kompetenzen Kinder und Jugendliche benötigen, um sich im Netz an die gesellschaftlichen Regeln halten zu können und welche Verantwortung die sozialen Netzwerke den Kindern und Jugendlichen gegenüber haben, ist nicht eindeutig zu definieren. Auf der einen Seite wird gesagt, dass Kinder und Jugendliche leicht zu belehren seien, um das richtige Verhalten im Netz zu erlernen. Aber auf der anderen Seite sind Jugendliche sehr anfällig, sich mitreißen zu lassen und sich evtentuell gegen die Meinung des Umfeldes zu stellen. Viele sehen darin kein medientechnisches Problem, weil es Propaganda schon immer gab. Früher fand diese auf der Straße statt, heutzutage im Internet und in den sozialen Netzwerken. Ich bin der Meinung, dass durch die schnellere Verbreitung im Netz und die größere Reichweite heutzutage, es sehr wohl ein medientechnisches Problem ist und Kinder und Jugendliche einen richtigen und aufgeklärten Umgang mit dem Internet erlernen müssen. Dafür sehe ich die Eltern, Schule und andere Einrichtungen in der Pflicjht, die Kinder und Jugendlichen über die mediale Aufklärung und über Fremdenfeindlichkeit aufzuklären und Propaganda aufzudecken.
Interessant war für mich zu erfahren, dass Medien als Meinungsverstärker eingesetzt werden, aber dass die wenigsten aufgrund dieser ihre Meinung ändern. Ein großer Bestandteil der Fremdenfeindlichkeit im Netz sehe ich in der Anonymität. Diese ist einerseits sinnvoll und schützt den Nutzer, aber anderseits handeln viele dadurch nicht mehr verantwortungsvoll, weil ihnen keine Konsequenzen drohen. Dies sehe ich vor allem bei Kindern und Jugendlichen als einen wichtigen Punkt. Zum einen müssen sie lernen, keine Daten im Internet über sich preiszugeben, aber zum anderen müssen sich auch lernen, verantwortungs- und respektvoll mit dieser „Freiheit im Netz“ umzugehen. Diese Balance zu erreichen, sehe ich als eine große Herausforderung an, vor allem wenn die sozialen Netzwerke voller unüberlegeter Aussagen sind und die Kinder und Jugendlichen diese lesen. Um als Vorbild im Netz zu wirken, sollte jeder wieder reflektieren, was er postet, kommentiert oder hochlädt. Es sind nicht nur Erwachsene, die unsere Beiträge lesen, sondern auch Kinder und Jugendliche. Das Eintrittsalter wird immer niedriger, die Kinder geben ein falsches Alter an, um sich einen Account einrichten zu können. Das erforderliche Mindesalter liegt bei 13 Jahren (vgl. welt.de 2012). Soziale Netzwerke sollen dazu dienen, sich auszutasuchen und seine Meinung frei äußern zu können. Allerdings sollten sich alle Nutzerdarüber bewusst sein, welches Publikum und welche Leser sie haben und sich dementsprechend im Netz verhalten. Soziale Netzwerke haben aus meiner Sicht ihren Nutzern gegenüber eine Verantwortung. Den Nutzern werden Freiheiten eingeräumt ihre Meinung äußern zu können. Dies sollten die Nutzer nicht missbrauchen, um Hetze oder Beleidigungen zu verbreiten. Außerdem sollten sich die sozialen Netzwerke mehr in der Verantwortung sehen, die Beiträge und Seiten zu überprüfen, auch wenn einige von ihnen sich nach der amerikanischen Rechtslage richten. Die Nutzer tragen auch für ihr eine Verantwortung, dass sich der Inhalt der sozialen Netzwerke an die gesellschaftlichen Normen hält. Dazu ist auch, wie in meinem ersten Artikel beschrieben, eine solide Medienausbildung für die Lehrer notwendig, um mit den Kindern und Jugendlichen einen Umgang im und mit dem Internet zu erarbeiten.

Soziale Netzwerke basieren auf einer grundlegenden positiven Idee: Der gegenseitige Austausch und das Vertreten seiner eigenen Meinung werden gefördert. Auch das Interesse, an Diskussionen über politische Fragen teilzunehmen, sehe ich als gewinnbringend, vor allem für die Jugendlichen, die für solche Themen sonst schwer zu erreichen sind. Deshalb sehe ich jeden einzelnen Nutzer in der Verantwortung, diese positiven Entwicklungen von sozialen Netzwerken nicht zu missbrauchen, sondern sich in einer angemessenen Art zu unterhalten, zu diskutieren und trotz anderer Meinungen nicht verletztend zu werden.

Literaturverzeichnis:

Literatur:

Schmidt, Jan-Hinrik. (2013). Social Media. Wiesbaden: Springer Fachmedien.

Internetquellen:

Baumann, Eva. Maurer, Marcus. Quandt, Thorsten. Schweiger, Wolfgang: “Wie Medien genutzt werden und was sie bewirken“ unter http://www.bpb.de/izpb/7543/wie-medien-genutzt-werden-und-was-sie-bewirken?p=all (abgerufen am 04.09.2015)

Bourichter, Mark: „Rechte Hetzte im Netz. Ein Ratgeber für Eltern“ unter http://www.daddylicious.de/rechte-hetze-im-netz-ein-ratgeber-fuer-eltern/ (abgerufen am 10.09.2015)

Kausch, Jana: „Medienbildung an deutschen Schulen“ unter http://www.initiatived21.de/portfolio/medienbildung_an_deutschen_schulen/ (abgerufen am 06.09.2015)

Ulbricht, Carsten: „Zensur bei Facebook? Nutzungsbedingungen in Sozialen Medien und Reichweite des virtuellen Hausrechts“ unter http://www.rechtzweinull.de/archives/840-Zensur-bei-Facebook-Reichweite-des-virtuellen-Hausrechts.html (abgerufen am 09.09.2015)

Autor unbekannt: „Facebook für Kinder ist ein heißes Eisen“ unter http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/computer_nt/article106414447/Facebook-fuer-Kinder-unter-13-ist-ein-heisses-Eisen.html (abgerufen am 03.09.2015)

Erklärung
„Hiermit erkläre ich, dass ich die vorliegende Hausarbeit selbständig verfasst und keine anderen als die angegebenen Hilfsmittel benutzt habe.
Die Stellen der Hausarbeit, die anderen Quellen im Wortlaut oder dem Sinn nach entnommen wurden, sind durch Angaben der Herkunft kenntlich gemacht.“
Hamburg den 30.09.2015,

Marieke Koch

Medienkompetenz nicht in ein eigenes Schulfach abschieben

…die Medienkompetenz als Teil allgemeiner Bildung verstehen, in die Wertfragen integriert sind. Die im Impulspapier vorgeschlagene Einrichtung des Schulfaches „Medienpädagogik“ greift vor diesem Hintergrund schlicht zu kurz Medienpädagogik, mithin die Förderung von kommunikativer, letztlich gar von Alltagskompetenz, sollte nicht in ein eigenes Fach abgeschoben und damit „ghettoisiert“ werden. Damit könnte die Gefahr verbunden sein…

Communicatio Socialis 44 (2011),
Nr.4:434–440
.

Keine Bildung ohne Medien

Medien sind ein fester Bestandteil des Alltags der Menschen. Die Nutzer sind nicht nur Erwachsene, sondern die Mehrheit der Kinder und Jugendlichen nutzen die neuen Medien. Die Innitative Keine Bildung ohne Medien, reagiert auf die veränderte Mediengesellschaft und fordert Veränderungen in der Medienpädagogig.

1)Grundbildung Medien für alle pädagogischen Fachkräfte: Um mit Medien eigenständig, sozial verantwortlich und kreativ umgehen, sie verstehen und verwenden, Inhalte gestalten und Informationen bewerten zu können, sind dauerhafte Angebote der Medienbildung notwendig, die verbindlich in die Bildungsstrukturen eingebunden werden. Grundlage dafür ist die Qualifizierung pädagogischer Fachkräfte im Bereich Medienkompetenz und medienpädagogischer Kompetenz.

1a) Grundbildung in Medienpädagogig soll in allen pädagogischen Studien- und Ausbildungsgängen verpflichtend und prüfungsrelevant sein

1b) Ist Zustand des Medienwissens messen und daraus Weiterbildung entwickeln

1c) Medienbildung in den KMKs verankern

1d) ständige Fort- und Weiterbildung

1e) medienpäd. Fachkräfte für die Aus- und Weiterbildung und Ausbau der medienpädagogischen Forschung.

2) Medienbildung in frühkindlicher Bildung und Schule, in außerschulischen Bildungsangeboten und bei der Inklusion von Menschen mit Behinderungen

3) Medienpädagogische Elternarbeit besonders in bildungsbenachteiligten Milieus

4) Regelfinanzierung medienpädagogischer Angebote

5) Ausbau und Förderung medienpädagogischer Netzwerke

Forderungen:

  • Medienkompetenz für alle Schüler, besonders für Schüler mit Migrationshintergrund oder bildungsbenachteiligten Milieus (Stärkere Einbindung der außerschulischen Einrichtungen)
  • Mehr Förderung
  • Verstärkung der Mediensozialisationsforschung und der medienpädagogischen Begleit- und Praxisforschung

Kritik:

  • Manifest: keine Verankerung der Medien sondern vielmehr um eine Verankerung der Medienpädagogik in den verschiedenen Bildungsbereichen
  •  der gesamte Kongress hat die Heilsversprechen seines Mottos nicht eingelöst. Alle Referenten hatten die Forderung nach einem Unterrichtsfach Medienkompetenz im Kopf und weniger die Durchdringung von Bildungsprozessen durch Medien. Die damit einhergehende entnüchternde Perturbation(Störung) ist bei mir schnell mit Kongressbeschimpfung kompensiert worden.
  •  viel zu schnell von einem Konsens des Manifestes ausgegangen, statt darüber zu streiten, was sich an der Profession des Medienpädagogen im digitlen Zeitalter ändern muss.
  •  politische Forderungen formulieren, das ist vor diesem Hintergrund schier unmöglich gewesen.

Medien werden von Medienpädagogen immer noch als Werkzeuge und nicht als ein den Alltag vollends durchdringendes Medium begriffen. Um den Leitmedienwechsel aber vollziehen zu können, müssen die Medienpädagogen die digitalen Medien adaptieren und sich nicht vor ihnen in Sicherheit bringen.

Medienpädagogen müssen die emanzipatorischen Potentiale der Medien aufspüren um sich dialogisch einem neuen Medienbegriff aneignen zu können.

Eigene Meinung:

Ich unterstütze das medienpädagogische Manifest. Ich stimme den Forderungen und Zielen zu. Gerade in der heutigen Zeit, ist es wichtig ein kompetentes Medienverständnis zu haben um es an seine Schüler weitertransportieren zu können. Unterstützen möchte ich den Punkt, Medienpädagogik als Grundlage in pädagogischen Studien-  und Ausbildungsgängen verpflichtend zu verankern. Durch das Seminar „Medien“ habe ich mich mit diesem Thema beschäftigt und mir aus einem anderen Blickwinkel Gedanken zu dem Thema Medienkompetenzen gemacht. Aus meiner Sicht ist es sehr wichtig sich mit diesem Thema zu beschäftigen und sich zu verdeutlichen, wie relevat und nachhaltig dieses Thema ist. Es wird keine Modeerscheinung sein, sondern sich immer weiterentwickeln. Deshalb ist die For-t und Weiterbildung unumgänglich und wichtig für das Verständnis der Schüler gegenüber.

 

 

 

 

 

Medienöffentlichkeit und Journalismus

Den „Wandel von Medienöffentlichkeit“ behandelt das vierte Kapitel und führt das Konzept der „vernetzten Öffentlichkeit“ ein

„Soziale Medien schaffen somit ‚vernetzte Öffentlichkeit‘ in dreifacher Hinsicht: Sie beruhen technisch gesehen auf vernetzten Computern, in sozialer Hinsicht auf Beziehungsnetzwerken zwischen Menschen, die wiederum miteinander verknüpfte Informationsströme teilen“ (S. 52).

Zu Beginn des Textes wird der Begiff der Medienöffentlichkeit erklärt. Diese hat eine größere Reichweite als andere Öffentlichkeiten und entsteht mit Hilfe von Massenmedien (Rundfunk und Printmedien). Diese geben der Medienöffentlichkeit eine Stabilität. Sie hat für die Menschen die Aufgabe, sich in der Welt orientieren zu können und das gemeinsame Wissen der Gesellschaft (Zusammenhalt) bereitzustellen. (Welche Themen sind gerade in der Öffentlichkeit?) Daraus folgen drei Funktionen von Öffentlichkeit:

Themensetzung

Kritik und Kontrolle (Bericht über Ereignisse, die sonst nicht an die Öffentlichkeit gelangen würden)

Forum für Diskussionen (Leser können ihre Meinungen äußern)

Kritik: Informationsfluss ist nur einseitig (Sender-Empfänger).

Durch das Internet fühlen sich viele Journalisten überrannt vom Bürgerjournalismus, da jeder Nutzer im Internet Informationen veröffentlichen darf. Allerdings ist dies unbegründet, denn die Menschen, die etwas veröffentlichen, haben ein anderes Ziel als die Journalisten. Die persönliche Öffentlichkeit filtert ihre Informationen nach persönlichen Kriterien (Vorlieben, Interessen des Schreibers). Sie hat andere Ziele wie Konversation und Austausch. Auch die Form ist eine andere (oft in geschriebener Sprache, Umgangssprache, Slang). Der Journalismus ist dagegen von der faktischen Wahrheit geprägt, in der persönlichen Öffentlichkeit ist es die Wahrhaftigkeit; die Nutzer sollen authentisch sein.

Desweiteren sind die technischen Programme sehr wichtig, mit denen die Informationsfülle des Internets erschlossen wird. Betreiber von Suchmaschinen legen fest, welche Quellen erfasst werden. Sie bestimmen den zugänglichen Ausschnitt der Welt und sie bestimmen, wie die Themen dargestellt werden. Hierzu zählt der Aspekt der Relevanz-Verlinkungen.

Um die Informationsfülle beherrschbar zu machen, bekommen Menschen nur die Informationen ihrer Kontakte. Die Beiträge sind nach Aktualität sortiert. Diese kommen nicht alle auf einmal zu einem gewissen Zeitpunkt (wie die Tagenthemen), sondern kontinuierlich und dauerhaft. Das Echtzeitweb beschreibt, was im Umfeld gerade passiert.

Die Öffentlichkeit der sozialen Medien ist verbunden aus sozialen Netzwerken und Informationen (Hyperlink). Das Knüpfen und Pflegen von Kontakten ist ein Element des Informationsmanagements. Über einen Kontakt abonniert man deren persönliche Öffentlichkeit. Daraus folgt die vernetzte Öffentlichkeit:

vernetzte Computer (technisch)

Beziehungsnetzwerke (sozial)

teilen miteinander verknüpfte Informationsströme

Journalistische Inhalte sind, durch Nachrichten auf Facebook oder Spiegel Online mit eingebunden. Nutzer verbreiten Artikel weiter und teilen diese. Dadurch wird eine große Anzahl von Menschen erreicht (viraten Effekt) und genau das ist gewünscht.

Neu ist die Anschlusskommunikation, die sich die Journalisten zum Vorteil machen können. Menschen reagieren auf Artikel (kommentieren, kritisieren, usw.) Journalisten können darauf eingehen, sich in die Diskussionen einklinken, Kommentare beantworten und Dinge richtig stellen. Daraus entwickelten sich ganz neue Arbeitsplätze. Es ist wichtig, dem Publikum zu folgen, mit ihnen zu kommunizieren und sie kennenzulernen. Damit erfüllt der Journalismus eine wichtige Aufgab: Raum für Disskussionen und konstruktiven Streit schaffen. Dabei zeigt sich, dass soziale Medien die traditionellen Medien nicht etwa überflüssig machen, sondern den Journalismus im klassischen Sinne bei dessen Hauptfunktionen unterstützen können.

Selbstdarstellung in Sozialen Netzwerken: Macht das Netz uns zu Lügnern?

Ein Web-Video, das sich mit der Eigen-PR in beschäftigt, wirft erneut die Fragen auf: Wie ehrlich sind wir wirklich? Und werden wir im zu Selbstdarstellern? Die von Andreas Weck.

Selbstdarstellung in Sozialen Netzwerken: Macht das Netz uns zu Lügnern? [Kolumne]
Selbstdarstellung in Sozialen Netzwerken. (Screenshot: YouTube)Whats on´your mind? https://www.youtube.com/watch?v=QxVZYiJKl1Y
Marken und Unternehmen haben es vorgemacht, viele von uns machen es inzwischen nach: Die Inszenierung des eigenen Ichs in Sozialen Netzwerken wird mehr und mehr perfektioniert. Möglichst cool und witzig, möglichst originell und gut drauf….
http://t3n.de/news/selbstdarstellung-soziale-netzwerke-554103/

Aufgabe Selbstdarstellung und Privatsphäre in sozialen Medien

Exzerpt
Selbstdarstellung und Privatsphäre in sozialen Medien

Der Großteil der Menschen nutzt die sozialen Medien um ihre Interessen, Erlebnisse und Meinungen mit anderen zu teilen. Entstehung eines neuen Typ von Öffentlichkeit und neues Verständnis von Privatsphäre (persönliche Öffentlichkeit). In sozialen Netzwerke ist die Reichweite der Leser unseren persönlichen Mitteilungen schwer einzuschätzen.
Grenzen Privatsphäre und Öffentlichkeit: technische Mittel, soziale Normen, Verhaltensweisen
Persönliche Öffentlichkeit: über die sozialen Medien ist es leicht Informationen weiterzugeben, die Verbreitung ist nicht mehr an technische Hürden gekoppelt. S. 25
Nutzer schaffen sich ihre eigene persönliche Öffentlichkeit.
 Andere Auswahlkriterien (abhängig von der persönlichen Relevanz) jeder Nutzer entscheidet selbst was er wann und wo teilt
 Zielpublikum ist nicht wie bei Nachrichtenportalen die breite Masse, sondern das soziale Netzwerk (Freunde, Familie, Kollegen) Kontakte bei Facebook sind häufig auch die die man über das Echte Leben kennt
 Kommunikationsmodus Warum teile ich diese Informationen? Nicht weil es von gesellschaftlicher Relevanz ist, sondern um Lob, Kommentare und Anerkennung zu bekommen. In Austausch treten. Senden-Empfangen
Informationen von persönlicher Relevanz für das soziale Netzwerk zugänglich machen. Soziale Beziehungen pflegen. Soziale Medien ermöglichen persönliche Öffentlichkeit.
Selbstdarstellung und vorgestelltes Publikum: neuer Typ von Öffentlichkeit auf Grundlage der sozialen Medien. In denen ist es eine Voraussetzung Informationen über die eigene Person preiszugeben und mit den anderen in Kontakt zu bleiben. Authentisch sein, keine Identität vortäuschen. Pflicht sich mit seinem richtigen Namen zu registrieren.
Wie man im sozialen Netzwerk auftritt richtet sich nach den Erwartungen der anderen. Was schreibe ich auf meine Profilseite? Welche Informationen sollten nur Freunde sehen? (Management von Eindrücken) Unterschiedliche soziale Rollen: Berufliche Plattform, Seriöser Auftritt, Herausstellung von Qualifikationen….in privaten würde dies lächerlich wirken.
Eigene Identität wer bin ich? Wer möchte ich sein? Wichtig dafür das soziale Umfeld, spiegelt das Verhalten ( Wie wirke ich?) zurück durch loben oder Kritik -soziale Signale- .
Wo Privatsphäre beginnt, muss jeder für sich selbst entscheiden (ändert sich im Laufe des Lebens)- beginnt dort wo ich die Kontrolle darüber habe, welche Informationen über mich weitergeben werden. Schützen durch Grenzen: Nicht jedem bestimmte Informationen geben
Die kommunikative Architektur sozialer Medien: technische Gestaltungen kann Grenzen ziehen.
 Persistent dauerhaft gespeichert
 Kopierbar
 Unbegrenzte Reichweite (beliebig Skalierbar)
 Durchsuchbar ( Google Suchmaschine)
Wer die Informationen liest ist nicht sichtbar, nicht jeder Leser hinterlässt ein Kommentar
Privates Profil= Facebook
Beruflich= Twitter
Politisches Forum= Aktivitäten
Trennung der Unterschiedlichen Rollen
Technische Lösungen und soziale Normen: Vorstellungen von Privatsphäre muss neu gedacht werden. Vorteile in den Vordergrund stellen
Durch technische Vorrichtungen Einstellungen von Informationen steuern „nur für Freunde“, Passwortabfrage bei Blogs—Kontakte ständig neu sortieren–
Forderung auf Recht zu Vergessen/ digitales Radiergummi/ Verfallsdatum für persönliche Daten
Soziale Regeln: sind unausgesprochen, aber jeder hat sich daran zu halten. Es gibt sonst sofort Debatten über das nicht gemäße Verhalten
Für Jugendliche nicht alle Fotos online stellen, spätere Chefs könnten diese sehen—neue Geheimsprache unter den Jugendlichen—
Telefonieren in der Öffentlichkeit wir d akzeptiert (Ausnahmen in Restaurants, Ruhewagons, wenn es das soziale Miteinander stört
Ausblick: Es wird normal werden, privates im Internet zu sehen. Wer sich von all dem fern hält wird als sonderlich bezeichnet—aber auch akzeptiert—
Grenzen werden neu gezogen Privatsphäre und Öffentlichkeit

 

Gedanken: Facebook Freunde = Freunde aus dem Echtem Leben? Manche haben über tausend Kontakte??? Und definieren sich über eine hohe Anzahl von Kontakten, obwohl sie diese Personen nicht aus dem wahrem Leben kennen

Schreiben wir wirklich die Wahrheit, oder das was die Leser von uns erwarten, das womit man am meisten Aufmerksamkeit erregen kann? Überteiben wir nicht beim teilen von Informationen und diese besonders aufregend und lustig erscheinen zu lassen. Ist es wirklich eine reine Selbstdarstellung oder eine Wunschdarstellung.

Finnland schafft Schulfächer ab

Finnland schafft Schulfächer abDas traurige Ende der nutzlosen Bildung

von Ferdinand Knauß

Pisa-Musterschüler Finnland will die herkömmlichen Schulfächer durch „Phänomene“ ersetzen. Das beraubt die Schüler der Chance auf Bildung jenseits des Nützlichen…