Geschützt: Abschlussreflexion

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„Keine Bildung ohne Medien!“

Die Initiative „Keine Bildung ohne Medien!“ (www.keine-bildung-ohne-medien.de) wurde 2009 auf der Grundlage des Medienpädagogischen Manifests gegründet. 2011 wurden die Forderungen des Manifests im Rahmen eines Kongresses noch einmal konkretisiert und in einer Broschüre niedergeschrieben.

Die Initiative ist der Ansicht, dass die neuen (digitalen) Medien viele neue Möglichkeiten innerhalb Lern- und Erfahrungsbereichen, für kulturelle und gesellschaftliche Teilhabe, für Identitätsbildung sowie neue Orientierungs- und Handlungsräume bieten würden, sie gleichzeitig aber auch Probleme mit sich bringen würden, zum Beispiel hinsichtlich des Umgangs mit persönlichen Daten. Aus diesem Grund setze ein kompetentes Handeln mit Medien entsprechende Kenntnisse voraus, zum Beispiel Wissen über die Grundlagen und Formen, Bewusstsein der kommunikativen und ökonomischen Bedeutung und die Fähigkeit zu sinnvollen und reflektierten Nutzung. Es habe bereits starke Fortschritte bezüglich der Forschung und der Verankerung der Medienpädagogik in die Bildung gegeben, allerdings fehle es noch an der nötigen Nachhaltigkeit, denn die mit den medientechnologischen Veränderungen im Zusammenhang stehende Entwicklung und Veränderung der Gesellschaft würden die Medienpädagogik vor neue Herausforderungen stellen und strukturelle Veränderungen nach sich ziehen.

Folgende zentrale Forderungen und Ziele hat die Initiative „Keine Bildung ohne Medien!“:

• Medienbildung in frühkindlicher Bildung und Schule, in außerschulischen Bildungsangeboten sowie bei der Inklusion von Menschen mit Behinderungen

• Schwerpunktsetzung für Heranwachsende aus Migrationskontexten und aus bildungsbenachteiligten Milieus sowie Förderung der Medienpädagogik im Kontext kultureller Bildung

• Medienpädagogische Programme in Einrichtungen der Elementarpädagogik sowie Jugend-, Familien- und Elternbildung

• Bildungsstandards für Medienkompetenz und die verbindliche Verankerung in den Curricula inklusive Evaluationsstudien und Programmen zur Qualitätssicherung

• Medienpädagogische Grundbildung als verbindlicher Bestandteil der Ausbildung von Erzieher/innen, Lehrer/innen und Sozialpädagogen/innen sowie der Ausbau medienpädagogischer Professuren und Lehrstühle als Voraussetzung

• Fortbildungsangebote für pädagogische Fachkräfte

• Regelfinanzierung medienpädagogischer Angebote

• Verstärkung der tiefreichenden Forschung in allgemeiner Medienforschung sowie der Medienpädagogik

Quellen:

http://www.keine-bildung-ohne-medien.de/

http://www.keine-bildung-ohne-medien.de/pages/medienpaed-manifest/

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Think before you post

Ein, wie ich finde, sehr interessantes Video über die Nutzung von sozialen Netzwerken und welche Auswirkungen, auch in der Realität, sie haben kann.

https://www.youtube.com/watch?v=nOUu1fldBbI

 

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Exzerpt „Selbstdarstellung und Privatsphäre in sozialen Medien“ von Jan-Hinrik Schmidt

In dem 3. Kapitel „Selbstdarstellung und Privatsphäre in sozialen Medien“ aus dem Buch „Social Media“ von Jan-Hinrik Schmidt aus dem Jahr 2013 geht es um die Nutzung der sozialen Medien wie Facebook oder Twitter in dessen Zuge die so genannte „persönliche Öffentlichkeit“ entsteht, welche Auswirkungen das auf unsere Vorstellung von Privatsphäre hat und welche Rolle technische Mittel, soziale Normen und Verhaltensweisen und deren Anpassung dabei spielen.

Soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter bieten die Möglichkeiten Informationen, Erlebnisse o. Ä. von sich selbst zu veröffentlichen sowie andere zu beobachten, Beiträge zu kommentieren usw. Daraus folge die Frage, ob den Menschen ihre Privatsphäre nichts mehr wert sei und warum Menschen bestimmte Erlebnisse überhaupt mit anderen teilen wollen. Diese Fragen möchte Schmidt in diesem Kapitel beantworten.

Er startet damit, dass in sozialen Netzwerken so genannte persönliche Öffentlichkeiten entstehen würden, in denen Informationen verbreitet würden und die sich von gesellschaftlichen Öffentlichkeiten unterscheiden würden, welche „von journalistischen Medien für Themen von breiter Relevanz geschaffen“ (S.28) würden. Die Merkmale dieser persönlichen Öffentlichkeiten seien erstens die persönliche Relevanz, also dass der Nutzer selbst entscheiden könne was er veröffentlichen und teilen möchte und was nicht, zweitens dass in der persönlichen Öffentlichkeit das eigene soziale Netzwerk das Zielpublikum sei, bestehend aus Freunden, Bekannten, Verwandten usw. sowie drittens, dass in der persönlichen Öffentlichkeit die Konversation der zentrale Motivationspunkt sei, also dass man Meinungen, Bekundungen etc. austauschen kann.

Desweiteren sei es so, um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen, dass Menschen, um in Kontakt zu bleiben mit ihrem Umfeld, Informationen von sich preisgeben müssen, denn sonst entstünden keine Konversationen. Damit gehe einher, dass innerhalb der sozialen Netzwerke „das Leitbild der Authentizität“ (S. 29) gelte, der Nutzer erwarte also, dass der andere „echte“ Werte von sich darstellt. Dies schließe allerdings nicht aus, dass die Nutzer sich in sozialen Netzwerken inszenieren, also zu gegebenen Anlässen in bestimmte Rollen schlüpfen. Der Nutzer möchte entsprechende Reaktionen auf das Zielpublikum auslösen, also entscheide er sich, bestimmte Informationen preiszugeben bzw. nicht preiszugeben.

Dabei wisse der Nutzer natürlich grob, wen er mit einem Post oder Tweet anspricht und wisse eben auch, dass darunter Personen aus verschiedenen Bekanntenkreisen sind. Deswegen sei es schwierig hier eine Balance zwischen den verschiedenen Erwartungen anderer zu finden und eine entsprechende Privatsphäre zu definieren. Der Nutzer könne im sozialen Netzwerk nicht mit Sicherheit kontrollieren wer Einblick in seine persönliche Angelegenheiten hat, also sei die Privatsphäre verletzt.

Als nächsten großen Unterpunkt thematisiert Schmidt die „Architektur“ sozialer Medien. Sie zeichne aus, dass Informationen dauerhaft abrufbar und jederzeit kopierbar seien, woraus folgt, dass die Reichweite von Fotos, Videos usw. unbegrenzt ist. Außerdem seien die sozialen Medien durchsuchbar, z.B. durch Google oder wenn der Nutzer während eines Events nach Kommentaren dazu auf Twitter sucht. Das habe positive Aspekte, ziehe aber gleichzeitig nach sich, dass es schwieriger werde, Grenzen zwischen Privatsphäre und Öffentlichkeit zu ziehen. Der Nutzer habe weniger Kontrolle über sein potenzielles Publikum, was ein Problem für die Selbstdarstellung bzw. -offenbarung bedeute.

Dazu gebe es technische Vorrichtungen wie z.B. „Privatsphäreeinstellungen“ oder Vorschläge wie ein Verfallsdatum von Fotos, Videos etc. oder klar definierte und abgetrennte Zielgruppen innerhalb eines sozialen Netzwerks. Diese seien allerdings mit Problemen behaftet und kaum umsetzbar und würden „ergänzt und eingerahmt“ (S. 39) durch soziale Regeln, Normen, Nutzungsweisen und Erwartungen, welche sich im Laufe der Zeit verändern.

In einer abschließenden Prognose schreibt Schmidt, dass es „in Zukunft gesellschaftlich akzeptiert sein wird, dass über einen Menschen private Dinge im Internet zu finden sind“ (S.41), dass es aber auch akzeptiert sein würde, kein persönliches Profil im Internet zu besitzen, um seine Privatsphäre zu schützen. Er kommt außerdem zu dem Ergebnis, dass die Privatsphäre zwar nicht verschwinde, aber „die Grenzen zwischen Privatsphäre und Öffentlichkeit neu gezogen“ (S.41) würden und wir mit veränderten sozialen Normen darauf reagieren würden.

Quelle: Jan-Hinrik Schmidt: „Social Media“ (2013), 3. Kapitel: „Selbstdarstellung und Privatsphäre in sozialen Medien“

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