Reflexion

Nach dem Feedbackgespräch haben sich offene Fragen für mich geklärt:

Es wird ein gemeinsames Portfolio geben, an dem wir im Unterricht arbeiten. Dort soll das Stück von den Einzelnen Schreibgruppen geschrieben werden und später wird über diese Seite die Vermarktung stattfinden. In der Schreibphase werden die SUS den anderen Gruppen über das Kommentar-System Feedback geben. Die genauen Feedbackregeln legen wir vorher fest.

Außerdem gibt es ein eigenes Portfolio, das jeder SUS für sich schreibt. Hier können sie ihren SChreibprozess und die Rollenfindung dakumentieren. Teile dieses Portfolios, wie die Rollenbiografie oder den Subtext sollen in jedem Portfolio zu finden sein und die Jugendlichen  präsentieren mir diese Ergebnisse/Zwischenenrgebnisse bei einem Einzelgespräch, indem ich Ihnen Feedback gebe. Darüber hinaus dürfen sie sich mit den Schwerpunkten beschäftigen, die sie interessieren: Kostüm, Technik, Bühne, Video, Programmheft, Fotos usw. Sie wählen ihr Schwerpunkte und arbeiten dazu selbstständig.

Bei der Benotung wird nicht das Portfolio direkt bewertet, sondern die SUS erläutern in einem Gespräch ihre Rollenfindung und praktische Arbeit am Stück. Hier präsentieren sie ihre konzeptionelle Arbeit, die ebenso wie das Spiel auf der Bühne in die Note einfließt. Bei der mündlichen Prüfung dürfen sie ihr Portfolio zur Unterstützung nehmen, um den Prozess darzustellen.

Portfoliokonzept Entwurf 1

Portfolio zu einer Stückentwicklung basierend auf dem Roman „Nichts, was im Leben wichtig ist“ von Janne Teller.

Vorraussetzungen:

Fach: Theater

Stundenanzahl: vierstündig

Stufe: S1/S2

Raum: Computerraum vorhanden

Schule: Gymnasium in Harburg

 

Planung der Portfolioarbeit

Was muss speziell bei einem ePortfolio bedacht werden?

-Ich muss bei einem Elternabend die Eltern informieren und Lösungen finden, falls einige Eltern vorbehalte gegen eine Veröffentlichung von Texten, Fotos und Videos von ihrem Kind haben.

-Ich muss mit dem Medienbeauftrageten über WordPress sprechen und herausfinden, wie die Schule es nutzen kann.

– Ich muss die sogenannte Computeroase für den vierstündigen Theater-Kurs reservieren.

Wie werden die SUS mit WordPress und Medienpädagogischen Fragen vertraut gemacht?

Dies kann in einem Workshop während des Unterrichts stattfinden. Da das Erlangen von Medienkompetenz in Hamburg nicht einem bestimmten Fach zugewiesen wird, aber andererseits Medienkomtetenz erwartet wird (siehe Medienpass), hat jede Lehrkraft die Möglichkeit dies in ihren Unterricht zu integrieren, auch die Theaterlehrerin.

Einge SUS werden sicher schneller mit WordPress vertraut sein als andere, so dass sie sich gegenseitig helfen können.

Wo können die SUS arbeiten?

Die SUS können sowohl in der Aula an ihren Texten erstmal handschriftlich schreiben, als auch in der Computeroase arbeiten. Da der Kurs nur aus 15 SUS besteht gibt es genügend Rechner für jede Zweiergruppe.

Einzelne Portfolios oder ein gemeinsames Portfolio?

Ich bin mir noch nicht sicher, ob die SUS grundsätzlich in einem Zweierteam arbeiten, allein oder ob die gesamte Gruppe in gemeinsames Portfolio haben soll. Dies wäre für das Marketing der Aufführung am sinnvollsten, andereseits wäre es aber für den individuellen Lernprozess besser alle SUS hätten ihr eigenes Portfolio.

Für welchen Zeitraum soll das Portfolio angelegt werden?

Die Portfolioarbeit wird den Unterricht über ein Schuljahr hinweg begleiten. Hierbei wird es verschiedene Phasen geben, in denen das Portfolio unterschiedlich in den Unterricht integriert werden soll.

Wie wird das Portfolio in den Unterricht integriert?

Phase 1: Zu Beginn des Schuljahres, wenn die einzelnen Szenen des Stückes geschrieben werden, wird die Portfolioarbeit im Unterricht stattfinden (Einheitsmodell): Die SUS bekommen in einer Zweiergruppe eine Szene zugeteilt, die sie gemeinsam schreiben sollen. Dies können sie überall im SChulgebäude tun, aber am Ende der vierten Stunde muss jeweils ein Ergebnis hochgeladen werden, das von den anderen während der Woche gelesen wird und kommentiert. So wird die Szene zu hause noch einmal überarbeitet und in der folgenden Woche im Plenum präsentiert.

Phase 2: Diese Phase wird nach dem Zentripatal-Modell ablaufen, die SUS schreiben zuhause z.B. Rollenbiografien, Subtexte zur Szene und Essays zu Themen wie Nihilismus, Gruppenzwang usw. Diese Arbeiten helfen ihnen in der praktischen Probenarbeit am Stück und können ausgewählt in den Unterricht eingebunden werden.

Außerdem sollen die SUS hier auch schon Material für die Marketingstrategie vorbereiten: Fotos, Videos, dramaturgische Material für den Zuschauer.

Phase 3: Gemeinsam wird ausgewählt, welche Produkte auf den verschiedenen Seiten am gelungendsten sind und in die Werbewebsite für das Stück sollen. Diese letzte Phase wird wieder im Unterricht stattfinden, weil hierbei die Absprachen sehr wichtig sind.

Welche Ziele verbinde ich mit der Portfolioarbeit?

Durch diese Mediendidaktische Arbeit möchte ich die SUS motivieren Verantwortung für alle Prozesse des Stückes zu übernehmen. Die Arbeit jedes Einzelnen ist wichtig für ein gutes gemeinsames Ergebnis am Ende. Das Blog-Format erleichtert es gemeinsam an den Texten zu arbeiten. Die Erstellung einer Werbeseite, die sie dann mit ihren Freunden verlinken können, um diese zur Premiere einzuladen, soll die SUS intrinsisch motivieren.

Wie kann die Portfolioarbeit bewertet werden?

Eine Form der Wertschätzung ist wichtig. Ich könnte eine Klausur über das Stück schreiben assen, in der die Portfolios genutzt werden dürfen. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass bei 4-stündigen Theaterkursen die intrinsiche Motivation bereits sehr hoch ist, der Wunsch ein gutes Stück zu schreiben und zu spielen ist größer, als eine gute Klausur zu schreiben. Insofern würde die Aussicht auf eine Hilfe bei der Klausur die ganzen Portfolio-Arbeit nach meinem Empfinden sehr klein machen. Da das Entwickeln einer Szene, das Schreiben der Rollenbiografie, Videodreh usw. natürlich Teil meiner Bewertung am Ende des Schuljahres ist, sehe ich das Problem der Bewertung ehrlich gesagt nicht so dramatisch. Ich werde mit den SUS gemeinsam meine Erwartungen besprechen, und was ich für eine gute Note erwarte. Aber wie gesagt, da die SUS die Portfolioarbeiten benötigen, um gut zu spielen und das Stück voran zubringen, gehe ich davon aus, dass sie das in erster Linie motivieren wird.

Planungsraster für Portfolioarbeit

Was muss speziell bei einem ePortfolio bedacht werden?

Die Eltern müssen eingeweiht werden, denn das ePortfolio lebt natürlich auch von seiner Öffentlichkeit und der Möglichkeit, die Arbeiten der anderen zu kommentieren. Die Eltern müssen verstehen, dass die SUS hier im praktischen Arbeitsprozess Medienkompetenzen erhalten.

Die Software muss vorhanden sein an der Schule oder angeschafft werden.

Die Arbeitssituation an Rechnern muss geklärt werden (Tablets, Computerraum, byod)

Wie werden die SUS mit WordPress und Medienpädagogischen Fragen vertraut gemacht?

Es stellt sich die Frage, welche Software die Schule zu Verfügung stellen kann. Die SUS müssen ausreichend Zeit haben, um die medialen Kompetenzen zu entwickeln (Fotos, Videos einbinden usw.). Außerdem müssen sie sich mit Fragen der Rechte, wie Recht am Bild usw. befassen.

Dies kann in einem Workshop während des Unterrichts stattfinden. Da das Erlangen von Medienkompetenz in Hamburg nicht einem bestimmten Fach zugewiesen wird, aber andererseits Medienkomtetenz erwartet wird (siehe Medienpass), hat jede Lehrkraft die Möglichkeit dies in ihren Unterricht zu integrieren.

Einge SUS werden sicher schneller mit WordPress vertraut sein als andere, so dass sie sich gegenseitig helfen können.

Wo können die SUS arbeiten?

Da es sich um ein ePortfolio handelt, werden Computer benötigt. Entweder findet der Unterricht in einem Computerraum statt oder an eigenen Geräten (bring your own device).

Für welchen Zeitraum soll das Portfolio angelegt werden?

Der Zeitraum ist abhängig von dem Ziel, das ich mit dem Portfolio verfolge. Es kann sich nur um eine Projektwoche handeln, um ein Halbjahr, ein ganzes Schuljahr. Dies hängt davon ab, ob nur ein einzelner Themenkomplex behandelt wird oder ein Lernprozess begleitet wird.

Wie wird das Portfolio in den Unterricht integriert?

Alle vier Modelle haben für bestimmte Unterrichtsziele ihre Vorteile. Man muss sich also genau überlegen, welches Ziel die Portfolio-Arbeit verfolgt, und davon abhängig überlegen, ob die Arbeit im Unterricht stattfinden soll (Einheitsmodell), oder ob sie evtl. auch komplett frei arbeiten sollen und der Lehrer nur als Coach funktioniert (Parallel-Modell). Vielleicht gibt es auch Mischformen, dass die Portfolioarbeit mit dem Einheitsmodell beginnt und man dann in eine Phase nach dem Zentripatal-Modell übergeht. So dass die SUS selbstständig arbeiten, abe rimmerwieder Elemente der Portfolios in den Unterricht integriert werden.

Welche Ziele können mit der Portfolioarbeit verbunden werden?

Die SUS können hier ihren Lernprozess begleiten, eigene Interessen vertiefen, in ihrem eigenen Lerntempo lernen. Außerdem wird eine Feedbackkultur eingeübt, ein produktives Zusammenarbeiten und Austauschen. Hinzu kommt bei einem ePortfolio das Erlangen von Medienkompetenz.

Wie kann die Portfolioarbeit bewertet werden?

Eine Form der Wertschätzung ist wichtig. Auf jeden Fall sollten die einzelnen Portfolios öffentlich präsentiert werden. Außerdem kann man überlegen, ob man die Portfolios als Hilfsmittel bei Klausuren und mündlichen Prüfungen zulässt. In manchen Fällen wird dies jedoch eine unbefriedigende Lösung sein. Die Lehrkraft sollte mit den SUS gemeinsam überlegen, wie ein Prozess- Portfolio bewertet werden kann und dabei trotzdem seinen Work-in-progress-Charakter behalten kann.

 

 

 

 

 

Analyse eines Portfolios über Trolle

http://www.portfolio-schule.de/go/doc/doc_download.cfm?0530DC0EAC5F44F28FBD07A983A96B10

Dieses Portfolio über Trolle entstand in der selbstständigen Portfolioarbeit zum Thema „Phantasiewesen“. Die Schülerin konnte in dieser Arbeit ihren Interessen nachgehen und eine Trollfamilie konzipieren. Es wurden verschiedene Sinne angesprochen, indem sowohl Texte geschrieben wurden, als auch künstlerische Produkte angefertigt wurden. Die Schülerin hat Methodenkompetenz gewonnen, indem sie ein gewähltes Thema von unterschiedlichen Seiten beleuchtet hat. In erster Linie wurde hier jedoch ihre Fachkompetenz im Schreiben verschiedener Textsorten ausgebildet. Durch diese Portfolioarbeit wurden Anreize für kreative Schreibaufgaben geschaffen.

Durch die Feedbackgespräche mit der Lehrerin konnte die Schülerin lernen ihre Arbeit selbst zu reflektieren.

Die Integration in den Unterricht: Es macht den Eindruck als hätte die Lehrerin sich für das Parallel- Modell oder das Einheitsmodell entschieden. Beides ist möglich. Fest steht, dass es zwei Feedbackgespräche gab, und dass die Schülerin allein gearbeitet hat. Ich vermute, dass das Einheitsmodell gewählt wurde, dass bedeutet, dass der gesamte Unterricht für die Erstellung des Portfolios genutzt werden durfte. Darauf schließe ich, weil das Portfolio sehr umfangreich ist und dies scheint mir für eine Hausarbeit in der 4. Klasse nicht angemessen. Die Schülerin scheint in der Abfolge ihrer Arbeitsschritte frei zu sein, was darauf hinweist, dass die Lehrerin nicht das Zentripetal-Modell angewendet hat, indem sie Elemente der Schüler-Portfolios punktuell in den Unterricht integrieren würde (Work-in-Progress-Sitzungen) ( Oswald Inglin). Dies könnte z.B. so aussehen, dass die Klasse über die Eigenschaft von Sachtexten spricht und dann ihre Texte schreibt, oder dass sie in einer Stunde ihre Phantasiewesen malen dürfen usw. Aber die Projektplanung der Schülerin weist nicht auf dieses Modell hin, bei dem sie durch die Lehrerin gelenkt wird. Sie scheint in ihrer Zeiteinteilung vollkommen frei gewesen zu sein.

Wie bereits anhand der vorigen Einträge herausgearbeitet wurde, stellt die Leistungbewertung ein Problem bei der Portfolioarbeit dar. Die Kinder möchten ihre Arbeit gern gewertschätzt wissen. Dies muss aber nicht durch Noten stattfinden. In diesem Fall gibt die Lehrerin dem Kind eine sehr ausführliche und wertschätzende Rückmeldung. Im Vorfeld sollte mit den Kindern genau besprochen werden, welche Ansprüche an ein ein gutes Portfolio gestellt werden. Durch die Aufgabenstellung der Lehrerin wird in diesem Fall bereits sehr klar, was die Lehrkraft erwartet.

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Ilse Brunner: So planen Sie Portfolioarbeit

10 Fragen, die weiterhelfen

Für welchen Zeitraum soll das Portfolio angelegt werden?

Portfolios könnenüber einen begrenzten Zeitraum geführt werden aber auch über einen langen Entwicklungszeitraum, wie z.B. ein SChuljahr oder die gesamte Grundschulzeit. Für ein erstes Portfolio sollte ein überschaubarer Zeitrahmen gewählt werden.

Wie soll das Portfolio in den Unterricht integriert werden?

Siehe die vier Anwendungsmöglichen Oswald Inglin.

Welche Ziele können mit der Portfolioarbeit verbunden werden?

Reflexion, Vertiefen, Vorstellungs-und Bewerbugsmappen

Mit welchen Grundhaltungen wird die Portfolioarbeit unterstützt?

Die Kinder ans selbstverantwortliche Lernen heranführen, Lernziele gemeinsam erarbeiten, die eigenen Talente herausarbeiten und fördern.

Nachhaltiges Verstehen durch Reflexion.

Bewertungskriterien aufstellen und Feedback geben lernen.

Wie sollte der Unterricht gestaltet sein?

-als offene Lernform

– Jahresplanung machen, dies kann ab der 3. Klasse mit den Kindern gemeinsam geschehen (anhand des Lehrplans werden Themen festgelegt)

– bei der Portfolioarbeit die von allen zu erreichenden Grobziele zu Beginn formulieren

Wie können Portfolios mit Noten beurteilt werden?

Portfolio als Alternative zum benoteten Unterricht? Viele SUS wünschen sich Noten für die engagierte Arbeit. Wenn man Portfolios bewertet, sollten die Kriterien für die unterschiedlichen Noten mit den SUS besprochen werden. Dies dient der Motivation und der Orientierung auch für Leistungsschwache SUS.

Wie können Kolleginnen, Schüler und Eltern auf die Arbeit mit Portfolios vorbereitet werden?

1. Konferenz, am Besten, man tut sich mit Kollegen zusammen

2.mit den SchülerInnen über die Grundhaltung der Portfolioarbeit zu sprechen

3. Eltern sollten auch mit einbezogen werden.

Wie sollen die Portfolios aussehen und wo werden sie untergebracht?

Portfolios werden von den SChülern hergestellt und sind in der SChule, der Rest ist von den jeweiligen Begebenheiten abhängig, z.B. Kisten, Ordner, Blogs.

Wie werden Portfoliogespräche geplant?

Reflektion während des Prozesses sind wichtig. Formblätter helfen bei der Selbsteinschätzung und bei Rückmeldungen. Die Reückmeldungen sollten auch innerhalb von Kleingruppen und mit den Eltern stattfinden.

Wie kann die anfängliche Portfoliobegeisterung der Schüler erhalten bleiben?

Ein Portfoliofest sollte die Leistung der SUS feiern. Außerdem sollten die Lehrkräfte alle SUS regelmäßig loben und motivieren.

 

 

Rahmenbedingungen und Modelle der Portfolioarbeit von Oswald Inglin

Portfolio-Arbeit muss wohlüberlegt und geplant sein, um erfolgreich funktionieren zu können.

Folgende Bildungziele werden laut Inglin mit dieser Methode abgedeckt:

-Fähigkeit zum selbstständigen kritischen Denken und Lernen.

-Fähigkeit, sich Zugang zu neue, Wissen zu erschließen.

-Entfaltung der Kommunikationsfähigkeit.

-Fähigkeit allein und in Gruppen zu arbeiten.

-Fähigkeit zum intuitiven, analogen und verentzten Denken.

Für eine Portfolioarbeit bietet sich Epochenunterricht, wie ihn die Waldorfschule hat, an, oder mehrere Kollegen schließen sich zusammen und nutzen ihre Stunden für die Projektarbeit. Diese fächerübergreifende Arbeit kann sehr fruchtbar für das Portfolio sein, indem z.B. literarische Themen in ihrem geschichtlichen und naturwissenschaftlichen Kontext betrachtet werden. Auf diese Weise begreifen die SUS die Zusammenhänge und erarbeiten sich einen tiefgreifenden Überblick.

Idealerweise steht den SUS ein Computerraum zu verfügung, in dem sie eigenständig an den Rechnern recherchieren und programmieren können. Weitere Räume für den Austausch und das Gestalten von Plakaten wären von Vorteil.

Die Bewertung des Portfolios stellt ein Problem dar. Die SUS erwarten Ziffernnoten, mit denen ihr Engagement und ihre Leistung bewertet wird, genau dies will das Portfolio-Konzept  nicht. Um diesen beiden gerecht zu werden, gibt es die Möglichkeit, dass man dass man das Portfolio als Grundlage für eine Klassenarbeit benutzen kann. Es gibt auch Versuche das Engagement bei der Erstellung des Portfolios zu bewerten.

Außerdem kann auch ein Anreiz durch die Präsentation der Portfolios geschaffen werden. Dies kann vor den MitschülerInnen geschehen oder auch in einem größeren Rahmen.

Im Vorfeld muss die Lehrkraft sich überlegen, wie die Portfolios in den Unterricht integriert werden sollen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten:

1. Das Parallel-Modell: Das Portfolio wird nicht in den Unterricht integriert. Dieses Modell kostet sowohl Lehrer als auch SUS viel Zeit und es fehlt die gegenseitige Befruchtung.

2. Das Zentrifugal-Modell: SUS behandeln aufgrund exemplarischer Unterrichtsinputs ihre eigenen Themen methodisch gleich oder ähnlich in ihren Portfolios.

3. Zentripetal-Modell: Die Lehrkraft integriert Elemente der Schüler-Portfolios punktuell in den Unterricht (Work-in-Progress-Sitzungen).

4. Einheits-Modell: Der ganze Unterricht dient der Erstellung und Auswertung der Schüler-Portfolios.

 

 

 

 

Essay

  • Was ist der Unterschied zwischen einem papierpasierten Portfolio und einem elektronischen Portfolio?
  • Warum und wie kann ePortfolioarbeit dazu beitragen, eine den aktuellen gesellschaftlichen und sozio-technologischen Herausforderungen angemessene Medienbildung zu fördern?
  • Was sehen Sie hier als wichtige Herausforderungen an und welche Kompetenzen sollten in einer digital geprägten Gesellschaft gefördert werden?

 

Bei einem papierbasierten Portfolio hat der Betrachter die Möglichkeit die Texte und Werke haptisch wahrzunehmen. Allerdings kann immer nur eine Person zur Zeit das Portfolio betrachten und diese muss persönlich anwesend sein. Ein e-Portfolio hingegen können viele Menschen gleichzeitig betrachten und außerdem kann man in seine Beiträge Videos und Fotos direkt einbetten. Bei einem papierbasierten Portfolio kann man zwar auch Fotos einbetten, die Qualität der Bilder hängt in dem Fall aber von den finanziellen Mitteln der Portfolio-Anlegerin ab. Bei einem e-Portfolio kann jeder unabhängig von finanziellen Möglichkeiten auf einem hohen Niveau arbeiten. Außerdem werden viele Schülerinnen durch den Einsatz der neuen Medien intrinsisch motiviert. Die Kommentarstruktur wäre zwar auch bei dem papierbasierten Portfolio möglich, allerdings hat sie bei dem e-Portfolio eine viel größere Reichweite, und Menschen, die bereits kommentiert haben, können sich später die Kommentare anderer Nutzer durchlesen. Dadurch entsteht eine Kommunikatstruktur, in der Leser und Schreiber in einen Dialog treten können. Das ist in dem Fall beim papierbasierten Portfolio so nicht möglich. Ein weiterer Vorteil ist, dass auch LehrerInnen und SUS über das Portfolio jederzeit miteinander kommunizieren können und Texte für einen gemeinsamen Arbeitsprozess von allen sofort gelesen werden können. Die SUS müssen nicht erst warten, bis sie in der nächsten Stunde alle ins Kopie des Textes erhalten. Durch die Kommentarfunktion ist dann ein spontanes Feedback möglich. Es erleichtert so offene Unterrichtsformen in denen selbstständig und nicht Lehrerzentriert gearbeitet wird. Die SUS können sich hier selbst organisieren.

Bei der Portfolio-Arbeit im Unterricht werden Themen wie Datenschutz und web2.0 behandelt. Außerdem setzen die SUS sich intensiv damit auseinander, was sie veröffentlichen möchten. Sie können sich hier mit dem Thema „Öffentlichkeit im Internet“ auseinandersetzen und ihr eigenes Verhalten kritisch hinterfragen. Wenn die SUS merken, dass ihre Artikel auf einem hohen Niveau kommentiert werden, wird dies einen Anreiz bieten, weitere Artikel auf einem hohen Niveau zu erstellen. Darüber hinaus lernen Schüler Videos einzubetten, Bilder zu bearbeiten und evtl. mit HTML zu arbeiten. Außerdem kann durch die gemeinsame Arbeit an Projekten selbstständiges Arbeiten gefördert werden.

Es ist wichtig, den SUS auf die Vorteile und die Risiken des Internets zu verdeutlichen. Sie lernen zu recherchieren, wichtige Informationen herauszufiltern und in ihren Kontext einzubinden. Dies sind Kompetenzen, die den SUS später im Berufsleben helfen können. Die Lebenswelt ist geprägt vom Umgang mit Medien. Es ist wichtig, dass die Schule diesen Bezug zum wirklichen Leben herstellt und die SUS hier ihre medialen Kompetenzen schärfen, die sie ansonsten eher im privaten Umfeld, Facebook, youtube, Computerspiele ausbilden. Je höher und reflektierter die Fähigkeiten der SUS sind, desto bewusster und gezielter könne Sie sie einbinden. Sie werden nach ihrem Abschluss in eine Welt entlassen, in der digitale Medien eine sehr große Rolle spielen, also muss die Schule sich auch ihrer Verantwortung für die Ausbildung der Medienkompetenz bewusst sein.