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mal was in eigener Sache …

Meyer, Torsten; Münte-Goussar, Stephan; Kerstin Mayrberger et al. (2011):
Kontrolle und Selbstkontrolle. Zur Ambivalenz von ePortfolios in Bildungsprozessen

Wiesbaden, VS-Verlag

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… nur so’ne Zahl

Schätzungen zu Folge sind US-amerikanische Studierende mit über 850 Milliarden $ Bildungskrediten insbesondere für Studiengebühren beim Staat, Banken oder privat verschuldet. Zunehmend mehr Absolventen finden in den USA keine Jobs mehr und können die Kredite nicht zurückzahlen …

850 Milliarden $ sind immerhin knapp 6% des gesamten Bruttoinlandproduktes der USA, ca. ein viertel des bundesdeutschen Inlandsproduktes und knapp drei mal so viel wie das von Griechenland. 850 Milliarden $, also ca. 600 Milliarden € sind etwa ein drittel der Gesamtschuld des BRD und ca. doppelt so viel wie für die kommenden Jahre als Neuverschuldung des deutschen Staates schlimmstenfalls prognostiziert wird. Vor kurzem wurden mit knapp 500 Milliarden €, also ca. 700 Milliarden $, sämtliche deutschen Banken mit einem Rettungsschirm ausgestattet. Die Konjunkturpakete I und II von 2008/09 belaufen sich bis 2010 insgesamt auf etwa ein Achtel der Bildungsschulden der US-Studis …

In Großbritannien werden voraussichtlich sehr bald die Studiengebühren drastisch erhöht. Man spricht schon von amerikanischen Verhältnissen. Dort kostet ein durchschnittliches Studium ca. 60.000 $.

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Digital Natives …

Rolf Schulmeister hatte es ja schon seit längerem gewusst (siehe Gibt es eine »Net Generation«? – Version 2.0). Auch die Kollegen vom Hans-Bredow-Institut haben es vor Kurzem herausgefunden (siehe Heranwachsen mit dem Social Web). Inzwischen schreibt es sogar der Spiegel: Die Netzgeneration gibt es gar nicht – vielmehr nur eine Generation Null Blog:

Dabei schwärmen Experten seit Jahren von einer technikbeseelten Jugend neuen Typs: mobil, vernetzt und chronisch ungeduldig, verwöhnt von der Überfülle der Reize im Internet. Ihr Leben verbringe sie in steter Symbiose mit Computern und Mobiltelefonen; die Netztechnik sei ihr quasi schon ins Erbgut übergegangen. Die Medien nennen sie deshalb “Cyberkids”, “Generation @” oder schlicht die “Netzgeneration”.

Zu den vielzitierten Wortführern der Bewegung gehören der US-Autor Marc Prensky, 64, und sein kanadischer Kollege Don Tapscott, 62. Prensky hat sich das Bild von den “Digital Natives” ausgedacht, den Eingeborenen von Digitalien, traumwandlerisch vertraut mit allem, was das Internet möglich macht an Teilhabe und Selbstinszenierung – und den Älteren in diesen Dingen uneinholbar voraus. Wer über 25 ist, zählt bei Prensky zu den “Digital Immigrants”, den Zugezogenen, die sich durch ihre Unbeholfenheit verraten wie sonst die Migranten mit ihren ulkigen Akzenten.

Eine kleine Industrie von Autoren, Beratern und findigen Therapeuten lebt von der immer gleichen Botschaft: Die Jugend sei durch und durch geformt von dem Online-Medium, in dem sie groß geworden ist. Speziell die Schule müsse ihr deshalb ganz neue Angebote machen; der herkömmliche Unterricht erreiche diese Jugend gar nicht mehr.

Belege dafür gibt es kaum. Statt auf Studien stützen die Visionäre sich vor allem auf eindrucksvolle Einzelbeispiele jugendlicher Netzvirtuosen. Für die ganze Generation besagt das freilich wenig, wie die Forschung inzwischen weiß [...]. Ihre Befunde lassen vom Bild der “Netzgeneration” wenig übrig [...]

Der Marke “Netzgeneration” dürfte das freilich nicht schaden. “Das ist so eine naheliegende, billige Metapher”, sagt Schulmeister, “die kommt einfach immer wieder hoch.”

Im Übrigen stimmt es nicht, dass sich Marc Prensky das Bild von den “Digital Natives” ausgedacht hat. Diese Metapher findet sich schon in dem Klassiker von John Perry Barlow aus dem Jahr 1996 – nämlich in der “Declaration of the Independence of Cyberspace”. Dort heißt es:

You are terrified of your own children, since they are natives in a world where you will always be immigrants. Because you fear them, you entrust your bureaucracies with the parental responsibilities you are too cowardly to confront yourselves. In our world, all the sentiments and expressions of humanity, from the debasing to the angelic, are parts of a seamless whole, the global conversation of bits. We cannot separate the air that chokes from the air upon which wings beat.

(In der Übersetzung von Stefan Münker:
Ihr erschreckt Euch vor Euren eigenen Kindern, weil sie Eingeborene einer Welt sind, in der Ihr stets Einwanderer bleiben werdet. Weil Ihr sie fürchtet, übertragt Ihr auf Eure Bürokratien die elterliche Verantwortung, die Ihr zu feige seid, selber auszüben. In unserer Welt sind alle Gefühle und Ausdrucksformen der Humanität Teile einer umfassenden und weltumspannenden Konversation der Bits. Wir können die Luft, die uns erstickt, von der nicht trennen, die unsere Flügel emporhebt.)

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Uni-Präsident hält Bologna für eine Zumutung

Dieter Lenzen:

Gebildete Menschen brauchen kein Qualitätsmanagement

In ungewöhnlich scharfer Form hat Dieter Lenzen, Präsident der Universität Hamburg, die europäische Hochschulreform kritisiert. “Bologna riecht nach Truppenversorgung und Zwangsernährung”, sagte Lenzen bei einer Veranstaltung der Wochenzeitung “Die Zeit” in Frankfurt. Bei den neuen Studiengängen handele es sich nicht um ein Angebot, sondern um eine “Zumutung”. Bildung könne in ihnen nicht stattfinden. Dieter Lenzen weiter: “Die Universität ist von der Bildungsstätte zur Erziehungsanstalt mutiert.”

Die Etablierung von “Career Services, Mentoring-Programmen und einem Qualitätsmanagement sind in einer Bildungseinrichtung völlig überflüssig”, so Lenzen. “Gebildete Menschen brauchen weder sozialpädagogische Betreuung, noch brauchen sie Coaches und Ratschläge … und schon gar nicht brauchen sie ein Qualitätsmanagementsystem.” In einer Bildungseinrichtung sei Qualität eine Frage der Ehre und nicht des Managements, so Lenzen weiter.

Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, forderte die Hochschulen auf, ihre Freiräume verantwortungsbewusst zu nutzen: Hochschulen dürften sich nicht nur durch Forschung profilieren. “Die Interessen der Studenten dürfen nicht vernachlässigt werden.” Die Einführung eines Elite-Stipendienprogramms, dem der Bundesrat nach Finanzzusagen von Kanzlerin Merkel an die Länder überraschend zugestimmt hat, hält Schütte für “die richtige Entwicklung”. (HA)

http://www.abendblatt.de/hamburg/article1562998/Uni-Praesident-haelt-Hochschulreform-fuer-eine-Zumutung.html

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Die Netz-Hippies werden selbstgerecht

Nachdem nun die Datenschutzbeauftragten und die Verbraucherschutzministerin die social-networks anprangern; nachdem auch Stiftung Warentest schlechte Noten an facebook und MySpace verteilt; nachdem sogar Ralf Appelt Empfehlungen verschickt, wie man seinen facebook-Account dauerhaft und restlos löscht; und nachdem nun twitter endlich ein Geschäftsmodell hat (Werbung nämlich (sic!)), dachte ich, es sei an der Zeit, auf einen Artikel bei – wie originell – Spiegel-online hinzuweisen, auf den die wiederum selbst im besagten Kontext ständig verweisen. Der Artikel ist nämlich m.E. sehr hübsch und hat einen schönen Titel:

Die Netz-Hippies werden selbstgerecht.

Zur besseren Einordnung der in dem kurzen Artikel geäußerten Gedanken empfiehlt es sich, zudem einen schon fast als klassisch zu bezeichnenden Artikel aus dem Jahr 1995 in Erinnerung zu rufen, der offenbar nichts an Aktualität eingebüßt hat. Er ist nach wie vor online. Auf Deutsch in der Telepolis zu haben: Die kalifornische Ideologie von Richard Barbrook und Andy Cameron.

Es sei noch vermerkt, dass

1. es damals eine rege Debatte um den Text gab, siehe z.B. hier: Die kalifornische Ideologie – ein Phantom? von Florian Rötzer

2. man annehmen kann, dass Lutz Dammbecks Film Das Netz von 2004 u.a. auch von dem Text inspiriert wurde – zumindest verhandelt er ähnliche Themen (zudem verpackt in eine herrliche, ins Absurde driftende Verschwörungstheorie – das ist eben Kunst – und einem wunderschönen Interview mit dem beinahe senilen, aber gerade deshalb so liebenswerten Heinz von Förster. Hier ein kleiner Vorgeschmack:

(Den gesamten Film gibt es hier)

3. es sogar einen wikipedia-Eintrag zur Kalifornischen Ideologie gibt

4. die Wissenschaft festgestellt hat, das die Kalifornische Ideologie eh längst von der Folksonomy abgelöst wurde: Von der „kalifornischen Ideologie“ zur „Folksonomy“ – die Entwicklung der Internetkultur von Udo Thiedeke.

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Kampf gegen Superman

ARD: Panorama-Beitrag vom 18. Februar 2010:
“Kampf um Schulreform: Eliten wollen unter sich bleiben”

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Chancen nutzen, Lobbyismus kapitalisieren !

… hier ein Vorschlag der Fachschaften der Universität Münster, über den man vielleicht auch in Hamburg nachdenken sollte …

“Antrag des unabhängigen Fachschaften Forums (uFaFo)

‘Wir kaufen Rüttgers’ – Chancen nutzen, Lobbyismus kapitalisieren

Das Studierendenparlament der Universität Münster möge beschließen:

Der AStA der Uni Münster wird damit beauftragt, den Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, Jürgen Rüttgers (CDU), zu mieten und, wenn möglich, käuflich zu erwerben. Hierzu wird dem AStA ein finanzieller Rahmen von höchstens 6.000 Euro zugebilligt. Darüber hinaus hat der AStA zu prüfen, ob gegen höhere Beträge die Ausweitung studentischen Einflusses möglich ist.

Der AStA hat mit Herrn Rüttgers unter anderem folgende Themen zu besprechen: Demokratie an Hochschulen, die soziale Situation der Studierenden und die schlechte Reform des Bologna-Prozesses, den Herr Rüttgers eigenhändig als Bundeswissenschaftsminister unter Helmut Kohl für die BRD mitunterzeichnete. Darüber hinaus ist mit dem Arbeiterführer über die Abschaffung der Hauptschule und die soziale Selektion im deutschen Bildungssystem zu sprechen.

Wenn nötig, sollen die Kosten, welche die CDU für ein solches Treffen verlangt, durch Studiengebühren finanziert werden. Dies ist möglich, weil sie so zur Verbesserung der Lehre beitragen werden.

Das Studierendenparlament begrüßt, dass Rüttgers die politische Philosophie seines Koalitionspartners verinnerlicht hat und durch die Kapitalisierung von Lobbyarbeit den LeistungsträgerInnen besonderes Gehör zu schenken vermag. Der AStA hat dem Studierendenparlament über die Ergebnisse des Gesprächs Bericht zu erstatten.”

Quelle und mehr unter: http://www.spiegel.de/…

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Endlich: Sinnvoller Einsatz von Social Software!

Das ist doch mal eine innovative Idee für den kreativen Gebrauch von Social Software …

In Social Networks gilt es als normal und erwünscht, alles mögliche preiszugeben. Wie bescheuert das ist, macht die niederländische Webseite PleaseRobMe klar – indem sie Twitter dazu nutzt, Einbrecher auf aktuell unbeaufsichtigte Wohnungen aufmerksam zu machen. Ein toller Service.

“11 Uhr. Muss jetzt in den Flieger.” So liest sich das, wenn ein Twitter-Süchtiger die Welt an den Wasserstandsmeldungen seines Lebens teilhaben lässt: Alles vom Fernflug bis zur Flatulenz wird treulich protokolliert. Mitunter ist das weniger belanglos, als man im ersten Moment glaubt. Denn selbst Kommunikations- Koprolithen wie “Bin im Cafe. Lecker” oder “Noch sieben Stunden. Hab ich die Katze rausgelassen?” könnten für bestimmte Berufsgruppen relevant sein.

weiterlesen unter: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,678934,00.html

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