Turbokapitalismus am Ende …
Jürgen Habermas hatte es als erster gemerkt, nämlich, dass der «Privatisierungswahn” nun ans Ende gekommen sei. Auch Ole von Beusts Sensibilität für Ungerechtigkeit nimmt offenbar zu und er an, dass die Idee gescheitert sei, der Kapitalismus würde den Himmel auf Erden bringen. Dafür hat ihm das Hamburger Abendblatt eine Montage von Marx und ihm selbst geschenk. Helmut Schmidt, der von sich wohl zu recht sagen kann, als Vorspiel von Helmut Kohl der erste bundesdeutsche Kanzler gewesen zu sein, der neolibarales Denken in tätige Politik umgesetzt hat, hält im Hinblick auf die Wirtschaftskrise einen Vergleich mit den Jahren 1929/30 keineswegs für abwegig und hat Vorschläge zur Abwendung der Gefahr der “Depressionsfalle” gemacht, die von Oskar Lafontain sofort aufgegriffen wurden. Bei Anne Will wird der Kapitalismus im Allgemeinen inzwischen offen auf den Tisch gelegt und Marxs Konterfei in die Kamera gehalten. Ebenso in der MOPO, da Banken nun angeblich “enteignet” werden dürfen. Letztlich hat jetzt auch Frank-Walter Steinmeier ausgerufen: “Der Turbokapitalismus ist am Ende” – nachzulesen überall und z.B. in der Financial Times.
All das konnte ich einfach nicht mehr unkommentiert lassen. Allerdings frage ich mich dabei stets, wie lange es wohl dauern wird, bis man auch das Ende des neoliberalen Umbaus des Bildungssystems ausruft. Immerhin haben wir einen Versatz – so kann man argumentieren – von ca. 30 Jahren zwischen der Anwendung neoliberaler Prinzipien in der Wirtschaftspolitik und jener in allen anderen Politikfeldern. Müssen wir nun im Bildungswesen 30 Jahre ausharren bis auch hier die Krise ausbricht und das Ende der Turbobildung als gescheitert erklärt wird …?? Und was kann man auf diese Beschwörungen des Endes eigentlich geben? Was kommt nach dem Ende?





