Sollen Schüler lernen, Banken zu ruinieren?
Mir wird die Finacial Times immer sympathischer. U.a. mit folgender Pressestimme aus der FAZ kommentierte die FTD den Vorschlag von Ministerin Schavan, Spitzenkräfte aus Wirtschaft und Unternehmen in die vom LehrerInnenmangel geplagten Schulen zu stellen. Schon den Titel finde ich köstlich …
Sollen Schüler lernen, Banken zu ruinieren?
Topmanager hinters Lehrerpult? Kommentatoren deutscher Tageszeitungen sind sich einig: Der jüngste Vorschlag von Bildungsministerin Annette Schavan kann nur ein Karnevalsscherz sein.
“Frankfurter Allgemeine Zeitung”:
Es ist zu vermuten, dass Bundesbildungsministerin Schavan eine Vorstellung davon hat, wie es an deutschen Schulen zugeht. Doch weiß sie auch, wie es um die deutsche Wirtschaft bestellt ist? Frau Schavans Aufforderung, die Unternehmen sollten ihre Top-Mitarbeiter für den Schulunterricht freistellen, lässt daran gewisse Zweifel aufkommen. Momentan und vermutlich noch für einige Zeit sind etliche Führungskräfte, obschon meistens geborene Pädagogen, damit ausgelastet, das Überleben ihres Unternehmens und des eigenen Arbeitsplatzes zu sichern. Oder sollte Frau Schavan eher an die schon beschäftigungslosen Derivatekonstrukteure gedacht haben, die den Schülern beibringen könnten, wie man erst Banken und dann ganze Volkswirtschaften ruiniert? An die Manager, die Ethik-Unterricht geben könnten? Konsequenterweise müsste die Ministerin dann aber auch fordern, dass, der wertvollen Impulse aus der Praxis halber, die Lehramtsstudenten, die sich jahrelang auf ihren Beruf vorbereiten, wenigstens kurz bei Lehman und Co. in die Lehre gehen. Nur so würde ein ganzer Faschingsscherz daraus.
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