Monatsarchiv für April 2010

 
 

Die Netz-Hippies werden selbstgerecht

Nachdem nun die Datenschutzbeauftragten und die Verbraucherschutzministerin die social-networks anprangern; nachdem auch Stiftung Warentest schlechte Noten an facebook und MySpace verteilt; nachdem sogar Ralf Appelt Empfehlungen verschickt, wie man seinen facebook-Account dauerhaft und restlos löscht; und nachdem nun twitter endlich ein Geschäftsmodell hat (Werbung nämlich (sic!)), dachte ich, es sei an der Zeit, auf einen Artikel bei – wie originell – Spiegel-online hinzuweisen, auf den die wiederum selbst im besagten Kontext ständig verweisen. Der Artikel ist nämlich m.E. sehr hĂĽbsch und hat einen schönen Titel:

Die Netz-Hippies werden selbstgerecht.

Zur besseren Einordnung der in dem kurzen Artikel geäußerten Gedanken empfiehlt es sich, zudem einen schon fast als klassisch zu bezeichnenden Artikel aus dem Jahr 1995 in Erinnerung zu rufen, der offenbar nichts an Aktualität eingebüßt hat. Er ist nach wie vor online. Auf Deutsch in der Telepolis zu haben: Die kalifornische Ideologie von Richard Barbrook und Andy Cameron.

Es sei noch vermerkt, dass

1. es damals eine rege Debatte um den Text gab, siehe z.B. hier: Die kalifornische Ideologie – ein Phantom? von Florian Rötzer

2. man annehmen kann, dass Lutz Dammbecks Film Das Netz von 2004 u.a. auch von dem Text inspiriert wurde – zumindest verhandelt er ähnliche Themen (zudem verpackt in eine herrliche, ins Absurde driftende Verschwörungstheorie – das ist eben Kunst – und einem wunderschönen Interview mit dem beinahe senilen, aber gerade deshalb so liebenswerten Heinz von Förster. Hier ein kleiner Vorgeschmack:

(Den gesamten Film gibt es hier)

3. es sogar einen wikipedia-Eintrag zur Kalifornischen Ideologie gibt

4. die Wissenschaft festgestellt hat, das die Kalifornische Ideologie eh längst von der Folksonomy abgelöst wurde: Von der „kalifornischen Ideologie“ zur „Folksonomy“ – die Entwicklung der Internetkultur von Udo Thiedeke.


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